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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-07 · 2 (7.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
2 (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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firfk erst seit Ankunft de« Oberst Goldsmid in Angriff 1. Jedoch sind die bereit» fertige» Brunne» so gedaß sie zur Lieferung ausreichenden Trinkwasser» für zugänglich sind. Da» an die Gärten anschliestenx Land, Hhr SV k» für jede Familie, ist zum Ackerland bestimmt, t Därser sind an beiden Seittn von sogenannten ״Po trerosh. «mgärteten Weideplätzen, in deren Mitte euturder ein «cher ein kleiner Bach sich befindet, umgeben. Di« «ros dienen al« Weideplätze für dir Arbeitstier und genau nach den Bedürfniffen eine» jeden Dorfes (etc. net. durch erspart der Eolonist viele Zeit, da er nicht > öthig sein Vieh selbst an die Tränke zu führen, dasstlb.׳ viel» nahe zur Hand und unter unmittelbarer und be 'tä dizer icht hat. Eine Schule und Synagoge, sowie ein ranenbad joll jede« Dorf erhallen und ist mit deren bereits begonnen. Die Loionie hat auch einen Arzt und Krankenhaus. Earmel. Mittwoch Morgen 7 Uhr besingen wir re Pferde und ritten nach dem Dorfe Earmel. Wir en die Leute, die vor ungefähr 1 Wochen von Mosesviile bin dirigirt wurden, mit dem Aufbau ihrer Hluser betigt Es macht« mir großes Vergnügen, den Eifer wahrchmen, mit welchem dir Leute arbeiteten. Wir untersuchten Hau« und Oberst Goldsmid ertheilte, wo es näthig die erforderlichen Rathschläge. Lr sprach init jedem lonisten, lauschte mit der größten Geduld auf sein« Wünsche » 'oersprach, alle diejenigen zu erfüllen, die er für b llig hielt. J d a. Bon Earmel ritten wir nach Iva. Dci die hier t^zen Eolonistrn etwas früher anlangten, waren sie in , Arbeit auch schon weiter fortgeschritten; alle Häuser in fertig, sodaß ü«e Leute jetzt berechtigt waren. Lieh und Ö Beginn des Ackerbaues erforderlichen Ackergeräthe in ang zu nehmen. Baron Hirsch. Bon hier gelangten wir nach dem rft Baron Hirsch, welches für di« neuen Kolonisten, täglich erwartet werden, eingerichtet und bestimmt if* se werden nun nicht Monate lang zu warten haben, kern können gleich nach ihrer Ankunft ans Werk gehen. ch e l. ES war jetzt beinahe 1 Uhr und nach einem »lopp von ungefähr l'/, Stunden kamen wir nach Rachel, haben sich ausschließlich bessarabische Familien anlt. Sie sind erst seit 2 Monaten hier» ihre Häuser fertig, gut ausgestattet und sehr reinlich. Diese Leute ilhten auf mich einen besonders guten Eindruck, sie sind ßtiper als die übrigen, sehr genügsam und scheinen.außerlich fleißig zu sein. Wir verweilten hier während Stunden, um unfern Pferden etwas Ruhe zu gönne», tzß sahrn un« bald von einer großen Menschen inenge um- M die nach dem ruhmvollen Vater (hiermit ist Baron IM Demeint) fragten und verschiedene Gesuche von Wichtig- ■'•octtugcn. Sie halten bereits Birh und Ackergeräthe fickte» und auch begönne.,. ..11 Elchen umzugroben. Mosch Piuah. Um 4 Uhr setzten wir unfern Ritt um das östliche Dorf Rosch Pinah in Ang »schein ,Hehmen Hier erreichte mein Erstaunen einen hohen Grad, die Leute hatten sich erst seit ganz kurze-, Zeit angelt; alle chre Häuser waren in Ordnung und ohne Aushm« ^ehr niedlich eingerichtet, Alle hatte sich klein« Gemüseicke» angelegt, welche mit verschiedenen Gemüsesämerrien säet und mir allerlei Frucht- und Zierbäumen bepflanzt re». Außerdem hatte jeder Toloaist s- 8 d» ni uen Lande« epfiügt und geeggt, um den Mais, welcher vor. September November gesäet wird, in den Boden zu briigra. Wir en olle Leute an der Arbeit und sobald sie unsere Ankunft ihre», eilten sie herbei, un» zu begrüßen. Alle sahen sehr en und hoffnungsvoll au». ^Wüs. unserer Rückreise hielten wir bei den Häusern ver- Totonisten an, welche schon «ine länge« Zeit hier hatte». Diese hatte» ettoa» umgrpflü-te« Land hier voraefunden. und jeder derselben hatte 00—lt*0 ha mit Weizen besäet und stand im Begriff, ungefähr 20 da mit Leinsamen zu les-en Nach eiuem Ritt von ungefähr 80 Kar kamen wir spät Abends bei den Berwa'tungsqebäuden. Nach dem Ade ideffen ertheilte Oberst Goldsmid den Beamten eine Anzahl nothwendiger Befehle (die aus seiner Inspektion resultirten) und wurde die Arbeit bis 1 Uhr Nachts fortgesetzt. Am nächsten Morgen bestiegen wir wieder unsere Pferde, um der öOkm. von hier entfernten Kolonie San Antonio einen Besuch abzustatten. (Schl»h folg,.) Berichte und Correspoudenze«. D-utfkblau». Waßdesnrg. Ueber die durch den Baron Hirsch ins Leben gerufenen KolonisationSoeri'uche zum Behuf« d.-r Ansiedelung au-Rußland vertriebener Juden ist ein Jahresbericht erschienen, der folgende interessante Ausschlüsse über das Unternehmen bietet: Baron Hirsch theilt ul-Borflzender de« Au«jchusse« a«Ergebulh seiner Nachsorichungen mit, daß dl« Argentinische Neoudlik B.-diagungen dardiei«, welch« »-«Gelingen des Unternehmen«, >1« ruflshen Alüchtllnge von ihrer, durch Jahrhunderte lang« Ge »öhnunz raditlonell ge- «ocdene BetaS-igung in, Handel zu entwöhnen un» sie in A׳k:rb»uer zu verwandeln, oeriü ge. Der erste S drin war freilich mit große, Lchwterigkeilen veroanden, aber leildem Oowst Albert G. Gotdichmor, tn de« da« Komitee da» oolttommenste Per auea s«»t. »leLeitung 1uOrt und sielte übernommen. Hilst man antec Benutzung der bisxrigea Erfohrangen der Lose Herr w- Len zu tönaen. sämmtiiche «tonte», dle b.sher angeegt, um assen «in Ä-dier van 3!>0100י Aeres. Dt« Kolonie Biaurnio (Vib.i »ick»i liegt ln der P.ovinz Su:n»s Ayre», MoiscsvIÜe ('J'iOOO 1,e') in der Propinj Saara Fs, und dt« übrige», ein Areal vo» 0 ’-־ JJ Acre« bedeckenden Kolonien in der Provinz Untre St>o«. Liimm lich« «oio.ucn Laden «in qnie», klare«, geiuade« lOakwaffer un» einen sru>ö>oaren Boden. B,-Her sind tßvaaO Acre« von den Kolo» ster. urbai gemacht 1oor»e». Liese selbst werden denjenigen Emigranten «aliiommen, die ich», Heimaihtanse Ackerbau deiriedeo. St« werdei zu G,uppen zui-un^uge.chlossen und erhalten «ine Organija,loa, pjtlatt ihnen später d>« Seldstverwaltung ermszticht. Di« russische Regierung hat, wie bekenn!, die B«rein»gung auiortstrt, tn Stutziaad Ausschüsse zweck« auele« des besten Btenscheumalectai« eiazurichten und überhaupt die Auswanderung methodisch zu belreiue«. Obwohl auchin. Kanada eiueKo onie von mehr als ltd-Famiikn sich d«si»»«t, so ist doch vor Allem Argentinien sür die erwähnte» Zweck« in Aussicht genommen. Wenn gegen dir Kolonijaiionspläue ringewead-t «erd«, dag da« oorhandeae Kapital bei wette« nicht der Ausgabe «nt» spreche, so ist zu erwähnen, daß da« Land nicht oerjchealt, sonder« gegen jährlich« Nalenabzahlnngen zu denen die Ansiedelung«- dind Berwal»ung«tosten procentualiier hiazukom nen, vergebe» wir», so daß nach Ablaus einer bestimmten Aeihr von Jahren da« *ktikMtapltal wieder frei und seiner Bestimmung zurückgegeden wird Hiermit düifteu denn die verleumderischen Bericht« über Argentinien in den zionistischen Blättern doch ihr«׳ Eadschaft erreicht haben. ZtzerNn, Januar. (Or.-Eor.) Wrr können den gesch. Lesern dieses Blattedie freudige Mittheilung ׳uachen, daß der an die hiesigen jüd. Gemeiadebehörden gerichtete Mahnruf — der hiesigen .Volk-zeitung" gebührt da» Verdienst, ihn zuerst und zwar in energischer Weise erhoben zu haben, von den jüdischen Blättern war es einzig und allein die unabhängige ,Israelitische Wochenschrift", die sich ihr anschloß und chre wartende Stimme erhob; die beiden hier erscheinenden >üd. Blätter, die »Zeit d. Jud." und die ,Jüd. Presse", ichwiegen — die gewLaschte Brachluug fand. Nach längeren Verhandlungen zivischen dem Vorstande und dem Repräfentanten-Sollegium sind beide Körperschaften zu der Einsicht gelangt» die in« Worttaut beieitfestgestellr gewesene.schutzjuden-Perition" nicht adzusrnd.-n, resp. überreichen zu taffen. Wie der ,Verl. Börs. Eour." berichtet, sind nunmehr die Herma SommerziearLthe Goldbengrr und Herz, welche nächst dem Justizrath Meyer als die iuteüecluellen llrhever der Petittons- Idee gelten, an» demVorstande der jüd Gemeinde ansgeschieoea. Das ,Bcrl. Tagedl.", dessen Verleger ebenfalls za dem Repeüsentanten-Lollegiu« gehön, hat erst heute, eine Woche

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