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Israelitische Wochenschrift · 1893-01-07 · 2 (7.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
24 (1893)
Issue
2 (7.1.1893)
Date
1893-01-07
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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gemeine«Frieden sehr gut «eint, aber vielleicht widerseinen Villen da» ohrrnzerreißende Orchester unserer Widersacher vecstärkt. Bon vorneherein soll ihm zugestanden werden, wa» niemal» Jemand bestritten hat, daß e» in unseren Reihen eau ebensolche schlechte Subjekte giebt, wie in den Reihen christlichen Deutschen und e» soll auch garnicht untersucht werden, wer den Joden die bei ihnen etwa noch in erhöhtem Prozentsatz vorkommenden Berg-Hunzen anerzogen hat — oder waS beweist da»? Und weil darin keine Be- Weiskraft liegt, deshalb sollen wir alle» MIgliche beweisen, namnitlich was an den Anklagen nicht wahr ist, wie ja auch der Herr Vers, verlangt? Es mutz immer wiederholt werden, daß wir solche« Begehren nicht allein nicht erfüllen können und werden, sondern daß auch nach den RechtSbegriffe», aller rivilisirtcn Nationen eine Ungerechtigkeit darin liegt, vom Beklagten zu verlangen, daß er die Anschuldigim- Ki de» Klägers entkräfte, eh« dieser sie erhärtet hat. Außerm heißt es prio«!ipiiu obsia! Heute verlangt der Eine Erklärungen bestimmter Richtung von uns, morgen begehrt eiu Anderer mit demselben Rechte eine neue Serie von Ber- »ffrntlichungen; da» würde schließlich in einen Sport au»- arten, und da wohl das Fragen, nicht aber das Antworten Jedermanns Sache ist — würden wir, wenn wir die Krankheit überwunden haben, an der Medizin zu Grunde gehen. Rein, einen solchen Freibrief, alle möglichen und unmöglichen Fragen an un« zu stellen, können wir durch die erste Antwort nicht ertheilen und nicht anerkennen. Wir ersparen aber damit auch den Fragern manche Verlegenheiten und Widersprüche, in die sie sich verfangen müssen, wie .» dem Schreiber de« qu. Artikel» nicht besser ging. Oder ist eS acht ein Widerspruch, wenn 'er begehrt, ,ganz Israel solle nicht in Wehklagen ausdrechen, wenn e i n Jude unsanft angrfaßt wird" — trotzdem er zugesteht, daß die Anschuldigung eine« einzelnen Juden gleich die Gesammtheit treffe, wr»halb diese auch jene zurückweisen muß — weil man sich sonst dem Verdachte auSseyt, daß i n t e r - nationale Interessen venheidigl werden; wir sollen also dieser Anschuldigung zum Trotz schweigen, während er im stlben Athemzuge ein öffentliche« Bekenntniß dafür heischt, daß das Judenthu» in Deutschland mit internationalen Bestrebiingen irgend welcher Art sich nicht identifizire. »Erkläret mir, Graf Oerindur Und wenn wir Glauben«- brüdern in ftemden Ländern, welche um ihre« Glaubens willen verfolgt werden, unseren Schutz und Beistand im Namen der Menschlichkeit nicht versagen» thun wir da etwas Andere«, al« etwa die französische oder englische Regierung, welche bei Lhristenverfolgungen ihre Antheilnahme durch Kriegsschiffe wirksam unterstützt? Nicht das Berbrrchen des einzelnen Juden ist es, für das wir in die Schranken treten— da» rüter ließen wir die ordentlichen Gerichte ihr Votum abgeben — aber die Tendenz ist e«, die wir in jedem Falle bekämpfen und daran hat der allgemeine menschliche Fortschritt, von dem wir die Hemmschuhe entfernen wollen, mindestens eben-! soviel Antheil und Gewinn, wie das Judenthum selbst. Wenn j eiu Mann beispielsweise de« Morde« angeklagt wird, fjffcii : wir der Gerechtigkeit freien Lauf; wenn aber dabe! alle | Märchen aufgefrischt und ,hm religiös-abergläubisch« Motive, unterschoben werden, dann sitzen wir mit auf der Anklagebank und wir müssen uns mit aller Energie und mit allen uns iu Gebote stehenden Mitteln vertheidigen. Wenn Jemand beschuldigt wird für gurr« Geld schlechte! Waare — sagen wir Gewehre — geliefert zu haben, so geht; un« &.« nicht« an, wir übe»lassen e« ihm, da« Gegemheil > zu beweisen, und kann er «S nicht, umso schlimmer für rhn ' und tvir wären die Ersten, ihn zu verläugnea und zu vecdanuuen; nicht so liegt der Fall aber, wenn chm die Absicht aufpehalStwird, im Austrage de« Judenthum» gehandelt zu haben, um sein Vaterland, deffcn jüdische Umenhaneu i« Kriege «ü denselben Gewehren doch edenßrll« knegSnatüchtig Würden, zu verrathea, dann hat man u n« rin die Eacheanfgezwungen. ciat«, eNMt't( klage man den Verbrecher an. aber nicht den Angeh eine« Glauben«, und man möge aöwarten, ob wir un» dann mit dem Angeschuldigten für solidarisch erklären werd Zu berichtigen wäre auch die »rrige Annabme, daß um den oft kargen Lebensunterhalt sich mühenden Eik stände der Nation als eine Herausforderung empfinden, der — jüdische? — Geldhandelsmann an einem Tag« s« Tausende verdient u. s. w. ES ist die« eine traurme scheinung, e» war immer so, und wird wohl auch so vleil oder »oenn unterbrochen, wieder so werden. Dieser Zug Zeit, sich schnell zu bereichern, wird doch vom Staate stützt, sogar privilegirt durch seine Lotte rie, die keinem and Zwecke dient, als dies- Sacht zu beftirdigen und sie in laubte Bahnen zu lenken. DaSBSrsensprel ist ja doch i auch nicht«, al« «in vornehmer Müßiggang, bei welche« Einen Millionen in den Schooß fallen und für den ein Revolver zum Selbstmord herauskommt, und «4 bra« wohl nicht beivirsen zu werden, daß diese« Spielen Leben, oder »m dir Ehrlichkeit Anderer selbst von Edlen 1 Edelsten nicht verschmäht wird, warum wird aber nur Jude verbrannt, der doch wenigsten» dje Entschuldigung sich hat, daß man ihn Jahrhunderte lang an den Ged gewöhnt hat. daß der Jude nicht wie aiidrcc Mensch selbst seine Würde beilegen kann, sondern gerade soviel ist, als er hat!? Nicht der Instinkt de» Volke» protcstirt im Ant mitismiis gegen Anhäufung de» Kapital» in einzelnen Hü«' — nein, da» Volk ist ehrlicher und konsequenter; e» prob gegen die Kapitalmacht unter der Fahne der Soei demokratie, welche keine GlaubenSunterschiedr kennt; ei, kleinen, zufriedenen Theil aber, drn Hetzen gewistens Menschen und katilinarisch« Existenzen aus, welche in Selbstsucht für die Socialdemokratie. ja schlimmer noch, die Revolution Rekruten erwerben. Dt« Volke« schäften sind leicht entfacht, aber schwer zu dämpfen, wer zu Bösewichtern sich gestellt, wird ihnen Ulrich. Bestritten muß auch werden, daß der AnttftmitiSvu»,׳ solchen Kreisen Raum gewonnen hat, wÄche ursprünglich ftei > Intoleranz waren und den Juden — soll wohl heißen:" reichen Juden Mädchen — keine Abneigung entgrgenbrack ich halte e« hier mit Pettenkofer und behaupte, daß Krankheit gleich der Cholera ohne örtliche Disposition Ausdehnung gewinnen kann, und die bisherigen Entrrpreni haben nur die schmutzigen Vorarbeiten bewerkstelligt im C oder gar im Aufträge derer, welche sich jetzt der “ bemächtigen wollen. Wenn sie sich nur nicht täusche, die Kutscher jetzt nicht größer» Lohn begehren, al« die! traggeber zahlen können und nun die Kleider mi Herrn werden wechseln wollen! Es wäre ni, erite Mal daß der Fuchs die Lvrräthe srißt, ivelche " Marder zusammenge—holt hat. (Schluß 3>u jüdische Aokonisation in jirge« St» *■«flau nach •ra j«dis»ea fttltalra j* •■tit-Hi•«' rtacai »rakltfchra 2aad»trth». (Aoristtzung von Nr. 48.) Das ganze Land ist in Quadrate (,Ehacra«") 25 ha und die Colonie in verschiedene Dü»ftr, derr 30 —61» Familien hat. abgetheilt Jede Familie hat eiu l dessen Äröfte sich nach der Zahl der Famil-rnglieder Bei jedem Hause befindet sich rin Garten vo» 6 ha, zur Anpflanzung von Obstbäumen, Gemüsen und < Kräuter» dienen soll. Die Häusrr liegen 126 iu au«ei»E und sollen mit Brunnen versehen werden, di« aber; »och archl alle fertig sind, da sie 2V » tief und mit. steiueu dauerhaft auSgemauert «erden solle». Die, bi» dahiu nach nicht da»» au«, diese Arbeft auSznf

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