Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 24 (1893)
- Issue
- 1 (1.1.1893)
- Date
- 1893-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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_MfcidfeNMfwMk «n*abrt« sie rin* UH»4«TttafUk\aIafc^«r»rflUdj«11 anfe WUOHdpn .Slintzjudenthnm,• anietpnn? Fühim st» nicht, wie denesthigrnd n flr fl« und ihr» Mischen Mitbürger ist, z» bitten, wo st« nur auf ihrem Schein zu bestehen brauchen, um alb vollberechtigte Esteber de» Steatr» anaeseben ja werden? Dder find etwa Anzeiche« dafür vorhanden, vast die seiche.e-Ierung die verfasfun-imüstiaen chrundlagrn der Gleichberechtigung aller Bürger beseitigen w1"3 “־‘ L »icht der Reichefanzier erst vor Kurzem im Rrichetag« «,klärt, f. Reichereaiernng zu einer Aenderong der verfasfuna im ang, Liane nie mal» die Hand bieten würde? Vünichen di« Herren den Monarchen zu einer deutlichen AI «ozen den Anti leniitiemu» zu veranlassen? vann möchten wir »b p« sicher find, «ine Antwort zu erhalten, die nicht bei E Aufwendung einiger antisemitischer Berdreonnasknnst zum Gegentheil »mgestempel« werden könnte, wa» die Herren aui dem Mund« 4 de» Monarchen ,u hören a«wünscht baden. 1 g allen Bürgern gegen- -ach den jüdischer Mitilten. Gin« da» ThS» וון»וז, wa, «,» jnixn ,«t»p erstreden rönnen IPir hoffen daher Mm öffentlichen Enterest« und damit im Interest« unserer jüdischen Mitüraer selbst dast di« deutschen Juden dem Vorstrnd« der d-rliner jüdischen Gemeind« ganz entschieden da» Recht bestreiten werden, in ihrer aller Namen zu sprechen und »inen polnischen St ^thun, der sich in seinen rnöglrchen Folg angedeuteten B -־ t *”• •ין *"*JTJ* "••• pw•» •»*י• e, VG«» jhv pdsrgern die verfastungürnäßig« Gleichberechtigung za erlxr! ,Art Mederbelebuna de» .schütz- und Hosjudenthum»' ist 1 rieste, am M« Inden selbst erstreben können, wir h< öibritt olgen an den Inden selber rächen könnt« I» (Der Antrag de« Borstandcs soll, wie wir hören, im Rcpräsentantcn-Lollegium selbst auf heftigen Wid«rspr׳׳ch gestoßen sein, fünf Mitglieder hoben gegen eine solche Petition gestimmt. Hoffentlich überlegen sich die Herren das Ganze noch׳ hkiI« reiflich, und berufe» erst eine Bersammlung von jüd. Nvtabelnjresp. Gemeindevorstehern Deutschland»zur Berathung, «he sie im Namen der deutschen Juden Schritte unter» »eltmen, die möglichen Falls von einem Thril derselben de», avouirt werden. — Liehe »Neueste Nachr." untn,Berlin'.) Presdeu, 25. Der. (Or.»Tor.) Da» Organ de» lüniglich sächsischen Aammcrherrn Freiherrn von Friesen, da» »Vaterland", schreibt über da» antisemitische Gebühren der ,Dresdner Nachrichten': »Dt« gröhte Reklame sür Herrn Ahlwardi haben dt« .Dresdner?:■Mt* gemabt; dabei tümwen dieselbe» eö aber nicht, das! Ltebermaun LM» Sonurnberg. der Führer de» «tuen antlsemiiischen Aiügrl», Herrn VAPamidt auf da» Suergilchst« von seinen Röckschösten abchüttelt. und baß Herr De. Büärl, der Führer der schärjrren Tonon bei den >nti» . femiim, »>rru Shlwardt den Krebsschaden der antiseuiitischen Beibwung in Deutschland• nenn». Für di« .Dresdner Nachr.* bleibt , awl‘ trog alledem Herr Ahlwardt der lorbnrgeschmüitl« .Stertor der Dtslschm*. Wir können aus eutfinne», dast Hosprediaer Stöcker nach -»einer EnNaflnng aus seine« Lmte von demselben Blatt-, auch .Hof- S>!>i-er aller Deutschen, genannt wurde «ud — jetzt ist er Herr» Dr. aean kau« «ehr als «in« gefallene Grvste. Wer ist Herr Dr. Lima« 4a den .Dresdner ־ ־ ־ Darauf antwortet da» konservativ« Organ: .Wir wissen nicht, ob es wahr ist, was «an virllach behauptet, der oben bezeichnet« Nedakieur tsr««ltttscher>bstanmung sei — n stlussehen, ein« bezüglich« Aot«z l» de« detauatrn Buche von Paasch •יי« jüdisch»druiich« Gesandtschaft , sein« Herkunft au» dein mit Hose» Gsnftnden Jünglingen überfüllten Schneidemühl laffen der wiederltansIesprochenen Vermuthung eiu« gewiss« Bestätigung zu Lheil D» — aber das ist gewist, dast die blumenreich« und pikante, in er zersetzend» reudenz bet uns bisher tau« überirofitne Schreibft de» christlichen Shorattrr fremd ist.» Auch da» Organ der künigl. sächsischen Rrginmng, die «ipstiger Zeitung', sagt: »Die ganz« Schreibweise diese« .»ntisemite״• ist so, wie man P'aaUer »riern »ur ganz selten »der niemals findet.• — Dr. Liman prorestirt gegen sei« angeblich« jüd. Abintmong. Die ,Leipziger Zeitung' bemerkt hierzu: ,sttrnerdtngs nun ist es bet de» Herr«» »Misemiten Sitte ge- 4«», Stammbäume zu veröffentliche». Man übergiebt den Tages- «ern Geschirchtsaachwrise bis u das dritte und vtrne Glied, um den tigen Nachweis zu liefern, dast alle Vorfahren der Herren Amide» dis hinaus zu« Grostvater und Urarostvater dird-w« deutsche astdürger, ehrbare Staatsdeaml«, fromme Kirchenväter oder dergleichen Pen» es aber der Zufall nun fügen sollt«, dast der Herr Ur» bet de« die christliche »hnenreihe gerade .abschrapp» , ehrjüdischer Abtanft und »er christliche» Kirche erst durch das Mittel ikanf« gemouneu war — wie steht ri denn mit ber .Jndenaus- “.»8* dann» Bis zu welche« «Nie» so« den« der Miel jüdischer g»rück»!rt«? Man vergegenwäriig« sich nur den Fall einmal praktisch Rehme» wir an, unser «füagfter* trage de» nicht ganz seltenen «amen Lehman« und sei »rsalgqeminter Agitator aus dem Gebieie de« ,sün iftm*■ Antisemitismus. Nehmen wir sti ner a», auch der Utgrostvater Hude Lchmau» geheistea, (sprich Lima»? d. «.) dei Auer Geburt jedoch »och den pattiarchatischen Namen Levt getragen. Wird der Antisemit Lehmann für die Austreibung des Semtten-Lehmana auch in diesem Fall« etntrete«? Oder hör! »I« Wirkung der semitischen Abstammung bereit» beim Grostvater auf? Ober schon beim Vater? Wo ist denn di« Grenz»? U. w..g.» Sehr richtig bemerkt da« .Vaterland' bezüglich der .Dresdner Nuchnchten': ,Der Kitzel nach Popularität, da« Jagen nach geschäftlichem Gewinn scheint jede andere Rücksicht vollständig bei Se te zu drängen.' Diese« aittisemltische Blatt wird leider von jüdischer Seite durch Annoncen und Abonnements unterstützt. ,Deine Zerstörer und Verwüster gehen von Dir au-.' (Jes. 49, 17.) Wer sich selbst verachtet, der kann wahrlich nicht von andern Achtung verlange». Z»asra. Die Erben der Rohr'schen Eheleute haben mit einem Kapital von 220009 Mark eine Stiftung unter dem Namen ,Abraham und Henriette Rohr'sch« Stiftung zur Verbreitung und Förderung de-Handwerks, der technischen Gewerbe, de« Ackerbau«« und der Gartenkultur unter den Juden der Gemeinden Jarotschin und Posen' errichtet Bon obigem Betrage sind 200 000 M. zu Gunsten der Synagogen-Gemeindc zu Jarotschin und der Nest von 20 000 M. zu Gunsten dr. Synagogrn-Gemeinde zu Posen bestimmt. Der Zw.ck der Stiftung geht aus der vorbczrichneten Benennung hervor. Doch soll au« den Zinsen de« sür die Synagogen-Gemeinde zu Jarotschin destimmten Kapital« von 200 000 M. vorweg jährlich der Betrag von eintausend Mark an Arme ohne Unterschied der Konfession, welche in Jarotschin, dem Wohnorte 'des Erblassers, ihren Unterstützung-wohnsitz haben, vertheilt werden. Die Verwaltung de« StiftungSoermügens wird durch den Boi stand der hies. Gemeinde, di« Leitung der Stiftung und die Verwendung der StistungSzinsen durch ein Kuratorium geführt. Die Stiftung hat bereits die laude«- herrlich« Genehmigung erhalten. Kannaaer. Gegen den AnttsemitiSmu« wendet sich der .Hannov. Lourier' in einem längere» Artikel, dem wir die folgenden Bemerkungen entnehmen: ,Sie die SozialoemotraNe, so ist auch der Antisemitismus vernehmlich eine «lrihschaftl'!che Bewegung, hervaraeruse» »urch gewiss« gemeinschlldlich« Erscheinungen, die mit einem große» «aste von Freiheit de« Einzelnen und ter Gesellschast aus wirttzfivastllchem Gebiet« leider säst uothwendig verbunden scheinen. Und wie di« Sozialdemokratie, so irrt auch der Antisemitismus in der Beurthelluug de« Ursprung« dieser Sr» scheinunge» sowie tu der Vorstellung von dm Mitteln, durch di« da» Uebel beseitigt weiden lönnte. Dle Sozialdemokratt« macht di« beftehmd« Staats- und Geschäftsordnung dafür veramwortltch und erwartet vaa deren völligem Umsturz allein da» Heil; der Antisemitismus dazegm schied» all« Schuld dem Nmküchislos« Srwerbstrieb« und der Selbstsucht der Jude« zu, obwohl dies« schlechten Sigenschastm unter de« «heiße» ltchen Dingen, statt sie da zu suchen, wo ste allein zu finden tp, in M Menschen innerster Natur; beide erstreben auch die HeUuag des Uebrls durch rein äußerliche Mittel, indem sie erkennen, dast Heiluug, wenn überhaupt uur von innen Heia«» durch di« von «hrtstea wie Juden in gleiche« Maste zu übmd« Zucht und Selbstzucht erfolgen kann. Bei dem Antisemitismus tommen n«de» dm wlrthichastlithe» daun nach sozio!«, nationale and konfessionelle Gefiwtspimkt« in Betracht, di« ihm jetr. rigenthllmliche« Gepräge «ine, von Rasse »hast erfülltm Bewegana äfoat. Gerade hierin liegt aber der Grund, weshalb fich jede liberal» Partei gegen den Auttsemttismu« van vomheretn ablehnmd verhall«» must.' Z»r WLr1te«Ierß, 27. Der. (Or>L?rr.) Aus Anlaß der Wiederbesetzung der Stelle eine« tljeologischcn Mitgliedes der K. Israel. Oberkirchenbehürde wurdevon orthodoxer Seite io otut israel. Gemeinden Wsirttembrig« eine Petition zur Unterschrift verscadet, in der die 2»r. Oberkirchenbehörde 8' ‘ ‘ ' " ‘ " - r '־" י'^ ״ . serrr jüdisch-reUgiösru Angelegenheiten sichrrge-