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Jüdisches Familienblatt · 1892-01-01 · 45 (1892) · p. Seite 177

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Journal
Jüdisches Familienblatt
Volume
1892
Issue
45 (1892)
Date
1892-01-01
Page
Seite 177 (sequence 3)
Language
German
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«ach «inwechftl». ja. sie sogar ti Zahl«« fttfcn. Mn aber War jetzt im Besitze bcc verschnumdeu« «am» * ■«(mb Man? Na »arm bi« selben verborg«, ch Löwm sie vernntrmt und sie an eine« gehet»««, mrzugtngliche, Ort gebracht? Ser vermochte bkse »u löse»? Der einzige Storni ber hier Ausschluß gebe« i» Stand« gewesen wäre, war grschloff« für all« Daß aber Lswen sich einer Untrem schuldig aemacht, »ach de» seiten« Friedheim« in Gegrnioart Salden« ß« Entdeckungen keinem Zweifel unterliegen. Wenn x Reih« ber verbackt der Tbätnftjaft auf de« sich bei dem «in oorpuo ckolioti gefunden wird, so konnte!-)«nr Atbrn ber Schuldige sein, bei dem mmr «ich« allein die ^Gste ber Umhüllung gesundes in welcher die Kassenscheine >en waren, sondern sogar auch eruer der vermißten nsrnb-Mark-Scheine. Dieser Umstand ließ die Schuld i» all feststehend erscheinen, weil die Beschuldigung sich auf Vermuthungen, auf ti»ylm Indizien, sondern auf Mt Lag« getretene Beweise gründeten. Dochbmse Bewerfe regten wtedernm zu anderen^ Fragen Wie war e« einestheim möglich daß Löwer. so plöMH , . den Gedanken kommen konnte, gegen seinen Retter und iBohlthüter so undankbar zu sein? Er war doch allen Sorgen und wurde durch «ine Rothlage nicht dazu getrieben, t» ward man zu der Frage gedrängt. wie konnte so unüberlegt handeln, emen der Kassenscheine in de« liest der Umhüllung, in der die Banknoten sich befanden, hüllen «ud ihn in seiner Rocktasche zu verbergen, da er _ , aunehmen mußt«, daß da« Verschwinden de« Werthbriefe« » der nächsten Stunde gemerkt und der Verdicht der Untreu« in erster Linie auf ihn fallen würde. Aber «och ein« andere Frag« war nicht so ganz unbe» «chtigt und durste nicht so ohne Weitere» zurückgrwies« Werben. Konnte Löwen nicht ein Opfer einer ruchlosen That ^Morden sein. Konnte nicht jemand, der seine Leidenschaft ^rnnnte, die bisher ihn beherrscht und ihn hatte immer tiefer in Roth «nd Elend sinken lassen, ihn verführt haben, sodaß H« wieder jener Leidenschaft sich ergeben? Konnte da nicht -kjbi Verführer, der Kunde von dem werthvoll« Inhalte der -.-Dchche hatw. die er bei sich führte, ihm in dem halb bewußt- "4äfm Zustande den Werthbnef entwendet, die'en geöffnet, die . Banknoten herau«genV«meu» einen derftlben in einen Theil der Umhüllnng gewickeU «nd Beide« in seine Rocktasche ge- D«ckt haben, um den Leroacht auf ihn zu lenken? Da aber keine der aufgeworfenen Fragen eine klare, be- '"fftebiguide Antwort finde« konnte, so läul die Schuld in ' chrrm volle« Umfange aus Löwen hast««, wa« selbst Frtedheim Jliäft ohne Widerstreben zngeben mußte. Löwen war in» '> gesunken mit dem Makel der Untreu« behaftet. «im'Friedheim vermied e«, Joseph Lötoe» Mitcheilang der Schuld seine« Vater« zu mache«. Der Sohn litt genug durch diesen doppelt-schweren Verlust, der ihn ,fcn, durch welchen er so zäh zur Doppelwaise geworden, wollte ihm dm Schmerz, de« er erdullete» nicht noch «tztzeln, >dadurch, daß er in ihm daß Bewußtsein wecke, , bmBaler schuldbelastet in die Gruft sink« gesehen zu haben. (F«ts. folgt.) Mlßchni a«, der Aeisemaf'pe. »ach der .Mschplast«' kam einem "der sich al« Nachzügler riuzefnuden hatte, N^bempfstchtnutz anstandsschuloiaen 'bie «esammthei», rrihto-ar fick in eine wie znsällia .Kotzfntam ein» so ziemlich lhrtin '««b mir gegenüber. E» mußt« »ft ftmgmbrit ober suchendm vmftoenfch ien. Erholungspause »Safte, der siä Nachdem er da« versäumt, so ziemlich «achgrbolt »nd sich mir den Senofsm in den gleich« Sang gebnaht hat», ging er wirklich Mi brr mir -«geneigt«», stumm« Aufmerksam- Kit zu dem mündlich« Berfahrrn über und fragt»: »Brr-eihrn, — entschuldigen Sie, «ein Herr! Sind wir un« nicht schon früher brnegnet?' .Mögluh — vielleicht vorübergehend unterwegs, kann fein .....' » .So, — nun habe ich Sie, — da ich chre Stimmehäre — richtig, Sie waren vor etwa drei Jahren um diese Zeit in &, wo Sie mein Hau» mit einem kurze« Besuche beehrten, mit dem Lehrer und Vorsteher. .Da« ist ja schön, daß wir un» hier treffen, und so solle« Sir auch ein» mit mir trinken, zur Erinnerung an den guten Wein, de» ich bei Ihnen getrunken. — Herr Wirth, ein« Flasche Wein! — Wir müffe« auf da» wohl Ihrer freundlichen Gattin, meine» wackeren Lollegea und Ihres vor« treffli^n Borsteher» anstoßend .Recht gern, — in meiner Familie gcht's noch wohl» hoffentlich befindet sich cker Lehrer auch znfrlede«. ist afcr feit einem Jahre nicht mehr in L. und Herr Buchmann ist noch immer der kluge, gute Mann, aber — nicht mehr Vorsteher.' .Ei, was Sie sagen; war er doch mit dem Lehrer f« eiumüthig für da» Wohl der Gemeind«, zeigt« «in lebhaftes Interest« für dir Schule, di« zu einer öffentlichen zu mache« er die einleitenden Schritte schon in« Werk gesetzt hat», de« die Ang«lrg«heitrn des Juden thuws so warm am Herzrn lagen — und so bewandert sogar in hebräisch« Werk« — feine Umsicht, sein taktvolle» Benehmen, — ganz, wie man sich keinen Vorsteher bester wünschen kann, — und nickt mehr Vorsteher? Sonderbar! — Da müssen Sie mir «ehr erzähl«.' .Das ist eja eben, — die Bemühung um die öffentliche Schule, für die die Behörde bereitwillig war, verleidete dem Lehrer den Ort und de« Vorsteher sein Amt, das er Jahre lang zum Wohl« der Gemeinde verwaltet hatte.' Eine neue Schüffel kam und unterbrach de« Berichterstatter. Nachdem er Mester und Gabel zur Genüge wieder ga» braucht, mit der Serviette über» Gesicht gewischt und «tu Glas «lehrt hatte, fuhr er also fort: .Sehen Sie. der Widersacher war in der Gemeiube selbst, ein vor etlichen Jahr« vorher Zngezogener. Dieser wollte «in« Rolle spiel« und machte Stimmung gegen die öffentliche Schule. Sr meint«, die Gemeinde gebe Lehrer und Schul« aus der Hand, — man soll, vielmehr dre Elementarschule in «in« Religionsschule verwandeln. — dann würde» unsere Kinder mehr i« Umgänge mit christliche« Sinder» vertrant, — die Gemeinde würde dabei sparen, und — weiß ich, wa» des Zeug« «och mehr . . .' .War d«n lei« hinreichend starke Partei für dm Lehrer und Herrn Buchmunn?' .Geduld, w«« ich all' da« Durcheinander kum in bla Reihe bring« soll. — Richtig — es mußte bi« Neuwahl einiger Reprüsrntauten vollzogen werde«. Der Zufall wollt«, daß ich und noch einige von der Seit« unseres Vorstehers am Tage der Schl abwesend sein maßten. — der Wühler und seine Leute kam« durch, — häßliche Geschichten wurden S dm Lehrer gespielt, sogar Verleumdungen ward« nicht nt, der Lehrer suchte rtud erhielt «ine ftdenfalls besser» k, — der Vorstand legte sein Amt nieder.' .Unerquickliche Geschuht«, die fthr zu beklag« sind.' .Das sag« Sie wohl reckt. Wirklich ging die Elementar» schul« ei«, nnb ei» junger Reliaiouslehrrr erhielt zu «um» etwas geringer« Geholt die Sellung. — Nu» ist »an gar nicht zufrieden, man «eint, der junge Herr könne «ehr ihn», er sei, wie soll ich sage», gar sehr gemächlich ober ßlatch» gültig. — Gar viele», wa» der vorige Lehr« zu» Beste» der Gemeinde einrichtete, liegt nun brach.' .

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