Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 45 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.Da« lieft viellenhi wenig« an dem junge« Manne, als an Umständen. Er ist klar, ein jung« Mann» bei im Seminar« all« Unterrichtsfächer betrieben, und in denselben sich für dar Examen gereift, muß in vielem, war ihn beaeeftert«, müßig gehe», sein Arbeit-stld bi» auf wenige Sttmden beschränken; n muß diese Stunden geben, während ander« Schul« frei hoben, war seine« Schülern ein« Last isr, — ,vd weit« sind sein« Stunden oder Fächer audem Ganzen hnausgeriffen, wodurch die harmonische Zusammenwirknng und d« gegenseitige Einfluß der Unterrichtsfächer nnterbundcn, also gestärt ist." .Er steht auch vereinzelt, während der vorige Lehrer io schönem Verhältnisse zu seine» christliche» Eollegeu stand, — ihre Tonstreuzen besuchte, — bn den Bürgern gern zum Ertheilrnvon Privatunterrichte genommen wurde. Wa» ab« unangenehm berührt, ist, daß er manche gute Einrichtung fernes Vorgängers hat untergeben lassen. Dieser hatte einen Verein geschossen, worin jüdische Zeitschriften gehalten und gewechselt, und jüdisch« Bücher angeschast und verliehe« wurden, und hat von Zeit zu Zeit eiyeu Bortrag im Verein gehalten. Was ab« unserm früheren Vorstände sehr leid thut, ist, daß die hebräische Fortbildungsschule cingrgangen ist. In diese ließ der vorige Lehrer an zwei Abenden d«' Woche solche Jungen kommen, die aus der Schule entlaffeu waren und Lust hatten, , im Hebräischen weit« zu lernen. — Um so was beti'minert sich unser jetziger Lehrrr gar nicht.» „Da» kann und sollte auch der Religionslehrcr, nämlich sich dergleichen angelegen sein lassen. Ich möchte nicht mißverstanden werden, also nicht Ihre» Fall verallgemeinern. Ich »«eine nur, daß da, wo «ine Elementarschule ist, oder diese zur öffentlichen erhoben w«den kann, die beiden letzteren aus vielen Rücksichten d« «steren vorzuziehen sind. Wie ab« denken nun die Leu»« Ihr« Gemeinde über den Tausch?" „Ja, ja, rs hat sich wohl. — Sie sind fast alle unzufrieden und wünschen wieder die Elementarschule, am liebsten eine öffentlich«. Ab« diese zu «halten dürste sch« irrig sein, da an maßgebend« Seite die Borkommniffe sicherlich kein.« Stc» Eindruck gemacht haben. Uns« früherer Lehr« war r gut gelitten. Auch will ich Ihnen noch sagen, daß die Schule uns jetzt mehr kost«; denn der Rrligionslehr« will doch auch anständig leben, und wir müssen an die OrtSsthulen bezahlen, viel mehr, als das, waS d« jetzige Lehr« weniger al« d« frühere von der Gemeinde bezieht.» „TaS ist ein schlimme» Wort: .Du hast e» gewollt, nun ist es zu spät." Auch ist es in den «eisten Fällen zutreffend —: Jeder.Mann hat die Frau, die« »«dient, da» Volk seine Rät he, und die Gemeinde v«dient die Repräsentanten, die sie wählt.» « * * Ueberraschend schön erweitert sich doch das von hohen Berge« eingefaßte enge Rheinthal zu ein« schönen, sruchtreichen Ebene, in welch« vor noch nicht zweihundert Jahren bi« schöne Stadt Neuwied erbaut wurde, als Kreistadt im schönsten Sinne d« Wortes. Mehr noch als über die herrliche Gegend und schöne Stadt muß sich da» Herz eine» jeden Mensche« stoh darüb«, Heien, daß d« edle Fürst Alex von Neuwied diese seine Residenz in einer Zeit schlimm« GlaubenSverfolgruigen allen wegen ihres lFekennlniffr» anderSwo Verfolgten zum Schutze und zur freien Religionsausübung öffnete. Seitdem wohnen, dort in schönst« Eintracht zusammen Protestanttu, Lutheraner, Katholiken, Herrrnhulcr, Mennoniten etc. und Juden. Liest bilden ein« ansehnlich«, wohlgeordnete Gemeinde, welche viele» Treffliche an Einrichtung und Jnstüutionen dem vor ewigen Jahren verstorbenen Vorsteher Adolph Reinach verdankt. Dies« war ein vielseitig gebildet«,, hochherzig« Mann, . . > Veste», im Stadtrathe vertrat;'« förderte da» Ob* und nicht nur t* sein« Gemeinde, auch aurwärick-e Anstalt Wohlthätigkeit ob« der Bildung in Israel fand« * einen warmen Gönner und vertret«. So hatte da» Ma Haindorfsche (israelitische) Lehrerseminar in Münster an emen einfluß- und erfolgreichen Geschäftsführer, der fl«'' , seinem Kreist bn Anstalt danstnrwerthe Bebttäge zuzuwendep^' sich bemühte. — Solch« edler Männer betarf Jsmel. > In ein« Entfernung von etwa ein« S-t«»de liegt nord^ ösllich von der Stadt malnisch auf bewaldet« Höhe da» Schloß^' Mcnrepor. Hier vnlebtt die königliche Dichterin Tanne» Ä Shlva (Königin von Rumänien) ihre Jugend; und sie bewährt.^ sich in ihren Dichten, durch ihre W«ke d« Menschenlstbe edstr Sprößling de» hochsinnigcn, toleranten Fürstengesck der Wied- Neuwied«. — Israel soll snn« Woblt, feiner Beschütz« und all« wahren Menschenfreunde vankban^ gedenken. . - - Treu-Münst«. Keröststurm und ^ichtöttlk. von A. Drr«. Siehst Du Dich vom Freund verlasse«, von de« Feind« Dich erdrückt; Siehst Du» wie in Ruh« und Tltel Falschheit überall sich schmückt; Siehst Du, wir di« Gleisner singe». Und da« Recht «uh unterliegen: Dann muht Du imeignea Herzen Dir den FriedrntttempB bau'». Deinen Wandel, Dein Gewissen Prüfend eifriger beschau'», — Und D« trägst mit Menschenwürde Leicht de« Leben« schwer« Bürde. JU» dem Sprach schätz des Tatmud. Poetisch übertragen von Max Weinberg. Der edle Mensch ist gülbnrn Blocke» gleich, Darin drmant« Klöppel sich bewege«, An alle« Schlnen ist sein Jnnre« reich Und rührt «an Vian, entströmt ihm Lege». « Der Jangen Rath, der Alten Mode», Den Zweien fehlt der rechte Bode». . Blaub' mir, e« wirb sich reichlich lohnen. Kannst Du in Meister« Räh« mahnen. RSchsel. Aufgabe. Keör. devlsches Morlrättzset. von I. Kaafmano In Kffr». tk« ist <i» Reich im Morgenland Bei Tnrkrstan gelegen. Da«, wendet man'« mit fixer Hand. Umgirbf» nn« allerwegen. Man findet'« in der Schule auch Bewend«» «ft bei Kinder«, Doch jeder Lehrer kennt den Brauch <tt regelrecht zu mindern. Und wen» Ihr »nn «ein Wöriche« sei» Bedruckt mit jüdachen Lettern. — Gebraucht ma» tt, wenn Heristmiad weht R bst kalten Wiruerwettern. D AufSsung des Tläthfels i» voriger »«0« (christlicher Belehrter, der dir Misch»« und einige : Imc—r übersetztr) Wm C— VTKS » attÜri — « _ibn Prä, M.Meltt«ar«l. . . "T vrrantw»rtl.R^«>»rnr: Dr.Ra h«rr,Magdebnrg. Druck van vend iz äd Hnhn tftther: D.L.Solffi, Magdebnr^ v«rl«g»» b. Fr t efa.s