Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 2 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 3)
- Language
- German
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f*brt* Iräiclelnoier Willen Stt all' die Zeremonien Ihr«: Religion als etwa» Wesentliches?" „Gewiß find Mtfcftcn etwa* Wesentliche», so daß in logischer Folgen wenn e»ne» fällt, alle« fallen würde.' ' »—-Da» kann doch nicht sein, Sie haben -och auch im Judenthum zwei Parteien «in« orthodoxe und eine, wie soll 0 ich die gleich neunen, «ine Resormpartri?" . .Leider haben wir?nxi, ja noch mehr Parteien." . .Ich Mn nicht genü^ud orientirt, um unfern Disput zu Vud« führen zu können, ersetzte küchelnd Herr Ritter. Doch da Eie s^bst so gut in der Sache auf dem Laufenden find, fa-en-Ei« mir, bitte, gegen welche von den Parteien kümpsen nnn die deutschen Antisemiten?" 7, .Gegen wro anders als gegen da« «sammle jüdische 7 Lolk. Merken Sie wohl, ich sag« Bote, denn eine Ration, .„eine jüdische Ration >)icbt es seit dem Untergange des £ . Staates nicht «ehr. Dieses Bolk. das Volk Gottes, da« ^7 stch über di« ganze Erde verbreitet hat, ist ihnen ein Dorn Auge; sei« Fleiß, seine Sparsamkeit, seine Sittenreinheit wird ihm zum Vorwurf gemacht und Menschen, über deren M.Lebeu die üfsrutliche Meinunm ja selbst die ordmtlichen Errichte das Verdikt gesprochen, find die Führer dieser Partei." ’j&V: : »Und nimmt man diese Partei iu Deutschland ernst?" ,O, ja, traurig err ft. Doch bitte lassen wir die» un- ^erquickliche Thema. " .Mit großem Bedcuern habe ich aus Ihrem Munde vernommen, was mein Hcrz nicht glauben mochte. Doch Sie habe« recht: adnngoou» koatrativu." v Gleichgültige Ding, bildeten jetzt den Gegenstand der 7 Unterhaltung der -beiden Reisenden. Die Reis« nahte sich ihre» Ende. Der' fl«(i flog durch die gesegneten Fluren - -- des HessealandiD um «iltr der allen Stadt Frankfurt entgegen. Die Reisende« suchten ihr Gepäck zusammen und als der Zug endlich tomeinfr in die weite Bnfmhnsghalls einfuhr. sagte tz^alte Wtz: ^Lebe» Eie ftoftl, Okhulri» Sittah, und wenn Sie »' «ms Fdrnndeö kedärstill so schreiben Sie ungeniert an die Adresse die ich Jhuewgiib " Der Zug hielt, che Sjttah antworten konnte und eifrige Gepäckträger risst» die Lonpmthürrn auf und bemächtigten des MPäcks der ikieisenden. Sittah hatte nur emen Her, den fi« einem Träger übergab, alsdann schritt ffc dem Ausgaulte zu. Da trat «in Herr auf sie zu nud als sie ihn erbtickt', rttf sie: .Ach Her De. H.: das ist liebenswürdig von Ihnen, daß Sir «ich in Fraulsnri abhol««.' .Bitte recht sthr, «ein Fräulein, ich bin erstaunt, daß Sie «eine Pech» fenncn: wie ist da« möglich? Doch vorerst: .HerzKch'mWdmtwn?" „ ..Danke recht srhe^ woher ich Sie kenne? Giebt es Irin« PhotograMen?" >- »Ach in, Max hat «jn Bild aus meineu Studenten« jahre«; und danach jjjq6c» Sie mich erkannt? Habe ich mich nicht «rändert'?" »Grwist dach niht so sehr, um Eie nicht nach dem Bilde miede nrkenneu z » körnen." .Und wie geht es Dr. Norden?" jf Es geht ihm sthr got, und ich soll Ihnen beste rs^Mrüße brstellea." ' Danke recht Mit. Ivoch jetzt solle» Sie vonrst sich a« nähttl oplskhen. Wir habe« zwei Stunden tsthke herbei und fuhr mit Sittah & nttntte Ms Drama t, Mer «et»» von H»t»rtch Bett. Dritter AN. W»b»»ng bet gern. («eichvertierler Saal. >Bso der «>«« Sette >r»l» Büchp schränke, «tt Jastrumeaten ans Nebrnitswen Bon der andere»! Seil« Terrafi« < mll schdaei Aufsicht). tkrste Sjene. Rüben (indem er dir Bücher >>«d Mittel ordnet): >ich wußte es ja, daß es zu nichts Guten! führen ivürde. Da' sitzt mein Herr Tag und Nacht bei seinen Büchern, bei ^olmuten Tag und Nacht bei seinen römischer, griechischer, arabischer und hebräischer üöerke und weiß Gott in was für Büchern er unermüdlich studiert, Kein Schlaf, kein Esten und Trinken. Nur bei toten Gebeinen, Menschengerippen und Schädeln sieht man ihn sitze«, mit ihnen sprvhen, lachen, probieren, wägen, prrr ... daß einem unheimlich zu Muthe wird. El kan: Wahrlich, Don Isaak war stets ein gelehrter Forscher, doch hörte ich niemals, daß er es zu wett aetrwben hätte und des Lebens sonnige Freuden darob vergaß. Rüben: Jn unsrem Spanttn, da war's ander-. Da lebte und regierte er wir ein König Seine Gelehrsamkeit und Weisheit drang in alle Paläste. Fürsten waren glücklich, wenn mein Herr zu ihnen kam. Rarürlich erhielten wir ltzeschenkr, kostbare Beschenk, Gold und Diamanten in Ueberfluß. Meine Herrschaft war auch ganz danach. Das gebührt ihnen von Recht, denn sic spenden Wohlthaten mit vollen Händen an Arme und Unglückliche. El kan: Glaubst Du, daß es Don Isaak gelingen wird, den jPapst zu heilen? Rüben: Ganz gewiß! Wenn mein Herr sagt: er heitt chn, so ist er schon geheilt. Besonder« wenn er sich gnr s» viele Mühe giebt. (gehetm»ib»^l): Wißt ihr. daß er »tt Pater Lorenzo oft stundenlang eiugestblosten ist und weun er fortgebt, da sollt ihr erst sehen wa» für Experimente mein Herr macht. Neulich da rief er mich und sprach gcuu einfach: Laß Dir Deinen Arm von mir ritze», ich will etwas Blut Dir lasten und Dich rasch verbind«»! El kau: Uiiteäoaft Du Dich dieser Opernlion? Rüben: Go viel ist mein Blut mtt nicht lieb, um es nicht zu seinen Versuchen als Amt herzugebe«. — Ei« Glück, daß wir «inen Monat nach Ostern haben — sonst könyte war aunvh-nen, daß er mein Blut zu« Lastastst» braucht. Ha Ha. Ha, ein schönes Märchen, tat'»){« Menschen in einer Zeit größter Fiuperniß erdacht hoben. — Woher dies Märchen strmmen^mag? Elkan: Eiu' bitteies Sachen! Eatstandeu ist dies Märchen bei den Heiden, weiche die Shristeu selbst beschuldigten, Blut beim heiligen Adendmahle zu «brauchen. ,D«s was, wie mau erzähltt, Sstv Jahre nach Ehriftu«. Dann vüo Jahre lang sprach Rjemand mehr davon, da war btt Legende vergessen. Darm wird es von dea Ehnsten plötzlich als Anvage gegen di« Juden hervoraeholt, um ihre Torturen zu rrchtsrrtrgen Was Hilst'«, daß Pchrste und Könige von diese« lügnerische« Becleumdungrn überzeugt, strenge Gesetze dagegen erließen. Die Juquisttiou tümmei l sich nicht darum und aachtverdreitcnd sucht st« Falschheit zu begründen. — Doch sieh', da naht Uem in Getankt, versunken. Ziehen wir uns zurück. . Zmeite *4«#«. Kem luachMutmvr: Wer die Wahchttt findet, soll fie verbmttra. — Warm» psrfolgt «nn jetzt De» Rtaubrns W,g>n7uiA>, >> weil sst tzte -ast: Psaad tax kWWE, ^7 Gott ist.« meine Britta»?