Jüdisches Familienblatt
- Journal
- Jüdisches Familienblatt
- Volume
- 1892
- Issue
- 2 (1892)
- Date
- 1892-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 2)
- Language
- German
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»3:0*it «an etr Stert, da» man verloren gbt, nicht mehr befer zu machen sucht, weil Euch nicht da» Wesen, sondern da» Nicht« gefällt, nicht bat Leben, sonder»' dir ob. (koch gilt nicht die Zukunft, sondern die unbegrenzte -tegenwirt, nicht die^belebenoe Hoffnun^z, sondern die tötende Verzweiflung — und aus RichchS kann lein Heil ersprieße». Wäre e<! nicht viel lieber, frage ich nachdem Ihr ja ein für allemal das Forterscheinen diese» WeikeS nicht verhindern könnet, laß Ihr Liebe für-dasselbe-fasskt, seiner Entwicklung nachhelßch und daß Ihr durch lebendiges Schaffen und Gestalten tazn beitraget, in jenem Werke eine günstige Lösung herbeizujühren?" »Du wirst cs doch zugedeu" widezsprach er »daß keine Zeit noch so reich wie die unsere war, nn Streben, Schaffen, forschen und Erfinden, und doch wird just unsere Zeit die Zeit des Pessimismus genannt." »Ran, wie erklärst Du Dir das?" forschte ich. »Das eben dieses Schaffen und Erfinden den Pessimismus fördert, weil die Menschen dadurch zu der traurigen Ueberzeugung gelangen, daß das Bessermachen der Welt trotz aller Anstrengung nur eine traurige Sisyphusarbeit sei : das ihre Kraft lange rtiebt auSreicht, diese Welt von Grund aus umznformen und umzugestalten; daß diese Welt einem von Motten zerfressenen Zeuge gleichet, daß sich nicht mehr heilflicken läßt, indem es u demselben Augenblicke, I daß man es an der einen Seite reparirt hundert ucue Riffe und Sprünge von der zweiten bekommt. Au» dieser Erkeuntniß. au« dem Bewußtsein de« menslhlichen Unvermögens, I der vertrreuen Mühe und Arbeit, erwächst eben jener Pessi-! mismus, jener bittere Weltschmerz". »Was mich betrifft" entgegnete ich »glanbe ich überj zeugt zu sein, daß die Menschen allen Grund haben mst, dem Resultate ihrer Mühe und Arbeit zufrieden zu sein, dem, die Weltlage ist jetzt eine entschieden viel bessere und auch viel bequemere als in früher» Jahrhckndetvm, und wenn es auch nicht »u leugnen ist, daß alle Üebelftände »och nicht aus der Welt fortgeschafft sind, so berechtigen jedenfalls die bisher erzielten Erfolge zu der vollen H«Hnung, daß es immer beffer werden wird, daß tue Zukunft dem Fortschritte gehört l" »Wohl Hütte ich Dir darauf Biele» zu antworten, aber neugierig bin ich jedenfalls zu iviffea, wie Du Dir den Pessimismus unserer Zeit erklärest?" »Pessimismus?" wiederholte ich »wir haben Gottlob keinen echten, sondern nur einen SchciuvesstmiSmu«. Der Pessimismus ist in unserer Zest mehr Modesache, wie es etwa jetzt Mode ist, daß junge Mädchen sich blanchaen, um die . strotzende Rüche der Gesundheit unter einer künstlich erzeigten Blässe zu verbergt; auch unter der Sun* des Pessimismus birgt denn arbeiten bauen . .1 Herrn befremdete und ärgerte s> goien wetchc de» Volke ihrer Väter feiud sind, zu jene»/; welche vergessen haben, daß der.Glaubensstifter ihrer Lelig«o» selbst ei» Jude war? Run, sic hatte ihn nicht nöthig er zu jenen fe» 'd. zu ' -7 ,Hrr" lächelte er geringschätzig .s)ä«scr für die Ewigteil bauen I — Gut denn, so wollen wir eine Geile da» Diopuümn lassen, und jene» beiden Dptimiften Wschauen, die dort ei» »Haus für die Ewigkeit" bauen!" Mst diesen Worten zog er »ich »ach sich vor «i» andere» Gcab hin, wo zwei Totengräber eifrig mst ihren Spate» ,pc»ben ... (Forts, folgt.) «MM» arm »er Art» »er letzte» ftaffriMMMtf»»*» au» »Ntzla»» nl Irrutz«». •-« Bo» H Berger . ’.H ■A iS»niegung.> Die Zeit, die der Zug in Lasse! hielt,, war vorüber. Man stieg ein. eia schriller Pfiff, »nd weiter ging». SsttahS J ratet, das dieses Volk durchwatete, denn es war der Wahn»»: witz, mst drm das Gehirn seiner Mitmenschen geschlagen wurde, wohin «S in fernem Elend kam und seine zerstörte» Tempel aufzurichtcu suchte. DaS Mittelalter mit feinem schwarzen Tod, seinen Ausgestoßenen, seine» blinden rechtlose» Willkür ist vorüber und seine rohe Barbarei vom Throne gestürzt; doch die feinet ist geblieben und wendetsich unausgesetzt wider ihre alten. Opfer. - Die Zenstgluch de» zügellosen Grimme», welche Schctteri4i Haufen und Städte entzündete, um Unschuldige zu martern und zu berauben, ist ,m kühleren Luftzug der Neuzeit erlosch««. Die Leidenschaft ist in den Adern der alternde« Mutter Europa verraucht, aber der Altweibersommer umspinnt .. mit häßlichem Gewebe die verrunzelten Züge der Matrone.-? Und die feine Baibarei lebt in den Herzen fort. Sie ihre Parias bewahrt und mit der zusamm. «gestürzten O! macht ihre« Grolles bat seine Fläche sich ausgedchnt. 2 er da» unterdrückte Bott de» Mittelalters weniger «» de», Borwand des Glaubens als »m seine Betriebsamkeit, Ausdauer, seinen Berstand, dir Schönheit »es und die Borzüge des Geistes haßt«, so erstrrckt er sich unter dem »lten Deckmantel der Härrsie aus jede Bq die nridersüllend au« der Menge aaftagt. Die Weiber über die Ungläubigen und chcistli-ye Focultflte» . pharisäerhaft an die besoldete» Staubkrssea ihrer Auttrstät" und rufen .Gehe" über die Bcrirrten, oic nicht S»haft,zst'7 ihre» Füßen bleiben wollten' sonveraBöcke »it. chreu stoßenden Hörnern geworden. Aber von,ihren- Hoftathszähiytik j trieft das heimliche Gift chnd .die fromuch^j^hri«» W» ° AstweibetsommerS, der über der Erde fdjracbtY wischeck Wjd darin und brauen den ««haften Krankhertsstoff, an deWV7 chronischer Wirkung dasselbe niederlaegt." *> Sollte er n«ch von dieser Krankheit behalten sein? Das sreuahtiche A«W7 . der wohlwollend.-. Blick »ich: dem Mensche«,.säudren dem Geschlecht« gelten? Sie wollt« uuv konnte-es n glaube». So konnte sie sich nicht täuschen. Und Feinde ihres BolkcS hatte sie sich aadertrautl I» großer Erregung bückte sie auf ihr Gegenüber, freundlich lächelnd die.' wachsende Ausrqamrg dss-.i«, Mädchen» betrachtete. Noch schwiegen beide. Ha brr alte Herr endlich: ■r »Sie sind so stille und sehen so erregt au», sind nicht wohl?" »Ach befinde mich ganz wohl", entgegnete. Kittah ,6k sind ärgerlich aber mich?" »Ich? weshalb? ich habe keine Ursache' .Doch' doch; sie hatte» michsür etwas, was ichnicht bin.? »Ich wüßte nicht — *■ .Sie halten mich für einen Antisemiten." »Das lanu Ihnen ja egal sei»; üvklge»» habe keine Beiaiilasioug dazu." .Ah, bas Röschen kann auch stechen; bravo; n«k^ Schafe gehen, ohne sich zu wehren aus die Sch' Doch liedrs Fräulein, Eie.,irre» und deuten i»eio fatsch. Ich dachte upr darüber «ach od r» MjchchW Glaubens solch bceaaenbe Fesseln ihrer Reicht«» würde; ob eine christlich» Jaagsray. so aas Klei» der Religion achte» würde." . - - •) W Arns«». dt« And«» n»»I AIaAmamI rSchweiack