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Israelitische Wochenschrift · 1892-12-23 · 52 (23.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
52 (23.12.1892)
Date
1892-12-23
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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der Protest, m| M JtLuUh»« «I» solche« ■rket «it de» «»*• eitMgrn CiatelRtr aaf «>1140״ uab (»jialtm •etto nod) «it de« l politische« StoMtalMna» sich ttenrifirtrr, im Grund« nut etwa» Lei bst- «rrstisttdUche« sagft — zu weile a ist e« raihfa« u,d s^ar nothwendig, da» Setbstverftändlich« u» betonen. Im vorliegenden Kalle »Ire viel Streit und graste vetbilernn^ Bergistuag unstre« politische« «ch sozialen Leben«, wtrrn endlich Aufweadungol, di« «eit nützlicheren Zwecken hätten die»«, können, erspart worbe«, wenn bet Zetten die saldstvrrständltch« Erklär«,g jüdischer «otable» kam: .Wir habe« lein« Gemeinschaft mit den Jude», welche» berechtigt« Borwürft ‘ pwaacht werde«, »t, «erbitte, uu» ernstlich «in, Inden,ificiruag mit ihnen!" Und noch jetzt ist «» ׳ ich» zu spät, Btrsäumte» «ächz»hole»; gerade bei gtgam Irrig« WageuMU: ist sehr geeignet, da sehr weite »reise von de« Bewußtsein durchdrungen sind, «» dürfe'zu etner ferneren Perschärfung der.bekannten itegeasSz« nicht kommen, it» kann und darf nicht «nmögltch sei», der Schwierig keift» Herr zu w»rd«a, die nicht zmn geringste» Dhetl« aut der i» Folge jener ««»säumnist ge» steigrrtrn Berdttternng herv<rgr,M»gen fi»d. <» tann und bars »ich« «»«ldgltch sei», den» auf beiden Seite» find ikrinneruage» an Dienste lebendig, di« «an gern gelri stet uad ger» «»tgegrngenommen hat. Di« 3»den i» Deutschland würd«« nicht so tapfer für bir itrhaltung ihrer »oste» staaidbürgerliche» Re,hte kämpfe», hielten sie die Gewährung dieser Siechte nicht in hohen Ehre«; und auf der anderen Seit« ist »ich« zu »er'«»»«», wie dal Reich, und namentlich sein« Hauptstadt Berit», sei»«» jüdische» Biirger, so Manche» an Fortschritt nnd Wohlstand verdankt. Gtebt r» doch unter de» Juden selbst Antistmite» — nicht schmutzige lleberläuser von »hrvergeffener Gefinnung, sondern redlich« Männer, de mit Schmerz «ahrnehmen und bekenne», daß ihr eigen Fleisch und Blut e« ist, da» durch augenfällige lln. tngenden Hast und Abmigl nq nicht gegen den einzelnen Lasterhastea, »ei», gegen di« gesammie, für solidarisch gehalten« Judenheir erweckt und nährt nnd — berech.gt erscheinen läßt. Um ihrer selbst willen mstffe» di« Inden jede Solidarität mit ihre» schlechten Elemente», unter der sie so viel zu leiden gehabt haben, zurückwetse». Sie müflen dafür sorgen, dast nicht ganz J»rael in SehNagen »«»bricht, wenn irgendwo t» der Welt «i» Jude unsanft «»gefast» wird, wetl sonst immer wieder der Berdaöst -austaucht nnd Rahrung erhält, dast sie international« Interessen Iwben und ihnen nicht wir den anderen Staatsbürger» de» Staate» Wohlfahrt «berste» Gesetz ist; sie müssen mit peinlicher Sorgfalt de« Schein vermeiden, al« nähmen fl« immer und überall grundsätzlich für de» Jude» Partei. Dast ihnen die» schwer wird, dafür haben allerding» AnSschrettungen der Untisemiten gesorgt, di« alle Juden in einen Dopf werfea, all« Juden de» schlechten . Jude« gleich achte» uud ta» verbrechen jede» einzelnen Juden zu einem Verbrechen der Juden machen, stein Wuader, dast hiernach die Inden die Neigung Hab«», da» Brrbreche» eine« Jude» zu beschvnigen »der z» verheimlichen, «eil sie zu fürchte» haben, e» «erde jene»Per» brechen th aen zu Laste» gesthrieb«» werde». Hier ist ein oironlu, nttloan», der durchbroche» «erden must, und e» ist nicht unbillig, von den Jade» zu verlange», dast sie de» Anfang machen. Ein ähulicher vireulu» vitiooa» ist bet der Beurlhetlung der Beziehungen der Jude»!am politischen Radikaliämu» vorhanden. E» ist widersinnig, die Jude« ans die radikale Seit« zu treibe» undsthnea dann de» Borwurf zu wache», dast sie dort find. Jmmrrhi» aber HIN«» dieJuden schon Verwahrung dagegen einleg«» dürft», daß di« Wortführer der Deutschst eist n aigen und der Sozialdemokraten sich gebehrdeten, al» wäre ihnen dt«! Lollrktiv-Prokura für di« jüdischen Geschäfte in der Politik übertrage» worden. Ei« dursten, ja sie mußten die» um so «her, «l» den einsichtige» Jude» nicht verborge» sein konnte, wie di« Prorurr sührer zum Thetl ander« al» stnatSerhaltende Ziele «erfolgen, zum Dheil rech« egoistisch« Freund« find. Sft dursten, ja sie mußten da» lhun, um ihrer selbst willen, denn e» konnte ihnen »ich« verborgen s!!n, dast de»- verdacht sich regte und laut wurde, die Eoaliruug de» Jutenthrm» mit dem Freisinn zeig« Analogien mit der Verbindung, ta der Seift», Polen und Prv.estftr «it dem lentru» gestanden, bist Rücksicht daraus ist e» doppelt erwünscht, hast et» »ssentliche!» Bekennrntst de» Judenthmn» in seine» gend-n deutschen Repräsentanten dahin erfolge, nicht, daß da» Jndenr-nm «ntifretßnnig sei, akvwchk, dastJndmrihumunddiepolitische Kraftlo» de» Freisinn» -- »der gar Jndenthum und Sozialdemokratie — sich nicht decken Ebenso sollten unftr« jüdischen Mitbürger sich öffentlich dahin aussprechen, dast sie nicht» neuiger al» einen Staat im Staate bilden, oder irgend welche schlecht« Elemente der Ge» ftllschast und tu»befandere auch nicht di« international-revolutionären gegen den Staat aosbringen oder stützen wollen, dast sie vielmehr von nationaler und monarchischer Besinn>mg «,füllt und zu ihrer Bethätiguag bereit sind Dagegen hat ans der arideren Seite allerdiug» — und e« ist dt« Pflicht der staatkerhalteude» Parteien, htersür Sorge zu tragen — all' dft Uebertrelbung auszuhiri», dt« in der Haatirung «it Schlagwörtern «ft dem liegt, daß da» den-sch« Volk bereit» so gur wft ganz verjudet sei. Dt« Unterstellung, daß «» 600 000 deutschen Juden gelungen wäre oder noch gelingen könnft, den bv Millionen deutscher Christen den Sftwpel ihres Geiste» «ufzudrücken und di« spezifische Eigenart zu raube», enthält ein so starke» >ru>»th»z«ug»ist, wft e» betrübender für eine große Mel>rh«it noch nie ausgesprochen sein dürft». In dteser Unterstellung enoeift sich der Antisemitismus ganz und gar nicht «l» da», wa» er zu sein vorgiebt, ganz und gar nicht al» von nationalem Selbstbewusttsein erfüllt. Und noch ein Won m unsere christlichen Mitbürger: Rögen sie einmal prüfen, ob e» Ilug ist, immer nur von dem aukgezeichnete» Erwerbssinn der Juden zu sprechen und i« besten Fall« di« Behauptung aufzustelleu, daß jenen »och andere minder löbliche Mittel zu« materftlle« Erfolge verhelfen; ob sie nicht vielmehr von unseren jüdischen Mitbürgern da» reellste Berstindntß für Werth und Bedeutung der Er- «erbSsähigkeit annehmen und lerne» sollftn, wie man bei der Wahl de» Berus» und bei der L«ben»einricht«ng praktische Erwägungen walte« läßt. Must denn der Sah» de» einfachen Gewerbetreibecden ftndtren, must der Sohn de« Lehrerin Pfarrer, der Sohn de« Pfarrer» Regierung»» rath werden wollen? Bemde au» der Zunahme de» AntisemitiSmu» ist zu «rsehen, daß ein großer Dheil der Ration bisher wirihfchaftlich zu naiv gelebt ha», und mß In unserer Gesetzgednng noch Lücke» bestehen, welche dem ur.Iauieren Weltbewerb mehr Raum gewähren, al» durch die Rücksicht aus db: nothwendige Bewegungsfreiheit von Handel und Verkehr geboten ist. Wenn die Entwicklung de» Verkehr» und der Finanzverhältniff« zu einer Beherrschung de» Großhandel» und der Producrion der Maffenarütel, vielleicht auch der Vrotfriichte, durch da» Großcapital drängt, so gebt e< vernünftigerweise nur «inen Rath, den «an der christlichen Beoö terung geoenirnn: glei chfall» Geld z» ver» diene», natürlich ans anstiindig« Sets« und dt« praktische Fundamentirung der Lebenserhaltung höher zu stellen, al» Rang und Titel. I« mehr zu allgemeiner Anerkennung gelangt, daß ein« Per- Minderung der Gegen sät« zwischen Christen und Juden in Deutschland i« staatlichen, nationaliointzfchasilichen und sozialen Jnterrff« lieg«, desto zuversichtlicher dürfen die Juden darauf rechnen, aus christlicher Seift williger Bereitscha'» zur Ausnahme in dftjenizen Parteft» zu de» geguen, di« man dft staatftrhalienden rennt. Wo e» sich darum handelt, da» Interesse Aller zu'ördera, der gemeinsame» friedlichen Arbeit den denkbar besten Erfolg zu sichern, da kann e« bei l«lderftitigem guft» Wille» nicht schwer fallen, di«Grundlagen für rin« F rirdenSallianr« zu finden, dft aller, Friedensstörern gegenüber, sie mögen Christen »der Juden sein, einen »orwftgend defensiven Lharafter haben soll. Kein Theil soll dem andern ein Opfer de» Jnlellet» bringen, keiner dem andern ein« nnbtlige Zumuthung stellen, keiner dem ׳.«der» «in Canoffaaufnöthigen. Sai fl«Beide gewinnen, indem sie zusammen», wirte», gewinnt da» gemeinsam« Vaterland!״ Der vorstehende Artikel hat eine hohe Bedeutung sowohl wegen seines gediegenen Inhalte», wegen seines ernsten ver» svhnlichen Streben» al« auch wegen seines Ursprung-, alseine Kundgebung d,:r Konservativen, die sich nicht vor deir Triumphwagen ein«« Ahlwardi spannen. Aber auch gegenüber denen, die rS mit uns wohlmeinen, können wir keine zitweitgehenden Zugeständnisse machen, wir lassen u»S durch den Radau nicht einschüchtern, wir fürchten auch den Mantcufsel nicht, aber wir lasse» uns auch durch herzlich,! Worte nicht verlocken, eia Unrnhi zu. bekennen, dessen wir uns nicht bewußt sind.

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