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Israelitische Wochenschrift · 1892-12-16 · 51 (16.12.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
51 (16.12.1892)
Date
1892-12-16
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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1. Gewohnheitsüettler auf de« Iu- und Auslände, welche meist untet Hinweis ans zahlreiche Familie und UngUXttfälle («rcnkheit, Ausweisung, Amtsentlaffung, antisemitischeBerfnlauug^ da« Mitleid mit sehr bewegstchen Warten für sich in Anspruch zu nehmen versuchen;•) 2. Sammler für W »hlthätigkeitSaustalten und Geinrinden, besonder» de« Auslande«, welche durch Beranftaltung von Lv tterie« und Sammlungen für scheinbar sehr löblich« .)wecke die allgemeine Hilfe anrufen; 3. Autoren und Berleger, welche für dir Herausgab« von Schutz- und Kampfschriften gegen den Antisemitismus Unterstützung verlangen. Da bettrffder meisten dieser Fälle die einzelnen Borstände und Privatpersonen nicht in der Log« sind, über die Würdigkeit der Bittsteller, bezw. über den Werth der bctrefstnden Unternehmungen sich zu unterrichten, da andrrerseit« aber unser Bureau bereitmancherlei Material noch dieser Richtung hin gesaminel! hat, so stellen wir ti Vorständen und Privaten anheim, sich in jedem Zweifelssalle bei un« Auskunft zu holen, und rathen, dieselbst in solchen Fällen zu thun. wo angeblich Empfehlungen von Mitgliedern Unseres AuSschusie« vorliegen. Zugleich bitten wir aber auch, behufs Vermehrung unsere« Materials, un-Briefe und Tir- «ulare der gedachten Art einscnden zu wollen. Dr. Samuel Krtsteller.« Werkln, 10. Dezember. (Or.-Eorr.) Wir sind heute in der Lage, da-Resultat der Repräsentanten-Wahlen zu bringen. Bon der Lifte drr von dem .Eentral-Verein" ausgestellten Eandidaten sind nicht weniger als 17 (von 28) theil« als Repräsentanz», »heilal» Stellvertreter gewählt worden Das sog. ״liberal«! Wahlcomitä" hat selbstständig nur «»et Lnndidaten durchgebracht und zwar dieHerrev Hermann Landsberger und Rudolf Mosse. Alle übrigen Gewä )lten, die auch auf dieser Liste standen, waien von beiden Paitheien ausgestellt. Wer die Veihältniffe in der hies. Gemeinde nicht kennt» könnte nach diestm Resultate annehmen, daß die Orthodoxen in Berlin einen großen Sieg errungen und die Liberalen «ine Niederlage erlitten haben. Die Sache liegt hier aber doch ganz andere-: Wider die Mitglieder und Führer, noch di« Eandidaten de- Eetttal-Bereinsind orthodox, ihr Programm war vielmrhr (wie bereitmitgetheilt) ein sehr praktische«, auf Abbestellung aller unter dem bisherigen Regime durch den Mangel an Gotteshäusern und Religion-schulen ׳— von 14 000 jüd. schulpflichtigen Kindern ist nur für 3000 ן gesorgt — vorhandenen Uebelstände. Darum ist da- Reultat ein ersteulichezi« nennen. Die Mitglieder der ״Berliner Ressource" haben eine empfindliche Niederlage erlitten, chre Uebermacht in der Gemeinde-Verwaltung ist gebrochen. < Da» wird oon sehr meen al- Segen empfunden. Wresku«. Unser« .Schlesische Zrituna׳, deren ehemaliger Thefrrdakteur, klbrrstlieut. a. D. Blankenburg, zu den luteuektuellen Urhebern der nun im Reichskanzleramt vermodernden Anttsemitenpc tition gehörte, schreibt jetzt Folgend«-: »So («agt Vertreter der aniisemitischea Parieigruppe» dt« slllanoa iarntut» at» «t,e vrrbrecherbante ftfeUteni, all« Attentat« ׳ uud dt« meist«» verbrich«» teil Jute« tu dt« Schuhe ftfeUten, z. v. bat 3ateatfeura für den Zofe Ueiantetl II. verantwortlich machen, uud jeteu Zrovse» jüdischer Blute» 1» de» Ater» einer hochgestellten Perfdnllchtett für eine» genllgmde» Grund hall«», um an ihrer mora- ' OfGm Jnteariiüt z» zoutfeln, ist e» uns «nmdglich, un» mit ihnen in , «hm Disknlnon elntmallen." Diese plötzllch« Tu>s«a»boldigkeit des schlesischen Adel«- blatte« hat etwaungeu ein Erheiternde«. In gewisten breSlauer Wahlkämpfen hat 14 die .Schlesische Zeitung" für gut - *) Unter diesen fei v«: allem «in sich Rabbiner nennender vsta» llr»h» in Stal» (Galizier.), »er mit seinen larmoyanten, ». vielfach . berücksichtigte»Bettelbriefe« lirchChristen »ich» verschont, hieran de» " Gestellt I — Ein« Beröjseuttichnng der Namen ist da» einzig« Mtliel, stechen schamlose» Leute» da« planmüMg ,im anäge» Cb«•! betriebene BeNeihantevert zu legeir. .. (tzled.). befunden, die Aaudkdaten der Fortschrittspartei nach dem in der Pferdezucht üblichen Schema auf ihre Blutmischung ziffernmäßig zu taxirrn. Dirichlet, der mütterlicherseits vo, den MendelSsobuÄartholdy abstammte. Alexander Meyer, dem die .Schlesische" rrrthümlich eine semitische Abstammung vindizirte und endlich d« jüngstverstorbene Abgeordnete Friedländer haben sich diestr echt antisemittschen Prozedur in den Spalten des .vornehmen" Blattes seiner Z«>t unterwerfen müssen. Freilich waren sie .nur" freisinnige Wahl» kandidaten. Und denen gegenüber darf man sich getrost erlaubrn, was man sich einer .hochgestellten Persönlichkeit", wie etwa dem Exminister Herrn von Goßler gegenüber, nicht gestattet würde. Warum also da die sittllche Entrüstung über die sonst so ,lieben" a!1tisemitisch׳n Gesinnungsgenossen? Stettiu. S. Decembrr. (OrÄor.) Am 1. Januar werden es 25 Aihre, daß dir Herren I. Samuel, Bernh. Cohn und M. Hohenstein sen. den Gemeinde-Behörden an- S'" " ׳־ m"K' «» ._1.״r~t besten Stellvertreter. Wain unserer Gemeind« auch in den letzten Jahren geschaffen ist, bei allem waren diese Herren in erster Reihe mit betheiligt, und wünschen wir aufrichtig, baß ti ihnen vergönnt sein möge, noch viele Jahre zum Scheu der Gemeinde zu schaffen und zu wirken. Noch rin andere« Jnbi'äum findet im nächsten Jahre statt, und zwar dades hiesigen ,Israelitischen WohlthätigkeitS- und BeerdigungS-BereioS". Dieses Mal handelt «S sich um ein 70jährige-; ein Eomits ist gewählt, um di« nüthigen Borbrreitungeu zu dem Fest zu treffen, daaus Abendessen, Vorträgen, Festreden re. bestehen soll. Auch di« Damen werden an diesem Liebes und Bruder-Mahl sich be» t heiligen. Wie in anderen Gemeinden, so ist auch der Borstand der hiesigen vo» der Königl. Regierung ausgesordert worden,. die in der ReligionSsckule eingesühtten Lehrbücher einzureichen, waauch geschehen ist — Der Etat der hiesigen Gemeinde schließt in Einnahme und Ausgabe mit Mt. 49,350,9); davou sind durch direkte Beittäge co- M. 35000 aufzudringen. Die Zahl der Gemeinde-Mitglieder beträgt etwaüber 800. 5. Dezember. (Or.-Lor.) Eist in diesem Blatte letzthin mit Recht darauf hmgewiesen worden, daß die exclusiv ״jüdischen" Logen (de- Bnai-BeriS-Ordens) ihre Aufgabe vollständig verkennen, wenn sie in den Vorträgen, die sie veranstalten, allgemeine Themata und nicht solche behandeln lasten, die der reichhaltigen jüdischen Litteratur- und Eulturgeschichte entnommen sind. Der hiesig« noch junge Verein ״für jüdlsche Geschichte und Litteratur" hat hierbei die unzweifelhaft richtig« Fährte ringeschlagen: er sieht den Hauptzweck sein,4 Bestehen« offenbar nicht .in dem engeren Bestreben, die eigenen GloubenSacnostrn ausschließlich über ganz spezifisch« Angelegenheiten aus dem Gebiete der Litteratur und Geschichtezu unterrichten, sondern Jedermann, insbesondere dem Nichtjuden, zu Bemüthe zu führen, welchen Antheil das Judentbum auch an der allgemein menschlichen und an der nationalen Entwicklung selbst genommen und welche Verdienste esich hierbei erworben hat. Dientt ein interessanter Borttag de- Herrn Stadtrabbiner» Dr. Steckelmcicher mehr dem erster«« Zwecke mit dem Nachweis ewig musttrgrltiger ethischer Eha» rakterzüge aus dem am meisttn gelästerten Buche der Welt, dem Talmud, so hatte der zweite nicht minder anziehende Vorttag des s-errn Stadrrabbiners Dr. Appel am Samstag die letziere Absicht im Auge. .Ein jüdischer Germanisator!" Ein Thema, so gut gewählt wie jeneerster^ so geeignet, deoi Frieden, der Versöhnung im unerquicklichste« Zwiste unserer Tage, und der gebührenden Hochachtung von dem Judenthunl, wo sie im engherzigen Partei- und Eonsession-streite etwa gelitten hat, förderlich uud nützlich }* *. sein. Füyrte uns doch drr Redner i» jene goldene unsrer Littecatiir zurück, wo die vorstrrbeude» Religionen im Baterlande sich in de»

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