Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 50 (9.12.1892)
- Date
- 1892-12-09
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'etc gleiche Anklage gegen Slohliug «ad ruft sie offen in alle 'Welt hinan». Herr v. S. ruft mir den Namen ״De. Eckerj«. 1 Nähling gibt er also schon prei».) Sehen wir also wie es mit der Autorität de» Dr. Ecker steht. De 9dn. bauteU »och ^ititMtbojent an ber kalhal. theologischen Safultfit la Münster, nicht lange *orauf Professor, hat im Jahr« 1884 anlässlich eine« Prazeffe« vor >«m Landgericht daselbst, ein Gutachten über de» .Judenspiegelde« Zustue-Vriman ab,eael>en. Ueber den Wertd birst« Gutachten« nun!»lehn nn« et» Schreiben, da» kurze Zeit darauf ber kathnl. Professor derTheologst Dr. Qi. Wrlell in Jnnabrurk anlässltch de« Prozesse« Rohling-Bloch an da« K. 8. Lanbesgerich, in Wie» gerichtet har Birtell, angefragt, ob er «neigt sei. sich in dieser talmubtsch-rabblntschen Krage bNressenbe» StrritsachealäSachv-riiändiger zu Lüssem. lehn» dir» au« drei Gründen ab, von bnttn un« hier jedoch nur der dritte inteiesfin, ber »Örtlich sogen dermassen lautet: .Hauptsachlich möchte ich betonea, baß ich mich zwar mehr, al« christliche Oneatalijtea gewöhnlich zu thun pflegen, mit talmubisch - rabbtaischeu Schritte» besrtLslial Hab«, abti: doch aus diesem Gebiete nur al» Schüler -und »nsüuaer, nicht al« Tulorität auszatreren mich getraue Zwar macht pch hrutzulaa« brr Schwindel aelehrter JubuftrieNiter gerade hier mege» ber Schnüengkeit bet goutrole besonder« breit. So hat kürzlich i» Münster «tn f rebsamer Pilvatdogent, leider Professor, welcher gar nicht« vom Talmvd verssrht, sich ln einem Lhnlichm Prozesse al« Sachverständiger ausgedr«»gt und bau» zur Veftättguug seine« Gutachten» von einem betehnen Juden ein von talmudisch-rabbinischer Gelehrsamkeit »berströmmde« Buch schreib«, lassen, welche« er al» sein eigene« Werk »eröfstnilicht ha», um daraufhin Professor ,» werden: ich bin aber in diesen Dinge« so altmodisch, mich nur da, wo ich vollständig zu Haus« btu. ala »utorität au«zuaeben * (1 «ktm und Gutachten in dem״Pr°zesse Bloch Bd 1. Wie» 1890 S. 189 s) — «er dieser Rohli«g eo-lra Bloch Bd 1. Wie» 1890 L. 189 s) — Wer dieser strebsame Piivatdoeeu« in Münster ist, ber .gar nicht» von Talmud »ersteh, , .pch von riaem bekeh.-trn Iudm ein Buch hat schreibe» laflm, welche« «r al» sti« eigene« «e!.-t veröffentlicht ha«, um daraufhin Professor z» werden» und deffe» Brr holten hier al« eiu Beispiel für den heutzutage pch br.innachmden .iLchwindel gelehrter Industrieritternicht zwristihaft sti» Der belehrt- Jude aber, der dem Privatdozenten bei dem »u> achten asfiftiert« ist «aiürlich kein anderer al« der berüchrigie, wegen UrtundensLlschung vrrnrtheilteHochstaplerBrlman». Di«Sache ist nicht ohne Pikanter,«, »rtmano schreibt unter dem Pseudonym »In sin«- den Iudeuspiegel-, der Prlvatdoernt Hot dies« Schrift al« ,SachverstLadigrrzu bmutochtm und bedient fich dabei, da er stlbft de« Talmud« unkundig «st. der Hilst eben jene« vrtmann. dessen Mach, werk er deurtheile, soll Biimann stlbst wirk« so bei dem Gutachten über sein« eigen« Schrift mit Hiernach werden alle UrtheilSfählgen sich selbst sagen, welch« Gewicht dem Zeugniß de» damaligen Privatdozenten Dr. Ecker in Münster über den ,Judenspiegel" betzulegen ist, auf welche» die B<rläumder de« Talmud sich trium» phirend beruf«. Um aber jeden Zwriftl darüber zu beseitigen, will ich noch deutlicher sprechen. Ich erkläre hiermit feierltchst, und ich bitte auch diese mein« Erklärung zu proto» kollir .. - - . ־ ■ Liren, ich erkläre also: .Wenn Dr. Ecker den ,Judeaspiegelde»Justu»-Bri«ann beschworen hat, wenn er geschworen hat daß dieser .Judenspiegelaus Wahrheit beruhe, dann hat auch Dr. Ecker einen Meineid geleistet!- (Hört!) So steht -«» also mit de« Gewährsmännern die gegen den Talmud in'» Treffen geführt werden. Dagegen sind wir in der Lage ~ ־ de» Tal . ־־ »« Gunsten de» Talmud auf ein wissenschaftliche« Gutachten ersten Range» hmzuweisen, dessen Autorität von Niemand mtgefochteu werden kann, weil r» von kompetenster vollkommen eurrvanoasreirr «reue «!!«gegangen ist. 2)1qc» 19(1 tvogen stark«Gutachten, de» anläßlich de» bereit» erwähnten Prozesse»-- Bloch seiten» de» Wiener Landgericht» auf Borjchlaa de» Landgericht» auf Borfchta! Borstaude» der Deutsch« Morgenländischen Gestllfchaft von den Professoren Nüldecke in Straßburg und Dr. August Wünsche «Dresden «iuaeholt worden, tst in stinea Ergeb. Riffen und übersichtlich» Darstellung bei Sopp .Zur Judenfrage- (Leipzig 1888. S. 43—188) wiedergrgeben. In demselben werden die in de» Schriften Rohling« und Justu»' paradireaden angeblichen Eitate.au» de« Talmud und dem rabbiaisthen Schnftenthiim Schritt für Eckstitt der sorgfältigsten Untersuchung unterzogen, wobei in gründlichster und erschüpfruster Weise der Nachweis geliefert wird, daß die Lirate entweder gefälscht und entstellt oder falsch au»- gelegt, alle Folgrrungen also; die au» deustlben gezogen werden, nichtig uud hinfällig sind. Auderetstit» wird die Lehre de» Judenchum» au der Hand echter, quellenmäßiger -Bäege eingehend geprüft »ad der sittlich lautere, wahrhaft humane Geist derselben in da» glänzendste 1« glänzendste Licht gestekt. Diese« officielle streng wissenschaftliche Gutachten, dessen Autorität von einem »llustren Gelehrtenverein, wie e» die Deutsch-Morgenländische Gesellschaft, getragen wird, ist geradezu von ausschlaggebender Bebeutuna für die Talmudfrage. Alle Moral und Rechte de» Judenthum» di-kredirirenden Anklagen seiner älteren und neueren Feinde werden in demselben wie mit einem Schlage vernichtet. Wenn nun trotzdem unsere neuesten Gegner di« alten längst wiederlegten Lügen und Berlä umdungen gegen da» Judenthum immer wieder und wieder verbreiten und keinen Anstand nehmen sich dabei auf da-Zeugniß eine» Urkundenfälscher», eine» von diesem abelunterrichteten, selbst de» Talmuds unkundigen Priester» und eine» ebenso unwiffeude«, de- Meineid- Überfahrten Profeffors zu beruftn, so frage ich: Verträgt sich diese antisemitische Moral mit der deutschen, mit der christlichen Moral? Gilt denn in deutschen Landen nicht mehr die Heiligkeit de» Eide»; daß man e» wagt, da» wa» durch emenMeiueid beschworen ist, für Wahrheit au»z!>geben? »M. H. Gegenüber der Lügenwerke de« Juftn«-Brimana bat Herr Dr. Hirsch Hilde«yeimer in Berlin einen eidlen Talmud-Tn« >og ver» össtnrlicht anb in demselben den antisemitischen sogenannten Talmudau«zug al« eine niedrrlrLchlig«, schamlost Fälschung, und die Brrbretter desselben für B.rläumder und Ehrabschneider erklärt. Die« geschah hareit« im Juni d. I. Seitdem hat Dr. Hlldeaheimer di« »nttsemitru zu wiederholtrn Malen öffentlich ausgefo,b«rt, ihn doch wegen dieser Beschuldigungen zu verklagen. Ich frag« Herru Aebermanu von Sonnen» berg: Warum in aller Welt hat sich denn bidher noch keiner gefunden, der gegen Dr. Hildesheimer el< Ankläger wegen dstser öffentlich erhobenen BeschulÜgung nofgelreten ist? Herr Dr. HNdeshetmer harrt sehnsüchtig der Stunde, wo e« idm vergönnl sein rckrd, die Wahrheit stiner Sache vor dem Forum de« Gericht» darzuihuu. Herr o. Sonnenberg meiute non, Dr. HUoe«heimer HLtte durch seine» echten Talmud» au«zug die SLtze de« antlstmitischen Sutzuge« gar nicht widerlegt, sondern ganz ander« Stellen au» dem Talmud zuiammengeftellt, Me nicht ans die gleichen Pu>.kte Bezug hatten. In Wahrheit verhalt e« sich aber ganz ander«. Dr. Htlde«deim«r erklär» ja aaodrücklich die anti!emitische» Sätze für erlogen und die echten Talmndeira«, di« er selbst anführt, bo» weisen klar und unzweideutig, dass dst talmuMsche Moral aus Grund» sähen ruht, die denjenigen diametral enlgegeusteheu, welch« ihr von dem Lntisemititzmu« zugeschrieben inerden. Der steigende Lärm zwingt mich, meine >u«führung«n hier ab» zubrechen. Ich möchte Sie, m. H., zum Schluffe nur noch an dir «oldnen Worte erinnern, dl« unser hochverehrter Kaiser anlässlich ber Aeter in Wittenberg jüngst geiprochen ha». ,In Sachen de« Glauben«, sagte er ungefähr, gelle nur die Uebeizeugung, da gäbe e« keinen Zwang, darum dürfe Niemand um seine« Glauben« wt-en bsthdet weiden.׳ Präge» Hi« pch, m. H., birst Worte lies ein und bewah> eu Sie dieselbe». in km» Eie pch von der Bewegung, die eine Schmach de« Jahrhundert« ist, fern halten.- — Durch den immer wachsenden und anhaltenden Lärm und der fortwährenden Unterbrechung sah sich der Redner leider veranlaßt, seine Rede abzubrechen ohne sie zu End« zu führe». Nachdem Herr Dr. David vom Podtnm herabgestiegen und bereit» den Ueberzieher angelegt hatte um den Saal zu verlassen, rief Herr L. v. S. dem Dr. David nach, ihn aufforderud, einen angeblichen Text au» dem Talmud zu übersetzen. Letzterer bestieg sofort da» Podium und verlangte von Herrn L. v. S. ein Originalexemplar de» Talmud, in welchcn angeblich jene» Eitat. da» Herr L. v. S. al» für die Juden belast«»- bez-ichnet hatte, enthalten sein sollte. Statt deffen überreichte L. v. S. eine Schrift von Ecker, die zu übersetze» Herr Dr. D. sich natürlich weigerte, da, wie er ausführte, er ja soeben darzethan habe, daß di« in demselben angeführten Talmudeitiiie au» dem Zusammenhang gerissen, entstrlll und gefälscht set-m. Darauf holte Dr. D. ftinerseit» den echischen Talmud tractat Pirke Adoth. herauSgegrben v. Prof. Strack (Berlin 1888), au» seiner Tasche heran» und forderte nun Herr» & v. S. aus, einr beliebige Stelle zu übersetzen. L. lehn« die» aö und verlang«; daß Herr Dr. David den von ch» genannten Text au» feinem (David'») Exemplar sollt«; indem er ihm «inen Paragraphen de» Ehofchan! pat al» Quelle desselben angad. Herr Dr. D. darauf, d ß der Ehofchan Hamischpat eiu^ fei al» da»jrnig«, da» er (Dr. D.) zur .■