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Israelitische Wochenschrift · 1892-11-25 · 48 (25.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
48 (25.11.1892)
Date
1892-11-25
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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v י . VerEentralverein für die^sntereffe« der jüdischen Geinrind« inVeiltn stellt für-ftbevorstehmden Wahlen zur Repräsentanten- Versammle«- al» unbedingt« Forderungen auf: 1. Ausführung de» H 82 d. Eies, vom 23. Juli 1817: »Jede Lyr«a,»-«»Ä«s1«»d«d« ist Mtfaitta», selche Ltartch- ״tangm « troff««, doch es tamm jüdische» VInd« «oäbrer d »de» schvlpstichtigrn Alter» a« dem erforderliche» Religion»» ^Unterricht fehlt.- 2. Ausführung des H 2 de» Gemeinde-Statuts vom Iah« 1880: '*״ ־Vi« Gemrinde ist mrpstichtet, Anstalten für den östent- ,.Ilchen Koitoobionst »c. re. je nach de« Vedürfnq z» .»»ter halte«: ״Errtchtungje eine: einfachen würdigen Synagoge ״für den Westen jenseits de» Leipziger Platz«», ״für den Süden (Südosten) jenseits de» Nloritzplatze» ״und für den Norden sNordwesten). 3. ,Heranziehung sämmtlicher bisher noch nicht be- ״steuerten jüdischen Linwobner rur Gemeinde- ״steuer. damst der jetzt zahlende Theil der NIU- - ,Glieder entlastet a-erde^' ״Durch Linschätzungs-Aommisfionen in den ver- ״schiedenen Stadtte ilen entsprechend den städtischen ״Einrichtungen." 4. Geheim« Wahl zur Rrpräsenlanten-Versammiung. st. Arautkurt a. M., 21 November. (Ot.-Cor.) Der kürzlich erschienene Bericht de» ״Deutsch-Jüraei. Linderheim»" LU Diez (Sitz der Eentralverwaltung hier) bezeugt da» Ge» oeihen und glückliche Emporblühcn dieser Wohlthätigfeit«- anstal», deren segensvolle Thätigkeit armen und verlassenen Lindern an» ganz Deutschland zu theil wird. Die provisorischen Räume, weiche die Anstalt bisher inn« hatte, gestatteten leider nicht eine solche Ausdehnung der Thätigkeit, wie sie im Sinne de» Begründer lag; der beschränkte Platz erlaubte nur di« Ausnahme einer mäßigen Zahl von Zöglingen. ES wird die» «. 9. H. im nächsten Jahre besser werden, da die Anstalt alSdann ein eigne» Heim bezieht, da» noch den Erfordernissen der Neuzeit erbaut ist. Große lustige Räume, den hygienischen Anforderungen entsprechend, werden die Linder aufnehmen; de» HandserligkeitSunterrichtr wird innerhalb der Anstalt durch di« für denselben vorgesehenen Säle größere Beachtung als bisher zugewandt werden können: ein großer Garten wird nicht nur al» Spiel« und Turnplatz Verwendung finden, er wird auch reichlichen Raum für Beschäftigung der Linder mit Gartenarbeit bieten. Der Bau wird in einigen Tagen unter Dach kommen, und e» ist sicher« Aussicht vorhanden, daß da» Hau» im Sommer nächsten Jahre» wird bezogen werden Äonen. Statt wie bisher 17—19 Zöglinge, wird die Anstalt i« Stande sein 60 aufzunrhmcn; daß die nothrvendigen größeren Mittel dann auch nicht fehlen werden, ist bei dem Wohlthätigkeilssinn unserer Glaubensgenossen nicht zn be» tchtifeln, umsoweniger, da ja die Anstalt keine provinzielle, sondern für die Waisen ganz Deutschland» bestimmt ist. Die bisherige ״Purimspende' zeigte ja, daß für diese Anstalt große» Interesse in Deutschland ist, und bei den weiter ge« steckten Ziele« «erden auch dir Gabe», die bisher recht ersrrulich waren, wachsen. Daß für di« Losten de» Baue» sich e»uch noch Wohlthätrr mit größeren Summen zum ewigen Ehrengedächtniß einstellen werden, ist ebenfall» nicht zu be- Lweifel«? Schließlich sei »ochz mn Jrrthümrr zu verhüten, bemerkt, daß da» »Deutsche RrichSwaisenhau»", welches der bisherige Hausvater Herr Lomnitz, der mit de«!.Januar k. 3. aut der Anstalt scheidet, z» gründen beabsichtigt, und sür welche» in Zeitungsannoncen di« Aufnahme von Waisen- ÄiuSgeschrirden ist, zn dem mehrere Jahr« bestehenden im' gar keine Beziehung Hat. ״׳' Hkeuwteb, 20. Rov. ' (On-Eorr.) Bor einigen Tagen erschien im Heuser'schcn Berlage' (Louis Heuser) Neuwied »md Aipzia, an« Broschüre; »Das Judenthum und sein Recht." Bo« Dr. Walter Pohlmann, ^Oberlehrer am Kgl. Gymnasium zn Neuwied. - Wenn schon rin gewisser Math dazu gehört, heute dem wüsten Treiben der Uutiftmkst» sich «ntgegenzuitellen, s» müffen wir in diesem vorzügkch geschriebenen Äerkchea «ehr ׳ noch den Edelsinn und die Gerrchtiqkeitstliebr brwu» ׳ dern, die den Herrn Berf. bewogen, mit solch kräftigen Worte« der Judenhetze «ntg׳.-geuz«tteten, .die sich durch den Ramm ° .Antisemitismus" ein gewlsie» vornehme», wissenschaftliche» - Gewand umzuhängen bemüht ist.' ׳(?eite 4.1 Mt klare« > Blicke überschaut er den Lauf der Geschichte der Juden,-- um mit trefflichen Aorten di« Fehler, die den Juden früherer Jahrzehnte anhasteten, au» ihrer Vergangenheit, di« da» deutschen Bolle heilige Ehrenschuldea gegen ihr« jüd. Mit» bürger aufgehäuft hat, <zu begründen. .Die einstigen ilnterdrücker de» Judenthum» ernte« nur, wa» sie grsäet haben. Gebt den Juden auch die gesellschaftlich« Gleichberechtigung und alle Folgen' der ehemaligen Knechtschaft werden bald ■ verschwinden' schreibt er aus Seite 29. ötnrf. bespricht btc ׳ Ursachen der jetzigen Judenverfolgung, di« antisemitische' LampfeSart die Ehrenschuld de» deutschen Volke», die Uuverwüstlichkeit der jüd. Tugenden, die jüd. Fehler, di« Lösung der jüd. Frage u s. w. in so vorurtheilSlosir Weise mit s» ■ eindringlichen Worten, daß es eine unabweisliche Pflicht ist, dem Büchlein, da» n»r KO Pf. tostet, die grüßte Verbreitung zn verschaffen. J. B. 9.0 h. M. Die hiesige Gemeinde undmftdieserdie iSrael. Oberkirchenbehvrde steht durch den Tod de» Kirchen״ rath» Dr. v. Wassermann vor einem bedeutenden Schritt. Die Wahl eine» neuen Kirchenrath» berührt nicht nnr die Gemeinde Stuttgart, sondern diejenigen von ganz Württemberg. Bei dem heutzutage ringetretenen JndifferentismuS aus de» religiösen Gebiete ist daher dir Wahl ein»S Kirchenrath» (welcher Titel übrigen» in der Regel erst von Sr. Majestät dem Könige verliehen wird) eine doppelt verantwortungsvolle. Was zunächst die Gemeinde Stuttgart betrifft, so bedarf diese eine» tüchtigen Kanzrlredner», sowie eine» Repräsentanten, da der Rabbiner zugleich Borstand de» Gemeindekollegium» ist. Hierin liegt aber noch nicht die Schwierigkeit der Wahl. Biel weittragender ist Frage, welche Stellung hat da» künftige geistlich« Oberhaupt in Bezug aus die längst brennend gewordene Frage, auf die Reform de» Gottesdienste», einzunehmen. Seit et>va 60 Jahren ist in dieser Richtung hier nicht« Wesentliche» mehr geschehen, und doch fthnt sich der weitaus grüßte Theil der Gemeinden nach einer zeitgemäßen Reform. ES ist dir» ein gerechte» Verlangen mit besonderer Rücksicht auf da« Heranwachsende Geschlecht. Wir müffen ans Grund unserer Bergangenheit, deren wir nn« durchaus nicht zu schämen brauchen, unseren Gottesdienst so einrichten, daß da» heranwachsende Geschlecht ebenso gut wie unsere Alte« daran theil״ nehmen kann. Andernfalls bleibe« die Jungen unserem Gotte», dirnste fern und e» erkaltet in ihnen der Sinn für da» Religiöse. Unsere hebräischen ««bete sind ja alle sehr schön, voll ethischen Inhalt» und von wirklich klassischem Werth«, aber die übergroße Mehrzah. veisteht da» Hebräische «ich» mehr und deshalb muß hier in erster Reih« Wandel geschaffen werden. Rebe« diesem sind e» «och viele andere Dinge, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen, aber lauter Punkte, die sich ebenfalls auf den Gottesdienst beziehen und wodurch unser ret Pöse» Leben, wenn gebührend berücksichtigt, nur gehoben werden kann. Diese gerechten Forderungen werden schon längst von dem großen Theil unserer Rabbiner gewüroigl, aber — «» hat di» jetzt Niemand den richtigen Weg gesunde.,, in dirser Richtung vorzugehen. Dazu gchürt der richtige Mann auf den Posten de» zukünftigen Oberrabdiner» in Württemberg, der ni«bt nur da» gehörige Wisse», sonder« auch die uöthigr Autorität und Energie besitzt. Aas diese« Punkt im Interesse de» Judeachum» rechtzeitig ausmerksa» zu machen, ist der Zweck dieser Zeilen. Münch««. Ein iuterrffantrs Seitenstück zu der 9*4 schichte de» Lantener Knaben morde» bietet folgender Bericht» den unter der Ueberschrist: ,Neueste Juh-a-Bech^lWE,^ -■ "L*?־& ידי***■& . •7. t;94‘üv^i' 3

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