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Israelitische Wochenschrift · 1892-11-25 · 48 (25.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
48 (25.11.1892)
Date
1892-11-25
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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bfdpn fremd nnb mit den Eiuv-ohnern bri. Lande« und AerenSitten unbekannt, begann Goldsmid mit auß>rgewöhnlich«r Ouergi« Ordnung in di« Talonie rinzusührrn und Adolphe N oth, welcher sich nicht mehr sicher fühlte und wahrscheinlich «ch vor der schweren Berantwortlishkrit zurückschrerkte, nahm seinen Abschied. Der erste Schritt Goldsand'- war, den Crlonisten Land «nxnwrisen. Sie wurden auch ang,Wiesen, ihre Häuser selbst zu bauen und diejenigen, we weder arbeiten konnten »och wollten, wurden nach Turopa zurückgeschickt Bor Mnsführung dieser strengen Maßregel wurden natürlich alle nur mvglichcn gelinder» Mittel versucht. Ob aber in Folge de« langen Müßiggang« die Leute faul gnoorden waren, »der ob die früheren Beamten thotsächlich gegen den Plan üttriguirt hatten, da« Werk wollte bei Anwendung der mildern Maßregeln durchaus nicht fortschrriten. Erst jetzt, nachdem diese verderbliche« Elemente au-ge- 8kt*«, und dir Verwaltung auf ökonomischer und praktischer undlage reronstiuirt worden war, begann daeigentliche Werk: die Eolonisation. In Folgendem soll gezeigt werden, wa« in ungefähr 5 . Monaten wirklich angestrengter Thätiakeit geleistet wurde und »a« ich bei meinem, Anfangdies«!« Monats unternommenen Au-fiuge nach den jüdischen Eolonien in Entte-Rios wahr- genommen habe. Ehe ich jedock mit meinem Reiseberichte beginne, will ich eine kurze Beschreibung der Lage, Bodenbrschaffenheit und Verkehrswege der Provinz Entre-Rios vorau-schicken. Die Provinz liegt zwischen 2 großen Flüssen der Ar- (,entmischen Rrpublik, dem Parana und Uruguay. Beide lud auf 800— 900 km für große Sredamp'rr von «!000 bi- 3000 Tonschiffbar und »oeiter nördlich auf 3000-4000 km für Schiffe von - 00 bi- 400 TonS. Die grüßt« Au-- drhnung der Provinz in der Breite bettägt ungefähr 280 km, so daß dir weiteste Entfernung vvn irgend einem Punkte der respertiven Häfen nicht über 140 km beträgt. Die Provinz ist von mehreren Eisenbahnlinien durchschnitten, welche nach A-ählreichen Werste,, führen: Die Central Entre Riano Linie, die Linie von Gualegnayelin nach Villaguay, Gnal.eguay-Tala, Nogoya-Victoria etc. Das Klima ist durchgängig vortrefflich und erinnert au davon Mittelnnd Süd-Italien. Der Boden ist bei großer Verschiedenheit von bester Qualität; der größt« Theil ist schwerer Acker- ^boden und besteht auschwarzen, angeschw« mmten Land von 1—2'/t m Mächtigkeit; an den Usern des Uruguay ist er etwa« leichter und zum Weinbau besonders geeignet. In Entre-Rio« werden Weizen, Mai«, Leinsamen, Tabak, " RicinirSölpflauzen, Wein, Maulbeeren etr. mit bestem Ersolge culttvirt. Alle diese Product» haben aus den europäischen ^Awtftrllimgrn goldene Medaillen und andere Auszeichnungen;'erhalten. Der Boden ist wellenförmig, reich an kleinen Flüssen . nnd schattigen Wälder» und wird mit Recht für den besten Ackerbauboden der ganzen Republik gehalten. Auf eine Einladung de« Oberst Goldsmid zum Besuche der Tolonien begab ich mich Sonntag, den 4. September, per Dawpsboot mit ihm aus den Weg und kam am folgenden Morgen gegen 3 Uhr daselbst «n. Da wir einen Tag auf d« Abfahrt de« Zuges zu «arten hatten, benutzten wir dies« Zeit, die von mir hier gegründeten Eolonien zu inspiziren, pt welche einen Flächeninhalt vor, ungefähr -0,000 d» haben §r nnd von mehreren Familie« verschiedener Rationalität, Haupt- M sächlich aber Deutsch-Russen au« den Gouvernement- Saratoff und Samar.«k, bewohnt sind. Dienstag Morgen | früh bestiegen wir aus der Station Urdinarrein, mitten k^>i» meiner Tolonir, den Aua uni» erreichten noch an demselben ch- Tag« Domlugurz» in dessen unmittelbarer MH« die jüdische »: ׳Eolonie^Tlaraliött. Gleich «ach unserer Ankunst revidirten wir di« Pläne der Eolonien mld «sprachen die verschiedenen Arrangement« und Detail«, nnlche am folgenden Tage an Ort und Stell« weiter derathen wurden. (Schluß folgt.) Wer» ß«t der pwtfH« Leßrer «» ßeSräisßr« Misse» «it t»s Amt -« stri»ge» Sin lkonferenzvortrag von A Ar ln stein, Seminarlehriu. IN. 1. Zu den Vorwürfen, welche man der jüngeren Lehrergeneration zu mach:» pflegt, gehört auch der, daß sie wenia mit Bibelkext vertraut sei und nur oberflächlich« Kenntniß der hebräischen Grammatik besitze. Daß diese- Urtheil in seiner Allgemeinheit ein unbillige« ist, brauche ich nicht erst zu sagen. Mögen doch die unoedingten Lobredner der guten alten Zeit ve'oenken, daß auch in derjenigen Epoche, in welcher der Unterricht in Bibel und Talmud die einzige Beschäftigung der sogenannten Mclamdim war, die Vertrautheit mit Bibel und Grammatik in diesen »reisen viel zu wünschen übrig ließ. Wazunächst die Bibelkennt« iß betrifft, so ist es notorisch, daß viele Bachurim, au« deren Mitte sich doch in jenen Zeiten die Religirm-lehrer zumeist rekrutinen, die Bibel fast nur au-dem Talmud kannten, daheißt, wenn man sie nach der Quelle irgend rin!« Verse« fragte, so antworteten sie recht häufig: In diesen, ater jenem Talmudtraktate ist er zu finden l — Gab es doch eine Zeit, und diese liegt gar nicht so weit hinter uns, in welcher derjenige Jüngling, der sich eingehend mit Bibel, hebräischer Grammatik und Stilistik beschäftigte, für einen halben Epikuräer galt. Und die Uebersetzungskunst vieler Melamdim förderte oft, do sie streng wörtlich zu übersetzen pflegten, die seltsamsten Dinge zu Tage.") Vergleicht man hiermit da-, was ein jetziger Lehramtscandidat beim ReligionSlehrerexamen wiffen muß, so wird man zugeben müssen, daß solche Ignoranz bei einem geprüften Religion-lehrer schwerlich Vorkommen kann. Allein allzu hohe Forderungen darf man auch jetzt an dir angehenden Lehrer nicht stellen; denn es ist kaum möglich, während der kurzen Seminarzeit di« gesammte Bibel nebst der ganze» hebräischen Grammatik in gründlicher Weise durchzuarbeiten. In jedem dieser Fächer muß jedoch der Seminarabiturient einen solchen Fond von Wiffen besitzen, daß er aus Grund desselben später mit Erfolg weiter bauen kann; denn für di« Forrdildunq muß im Seminar di« breiteste Grundlage geschaffen werden. Mag nun ein so vorgebildeter Lehrer bei seinem Abgänge vom Seminar noch nicht in allen Theilen der Bibel und der hebräischen Grammatik bewandert stin, so nimmt er doch die durch eine» anregenden Seminaruntrrricht gewonnene Lust und Liebe zum Weiterstudium mit in daS Amt hinüber, und diese Lust und diese« Streben werden ihn schon auf dem Wege zum Heiligthum der Wissenschaft weiter und sicher führen. — Will man indessen die speziellen Kenntnisse, die der Kandidat in den genannten Fächern besitzen muß, genauer stststellen, so wird man Folgendes al« ein Minimum unbedingt fordern müssen: l. Der angehende Lehrer muß jede Partie, di« ihm au« folgenden biblischen Büchern vorgelegt werden, sprach- und fachgcmäß übersetzen können: n) dem Pentateuchs d) Jesaia«, o) den Psalmen und — den Sprüchen Salomoai^ ck) den historischen Büchern: Josua, Richter, den beide« Lüchen, Samuelis und der Könige. — Von den übrige« Büchern der heil,gen Schrift muß er eine kurze Inhaltsangabe zu machen im Stande sein. Wat die heb. Grammatik anbetrifft, so muß er zwar dieselbe in ihren Grundzügen rennen gelernt unddieRegeln innehaben; rsist 1 ko Pfteg,« »an gewöhnlich die Luke (1. B. M. 18,71; אל תרעו V« «««»«a Worten: ,Nutzt doch, «ein« «rüder. — idulBöse«!' wiederiugedea. Und wenn auch viele krautig( Utterschung-kuaststückr «»strndea feta «»gen, -fo destnten sich doch zählreiL« wahr« dnrnater. So H»,U ich «inst von «Utm bedeuiende» Talmnd ften, daß ihm von seine» Ingendledrrr di« Stell« (». «. «. 7,#): עגלת צב Vff. t» fönender «eist ertUrt wo, de« sei: ע2לת Ptnrtl von ,8לר — »aidrr 2» von dem Zeiiwotu" ״ צבעlatben. also: 33( H99 — gefälbie »Albet. —

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