Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 47 (18.11.1892)
- Date
- 1892-11-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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,!!-Irr beit Sau!« Dr. Jnfw» et not _3*brn (biege!*, befien i, s€W P»gbl!1tt ,*r Jh«n liegt Arsrr-Nr« Hffc sich taufe« mb :ibe Prwepm» «brr Ihre Loofefk« har 1h« «ich! ,efaB«, er «mibe bald M6$e1 LtttzalU — uub »blich umrbe btefer lath-iijch-proeekau» litte polnische Aebe «« 5 April IMS »or bem Laobarricht m Leier ■eg« Urkunbrus «schuna,u ZuchthoM uub Lmbe-venorisuug verurthrit. La» fmb also «ich» unsere Sitte,lehre», sonber» «e kii^ukehren eines Zuchthäusler» »ob doppelte» Religionsverrsthrrs. Ich versichere hier aus Ehre nud Gewiffen, daß fast alle Punkte aus de» lOOchesrtzeo!heil» gesLlscht, entstellt ober aus de» Zusaonueo» hange geriff« sied und von christlichen uub jüdischen Gelehrt« lSugst »iberlegt »mb«.* Nachdem der Redner noch di« Anklagen-aber dos Lol &idr« und Seheloch ohamoa’obo beleuchtet, schloß er mit tt» Worten: ,Lin Zeitgenosse Ihre- Religionsstifters Jesus, Namens Rabtä Hi lick* lehrte —. es gibt nur ein Mische- Hauptgebot: ,Liebe Deinen Nebenmenschen wie Dich selbst! ,alles Uebrige ist Kommentar." In diesem Sinne wollte und sollte da» Ehristenthum wirken, in diesem Geiste lehren.auch, alle unsere Rcbbinrr und Religionslehrer!* Weiter kam der Redner nicht, denn nun gingen einige wüthende Anti'S mit Starken auf i jit los. Die Polizei rührte sict» nicht, *attr er blieb inhig oben stehen. Die Sache schien nur gefährlich, in Wirklichteir ober ist. eS kaum möglich, daß unter so vielen Bürgern nicht auch verständig« Elemente sich befinden, die nicht dulden, da» ein Einzelver mißhandelt wird. Der Bedrohte ries nur: »800 gegen Linen! Ist das deutscher Muth?!^ Doraus ließ man den Redner^ ruhig ziehen und Biele riestn ihm ein. lautes Bravo zu. .HerrSchwrnnhagen aber fand keir Wort zur Entgegnung. Er will erst Ge m o re lernen, bevor er wieder über den Talmud spricht. Mores hat er einstweilen schon gelernt. — .-׳רד— jttmamtv, 14»Rsvember. (Or.-Lor.) Heute vor 8 Tag««׳ im 7. d. Mts , wurde das neuerbaute Seminar für jüdisch« Lehrer eingrrrerhr. Ter Feier wohnten bei als Vertreter der Regierung d-w Provinzial-Schulrath Dr. Wendland und der SrciS- und Stadtschnliujpcktor Dr. Wehrhahn, die Landrabkinrr Dr. Grrncmaun und Dr. Lewinsky, die Berwaltungsklimmission, die Vorstände derSynagogengemeiode, das Slrpräseutiutcukollegium, di« Vorsländ« zahlreicher Vereine, das Lehrrrkol egiuui, viele ehemaligen Schüler der Anstalt und die jetzigen Zöglinge derselben. Nachdem der Baumeister den Cchlüffel deS HauseS dem Direktor Dr. Kroner übergeben hatte, l-egaben sich die Fefttheilnehmer in di« festlich geschmückte Aula. Nach einem vom Seminaristenchor vorae- X»em Lirx, bestieg zunächst der Provinzialschuktttth die ertribün׳:. um in knappen Umrissen die Evtstehungsgeschichte der Bildungsanstalt vorzuführen. Schon in de« vierziger Jahre» habe sich das Brdürsniß nach riner Lehrer-Bildung», avstalt tera lsgrstellt,!817 Hobe der ProvinzialschulsondS 8700 Thlr. für die Anstalt bewilligt und Herrn Professor Frensdorfs eioe Klasse mit 7 Aügliagen eingerichtet. Bis zum Jahre 186? war di« Anstalt miethweise, daun aber in einem eigenen Heime, daS für 7 000 Thlr. angekauft worden, uateigebracht. 1869 wurde mit der Bildungsanstalt eine Uebungsschul: verbunden, um den Zöglingen Gelegenheit zu birren. ihre theoretisthen Senntnifl« anch praktisch anzuwende». Ai» Dircktoou! wirkten an dieser Anstalt der genannte Pros. Dr. Frensdorfs bis 1880, von 1880— 85 der Laadrabviuer De. Prager, von 1885 ab Dr. itronn. — Hieraus sprach Landradbinri Dr. Gronemann seinen Donk der Pn>vinzia1schulverwaltvng und dem Staat« aus und «irS.oäranf hin, dich die Anstalt nicht allein Elementar-, sonder« anch zugleich dem Glaube» treu, ergebene ReUgiontlehrer auszubilden habe. Alsdann ergriff der Direktor Dr. Kroner das Wort und legte die Brrisilltnisse dar, die bei seinem Antritt in derAnstaU waltete«, Sr beleuchtete stine pädagogischen Bestrebungen; stq« Lchülei: sollten nicht nur mit reichem Wissen-material Kitt», sondern auch ,Herr der Methode" sei«. "Mitarbeitern nud gedachte der Berslorbenru, ein« krästigeSrütt für «isMstet verrichtet. Mit einem Thorgesang chloß die erhebncke Die Festtheynchmer versammelten^ich $tt«b» in einem efirn. bei wachem der Schukratyons den Kaiser, der Land- ־ rabbmer auf den Seminardirektor, der Direktor auf das Seminar, Dr. Benslch auf'den Schulrath und Dr. Lewinsky:! aus das Lchchrkollrgiu« toastete. Dem Msteffen schloß sich ein von denf,Verein dst -. Seminaristen* veraostastxter Festkommers ack. Nachdem der Präsident Herr Höxter in sehsvllngvollen Worten die Gäst^. insbesondere den Provinziaischnlrach begrüßt hatte, wurde ,/ ein in hebräischer Sprache verfaßtes Festlich' gesungen. Sämmtlichc Vokal-, Instrumentalt>nb humoristischen Vntvtgr- (20 Nrn.) fanden den größten Beisa!! der Gäste. Der JtraMRaV der streng kommeutmäßig verlies, Istrlt die Gäste in der ani» ' mirrevdster Stimmung bis spät in die Nacht tttfammac./ Den Schluß tti gemüthiichea Abends bildete ein vom Präfst^ ttnten iu Scene gesetztes - seosatiooelieS, reaüsttsches Scham»!--! spiel, betitelt ,Die bekneipten Lrreinaristen*. Weimar, 10. November. Ai, die israelitische« ÄultiJttrj gemeinden von Sachstn^Weimor-Eistnach hat der Großherzoa folgendes Dankschreiben gerichtet: .Mit ausrichli^er Freude hat« ich mit der Großtzerz Meiner Gemahlin, die Adresse cntgegcngenomm«»; welche den Vorständen der israelitischen SultuSgemeindrn Name»»: der letzteren ׳ zur Feier UnstrcS goldene« Ehejubiläums astlsn» gerichtet worden ist. Dies: Urkunde birgt*iu ebenA^ kostbarem wie kunstvollem Gewände den warmeü AuStckmk^ treuer Anhänglichkeit uud Unlerlhinruttttt. Und wieWiral" Bewohner Unserer Land« ohne Unterschied des religiös' Bekenntnisse» mit gleicher Lied« mmsasten, so erfüllt Uns jet Aeutzerung der Treue oils den Ikreistn Unseres Volkes mit' gleicher Freude. Gern geben Wir diese Freud« den israelst, Kustasgeuieindrn kund, inKw Wii׳ zuglr'chz Unseren herzl« Dank auSsprechen ulld auch die isiarlttischen KultusgrMrstid wie deren Vorstände unserer landeifürstlichen Huld und C versichern. OeMerreich-M»«ar». Vien, 12. November. Der antisemitische Abgeord Schlesinger hatte nebst 14 Genüssen gestern eine Aasin wegen des Mädchenhandels von Ürsterreich ans ringedrs die auch rohe Ausfälle gegen di« Juden, gegen die und die liberalen Abgeordneten enthielt. Der genaue Worll der Anfrage war gestern wegen der herrschenden Unruhe, beanstandet in das Protokoll gekommen. Er rief aber ' al» er gedruckt borlag. auf allen weiten die höchste Entrüß hervor. Am Schluß der Sitzung erklärte der Präp Smolka, diese Anfrage, enthalte soviel, was gegen den A» und die gute Sitte verstößt, daß er nicht genng Worte s könne, am seiuer Enttüstung Au »druck zu geben. (S Zustimmung.) Hätte er den Inhalt der Anftag» gehött, so hätte er gleich seine- Amtes gewattet. Soer heute dem Abg ,Schlesinger eine« Ordnungsruf eit (Bravo.) Abg. Schksmger erLLite unter tt» Gelä Hanse», wer seine Anftage für. beleidigend halte, sei in deren Geist «ingedrungen (Uns: .De^ Mann ist ׳ fesior riner Hoehschulc .M Bs>>:acaltur I*) Der Prä' . bezeichnet« . Schlesingers Sittfchüll'igndg als Uogeuigenb M hielt de» Ordnungsruf ausmcht.- . Arenchsr, 13. NoveMben^Or.^iorr.) D« znw Fß bischof erwählst Dr. Th- Kohn galt als Student-hstr^ judstrsrenndlich der stch.seine» jüdisch««, Ursprunges- «nerte. Aus seine Bewyung ip es -urßckzuführea, ' Kardinal den antisemitische» Abx. P. Weber'zum! verunheilte. Möge seine Wahl «ch. ttz.AH«1!wärtigeu. ׳ mang al» eine göttliche Fügung ae gesrhee werttu, dem J»is thume zum Segcn gereicheu! Lei», bürgerlichst Bo 1553 ttug ein« gleichlauteutti» Ramm. Mark«» Daß attr>< höchsten kirchlich« lMrdtGrsgedtzm ani eiaeu Abttmmlig Aes alm»: ist die ׳־ ־ "