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Israelitische Wochenschrift · 1892-11-18 · 47 (18.11.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
47 (18.11.1892)
Date
1892-11-18
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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^Äötjec hat geWchmi'ai, ׳Mch erfolgter päpstlicher ^Seslätigang Hai der neue Für»«- ^׳»Hbischof sich auch dem dextsihrn Kaiser vorzustellen, weil auch, wtfe deutsche Katholiken zu seinem Sprengel gehören. DaS Leipziger Antisemitenblatt ist (wie >»e Berliner ״kreuzzeitg.") aaster sich über diese Wahl. <£i schreibt u. A.: ״Die Wahl KohnS zum Erzbischof von Olmütz ist übrigens nur eia Zeichen der Zeit. Unter Advocattn midAerzten, in ^Eonsulatea und Ministerien hat die Speeies .Kahn* schon chistittge ihre-ertretrr, nun ist auch inS Episcapat einer ihrer ^Btttrettr eingedrungen. ES erübrigt nunmehr Nur noch die kMrage: wir weit wir von dem Zeitpunkt noch entfernt sind, » ein weiterer Dr- Koh n die Hand nach jkron« und ferpter ausstteckt" (Vgl. oben unter ״Aiagdeburg II" t. -4iie officiell« österr. Kundgebung.) Met VermlschtrDmd newtjkt -r«chrichte»/ *irt mimt* Orten — f» iftnfljl aa« Bitg»(|t — mir» berichtet, kaß.seit«» der ' >, Laadra'V Anfraae» an bi« Geschulen «laaesührtrn sät. Religio»» bücher ermhea vorig« Woche ist auch an •er. Amt«vorsteher eim• , Öeriiner Vororte« eine Lersüguna feiten« k) Lasdrathe« M Greste« Niekerbarnim erlaffe» worde», ein Exemplar der in jene» Vororte eingeftthrte» israelische» Retialon»bücher umgehend rinxulawe»... Die Angelegenheit wurde al« eine sehr rUige dargestellt, daß der Lehrer vor den Amtsvoriteher ciltrt wurde, damit er sofort die verlangt« Schrift: .Jüdische« Religiontbach von Herxheimer" und die von dem deutsch» israelitisch«« Gememdebnade herausqegedenen ״Stundsätze der jüdischem Älteokehre- «inreichen mSge — Nun tut« kan» e» nur recht sein, mlar» die Behörden sich schwarz aus weih duooa überzeugen, daß in den jädtscheu Schulen — von de» orthodoxesten bi» zu den resonnirtefte» — eine Glauben«- und SiOeniehre gelehrt nird, die e« mit jeder ander» Religio» aufnehmen kann. Ndagvebur,. Unserer heutigen Nr. liegt der Prospmtu« eine» .Lehrtmche« der isr. Religion" von Rabbiner Dr. V. H. Luerdach bei, das, soeben in dritter Anklage bet Emil Roth in Gießen erscheint 8» war da« erste, 183t» erschienene, von orthodoxer Seit« systematisch bearbeitete deutsche Religionsbuch, eia Kompendium der jüd. Glauben»- lebrtm .nnd sämtlicher de« Juden obliegenden Pflichten. Wir begnüge» un» heute mit diesem tm,en Hinweis, sobal» ein Exemplar der neuen Austage un* ocriiegt, leerden mir aus den Znl,all desselben sowie noch anderer on« vorliegenden, im .Lilteroturdlatt" näher «ingeben. Werkt», )6 November. Der Rector der Universität, Gehelmrach Pros. Rudolf virchow, hat eine auf heuie Mittag l.llhr einberufene Studentenversammlung verboten. Die Einladung war von einige» Mitglieder» de« frühere» Somit«'« der söge». Unabhängige», und ver» trete« 'zweier antisemitische» Verbindungen »»«gegangen. Diese hatten dem Reetor erklärt, e« handle sich nur darum, bet t-r Wahl de« Ttudeaten- Aatschnffe« auch de» nationalen Gefühl An«druck zu verleihen; d«Pn hatte der Reetor die Genehmigung eriheiil. Al» sie aber heute Vormittag an der Universität Flugbiätter verteilen liehen, worin von einer groß« Kundgebung der gelammte« nationalen Berliner Studentenschaft die Rede war, tzog der Direktor ai» Genehmigung zurück mir der Motiviruag: ,Die Räume der Universität werden nutzt dazu hergegeben, nm den inw!rn Unfriede, in der Studentenschaft ■eitet ]11 entwickeln." Bf?Hm, 15. November. Der antisemitische Rechtäanioalt Stein wurde wegen Urkundenfälschung zu zweijährigem Gefängnis, un» zwei Jahre Ehrverlust verurteilt. Saritzrmtze, 7 November. (Or^Lor.) Sir find tn.die Vortrag«» satsa» eingetrelen. Die t» kurzer Zeit so beliebt geworben«» Verein»- Vorträge au» der Geschichte uns Literatur de« Jitdenlhum« habe» wie »er ihren Anfang genommen mit eine» Vortrag i>e• Bezirttrabbtaer» Herrn Dr Äwenstein von Mo«b»ch über .jüdische Kleiderordmmgrn". In unserer Nachbargemeind« Ranuhei« ist jetzt evenfall» ein solcher Verein ln«Lebe» gerufen morde»: er dürft« in Haer größer« Gemeinde fehlen. Die Rabbiner und jüd Gelehrte de« Vezirt« werden sicherlich zum Hallen von Vorträge» sich gern finden laffea. . In KU»ee>C!l• (Rhetnheneni Ist vorige Woche ein Bubenstreich verwerflichster Art aulgeführt worden: dt« setzt unbekannte Bursche» wußten sich nämlich in di« bonige Synazoge Eingang zu verschaffen und die Thorarolle, Betmäntel x »aszufinden Sie schichteten diese Sache» zusammen nnd stecktea sie in »er Synagoge selbst in Brand. (Da« kommt von de« Verächtlichmachung der jüd. Retigton, da« Gefühl für da» HeUtge wird adqertnmpst.) Wie». Der Vorstand der tsraelitisryen Sultu«ge»etvde hat beschlöffe», den Gottesdienst am gretiaa-Abend im israelittschen Tempel der Seinnstette»gaffe mit einer größere״ Feierlichkeit auszugestalren Nicht blo« der gesanglich« LheU soll «ine erhöht« Ausbildung und Au«» weimng erfahre»; e« solle» auch bei diesen G«l-»Lt«ste Predigt« und Vorträge über die Mission nnd Geschichte de« Jud«th»m» geholt« werde«. Der Prüfe« der strael. «uimsgemelude, Herr WUHel» Rille« von Gutmana, unternimmt «in« Propaganda, um die Dame» der best« Kreise anä de« jüdisch« Gesellschaft zu bestimmen, am Zreitag- Adeud nicht välle und Theater, send««» deu Go!te»oi«st zu besuchen uno hofft e« zu erreichen, daß auch dt« Chef« der groß« HaadlnaD»- Häuser ihr« Angestellten am Freitag-Abend dt« frei« Zeit gewäheen, der. Gotte«di«st za besuchen. Wart». Ei» Urttkel der hier erschein«»« Zeitschrift ^,'TUiaooa nation-lto" vom Ü4 Ott ober enthält bezüglich der Ahnen de« Her« Drumon» wahrhaft seasatioaeSe Lofschlüffe. Der Großvater diese« chauvintsttschea Franzose» und Antisemit« war ia — Württemberg geboren un» übte t» Seuiigart da« ehrsame Gewerbe eine«, lSHLchter), wurde ater von d llnehrenhafttgteit »»«geschloffen, sich au» Rache gegen seine Gl, .... Kiiäderhaadel betrieb; für sein« Wohüuag zibltr er 10 Pfund Tterls Der Getoähräman» de« genannten frnnzösischen Blatte« macht »!,. Eulhüllung« Über Drnnwnt ans Grnnd»«eum«tartscher SeweGmistm- Wer hätte da« geglaudtl Drnmom'ä G«««at«r et» SGochet in Stuttgart, de.׳ vielleicht gar einmal di« rtvwtte Schächtnng rmffanmnm hatte l I?. o. HmSerdat». (Eine Mortaro-Gtschichte.) ׳Bon Zeit zu Zeit spukt hier der Geist des aklrinstligmachen- Fjbcn Glauben», und man versucht der längst verschollenen Mortora-Geschichte, die z. A. so enorm viel Stau!׳ aufgewirbelt, ,*in« neue, womöglich verbesserte Auflage zu geben. Der 11. Act eines Pendants zu einem Mortqro^Drama hat sich i>hier soeben abgespielt. Kürzlich meldeten die polizeil. Nachrichten als vermißt iOjähr. isr. portvgies. Knaben Abraham SanterooS. t bange Tag« schwebten di« Ettern zwischen Angst, rcht und Hoffnung, bi» der Zufall die Auffindung des veranlaßt«. Ein Unglück hatte den S. nicht ge- ^troffen — im Gegentheil — in dm Augen der verblrndestn ki -Mlttrn war ihr Sind nur allzugut versorgt gewesen. .. Die berüchtigte hiesige Prnstlyten«S«te wirst von hi." Zest -zu Zeit nach Opfern ihre Schlingen au», um diese ßff».-«0pser für ihr« Seele £u gewinnen •11m z» bekehren. To ' «üch diesmal viedrr vtt dem oben erwähnter Liungen. Durch Wermittlung >drs bekannten Oberhauptes (v. 0.\ dieser Eierte wurde Gr bei einer Wittwe K. ia einer Borstadt in ׳.Kost' und Logis gegeben, mau steckte ibn in neue Kleider ' und man verschaffte ihm sogar in einer der vielen hiesigen °Diamaatschleiferr1en Arbeit. Dort fand man S. vor einigen ^ige«. Auf di« Borwürse de» Vaters de, Wittwe gegenwarum sie ihn über den Verbleib d«S!Kindes in quäl- -Söller Ungewißheit liest; antwortete dies« gleichgültig, daß man Jungen polizeilich vorschriftsmäßig an- und abaemeldet und dort hätte der Vater ja Näheres über den Verbleib Kindes erfahren können. An brulalem EyniSmuS diese Antwort Nichts zu wünschen übrig. — S. wurde Hilst der Poltzei ia's äterliche Haus zurückgebracht, doch t bei demselben religiöser oder materieller Einfluß be» stark gemrkt zu haben. — Den» nach einigen Tagen der Knabe wieder verschwunden. Da machte sich der in Bereitung des Rabbiner» auf den Weg in die »oder Wittwe, die den Beiden erklärte, daß der Junge 10 Uhr nach Haust kommen »erde. 8stide warteten Juzwischeu aber hatte dieWittwe das Haupt der Serie, v. D, benachrichtigt der al-bcild aus der Bildfläche eru»d dem Vater erklärte chm de» Jungen zurückzugrben, Later und Rabbiner sich eidlich bereit erklärten dem '»bald er Neigung zeige zu de» neuen Glauben kein Hinoeruiß in deu Weg zu legen, chn zu lassen. Dieses Ansinuen wurde «atürtich entrüstet Der bahn kam auch leider, obwohl '*ie Eltern bis 12 Uhr auf ihn warteten, nicht hei». Dieselbe Nacht aber «och mePolizei alarmirt, die ««!!י Wittwe eindraag, deu Knaben daselbst u ^"chen wird die Angelegenheit weiter vei.solgt, die zu dieser Eecte gehöre», iverdeu «hei« und so hosst mau doch endlich deu Juilgea zu finde« aus de« Klaue« dststr Pr»stly««-!>taubvögel zu l uxanoesKa»( ntf! in das Hau» ater nicht sand. e1rf13Cgt, verschie- MchOvesG»^ et«» ShriftmiNMatz

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