Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1892-11-18 · 47 (18.11.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
47 (18.11.1892)
Date
1892-11-18
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492344-5935084-5959829--1330-5375237
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

rnttes $efr$fetigtci8t >*«, entsthMSt ste M ZndrerstitS fetrch rin in-mite« 119 jttrogntt JMereffe tfir jLfesthe Geschaht« mb für ei» verbreitetere imafltie Wege da hebräische» Sprache. Hierzu io««» noch daß auch ׳bi«?,ionifjrr für Bildung, OolkSanfiltnmg und Gefittuug gegen FaratitnvS u« ZeloESmu» kärmstud auf- :reteu, so baß auck dem gährrnde« Most sich vielleicht noch ei» efeer fktn abklär«» wird. — Jo einem GährungSpronrsse befiodrt sich auch die hocherzige Sttstung ix^r Baron Hirsch zur Gründung von Volks- -chvlen in Galizien. Im Große» und Ganzen erfüllt baf Lemberger Errrutiv-Comit* seine Aufgabe mit segensreichem Erfolge. Tie Aullogen. welche eine vor Kurzem erschienene Broschüre Scharr'» m Dröhobycz gegen die leitenden Männer entölt, sind völlig u«begründet, weder für den Tod de» Iräfidmten Fürch «och für di« Resignation GniewoSz'S als Bireprästdert kann da» Lemberger Somit* verantworüich gemacht »erde». Di« vom Somit* gegründeten Schulen umchse» und gedeihen. Da» einzig. TavelnSwerthe hat di« Broschüre acht hervor^hoben: den Mangel einer sachverstännge» and competeaten Inspektion d«S Religionsunterrichtes den Elistungt schule». Der weltliche Unterricht steht uater der Aussicht der Landesschulbehörden, für die Jnspiirung des Religionsunterrichtes muß «ine geeignete, den Gegenstand wissenschaftlich und pädagogisch beherrschend« Kraft gewoene» wnchrn. In welcher Weise nun auch die Gähruug im 8׳euer Suratorium enden wird, immer wird dieser leicht zn befriedigende Wunsch nach einrm tüchtigen ReligiontuntenichtS-Jnsvettor erfüllt werden müssen. Me jüdische -sloutsatto» ix Argexlinie». «, 8«4la| mutz tze» jittzifche» feUitf:» g« »»«re-«t>< tbttm praltilche» liaudwlrttzt» I. Buenos Ayres, den 27. September 1892. Zu Beginn de» Jahres 1889 verüffentlichteu die Localbltttrrdir ersten Na chrichten von der wahrscheinlichenGründung einer Colouie jüdischer, aus Rußland auSgewiesener Familien in der Argentinischen Republik. ES giug da» Gerücht, daß ein edelgesinnter Mann, Baron Moritz von Hrrsch. große Geldsummen zur Gründung eines neue« und angemeffenen DomftilS für sein« aimen bedrückten und verfolgte» Glauben»- genossen bestimmt hotte, und daß zu diesem Zwecke bereit» «in« Commission uuNrwegs sei, sich über da» Klima und die geologischen lZerhältnisse des Landes Gewißheit zu verschaffen und event. den nohwe^iüaen Landankauf zu besorgen. Da» Thema wuri>« in den verschiedenen Lokalblättern uach allen Säten hin erörtert. Während die «ine Partei hoffte, das Land, welch«,» in fei Gründerperiode zu einem zu hohen Preise angekaust wurde, rortheilhast auzubriugen und daher die Aukuuft der Einwanderer mit Ungeduld erwartete, übte die andere Partei ein« strenge ü!ritik gegen jene und behauptete, daß sie der Republik nur Nachtheil bereuen würde, weil ersten» nur ei»e kleine Anzahl Ackerbauer urtter den Einwanderern sich befinde», und zweiten» nur wenige derselben fähig fei» würden, sich mit ihrer neue« Umgebung zu ossimiliren. Endlich kam die erwartete Commission unter Leitung d«S Dr. Löwenthal hier an und Mancher Augen waren auf ihr «richtet als auf «inen Engel der Befreiung, da man voraussetzt«, daß di>: Millionen de» Baron Hirsch der finanziellen und wirlhschastticden Krisis, welche mit jedem Tage sich mehr und »1«hr zu spitzte ein Ende machen würden. Ich glaube daher uM zu ülx rlreiben, wenn ich sage, daß zu dieser Zeit '/, der Argentinislheu Republik diesen Herren zum Berkauf augebotzru »erde» war und »och dazu zu einem auffallend niedrige» Preise und «ater Bedingungen, fee, wen» «an den », Mach 9m Lpeelnl-Berichr M Lmtstz «tzrmrtüe^ wntsch UON L. Lotzen. 1 i;3 J^Ä^che« hatte sich, in Europa der ruffisch« Pptv< nisationS-Vrrrin gebildet und fee nfehige valluwcht zur Jnstalliruug de» Herrin« und zum Boden« Nvrrb che. dep» Dr. Löwx »tbal.'Chesder diesseitigen Commissi«», übertrage». Unglücklicher Weise verstand «S dieser Herr jedoch nicht,׳sich di« dermaligen günstige« Bedingungen zu Ratze zu machen.׳''^ Al» daher nach mehrrrenMonaten die ersten jüdischen Coloniste» hier anlaugten, mußte da» erste verfügbare Stück Land a»- gekauft werden, um die Leute, die uach dem Landesgesetze ׳.^Z nur 8 Tage in dem Einwanderungrheim l-leiben durfte«, •׳$ unterbriugen zu können. Wie «S nun gewöhnlich der Fall^.^ ist, wenn Geschäfte übereilt werden,׳ war da- «wählte auch nicht da» beste; e» war zu west vom Hafen entfernt und dabei zum Anbau nicht sehr geeignet. Obschon nun viel Zeit und Geld vergeudet war, war für die Colonisten noch nicht» geschehe». Di« Leute wurde» am v. Juli in dem fenien Oste« empfangen und dort dy: vollen Strenge de» Klima'» auSgefetzt: denn fee in Eile aßgekauften Zelte sowohl, als die verrostet«» eisernen Hütten, welche nicht einmal für alle Raum gewährten, boten ihae» nur sehr wenig Schutz. Mau kann sich felher die Unznfriedenheit der Leute leicht erklären, wenn noch hiuzugefüäi wird, daß durch Ungeschicklichkeit i« der Verwaltung vi« dringliche Bedürfnisse uubesricdißt bleiben mrißteu. In Brrbindung hiermft kann ich auch die europäische» Loeal- und AnSwanderungS-Comti*'», welche iu der AuSleahl des erste« AuSwauderungSschubS. zu sorglos verfuhren — ein Verfahren^ welchesich später als sehr nachtheilig für den verei» erwie» uad da» Unternehmen bald zum Scheitern gebracht hätte — nicht ganz voa Tadel.fteisprecheu. Ich tun selbst »ft de» Einwanderern zusammen gekommen; <S wann nur wenige Ackerbauer uud Handwerker unter denselben; dagegen fandq» sich unter ihnen viele kranke, schwindsüchtige, unnütze uud müßige Personen, derer» Gemeinden ohne Zweifel froh wäre», sie lo« zu werden; kürz, Candidaten für Armenuud Krank»»- häuser-favd man zahlreicher unter ihnen, als Coloniste», fee zu harter und anstrengender Arbeit sich eignet««. Wochen «nd Monate schwanden dahin, die Bermeffung und Bertheilung de» Boden» ging sehr langsam voa Statte» «nd die Leute lagen unter freiem Himmel her»«, ohne irgend welche Beschäftigung. Die Zfitungen brachten täglich ungünstige Berichte üver das jüdische ColonisationSwerk, wozu da» Beigehen de» Dr. Löiventhal nicht wenig beigetrage« haben mag. denn statt di« öffentliche Sympathie für fee üiewegung wachzuruse«, that er da» gerade Gegentheil. Im Januar dieses Jahre» wurde berichtet, daß dieser Herr abberuftn und cm seiner Stelle ein Adolphe Roth zum General-Dftektor de» Vereins in BueüoS-Avre» ernauut worden sei. Man war erst wenig geneigt, tiefem Gerüchte Glaube« zu schenken und hielt e» für unmögliche da dieser Monn hier zu gut bekannt war; doch ׳es war ein« Thatsachk nach kurzer Zeit schon trat er iu seine Stellung. DieFolgar diese» Schrittes machten sich nur allzubald fichlbar. Tnqer Maun, welcher uach einem gewiffeu Herr« Lalle«, der ih» mir Leitung de- Unternehmen» begleitet hatte, durch eine Juirigue voa der Straße herbeigeholt wordeu war, fing fetmit au, Contrakte abzuschließe«. Zuerst läuft« er 8n«d uud zahlte dafür fast da» Doppelte de« damaligen wirkliche» Werche» und erwarb verschieden« Complrxe, welche ebensowemg zu« Ackerbau al» zur Biehzucht geeignet waren, z« sehr halfen Preist«, schioß dst lächnlichpe» Contrakte arm Bau- und anderen Handwerken» ab, leistete beilächtliche Geldvorschüsst nach ollen Richtungen und richtete «ige sehr lost» spielige lgerwaltung rin. so daß Jedermauo n staunt darüber war, wir eine solche GeschäftSlrftuug in Euricha fee Musteruna vaisirru körnte. Uumdeffe» blieben fee Coloaiste», denn.Kahl sich dnvch verschiedme frische Zuzüge bedeutet tergxößife heftir, .1

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.