Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 46 (11.11.1892)
- Date
- 1892-11-11
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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‘USw 3000 Jahre später und sknd ein modtr« wird» Sft dafiir stimmen, daß ave!Zeindr völkerrechtlich ^eichmäßig zu behandeka ftb». oder lei« in Ihnen nickt da« Gefühl Jrt Mißtrauen« gegen sogenannte Erbfeinde, deren llaschädiichmoch»ngSftnurg»thrißenwü>ck»en? DftAmalekster «trrn dös ׳einzige Bolk — ülirigen« ein Raubvolt — welche« zNM Sohle der gangen Menschheit der Vernichtung prei-ge- «8en wurde. «. «vor an« folgenden Gründen: Die Israeliten, kaum der «00jährigen tzklarerei entronnen, einer Sklaverei, welch« ganz ander« geartet war. als di« i« Judrnthnm später üttichr. verstanden nicht da« lsteringste vvn der Waffenführung. Da kam nun diese« stammverwandte Volk, dessen Stammvater rin Sohn Lsau'« war. und übersiel — die schwachen, kranken und greisen Nachzihster, di«;stauen und Sinder, »»ährend selbst die Männer ermüde« waren; verdiente solche Petfidi« keine gründlübe Züchtigung? Finden Sie darin für damol« eia solch haarsträubende« und empörende« Beginnen? ׳ Sie gestehen, daß die christlichen Urgemeinden beseelt waren ״an dem Geiste, welchen Sir in glühender Begeisterung mit solch schönen Worten scknlderu. He ben Si« aber damit nicht da« verdammungSurtheil Ober Jhix eigene B.twerfung dt« A. T. ausgesprochen? Ikannten jrie judenchristlichr Ge- «emden etwa andere» al« die Bücher de« alten Bunde«? Halten sie au« de« Munde ihre« Meister«, ,der doch da« Gesetz nicht aufheben. sondern ersüllen wolltet auch nur ein Wort gegen diese« Gesetz ixrnosmen, von dessen ewiger Wahrheit sie durchdrungen toaren? Ja, sie haben durch ihr« Glaubenslehren sich nicht einmal von der Sesammchkit abgesondert; bi« auf den Glaube« an die Messianität Jesu lebten sie nach denselben Normen, wn dte anderen Juden auch. Und wäre die« auch nicht der Full gewesen, so würde ih»e ruhige Existenz nur ffli dre Xolerunj de« Judeathmn« sprechen, welche» jeder Anflckst ihre Berechtigung zuerkannte. Diese Thutsache würde nicht entkräftet uerden, wenn Ihre — schon vor einem halbe« Lahre in antisemitischen Radanversammlungrn der S«nsation»l>ascher«i halber hingeworfene — Lenßeruog richtig wäre, daß di« EssSei gar kerne Semiten, sondern Arier gewesen seien. Da« war!,öffentlich nur Scherz von Ihnen, denn Sir werden sich nirht allen Ernste« mit ~ cti« in unlötzksih«! Widerstreit setzen wollen. ftliaior daß da« A.T.ol«HW Realisiruag Sie selbw bezweiftln dürfen, würde selbst dem Ehristenthun», da« seirr Lehreu aus Prophezeinngen de« A. T. ausdant. den Boden entziehen. Sie verlaug«» die«, weil dft jüdischen Nati»nalh«lden unseren Lindern al» Männer Gotte« vorgeführt werden,!)baleich diese Männer wehr ober minder mit den gemeiuste« »verbrechen belastet »erden!! Gerade.diese ErzLhluagen der heil. Schr.. welche die Schwächen ihrer.Nationalhelden-nicht verschweigen, zeugen von der unparteiischen Wahrheitsliebe Ser heiligen Bücher; sie werden unseren Lindern!licht vorgetragrn .daoüt sie sich mit der Gemeinheit aulsühnen-, fanden« um sie durch die sonstigen schönen Bespiele au» dem lüden jener Männer auftnmuntern, in ihrem Streben nach Brvollkommnung nicht nachzulaffen und e« jenen Männern nachzuthuo, welche auch nur stPoacke, der Sünde zu^rmliche N'enschen gewesen. Ihr« Aufrichtigkeit, Hrrc Oberst, IlMt im Ganzen wohl, wenn man Ihne« auch nutzt beistimmeri kann. Sir scheuen auch vor neuen Aussprüchen nickt zurück und werden dafür von anderer Seite die -»gebührende- Zurückweisung schon er- «n, denn Sie werfe« all!» Theorien der Antisemiten über aufen, welche dä« Juden thum anaeltich al« erste Lapitalbekämpfen: Sie sind ״nderer Smsicht und weise« diese Ile der katholischen Lirche zu. Dftst» Urthml, du« von eMweicht, überrascht um so «afc al« e« die ־ Ihrer Schickst ist. «!che. wohlwollend - denkt. ma! die den Rede) Lasier Kar Patronat, ist« >ie neue Religion anbsttst^,. deren »bester Grnndsatz. lein All: ,E» sott nicht «itigestaadea werden, diese» oder jene» sei falsch, sei heidnisch gewesen; «» soll nur dafür gesorgt werden, daß nicht aneukönnt Falsche« weiter gelehrt wird- Das heißt zu gut Deutsch: .Wasch' mir de« Petz und 'י mich nicht naß?' Unl» dazu erwarten Sie etnfP^' «ithilfe de« Laiser«? u Hier mache ich Halt, uin diesen bittrrn Nachqesä ihr Büchlein zurückläßt, nachhaltig wirken zu ״l Vielleicht sind Sie mir dankbar dafür, daß ich Ihnen Niedrig HS ugrn dieser Sentenz gezeigt habe, daß Ihr vor!EZ schlagener Weg nicht der richtige sei. Luch ich würde Ihnen verbunden sein, wenn Sie rät .., di« Existenz de« »Teufel«' im A. T. Nachweisen wollten. Ihren Rnf nach einem Gotteshaus«, in »selche« nn« nicht Priester, sondera »ReitgionSlehrrrerbauen werden, hat toi Judenthnm längst erfüllt, tarüber belehr« Sic der Titel »Rabbiner-, der nicht« andere« bedeutet. Wen« Sie, Herr Oberst, auch noch so sek über dal , Judenthum schimpfe«, und et! zu Gunsten de« Ehristenthum« J berabsetzen, glaube ich Ihnen dennoch nackgrwiesen zu hpberi, daß Sie da« Gute, da« Sir »x»langen, im Judenthunre schon vorfinden, nxnn Sie sich die Mühe der Suchen« nicht ve»- drießen laffen, und Sie werden sich mit der unleugbare» Thasiache abfinde» müfien, t«ß da« EyristeMhu« arä ' Judenchumr hervorgegangen ist und olle sein« Heilst au« demselben geschöpft hat. _' Zu jeder weitern Erörterung gern bereit. ־־'־'■ ׳ mit ausgezeichneter Hochachtung, ergebenst Eoblenz. Rabbiner Dr. Singers Mer» hat der jkdilche Le-rer a» hedräische« Wisse» mit ins Amt -« -ringe»? Itin Lonsrrrnzvortrag von Z!. Felnstrt», iüeminarlehrtr. Meine Herren! Man sollte eigentlich glauben, die in Rede stehende Frage sei bereit« bei der Gründung jüdsithrr Seminare gelöst worden, so Iraß dieselbe »ich« mehr diSerttwk zu werden braucht« Wenn dieselbe dennoch in ei«r LHret- Versammlung mit deren Zustimmung veutilirt wird, so könne! hierfür nur zwei Gründe ernstlich in Betracht kommen. Entweder haben die Seminarien da« n!cht geleistet, wc>« sie bei ihrer Gründung versprochen hatten, oder die Berijältniffe Puren sich so scor geändert, daß da«! genügt. Ru» ist aber der erst«' zu betrachte«, da doch nicht aazunehmen Versammlung rin Mißtrauensvotum gegen sie Anstaltm, anl denen die Mehrzahl ihrer Glieder hervorgegang,:״ ist, duldvttzZ würde. E« bleibt un» demnach nur der zweite Gntud übA rvelcher in den Verhältnisse» zu suchen ist. Diese müsse« demnach von dem jüdischen!üeyrer ein hüherol Mast von relipiüsem und bebräisthem Wissen, al» er bi« >«hm zu besitze» nüthig hatte, aekelrrisch fordern. » Die hier in Betracht kommenden BerhLltmffe kvimtMj offenbar keiae andern ftm al« diejenigen, in welchen einerseit« oft Gemeinde, der spölerr Wirkungskreis de» Lehrer«, und aadeerstit« da« Gescmmtjudenchum sich bestadet. Betrachtet »an zunächst!)ft Berhältniffe der isearliH Gemeinden von heute i« Ungleiche «st denjenigen vo>» As unsere« JahrhnuoertA so nehuum wft hinsichtlich dersaa Seelsorge »nd de« Thorasludium« zwei wesentsl ändern de« NabmnoA in