Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 45 (4.11.1892)
- Date
- 1892-11-04
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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, ttafrfinMn (affen, um unbeeinflußt durch eine Ueberzeugnng ""über bei» nie gesehene« Talmnd schimpfen zn könne». Anti ist wirklich .in Menschenftmmd, denn er ist nicht Antisemit im geläufigem Ginne de« Worte«, sondern nur Antiiodäer oder Lnti-Hebräerk Merkwürdigerweise hat der später hinzutretende .Herr Müller' diese« Korr acceptin, ohne ti, noch weniger dessen Begründung gehört zu haben, welche darin gipfelte. daß die meisten Semiten, z. Bdie Araber i» Ginne dieser bloß Men die Hebräer gerichteten Parteibezeichnung die .besten' Antisemiten seien. Herr Anti beweist damit nur, daß die Juden schon vor 3000 Jahren, al« sie von Giropa'S übertünchter Höflichkeit entschiede« noch nicht beleckt waren, bessere Menschen waren. — Herr A. lese nur We ihm eher ai« der Talmud in deutscher Uebersetzung zugänglichen unzähligen Stellen der heil. Schrift über Be- Handlung von RichtgloubenSgenosten und NichtstammeSge- «affen, und er wird dann auch sein Christmthum bester verstehen, welche« ihm ebensowenig, wie allen Antisemiten geläufig ist, da er mit verblüffender Raivetät seine Ansicht auLspricht, daß er sich zwar für verpflichtet halte, da« Judenthu» al« solche« auf jedem Gebiete zu bekämpft«, was nicht . anöschleßt, daß er den einzelnen Juden ,unter Umständen' al« seinen Nächsten betrachten muß. Unter welchen Umständen die« zu geschehen hat, darüber schweigt er sich au«; daß dieser einzelne Jude sich taufen laste, will er nicht, den» -- und wir theilen dieft seine Gefühle — er verabscheut die getauften Juden, die er al« jüdische Spione ansieht, woraut hervorgeht, daß die Herren etwas zu verheimlichen haben, wo« bei un« nicht der Fall ist, denn sonst würden die verschiedenen Antiftmiten nicht herumschnüftln und Fälschungen präparirrn können. Anti verschmäht aber trotzdem nicht, Fabeln über Juden, von getauften Juden ersonnen, ui benützen, wenn also Pfefferkorn verleumderischen Angedenkens für die vorige Bemerkung de« Abscheue« seiner Gesinnung«- genosten sich im Grabe herumgedreht hat, so kann er — wie auch feine Nachfolger — um ihretwillen sich bald wieder in seine alte Lage zurechtrückeu. So wie die getauften Juden sind ihm auch liberale Blätter gut genug, wenn sie seine« Zwecken dienen. Ganz besonder« wird da« ,Berliner Tagedlatt' mit einem großen Artikel angeführt, — wie da» Schrisichen überhaupt säst ausschließlich au« Abdrücken von passenten und unpassenden Zeitungsartikeln au« (Blättern verschiedenster Schal׳, uug zusammengesetzt ist. Der Anti übersiebt aber 1. ^aß ein jüdischer Arzt den dort angeführten Lholeraanfall constatirt und die mangelnde« Borrichtüvge» aufgedeckt hat; 2. daß der schuldige und säumige Fuhrunternehmer ein Christ ist, und 3. daß die ganze Geschichte bi« auf die Schuld de« christl. Fuhrunternehmer« am darauffolgenden Tage dementirt wurde. Lr cetirt überhaupt mchrere Artikel, die schon längst widerrufen sind; ebenso wenig hielt er e» für nöthia, zuzugestehe», daß die Leipziger Messe schon längst für dieft» Jahr gänzlich aufgehoben wurde, obgleich er e« nicht verschmähte, dieft Stadt, woselbst doch deutscher Nationsgeist im Kampfe gegen da« Judenthum.noch am tapfersten Stand hält... , dafür zu begeifern, weil sie Anfang«, al« die Cholera ehre gefahrdrohende Gestalt noch nicht hatte, die sie später angenommen, nur eine Verkürzung der Messe — natürlich zu Gunsten der Juden — geplant hat. Liertunge«, welche auf der einen Seite chm zum Nochdruck dienen mästen, werden auf der andern i« selb«» Athemzuge verunglimpft, 'weil sie jüdischer Reclame' Aufnähme gewähren. Gesinnungsgenossen Anti'«, wie Rudolf Herzog, die Millionen für Rerlame auSgeben, sind unantastbare «gel, und wenn die antisemitische ,StaatSdürgerzeitung' von de» Jude», die sie beschimpft, Reclameartikel aufaimwt, und — noch BersichemwL de« Dr. Bachler — e» auch in Zukunft thu» ■ab, schadet da« ihrem hetzerischen Prestige gar nicht«. Herr Anti geht mit de» Hamburger Senat " ‘ er i» de» 1« getont hat. AlleiLiug» sitzt kei, einzig« Jude ineiwähntei Senat, ab« .e» werde« wechl einige darunter ft in. Her« Borfahreu etc.' ... .Di׳ Juden', so wird ihm v«r atffce Stelle eingewendet, »sind doch nüchtern, und der lktuuk ei« deutsche« Leister. Thut nicht«, dn Jude trieft zwa, nicht selber, aber — er verleitet geschäftsmäßig zmaTnmke.' Hamburgerfind vor d« LhotoaWfahr .a»«ge, iffta" — da« können nur Ju'oen^gewest« sein. Ei« Hamburg« .guckerjunge' will die Eho eraqefahr i sogar dazu benütze«, vorm Eintritt mit Militär sich -ui drücken — wen» dieser Fragesteller kein unverfälschttr! Makkabäer ist. 'Der Geldmoloch ist ein alt« semitischer Fehler. Wenn die armen russischen Auswander« für isrFahr-: geld schmutzige!Vagen bekommen und in Göttingea als? choleraverdächtig (ucückgehaltec, werden — die Julien Habens Schuld. ־:,L An diesen ueuigcn Stinkblumen au« dem Mistbeete dtSs Anti wird man «rknneu, daß eiiwrftit« Methode in dieftmZ Wahnsinn, andererseits Wahnsinn m dies« Methode liegt.( Wie soll man e« denn bezeichne«, wenn der Berf. ver lärmt,, den Juden da« elementarste «Saatkorn der Livilisaiäo« feuft ן bei den auf d« niedrigsten Eulturstuft stehenden Völker»! die Gastfreunds Haft, zu «!sagen, weil — die Fet« sträubt sich, diesen Blklffinn nachzuschreeben — die alten Egypte« mit dieser Gastfreundschaft üble Erfahrurgen aemacht und spätechin auch diePers« . . . da die Juden sich nicht von äamat! haben ruhig abschlachten lasten. Herr Anti richtet sich jo selbst durch solche (Sätze und wir wisten nicht, ob wir chn auslachen oder Mitleid mit ihm haben sollen, weil er sich so sehr abquälen mußte, l>il e» ihm gelang, einen Bogen Druckpapier zu veriierbe»; er muß die öv Pfg., die da« Machwerk für Liebhaber von schalen R ahmungen d« EpUtolae obaoaroratn ׳nroraax kosten soll,' sehr nöthig. haben. Dennoch ai«r sollen dem Verfasser, ftiner Aus halb«, die « in wohlthuendem Gegensatz zum Hthilo zu Anfang bekundet, indem « sich oste» al« Anti de! einige Belehrnnxien zu Theil uxrden welche sich in Fragen kleiden: Sie fragen auf S. 14: ,Sie werden mir doch daß auch die Humanität Unterschiede zwischen Rkensch Mensch machen muß. Od« würden sie selber einen russische« Juden und ihre 1 eigenen Sohn od« Bnider, wem! es daraus ankäme, mit derselben Nächstenliebe retten? W:nn Bride im Begriff waren zn ertrinken, würden Sie zaudern, nx von Beiden Sie zuerst Hilft bringen wollten?" Erlauben Sie eine Gegenfrage auf diesen hinkende n Vergleich: Wenn Eie einen Menschen erretten sollten würden Eie erwägen, ob e« nicht best« und rickniger sei, Ihre Kräfte- , zu schonen für den Fall, daß ein Räherslehender Ihr« Haft " viellncht spät« bedürfte? Warm die rusischm Auswanderer schon krank, al« die Menschlichkeit ihnen Brod!eichte, die- Rächstmliebe diesen Gedrücktesten unter de« Elmix» Menschheit, die kein Heim hatten, ein Lag« »ad eine reichte? Sie behaupten ein Ehrist zu sei!, und eri öchea ni ob ihre« Hohn«! und Spotte« üb« diese« ebfe iBtxt an gute Christen und Juden in gleich hochhyatoer Weift betheiligten, und daß feit Jahrtausende» ohneMeuchüß dastch» See bchanften mit Pathos: Corrusüiou rmd Ju'' habm von jeher in eontinuirlich« Wechselwirkuch D« Jude zieht sich nur dahin, wo sche« etwa« ist. — Ich ruf: Jhnm nur da» eine lvoet »Spmüm Wo« ist au« dem blühmden Spoaieu, in welchen, die D einstnicht unterging, geword«. seitdem die Jude» «»400 vertrieben wurte» und die ^^«ae d« Humanität mt!' daselbst nicht »ehr rmfgiugl' Hand ans« -Her» glm nicht, daß die ־ ־ bitte, kmi MiW« .fl