Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1892-10-28 · 44 (28.10.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
44 (28.10.1892)
Date
1892-10-28
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/6492344-5935084-5959821--1306-5375216
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

IMnd Dr. Schall mit 8erder bürgerliche« KoLegien, die Borstärk der höheren instalstn, di« hiesigen evangelischen und kathoen Geistlichen und andere christliche Verehrer, vir tlbächtnißrek kielt Rabbiner Dr. Stößel, in kr er den erbliche,»» .als Muster der StandeSgewffse» darstevte: in wiflenschastliche» Streben begleitete ihn bis an sein Ende. : hatte alle Eigenschaften eines bedeutenden Menschen; al« zazelrrdner kernig, kräftig, ungekünstelt, saf: schmucklos; er üdigte aus religiösem Gebiete einem gemäß«,ten Fortschritte. ' e Pflichttreue und Eharakttrststigkcit blieben ihm bis letzten Athemzug. Zweimal wurden von Sr. Maj. verstorbenen König sein Wirken und seine Verdienste hohe Orden gewürdigt. Er kannte die Fa.iilien de« 1 Landes und stand jedem mit Rath und That bei. re Unsprachen hielten Rabbiner Dr. Herz-Göppingen enS der Raobinen, Direktor v. Finkh , amen» der' Jsr. ürchenbehörk. Lehrer Stern»Eßlingen nainender r, M. H. Goldschmidt namens de« israel. Waisen. « »ndFabrikantEllinger namen« kr WohlthätigkeitSine. Alle stierten seine hohen Verdienste und beklätzten den crzlichen Verlust, den die Württemberaer Juden heit erlitten. Emmtag findet ein Trauergottesdienst in de: Synagoge statt. Z»» Schka»»iß. Eine interessante B rwaltimgsstreit-! wird denmächst de» Bezirksausschuß beschäftigen. Gesetz,!ich sind dir Geistlichen und Lehrer an den öffentlichen ^Schulen von sämmtlichen Kommunallasten befreit. So war ^«A auch vor eini«n Jahren in Frirdrichstcdt, wo die versthstknsstn Konfessionen neben einander wohnen. Da wurde ,:-beschlossen, diejenigen Geistliche» und Lehrer, welche iiicht 'L.den Gemeinden der anerkannten Landeskirchen angehören, zu Om Gemeindesteuern heranruzieljeu. Auf Grund dieses Be- Fjchlvssts bliebe» die Geistlichen und Lehre, der lutherischen « und römisch-katholischen Gemc,»den von den lkommuaalsttuern ^lefreit, dagegen worden ost;enigen der rrmonstrantisch- ^׳rrsormirttn, der ineunonitischen und der israelitischen ^Gemeinde zur Zahlung derselben verpflichtet. Jetzt hat, den 9Lm zufolge, der Prediger der menuonitischen Gemeinde dem BezilttauSschiiß eine Klage eingereicht, welche dem- Wichst zur Entscheidung kommen wird.;Sie konfessionelle MtzVcheidung einer Kategorie von Sstuerzah'ern nach ,aner- 5 Iwnstn Lankskirchea" dürste unseres Dafürhalten« kaum fj|1li{flj) sein. — (Doch sie existier nun einmal. Dst israelitischen j: Gemeinden müßten in einer Gesammtpetition um Gleichstellung LHrer Beamte» vorstellig werder.) Ir yfndn, 20. Oktbr. (Or.-Eor) Am 14. I. Mts. ,Mndr die sterbliche Hülle de«Herrn kgl. L beramtsrichter Wr. Heinrich Berlin Hierselbst zv Grabe getragen. Der Kleider so früh, im 4L. Lebensjahre, Dah ngeschiedene war «i Tage zuvor (am Hoscharo-Rabbo) nährend der Ausung seines Berus» im Sitzuvgasaale ganz unerwartet von!einem Herzschläge betroffen workn, dem er nach einer halben Stunde cttag. Fast unabsehbar war dst Anzahl derer, die au« allen llschafts- und Berufskrristn berbetgeeilt waren, dem Berstnen die letzte Ehre zu enocifciu — Line Deputation des _ 'agistrats, an ihrer Spitze Herr!Oberbürgermeister Dr. S ch u h, »nstre Gerichte und Juristen ast vollzählig,, sowie Sbordugen der staatl. und städttstheu Behörden waren erschienen. Herr Rabbiner Dr. Liemlich hol, in eine« tief- ׳Empfundenen Gebet« (die Beerdigung faub am Simchath -Thora statt) die Tugenden und nachahnmuzswärdigeu Eigen- '«hasten des Lntschlastaeu hervor. Herr kgl. Oberlanksgrrichtsrath Geige! legte einen ranz nieder und betonte in den Aoschielrsworstn den vorich«: Charakter, die selten« Pflichttreue, dst unbeugsame ichkeit und die allgemeine Beliebtheit des aus ihrer risseueu. Mag auch diese allgemeine Bethätigung aufaeuicht »Stande'ei«,hLKlW»tt dertstslkternpaare» r wird doch hoffentlich das ldern, st Reste über den Tot.- «h hoff« Hinaosgehenden. allseit^en »armen Sympathst geemuet sein, lindernden Balsam in k« ihnen geschlagen« schmerzliche Wund: zu träufeln. Namentlich müchkm imr dies für den schwergebeugten Vater, den 8öi^hrigen Hofrach Dr. G. Berlir wünschen. Möge der Allvater das betrübst Herz des hochverehrten Greises, dieser Zierde unseres bayerische« Judenthums, wnder aufrichten und all« Lei »tragenden und Tranerv» den ttöstenl 14. L AAk». Auf einer Eonstrenz kr Westdeutschen Logen des B'uai B'rith-Ordeas wurde beschlossen, daß jedes Mitgln d der Logen vorläufig 6 Mark jährlich an das ,Kinderhei» zu Diezzu entrichten habe und ür dst ,KinkrheiiSMtt«/' in Bad-Nauheim 3 Ml jährlnh. Ferner beschloß dst ttoa«. serenz, eine anderweitige Zusamriensetzung des Generclcomitee'S zu veronlaffen, derart, baß dst einzelnen Log,» stärker darin vertreten seien. Auch soll dst Unabhängigbnt der deutschen Großloge von der am;rikenischen Constitution-.- löge aygestrrbt werden. Dst ,Frankfurt-Loge" hatte 1-ine Abänderung der Bezeichnung .Loge" und .Orden" l»«ntraat, da ja dst rinigung der B'uai B'rith-Mitgliedri: kein staatlich anerkannier ,Ordenist, sonder» jede Loge nur als Verein polizeilich angemeldet ist, und tbatsächlich dem BrreinSgesetze unterliegt. (DaS entspricht allerdings dem wahren Sachverhältaift^ — Auf dem Logrntage zu Br:«lau wurden di« Mittel und Wege brrathen, wie dem immer mehr zunehmenden In» djfferentismu« der Mitglieder gefterert und das Jnstrefse für den Logenbcsnch angeregt werden könnte. Man will dst Frauen für da« Logrnwesrn zu gew nuen suche«. Dst Lesstng» löge beantragte eine Aenderung des AusnahmeversahrenS. Einen besonderen Kitt für dst Loge» oerspricht man sich durch dst Errichtung eine« OrdenS-Warsenhauses; Offerten liegen von der Dresdener und Berliner Loge vor. Man fürchtet jedoch dst hohen Unterhaltungskosten, die jedem Mitglied« neue Steuern auferlegen würden. ES soll darüber in der nächsten Großloge lFcbruar 1883) berathen werden. OeUerreich-Uitgar«. Nrng» 2l. Oktober. (Or.»Eor.) DaS Leichenbegängnis deS RegstrunaSrath Prof. Kämpf war eine gewaltige Kundgebung der Liebe und Berrhcung einer großen Gemeinde gegenüber ihrem langjährigen Lehrer und Seelsorger. Di« Leiche wurde im neuen Tempel aufgebahrt, den man rin Werk der Bemühungen liämpfs um seine Gemeinde nennen kann. Denn ein unscheinbares und uiibedeutendeS Gebäude war die in den Tempi umgewandelte Altschul«, als Kämpf im Jahre 1845 zum Nachfolger des sel. Dr. SochS gewählt wurde. DaS herrliche Gebäude, das heute die untere Neustadt ziert, die einzige monumentale und geräumige Synagoge Prags, ist erst durch die immer mehr anwachsend« Größe des Vereines für geregelten GotteSdstast der Israeliten in Prag in Folge der unermüdeten Bemühungen seines Predigers Kämpf entstand«, . Düster mit der Farbe der T.auer war da» ganze Haus geschmückt, vor der kmnzel staub schmucklos der rituell aus ungehobelten Bretter» gezimmerte Sarg, den ein einfaches schwarze» Tu-d bedeckst, al» dst Todtenfestr Dienstag, den 19. October. prücike 2 Uhr mir dem Vorttage des Chorals: .Erhebe Seel« Deine Schwingen" begann. Bevor noch ein Wort gesprochen und gesungen wurde; füllst« sich dir Auge« Aller mit Thränen. Erschienen war di« Elist ver jüdischen Gemeinde Prags: Der Präses Dr. U. Rosenbacher, der Landessckmlrath Dr. Bendiener, derTeinpelvorstandM.Äeustadl/ä. Mayer, Dr.Schneider der Rector der deutschen Universiät Prof. Dr. Sachs, als Abgeordnestr der zechischeu Universität Pros. Pala cky, fast sämmtliche Mitglieder kr Repräs.-ntan-, das grsamo י binat Prags und -er Borone,! nit Ausnahme;£teät!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.