Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1892-10-28 · 44 (28.10.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
44 (28.10.1892)
Date
1892-10-28
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/6492344-5935084-5959821--1304-5375214
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

^duchholj, loSfr btndhtfrttnftrit a« Erschein«» verhindert - sei. »ad brautnrgt, die «nfereuz mö,L ihn ermächtigen, de« ariMimtai Herrn die Theilnadme der Mitglieder nnd deren , Wunsch für baldige Genesung schriftlich an«dräcken zu dürfen. Diesem Anträge wird allseitig zugestimmt. D Z * 8 zur heutig«» Konferen», »ofi׳r demselben der Da»k der v«ri»«mel»ru rotier« «rd. Der Borstmntr «heilt ferne, wtt. dost dl« 1« der »oriährtge» Louferenz «rnoant» So««tsfion zur Dtellueaaahmc zu» geblttz'schen Schulgeseberilworf ü» März b. I In Leer zusaw- «en-elrele« sei. von ein»» Borgeheu gegen denselben oder Abstand nah»«. Ter Vorsitzende ertheiit nun dem Kollegen Reuß- Neustodt-Äödeuda- Wort zu seinem Bortrage über da« Thema: Die Vorbildung dejüdischen Lehrer«. In mehrstündiger. Red« führt Referent folgende« au«: Der Ernst der Zeit, der eine«thriis bei unseren Hassen« in der Verunglimpfung unsere- Glauben» und unserer Schriftwerke, anderntheio aber auch bei einem großen Theile unserer Glauben-gcvofsen in der Glrichgiltigkr,t gegen jüdische Interessen und m der Unwissenheit auf religiösem Erbiete sich kuudalrae allen maßgebenden Personen in unserer Glauben«- nifchast die Pflicht auf, wirksame Mittel zur Besserung ache de« Judenthuwoutzusuchnr und anzmvenden. Der jüdische Lehrer fei vorzugsweise dazu berufen. Keuntniß oosrrrr Religion und unserer Geschichte unter der jüdischen Jugend zu verbreiten, Lebe zum angestammten Glauben zu ppavzro und die Schüler zu einem tugendhaften charaktervollen Leben zu erziehen Ein Thril der Lehrer aber sri »egen feiner ungenügenden Vorbildung im Seminare nicht im Stande, diese hohen Aufgaben zu lösen. Wohl haben strebsame, gewissenhafte ältere Lehr«r den Weg vom Irrth»m zur Wahrheit gemacht, allein een großer Theil unserer Berus-geuossen fei auf dem Niveau der Seminarbillung stehe« geblieben, di« al« mangelhaft bezeichnet «erden müsse. Vor allem ermangrln die jungen Lehrer der »öthlarn Ber׳ trautheu mit der Methodik de« aesammten Religion«- unterricht«, der doch bei seiner hohen Wichtigkeit ganz gewiß planvoll und zielbewußt erlheilt zu werde» verdient. Der Unterricht in der Methodik der Religion-gegenstände aber werde in mehreren jüd. löeminarien vermißt und in unserer Litteratur fthlten gänzlich ,methodische Anlveisungen zur Ercheilung der verschiedenm Zweige de« Religion-unterricht«", sonne methodisch angelegt Schulbücher. Die Schuld an diesem Mangel treffe Rabbiner, Lehrer. Seminardireltoren und Seminarlehrrr. Auch die Lebrrrkonserrnzen führen in dieser Beziehung nicht zum erwünscht«Ziel, weil auf ihnen zu vielerlei verhandelt rverde. Referent ist der Ansicht, daß der D. I. <§. B. in die planlosen Berathungrn System dringen, die gefaßten Befchlüffe sichten und veröffentlichen und ei, Lchrerowa» schaffen müsst. Bon den Seminarlehrern verlangt Referent, daß sie tüchtige Borbllder in der Ertheilvna de« Reliaiontunter!icht» seien, und daß die Methodik desselben in Theorie und Praxi« zu einer besonderen Disziplin de- Senncharnnterricht« erhvb»» «erd«. Was den Unterricht im Hebräischea. d. h. in Bibel und Raschikommentar betrifft, so müsse derselbe auf Grundlage tüchtiger -ramm. Krnntuiff« erlheilt, dir «iiailieu, die zugänglichsten »Helle de- Talmuduad der moralisch-philosophischen Werte aber müßten mehr wissenschaftlich betrieben werden; endlich verdiene auch der Unterricht in der nachbiblischen Geschichte einen hervorragenden Platz i« Lchrplan Die Anforderun« gen, di« an den Lehrer hinsichtlich der Nebenämter gestellt «erde««, erheischen im Seminare weit mehr Beachtung, al« diebislang geschehen, auch werde d.׳r Charakter- und gesellschüftlichen SBiU'ung de« Seminarzöglingzu «venig Augen« merk geschenkt. Daher sei eS nöihig, daß 1. der Unterricht i« Vortrag der Gebet«, in »er Musik und in der Homiletik in den Lehrplan außfenommen und 2. da- Internat aufgehoben oder doch beschränkt werde. Endlich sei ei aber «pchnü^derlich, daß ׳modelten« eine fremde Sprache, mu »rsteo französisch einen odllgatorischen Unterrichtsgeaenchiud im Seminar bilde. mdeß da« Seminar diese ertoeiterte» Ziele zu erreiche» im Stande sei, müßten sowohl größere Ansprüche an da« hebritischr Wissen der in da« Seminir rintretendeu Ähüler, al« auch an die praktische Befähigung der Seminarl e h r e r gestellt werden. M t dem Seminare seien di« »löttzigen UebungSschulen zu verbinden und endlich sei der llnterrichtSkursu« aus »ter;fahre auSzudrhnen. — Der Borj trog, der fast drei Stunden dauerte, mufrt wegen Berrichtung de« Minchogedetr« unterbrochen werden. Bei Eehluß I de- Referat« dankt der Vorsitzende dem Herrn RefrreutlM > für seine nmfaugreiche, von großem Fleiß zeugende Arbech ׳ worauf die Diskussion eröffnet wird. De. Aiat-Aurich stell! t, Anbetracht ber vorgeribttei, ^!age»- ft an de zwei Anträge; >. Da« zweit« Ihema »ber vaterländifä« Ge» -schichtsunterricht nach den Llserlstbe» Erlassen", von der Tageäorbnirrg abzirletzen, und 8., erst morgen in di« Debatte über den eben gehärren Bonum zu trete». . Seltg-Emde» wendet sich namenliich gegen den ersten Antrag, da «i» der L,4aesprochrn» Wunsä, de» Herrn vandiaddlner« gevest«, da» genannl« Ihvna hier verhevdelt»» sehen, wo* auch ber Bonpexb« beftältgt und unterstügt. Auch Gem.-Vorsteh« P e l 4 spricht für diesm Anirig. bei nun znm tieschlutz erboben wirb. — Der zweite < 1>tr»g de« Herrn Dr. Fiat wird mit Stimmen Mehrheit angenommen Zu den nun solgenden »freien Besprechungen" bemerkt zunächst der Vorsitzen')», daß dain unseren -Säfule» ringeführte Hoestrr«. Richter'! che Lesebuch gar nicht genüge, und lenkt da« Augenmen der Versammlung a׳׳f ein neue», von R. Hohn herau-gegebeue- Lesebuch für die Unterstufe jüdischer Schulen. Seligichlägtvor, für unscreBerhältmffe rin besondere« Lesebuch zu bearbeiten und zu diesem Zwecke «ine Kommisstim mit der Ausarbeitung desselben zu betrauen. Dr. Fink meint, rin solche« Unternchmen sei nutzlos, da man für ein derartiges, nur für einen kleinen Sre!« berechnete- Werk wohl schwerlich einen Verleger finden r»ürt>r. Gem.-Borsteher Pri« erwidert, dag unser« Geminden und der D. I. G. G., wenn sie in richtiger Weise übrr die Nothwendigkeit einesolchen Buchebelehrt, mit ihren Mttrla du« Unternehmen fördern würden. Dr. Fink entgegnet, er spreche aus Erfahrunoh wm» er sich erlaube, Zweifel in die Behauptung de« Borr.'dner« zu setze». Herr Pel» ermuntert indes die Versammlung, nur getrost eine Commission zu erwöhle» und bei Fertigstellung de- Manuskript« »ich veiNraurnsnoll an die Gemeinden zu wende». Da niemand dagegen ist, so wird eine Lommissiim zur Ausarbeitung eineneuen Lesebuche» gewählt. Die Wahl fällt auf die Herrn: 1. Lery-Rorden. 2. Dr. Fiak-rlurich, 3. Celig-Tmden, 4. Reuß- )ceustadt-Goeden- und ö. Wolfs- Auinch. Ewird nu« zur Borstrind-wahl geschritten. Ernstimmig werden gewählt bezw. wiedeugewählt: Levy zum Borst»enden. Selig zum stellvertretenden Vorsitzenden uad Wolf zum Säfnstführer. Alle drei nahmen die Wahl an. Für die nächstjährige Konferenz wird Folgend!» oestimmt: Kollege Meyer-Bentheim übernimmt Lehrprox und Referat: »lieber jüdische Lebensführung". Schweitzer al- Referent und Selig al- Korreferent wollen da- .Lhema: ,Der naturkundliche Nntrrincht nach Le ben-gemeinsci Elften" behandeln. E« wird noch bestimmt, daß da« Refei.at bizun 1. Juli 18SS eingejaadt sein muß, und dllß als Tage der nächsten Konferenz vorläusig der 15. und 16. August . festgesetzt und Emden al- Ort der Versammlung t»stimmt werden. Der Vorsitzende wird »rmächtigt, auch Gäste z«ü'M1«» ferrnz rinzuludea. Damit ist die heutige Tagr-ordmlug schöpft; der Vorsitzende schtiel-t die Versammlung. Die! Koaferrnzmitglirder verbliebe» den Abend über 0*4 Brisammeasem im VereiaAokal«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.