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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-28 · 44 (28.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
44 (28.10.1892)
Date
1892-10-28
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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€anbmrtfi bet JndeuthumS zur ethischen Bewegung hibeu «ir jüngst m diesen?lättern festzustclle» versucht, — Linen chrlichea Antisemiten baden wir bisher unter den Führern lneser Schaar noch nicht entdeckt; Herr Astfalck gilt in unseren Augen für nicht« Besseres als einen Antisemitrnhäuptling: daß er sich so energisch sträubt, das zu scheinen, waS er ist, gilt uns als ein Zeichen dafür, daß er im Punkte der Ehrlichkeit jedenfalls nicht besser als seine Kameraden ist. Pie geplante Wiener ^ouferenj. H. WoS nun Wien anbetriffr, so haben wir allerlei Gottes« dienste. I« den Gotteshäusern der Gemeinde ist der Ritus Mannheimer," wie er 1826 eingeführt wurde; die orthodoxen Juden haben ihre Synagoge mit dem Ritus, wie er früher üblich war; eine noch tiefere Couleur hat der Gottesoienst in der Synagoge Schiffgasse. Die galizischen Juden haben chr eigenes Bethaus und dir Chassidim verrichten ihre Andacht besonders. In der Synagoge im VI. Bezirk herrscht der Mannheimer-Ritus, es wird jedoch auch die Orgel da» selbst gespielt u. s. w. Man sieht also, daß man hier Ab- Wechselung hat und sind so ziemlich allerlei Riten bis auf jene der äußersten Reform vertreten. Die meisten wollen nun nicht, daß in dieser Beziehung etwa« geändert werde und wünschen wir, daß man die jetzigen Synagogen mit ihren verschiedenen Riten bclaffe. Es denkt auch kein Mensch da» ran, sich in dir internen Angelegenheiten der Privatbethäuscr einzumischen. Wir wünschen aber auch nicht, daß in den BethSusern der Gemeinde etwas Wesentliches geändert werd«, da der Ritu» thatsächlich den Anforderungen und dem Bedürfniß eines großen TheileS der Mitglieder der Gemeinde «ntspricht und findet man die Bethäuser nicht nur an hohen Festtagen sondeni auch an gewöhnlichen Sabbathen gefüllt. Ich gedenke in dieser Beziehung stets eines Ausspruch«, den ich wiederholt vom sel. Prediger Mannheimer Härte. Dieser jagte nämlich: Ich habe nichts gegen Reformen beim Gottesdienste, wenn ich wüßte, daß dann mehr Leute in da» Gotteshaus kommen. Wie jedoch die Sachen liegen, kann es kommen, daß der Eine oder der Andere, wenn Reformen eingeführt werden, vom Gottesdienste wegdliebe, dauernd ge» Winne ich jedoch Niemanden. Auf Grund meiner eigenen Wahrnehmungen und der Kenutniß der Verhültnifie kann ich »un ganz und voll diesem Urtheile beistimmen und würde «S geiadezu als ein Verbrechen betrachten, wenn man an dem Ritas, wie er in den Bethäusern der Gemeinde besteht, rütteln wollte. Nun kommt das: Aber. Der Gottesdienst wird hier fast ausschließlich in hebräischer Sprache abgehalten. Ein großer oder der grüßte Theil der Heranwachsenden oder der in den letzten Jahren heranaewachsene» Jagend versteht jedoch kein hebräisch und derselbe Fall tritt auch bei den Frauen eia. Dazu komm» aber noch Folgendes: Die Heranwachsende Generation findet in dem weitaus größten Theile unserer Gebete keine Erbauung. Ihr liegt der Wunsch ga« fern, daß t«r blutige Opferdienst wieder hergesteüt werde; sie sehnt sich richt darnach, daß ein jüdische» Reich wieder erstehe und es nnkhet sie ganz fremdartig an zu glauben, daß «in Sprößtiug Davids Sen Thron besteigen werde n. s. tu. «. s. w. ttior kurzer Zeit schüttete mir gegenüber ein junger Mann, dessen FamiUe zu den angesehensten gehört, sein Herz aus. Er «seilte mir mit, daß er am Jom kippur vom Abend bis zu« Abend faste und fleißig bete; da er jedoch de» Inhalt vnßtz Gebete nicht kennt, so dachte er deutsch zu beten, um düAWycht zu erhilheu. Doch da kam er aus dem Regen «WtzLrnuse. Cr,betet« um Lrrgebung von Sünden» die er n« begang«, da er iriegnauSi ober *»1״.. und da dacht« er, es sei besser, nas er nr-tk! »ersteht, |» beten, statt krartige Bitten aaszusprechea. ßebaa luc •tantiba• fragt es sich, ob t!l nicht aaae» messen' wäre, «inen Gottesdienst einzurichteu, der für »c« Heranwachsende und für die herangewachsen« Aigend, sowie für Fraum und für alle jene, die eben «inen anderen Gosichtskreis Halen, als man früher hatte und' mir ihn noch hente viese hoben, angemessen wäre. ES ttire eine diesbrzüaliche Abhilfe um so aagemeffencr, wenn m«n nicht will, voß ein großer Theil der Mitglieder bei: Gemeind« dem Judenthum ganz entfremdet werde: und da so viele Riten vertreten sind, so fihe ich nicht em. warum nicht auch dieser Richtung Rechnung getrogen werde. Meiner «!,maßgeblichen Meinung nach hat die Reform eben so viel Berechtigung, wie der Chassidismus. Derartig Verhältniffe, wie sie hier ir! betreff de» Got». tesdienstes tnftehen, finden sich wohl in jeder größeren Gemeinde und wäre «S dringend nothweadig,. t«a Vorhändenen Uebelstäiide« abzuhelfen, damit nicht di« Zelt komme, אחוריהם אל היכל ד .da man dem Temi«l ganz den Rücken kehrt." Ich habe schließlich noch ein Moment zu erörtern. Der Vorstand wendete sich an einige Großgemomden und zwar motivirtr er diesen Vorgang damit, weil tie Großgem«aden beispielgebend unlf wirkend sind. ES ist׳ utß.1c Frage, daß dieser Satz den Erfahrungen entspricht rnd will ,ch nur darauf Hinweisen, daß der Wiener Ritus, wie er 1826 ein» geführt wurx, zahlreiche Nachahmung im Inwie im Aus- »ande fand. Das gleiche ist der Fall in betriff des Jugend- S... .. ־ '־' ־ dott die Bemerkung: In Prag wird dieses g:betet. Es fiel jedoch Niemandem ein, anzuführen, was in tiefer oder jener kleinen Geoieinde gebetet wird. Richtslestoweniger wären wir gegen jede ,Exclusivttüt-. Wir wünsch«!,, daß Bertreter der großen Gemeinden, Männer der Wissenschaft, und zu diese» zühle/1 doch auch die Rabbiner, fowie Personen, die eine geachtet oder gar hohe soziale Stellung einnehmen, bei diesen Konferenzen erscheinen und dann soll kommen, wer - da will. Bei den Katholikentagen rrschei,«a Kardinäle, Erz- und Bischöfe, Fürsten und Grafen uud breite Schichte» aus dem Volke. In ähnlicher Weise soll es auch bei diesen Kouferrnzen geljaltrn «erden. Wir können nur wünsche«, daß die hiesige Gemeind^ welche das gute Werk begonnen, dasselbe auch äusführe» wird, uud zweifle ich nicht daran, daß dies« Konsiwenzea Heil -- und Segen bringen werden. ArotoLsk über die VHI. Krnfere», »es Verein» »er tsr. Lehrer und Knltnsdenmlr» de» Lnnbrnidtnel» Emden. Erste Sitzung a« 30. August 18V3, nachmttiags 4 Uhr. Kolle,je Levy-Norden eröffnet »ls Vorsitzender des i Vereins w,t eine« tiefempfundeneit Grietr di« Sitzung und bwrüßt dcraus mit heimlichen Worttn Itie diesmal rrchrzatzlreich erschienenen Kollegen*), sowie 1*11 all» Gast theilnchmendea Gemeindevorsteher Herrn Jaküb V>:l s « Emden. Er! spricht zugleich sein lebhafte» Bedauern vorüber au», daß das Ehrenmitglied »es Vereins, Herr- Lrndrabbiner Dr, ' 1 U»»«s«»d»arendietzerr«»: »««ckndevorfteyerJ.HN» Smdr». Sol>egeu Lev,.Norden, Dr Ziivk-Aarich, Seliipit»rd»,L<tz2ritztr- «ordea, Up>L«d»«, tteuz- Renft-rdt-isödens, Üuonkmostt-Lrgesack, -V vraa,»berx--ape«b«ra, Luerdach-Lcharmbeck. Up-WUmunw,; tzta-Awer, Levy»S«äck, Lrvtz-Vtngen, Arqer-Hdnttzet», de Brtesi Veen«, Kapost-tstew», «alss.N»rtch »«»>» - Lchnrmbes H« «^yetm, das, er o« seine« Amte zu» " rückgetrete» sei ^n» daher ans de» Verein« sHettzi.

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