Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 43 (21.10.1892)
- Date
- 1892-10-21
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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. »drangen, die mfl» dcmnl» mqcht« hätte» jedoch diesmal sßrnutzt werden »SW». Lomal» stellte ma» nämlich eia Programm auf. Ä! Wie der Gotterdienst in der Landeswrache gehanen «er!)en u. f. w. Mon. hat jedoch alle diese Vorschläge über Bocv geworftn, da ktt'MitNird» der Aonstrenz uicht über theologische Fragen mtjcheiden wollten m»d «an berieth. io welcher?Seist Galizien kulturell zu für- Hern wäre. »• ' In der jüngss«ssolgbm Einladung wird auf den wunden Mmkt, den Jn-ifferrntiSmus, Angewiesen.-Die-׳ Loa- >.f»«nz sollte berathm. w׳e demselben in wirksamer Weise ab- ׳gehlüst« werden konnte; aber eigeuthtmlich genug wird aus- ,־ drücklich herdorgehoben, daß dir Konjirnz mcht in das theo- <-logische Gebiet, welchcs die Domäne der Rabbiner ist, eingreifea Molle; V& die Konferenz selbst nicht «>S Fachmännern besteht, j: Nun sind wir wirklich neugierige zu erfahren, wie man deratlieu will, in welöjer Werst dör religiöst Jndifferrntismus zu bekämpfen wäre, wenn man nicht weih, waS erlaubt und was venwtrn ist.' Ikompect legt in Iier Novelle: ,Die Berlor'ueder Großmvn» die Worte in den Mund: ,Nicht sollst Du wissen, wr« man alle» thua darf." LS ging ganz gut.«in, daß in Koblenz Kanfleute rc. darüber berathen konnten, in welche: Weist die kulturellen. Verhältnisse i» Galizien gefördert werde» könnten. An die-" sen BrrathunKn hätten auch Thristen, die da» Herz aus dem rechten Flrch habest. theilnehmen können, aber wie dem «ligiöstn Jndifstkentismu» beizukom neu wäre, da müßten »doch anch Fachmänner, stten es Ratbin« oder Männer,- die mit dem jüdischen Schriftihume vertraut sind, gehört weiden.; Nun ist es gewiß wünschensweith, daß Reformen ׳ein- ^nskhrt werden. Ich unterscheide je>>«h in dieser Beziehung Deformen beim Gottesdienste und R< formen im Leben. WaS den letztem! Punkt betrifft, so ist e» außer Frage, daß Sichre und Leben gar oft in heftigem Konflikte stad, der bei der Jugend um so ärgerlicher iftr* S! kommt nicht selten . der'Fall vor, daß'der Lehrer di« Schüler über da» Speist- -Itsetz belehrt; in der Unschuld ihrer sstrzen essen jedoch die Irinder während de» Respmums eine mit Schinken belegte lSemyiel. ES ist mir strner folgender Fall bekannt: Ein Lehrer ^rägt Gymnasialschülern die Sttlle Lsodu» 31.14 >dor: ^Beobachtet den Sabdalh . . , wer ihn entweihet, soll -etödlet werden u. s. Hieraus erhebt sich ei» Schüler und stellt in bescheidener Seist die Frage, ob e» wohl gestattet sei. Jtafe man am Sabdath schreibe. Der Lehrer verncuit dkffe^rage. Hieraus bemerkt der Schüler .Dann find wir alle (seine Mbschül») de» Todes schuldig, denn wir schreiben am Sabbat-.' Doch ist es wohl unnüthig, weitere Fälle anzusühren; aker es kommen auch virle Mille vor, wo Lehre und Leben i« Konflikt sind, dcr stdsch behob;« werden könnte. In solchen Fällen könnten Konferenzen, die. auch von Fach- »äuueru besucht werden in welchen die Geister auf einander platzen, Gutes stiften. Bon besondrer Wichtigkeit wäre es, wenn derartige Fragen wiflen schä dlich behandelt würden, wodurch sich manches arider» gestallte. Ich will die-bezgl. nur zwei Beispiele auführen. Ich bin in einer stammen Gemeinde in Mähren geboren and erzogen. Mcr, hielt e« für sttenge verkost». am Paffahftste Hülstnstüchti za ge- Dießen. Nachdem dann vom Rad rin» Fasset (lxnaals in rroßuitz) in der Schrift ״SRti*■ und Hülsen ftüchte an Passah-;ste ׳.klaubte Speist«" (Prag 184!) der Nach«« » «führt wurde, daß diese gestattet stien, fing «an an, di:selben zu «flea, und heute denkt kein Mensch mehr daran, küfle Mah- NmaBmittel am Paflahstste nicht zu genießen. Si, andere« Beispiel: Bor etwa SO Jahre« gal׳ es in meiner Heiniaths» gemeinde nicht eine einzige jüdische Frau, w-lch« irr eigene» Haar frei getragen hätte. Al» dann eine Fra», die dahin «cheirathet hatte, auf lem Woche« markte!chi» GlBäust de- «WnDallte und mit^cheem eigrue» HaDstMMMGde^sie «rd Höfte"giebt ־B hkstsbK.' uk ichhöft; mit selten ehr Fm», die nn?ograarnte* Srhkikktt trügt. Wie man aänr« sich «riß, ha» Rabbis» HsttzHyittKohn. fiüher in Hohem«» dan« in Lemberg, der so uugkücklich cudete, diesbezgl. einen Artikel in der Geiger Me» Zeitschrift" veröffentlicht, welch» nicht ohne Erfolg gelsiebe» ist. Wir wolle« strner daran erinnna, daß i>« Lauft d» Zeit die Meinungen übst da», wa» anf religiöse« Gebiete mehr od» wenig» wichtig'ist, nicht seiten gewechstlt wurden. Al» Beispiel führen wir au. daß in alt» Zeit die Reinigung»- gesttze einen große» Rium im Leben ei.inahmcn. Besitze» wir doch einen ganzen Tractat, Tuharoth, der sich mit diefm Fragen beschäftigt. Heut« haben jedoch nur äußerst wenige dies» Fragen avlurllrn Werth, oder richtiger, si« sind fast ganz außer Kur» gekommen. Umgekehrt wird» wird in nbtt frommen jüdischen Hau »Haltung großer Werth auf Milch- und Müschgeschi» geligt aud würde man daselbst durchast^ nicht Huhn mit But!rr genieße In alt» Zeit jvdoch.war li» ivd«r jadioe•, ob da» Gebot: Du sollst nicht kochen da» Zicüern in d»,M1ch sein» Mutter, auch auf Vögel Bezug hat, da sie doch überhaupt keine Milch haben tind thatsächlich wird berichtet, daß man im Orte Joffe'», kes Gallil仫^ Huhn mit Butter genoffen hat. E» dürfte daher, s» Manche Fragen geben, die, wnia objektiv wifstnschastlich »Srterk, zu neuen Resultate» führe« möchte. Eö muß jedoch betont werden, daß bei derartigen Fragen ׳, ■־־ eine Jnterveuttoa von außen nicht eingeleitet w»den kann. Man kann uicht in Küche und Keller eindringen und RrligiouSAiVkige» adstrllen. Mar hat e» bei uns in Oesterreichwiederholt-versucht, die Behörden zu veranlaffen, den Juden׳ zu verbieten. am Sabdath ihr׳: Eomtors und Läden zu. schließ _ ptn (der erste diesbezgl. Brrscch wurde von R Mose» 2of»^K in Preßdurg im Jahr« 1823 gemacht), doch dir Regierung "^" wollte nicht darauf «ingehen and ebensowenig wollte si« es ׳ zukaffen, daß Juden, d« den Sabdath entweihen, nicht zur Ablegung eine» Eide» zugelasstn werden zollten. E» mich dah» Jedem über laßen bleiben, nach sein« Fayoa stlig zu w»d»n. Anders ljegcn di« Dinge in betreff de» öffentlichen GotteSdienstr». Da hat tfo Gemeind« rrsp. d» van ihr gewählte Borstand im Bereit mit dem Rabbin» od« Prebig«, soweit demstlben eine Jngerenz zustrht, die Macht, .. . Beränd»angen vorzunehmen. lSchlr h sslgt.) Berichte «nd lLorresponde«ze«i Denkschlend. M«ßßeD»r1. Eine neue Proklamation de» Sir Goldshmidt vom 1v. August diese» Jahre» «rüfientlicht di« in Marschau -erscheinende hebräische Zeitschrift ,.Hazefira", bst wir in wortgetreuer Ueoerseswng hier wirdergeven: ,Unstre Kolonien euiw ckeln sich zwar langsam, ab« zusthmd« und uuunt»brochm zu unstr» Freude und Genuathuung und zum ewigen Heile d» fleißigen und braven Lotouisti-n. Die Schwierigkefteu und Hiuderniffe, mit denen ich noch imm» zu tämpstu hob«, sind geravezu unbeschrriUichk Denn eil ist sehr schwer^, zuverlässige, tüchtige und arbeitsfähig« Männtt zu staden. ü)ie Häuser sind schnell hergestellt, di« bereit» von sehr virlen Kolonisten seit läng»» Zeit bewohnt werden. Diese Familie» leben glücklich «ad »usrirden; sie «!richten im Schweiße ihre» Angesicht» die schwerstrw landwirlhschaftlichen nnd Ke!d-rrbeiteu ganz allein mit ׳ Geschick. Al» ich nach Argentinim kam fand ich in allein' über 600 Familien, lauter faule, trüg und ufij&febm Snbjefte. dmen ich sofort« ~ > ietdmiii'