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Israelitische Wochenschrift · 1892-01-01 · 41 (6.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
41 (6.10.1892)
Article
Beilage zu Nᵒ 41-42.
Date
1892-01-01
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Koklerg, Li Octob«. — Am 1. Cd ober d.Js. vollendete unsek' Mitbürger, der Rentier Herr Mrritz Frked! aeisdtt.' stst, 70. Lebensjahr, und da der Jubilar seit 184$ mitten im öffentlichen Leben steht» auch säst vier Jahrzehnte hindurch du hiesig« Stadtverordnetenversammlung an-ehött, und emen bnvorragniden Lnthe'ch au der Verwaltung unser« Stadt und unstres Badeorte» genommen, da^er eudlich au der Schöpfung zahlreicher, gemeinnütziger und wohlthütiger Anstalten, und Vereine unserer Sradt sich in ganz besonders heruorrageuder Weise betheiligt Hat7,nnd ihreu tzerpoltunqSorganen noch zur Stunde augrhLrt, so fomite ei nicht f&kai daß dir Frier t<s Jubelgreises aus dem engeren Rahme« eines Familienfestes heranstrat und zu einer allgemeinen öffentlichen sich gestaltete Wegen des auf Sonnabend fallenden Bersöhnungstages war die Feier aus den 2. Oktober v«legt worden, und es war in unserer schlveren Zeit der Verhetzung und Verbitterung eine erquickende Herzensfreude zu sehen, wie sich aus allen Bcstrintnisscu und Gesrllschastsschichten Deputationen und theilnehmevde Freunde um den allbeliebten Jubelgreis drängten, um ihm ihre Wünsche darzubringen. Schon am frühen Morgen wurde chm von der Musikkapelle hiesigen Regiments v d. Goltz ein Ständchen gebracht, um seine Verdienste als langjähriges Mitglied der hiesigen Ladrdircction zu feiern. Den Reigen der abgeordneten Deputationen «öffnete um */, 12 Uhr Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt mit einer feierlichen Ansprache, indem er in herzbewegenden Worten den Jubilar begrüßte, sein Leben und und Wirken in der Familie, in der Glaubcnsgemeinde, in d« Stadtverwaltung und in der bürgerlichen Gesellschaft in kurzen kernigen Worten zeichnete und ihm die Glückwünsche der Gemeinde brachte. Ihm schloß sich der Kaufmann Herr Hermann Bernhard an der Spitze des Vorstandes und deS Repräfentantenkollegiums der hiesigen Synagogrngcmeinde, welchen beiden Körperschaften der Jubilar fast eiu halbes Jahrhundert angehört, mit einer herzlichen Ansprache an und übureichte Namens der Verwaltungsbehörden d« engeren Glaubensgemeinde eine künstlerisch ausgestattete Adresse. An d« Spitze der Direktion des hiesigen BereinSsoolbades, das der Jubelgreis mitbegründetc, und dessen Mitdirrctor er seit Achren ist, erschien Herr Ehristiani und schilderte mit iieredten Worten die Verdienste desselben um die gemeinnützige Anstalt. Ter Vorstand und das Kuratorium des jüdischen Kurhospitals, zu dessen Mitbegründern Herr Friedlaendec j ,^hört, war durch die Herren Jakoby und Stadtrath Linden« j Hayn vertreten und ehrte den Jubilar ebenfalls durch eine prachtvolle Adresse. Der langjährige frühere Stadtverordnetenoorsteher Herr Speck begrüßte als Direktor der Borschußkasse, an deren Spitze Herr Friedlaender bereits seit Jahren stehh den Mitbegründ« dieses gemeinnützigen Vereins und schilderte seine vielfachen Verdienste um denselben. Herr Heinrich Brandenburg brachte die Glückwünsche deS hiesigen jüdischen Armen- und Krankenpflegevereins, und zuletzt erschien daS Bureau der hiesigen Stadtverordnetenversammlung. dessen gegenwärtig« Borsteh«, Herr Rechtsanwalt Bentz, die Derdiesste des Julnlars als Stadtverordneter in warmen und beredten Worten feierte. Der Magistrat hatte schon vorher Herrn-Friedlaender durch ein herzliches Glückwunschschreiben geehrt. Tief ergriffen nahm der Jubelgreis die ihn ehrenden Huldigungen entgegen und ermiederte dieselben in seiner schlichten, bescheidenen Weise mit einfachen und herzlichen Worten. Dre Fei« schloß mit einem reichen Morgenimbiß und lauge bis m den Nachmittag hinein blieb ein Kreis herzlich theflnehmend« Freunde bei Becherklang um den Juae versammelt, wobei noch so manches sinnige, h«zliche - treffende Wort gesprochen wurde. Möge dem verehrten belgreis, d« in selten rüstiger Kraft seinen Ehrentag deg, noch ein lang« heiterer und fröhliche: Lebensabend chstden sein! '2T5r Ler'SLMrlgej Geburtstag Ludwig «ossuth's gab. IhvkoMssung zur Feierl l d« historischest PsjSnlichkeit de- Päwoieaäu gll« Kreisen des NamandeS.' Bei "der abweichend«.Meinung deS'S>f stierten ab« von der staatsrechtlichen ^fste uitsereS LaaseS/s der Bereinigung desselben mit Oesterreich'» Land und Laif der Biwstand d« Pest« RekdoüS-GetnsinÜ^RchhStags-., gewMestr Moritz WShrmann, lekstd/iaetcher mit rWigeij Takt tie Veranstaltung einer GeburlSststfri« in d« hau städtischen Synagoge abgclehnt hat. Die Ration fühlt weiß, ivelche Dankbarkeit sie den MSnmrn schuldet, di« Saatkörn« d« Freiheit in den Tod« de; Vaterlandes gesto haben, welche nun zu vollen Früchten ausMgangeu find, mkf den« sie den Altar der Liebe zum gekrönt« konstitutionell« Landesvater, dem Kaiser und König, schmücket. — Me Seuche deS AntistmittSmus hat G. s. D. in UaganM aufgehört und ist auch in Oesterreich im Erlöschen, oie Seuche^ der C,'»ol«a hat ab« leidet ihren erschreckenden Einzug die M Anarchie gehalst« Wohl soll die Andacht in den GvtstO» Häusern nicht unt« den BorbeugnngS - Maßnahmen leides hingegl!n aber möchten dst AndachtSstätt« gelüftet und d«. Gesuarheikspflege jene Rücksicht und jetie» Recht einguäumt wnder:, welches dst Religion gebietet, und sollte den Stimm« wohl lein Gehör gegeb« werden, d«en dst «starrt« Forme» der Religion Alles und Zstl und Inhalt d«stlbeu, dst ethische Wohlfahrt und Erlösung d« Mensch« aber stemd ist. Ü׳«tk«y a. d. Neisse, 28. Sepstmb«. H«te Skache mittag 4 Uhr fand die Einweihung hiesigen neuerbaast» israel. Tempels unter regskr BetheUlgang d« gesammten Bevölkerung statt. Dst Ehrengäste, stimmtliche staattichn, und städtischen Behörden, mft dem Beziikshouptnumn und dem Bürgermeister an d« Spitze, fandet sich im GotstShause ein. Der Culkusvorstehe.״ Hr. Daniel Mendl begrüßte btc. Erschienenen und hielt eine hnzliche Ansprache, in welch« er dankbcr des Schutzes gedachte, den dst Jod« von Staat und Stadt genießen, so daß sic nun eine Stätte ihrem Gotte»»^ bieafte widmen dürft n. Der Redner schloß mit einem auf Se. Mastftät dm Kais«, in welche dst Versammelten j begeistrrt einsttmmstn. — Herr Bürgermeister Posselt hie^ j hierauf eine kurze Ansprache, in welcher er «. A. sag j An dil-stm Baue Hab« Menschen mitgearbeitet ohne Unterst j der INationalität und Conf-ssion. Müge von ihn; Fi auSgehen, daß wir geeint gegen gemeinsame Feint« kämp.! können. — De-Erbauer de.« Tempels. Sanrarh Z ti aßny Wien, gab dem Wunsche Ausdruck, da- HauS möge zur Ehre^ des Baumeisters der Welt Frstden und Liebe fördern. —' Run bestieg Rabbiner Dr. Lisch aus Prag, d« gerade 1 20 Jahren (noch als Breslau« Seminarist) dst nsst» dischen Predigten ,n Gablonz gehalst n hatte, die Sa entzündete das ewige Licht und sprach dabei: ei« jüdr. Gotteshaus wird geweiht, indem eine iwige Lampe entzün wird. Denn im jüdisch« Gotteshaus; gibt eS keine י~" kein Wort, kein« Gedanken, der das Licht scheuen , Licht, Liebe, Segen soll von nun ab auS diesem Hanse strahlen.^ Hier wird täglich der Segen Aron's gesprochen w«den, welchem Frstden von Gott erfleht wirb für alle Völker» 1 alle Völker, für alle Menschen, dst Söhn« eines BaterS Himmel sind. Wst einst Salomo d« ersstn isrnelitif" Temp'l weihte, indem er betete, laß di>; Gebete aller in d selben erhört w«den sollen, welcher Nalion sie seien, so ich Erich Alle mit dem alten Gottesegen. — Nach warm«mpfundenen Ansprache des znküttsttgea Rtbbiners Gablonz, Herrn Dr. Bannet, der trotzrem er ei» Gl .

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