Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 41 (6.10.1892)
- Article
- Beilage zu Nᵒ 41-42.
- Date
- 1892-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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£rtotu»g -ei der Aereidis«»^ der Krslchreserviflm. Kan RabWner Dr. Singer-»obleaz. 1. Einleittnda Besang. 2. Rezftatton bt« Psalm 21 in hebrüischer Sprache •am Kontor und Wiederholung desselben durch den Rabbiner. 3. Ansprache de» Rabbiners:;,v Di. Bt.l Ihr stehet heute vor Sem Ewigen. Eurem §Etattr, um im Hanse Gotte» in die Hand Eure׳.׳ Borgesetzten?«tarn Eid abzulegen, den Eid unverbrüchlicher Treue und 1ren.^nloftr Ehrfurcht, der Hingebung im Leben und im liobt für Se. Maj. unfern erhabenen Kaiser zu erneuern, ׳?ihr sollt geloben, würdig zu sein de» Standes, dessen Aus» {oben Ihr jetzt Eure volle Aufmerksamkeit zuwendet sollt, e» Standes, dessen Pünktlichkeit und Pflichterfüllung für typisch geworden sind. Dieser Stand ist dadurch höht und geheiligt, da« ihm alle Mitglieder des Königs- »use« augehören, das, der Kaiser selbst an seiner Spitze steht in• seine besondere Sorgfalt ihm zuwenret — und wahrich» wessen Herz nicht tapfer und volle,׳ Treue unter de» iLnigS Rock schlägt, ist nicht würdig, il;n zu tragen, nicht Ssoth. ein treuer Sohn de» Vaterlandes zu hei-en. Dieser Mock und di« Disziplin, welche mit ihm angelegt wird, haben Dmser Vaterland mächtig, achtunggebietend und tonangebend im Konzerte der europäljchen Großmächte gemacht; sie setzen Ge. Majestät m den Stand, wie daS Orerhaupt einer wahrglorreichen und intelligenten Anna, gleichzeitig auch Hon de» europäischen — ja de» IküeltftiedenS zu sein. .Nusne IdriegSbereitschast ist der befle Bürge dafür, daß kein Mermüthigrr Feind in unsere Gauen einbrechen, die Früchte Äongen Heiße« zerstören und die mit emsigem Fleiße m und gepflegten blühenden Fluan an einem Tage rKtäten kann Der blinde Gehorsam, welcher vor, Soldaten verlangt tvird, ist keine Verletzung seine» Mensel-enthumb, keine Be- 'Fügung der jedem Menschen angen>ren«, Willen-freisondern eben durch da» Beherrschen derselben, durch It»» Beugen unter einem einheitlichen Bcfthle zeigt der Sol-!«1, daß er der wahre Held sei, welchen Namen derjenige Rtar verdient, der da lernt seine Triebe zu zügeln. Ihr, als Israeliten habt noch besondere Pflichten mit heutigen Tage zu übernehmen, denn wie Ihr wohl werden die Fehler de» Einzelnen unter mi» — und nur d«se — mit Borlieb« der Gesammthint zur Last gl; sorget darum auch als Soldaten dafür, unserer Re» Ehre zu wachen. Erinnert Such der glorreichen getlichen Borbüder au» der Marcabäerzeit, welche allezeit glänzende Gestirne in den Geschichtsbüchern kriegführen- Völler an erster Stell« strahlen werden; erinnert Euch Eurer nicht minder heldmhaften Borfahren im Mittelwelche für da», waS ihnen am höchsten stand, für : R^igiou, herzhaft in den Tod gingen — ftid ihrer würdig. Diese Religion gebietet un» an zat'llosen Stellen Liebe »Ehrfurcht gegen den angestammten König, der in Israel, vor 8000־ Jahren die allgemein« Wehipflicht einwar, stet» auch der Kriegsherr gewesen. Bon den hierhergehörigeu Stellen seien nur zwei hervorgehoben. Sprüchen der Väter lautet die ene: ״Betet für da» und Heil de» Königchmn«, den« ohne Ehrfurcht vor rde der Eta« den Alrdern lebendig versHtageni^ Unsere sozialen Zustäulse dürsten Erich nicht fremd sein, breft» zu traurigen lhressen, ja zu abscheulichen Mordgegen die «heiligte Person jene» siegreiche» deutsche» BÄkcr, deren erster Kaiser er wurde »ach i* sesoRN-1! worden ist. Unser jugendlicher Kaiser, sein« treue, bei aller Verschiedenheit polittscher Gesinnung durchaus königlich gemit Gerechtigkeit umgürtet versihloß er sein Ohr und fein Herz auch nicht dem Wohl der lirbeitenden sogenannten kleinen Leute; dafür zeugen die r.annigfachen Gesetze, welche Seiner Initiative ihr Entstehe!, verdanken und un» bei kurzem Rückblicke füglich staunen laffen. wie viel in diesen vier Jahren schon geschehe« ist zur Erhöhung de!׳ Religiosität, zur Erstarkung des Vertrauen» in die Regierung Sr. Majestät, in Fürsorge für die Armen im Volk. Als die Israeliten nach Zeiftürung des ersten Tempel» nach Babylon vertrieben wuroen, ermahnte sie oer Prophet, trotz der gleichzeitigen Verheißung eine» nur siebzigjährigen ExU», .da» Wohl de» Lande« zu fördern, wohin sie geschickt worden waren und für dasselbe zu beten, weil in dessen Wohl« auch das Ihrige begründet sei." So lehrt Euch die Religion auch hier Liebe zum Vaterland«, welches dort ist, wo unsere Wiege gestanden, dessen Sprache wir reden, wo unsere Lieben da» Licht der Welt erblickten, wo wir unsere Theuern in den Echooß der Erde betteten, mit besten höchsten Ziele» unb Interessen auch die unsriger verknüpft sind. So helfet denn durch Euer Betragen jene Zeft nähern, in der, wie uns verheißen, jeder Tempel ein Sammel- und Betört für alle Völker sein, die Scheidewände zwischen Menschen, die Alle im Ebenbilde töotte» geschaffen sind, fallen werden, der Herr einzig und sein Name emzig und alle Völker ihr einmütig dienen werden — eine Reit, in der keine Borurieile und Leidenschaften die Menschen trennen, sondern Lieb« und Treue sich überall begegnen, Gerechtigkeit und FriÄen sich küsten werden — eine Zeit» in der die Wahrheit aus der Erde hervorsprießen und daS Recht vom. Himmel herniederschauen werde! Diese Tage, welche kommen m listen, herbeiführen zu helft«, dazu sind wir Alle berufen, jelxr an der Stelle, wo der Herr ihn hinstellt — Ader kann da Mitwirken, Niemand ist zu gering dazu. Um wieviel mehr derjenige, der,um Schuh de» dem Menscheu Höchsten bernftn, an.eine Stelle gesetzt ist, in der Berteidignng de» Bitalande» seine Dienste zu widmen — an eine Stelle, wo i»er Vorgesetzte seine gehörsamen pflichtgetreuen Untergebenen, der Soldat seinen getreuen Kameraden nur sieht und sehen sc׳ll, nicht aber nach welcher Form er ftinen Gott anbetet, ob er Jude oder Nichtjude ift Fördert darum die Berherrlichrmg Eurer Religiöa und lastet «S nie daran fthlen, Eure ׳Schuldigkeit voll und garz zu thun im Sinne de» EideS, den Ihr heute ablegen sollet. Vorher aber wollen wir ein herzinnige» Gebet empocsenden zum Allmächtigen, daß er ursern Allerguädigsten Kaisa und König bis in'- höchste Alter jugendfrisch und mannetikräftig ahalttn möge; wn schütz,׳ und schirme zur Freu!» und Erhebung des ganzen großen Vaterlandes. Amen! 4. Gebet für den Landesvaer vor geöffneter heiligen Lade, nach dessen Beendigung 5. Di« Officiere vortreten und den Eid in vorgeschriebener Weift abnehmen. «. Segen d«S Rabbiner». Schlußgesang. Berichte rmd Coreespondeuzen. D«»tfcht«»d. Letpsitz, 4. Oktober. Die Berufung de» Rektor» a. D. A hl war dt, der am 22. Februar wegen Beleidigung ha berliner städtischen Behörden und zahlrercba Privatperson«» zu 4 Mynotes Gesängniß vaurthmt worden war, ist hvlw vom ReichSflrrcht verworfen werden. Ob Har AhlwsM nun »och dm Gemveruvrg antrrteri wird? Da