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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-01 · 40 (1.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
40 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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hcfWt״ unter b<!m 26. September ablehnend geantwortet. Bekanntlich hat daS bayrische Lriegsministerium den jüdische» Einjähr g-Freiwilligen durch Erlaß vom 29. August gestattet, in dirscm Jahre d>2 Versöhnung-festes wegen erst am 3.Oktober eiazutrrten. (B elleicht hätte eine diesbezügliche rechtzeitige Vorstellung deS Berliner RabbinatS beim Kriegsminister einen gleich günstigen Erfolg gehabt, wie in München. Mu»zl«n, 25. Septb. DaS hiesige ״Stadtblatt* bringt folgendes .Eingc sankt*: ״In einem von der antisemitischen Buchbandlung zu Berlin zum Kauf auSgcbotcnen und angebiich von einem Bunzlauer Bürger hier verbreitete» Flugblatte, überschrirleu: ״Der Wenh des jüdischen Eides,* wird unter Mittheilung eines in einem alte» Gebetduche von Inden am Bersöhnurgsfeste abzuhallenden Gebetes ausgeführt, daß nach diesem Gebete die von Juden geleisteten und von einem Berföhnungstagezumandernzu leistenden Eide für nicht bindend erllärt werden. Diese Ausführung ist fa l s ch und zwar nur veranlaßt durch absichtliche Weglassung des Wortes ״uns* in der Ucbersetzung deS Gebetes und durch absichtliches Verschweigen der dem Gebete bcigejügtcn erläuternden Anmerkung, sowie, daß seit Jahrzehnten in den Gebetbüchern von Dr. Geiger. Dr. Joel und noch anderen Gebetbücher» dieses Gebet zur Vermeidung von Mißverständnissen ganz weggelossen ist. Irr den! Flugblatte lautet die Uebersetzung: .Alle Gelübde, Evlsaginigen, Bannui-gen, Entzü hungen^kosteiu«!gen und Gelöbnisse umu jedem Namen, auch alle Schwüre, so wir gelob«, gejchwoirn, gebannt und entsa«« toben werden x.“ ׳־ ■ Weggclasskn ist das Wort .uns*, durch dessen Beifügung der Satz lautet: .Auch alle SS«lüre, so wir uns gelobt, geschrvoren, gebannt א• Tie aus dem alten Gebelbuche des Tr. Michael Sachs iu Berlin (1858) beigesügte Anmerkung aber lautet: .Die Zormrlkal zum Zwecke, euva i» Uebrrelluag. hesilger Ausmellung ohne die Erwägung der AuSsührbarkeit geihaner schwüre und Gelöbnisse, durch welche sich der Mensch eine Euisagung auserlegl, oder sich zu einer, nur ihn selbst betressendeu Leistung vcrpftichie», und dir ihm aus tem Gedächtnisse entschwunden sein kömne, für nichtig M erklär,n Vor ei, er Auflö,ung oder Nichtigkeitserklärung von «eipfiichiungen hingegen, die bewußt und überleg, übernommen sind, somie von solchen, Pe wir ondeien Lenjcheu gegenüber auf uns haben, «owie von Eiden, die zur Beiheuerung der Wahrheit im Privatvertehr oder vor Äericht geschworen sind, kann keine die»« sein, und hat uns solche die Formel des Gebetes niemals Anwendung finden sollen.' Dir fatsche Uebcrsctzung des Gebetes, das Verschweigen der Erläuterung der Gebeisormel, und daß obiges tzlebrt in den neuen Gebetbüchern überhaupt nicht mehr enthalte» ist, chcraktcrisiere» das Flugblatt atS eine zum Hasse aufreizend« ganz gemeine Verleumdung der Juden. Unser Mickriger würde daher besser gcthan haben, das Blatt zu unterdrücken, statt durch dessen Verbreitung Zwietracht zu säen. Bunzlau, Len 24. September 1892. Minsberg. Geheimer Ju'tizrath.* (Was diesem .Eingesandt* eine besondere Bedeutung gitbt, ist. daß der hochgeehrte Einsender Katholik ist u.rd diese össentl che Kundgebung ans eigenem Antriebe erließ.) S. (gwftra 2 -.Scpt (Or. Cor.) Noch unter dein Eindrücke des weihevollen Fcstcs slrhcnv, durcheilt« heute morgen unsere Äcmeinde die erschütternde Kunde von dem Ableben unseres all«rchrte,1 Lauvrabb. Dr. Buchholz. Welch eminentes Wissen oer Pcwlichene besaß, was das JadriUhum, speziell die hiesige Gemeinde, sowie sämmtlichr Gemeinden des Landrabbmar« Emden an ,hm verlor, das zu schildern muß ich ^>ic für rin anderer Mal Vorbehalten, da angesichts des herben .'lertustcs heute niein Inneres noch in zu großer Aufregung ist. Die Beerdigung findet Mittwoch Nachmittag statt. (Wir könne» in dieWeheklagr über-den ollzosrül-eu Verlust un cres lieben Kollege«,Studiengrvosscn «. treuen DütarbeiterS nur schmerzt» we!,t mit einstimmen. Er stammte aus Bomst;»t und gehö re zu den ersten Schülern, die das Breslauer Seminar als Rabviner verließen und den Nus dieser Anstalt begrün! eien, u inngirtr zuerst (1863—67) als Radbiner t Märt . Friedland, dann in Stargard i. Po«. 1875 c lS Landrabbiner in Emden in. spMSreichster DaS Jidenthum hat in d«m Lerstarbe'i^n einen mitck Waffen d«^ Geistes u. derBeredsamkeit auSgerLstrten schneid Kämpfer, deren es jetzt so sehr bedarf. Ine jüdische Leh Welt einen anfrichtigen Freund, die jüdischen Litteratur ei emsigen gelehrten Arbeiter verloren. >1' OKI?5?271) Aök», 20. September. Am Sonntag, den 18. Sepie waren <s 25 Jahre, seitdem Herr Rabbiner Dr. Frank erstes Rabbinat in Sa az (Böhmen) antut (derselbe funj 5 Jaho: in Saaz. 3 Jahre in Linz a. d. Donau 1 Jahr hier in Köln). Obgleich eS der Wunsch des 2 war. d-esr- Tages im Stillen zu gedenken, so ließ bwl meinde diesen Tag nicht vorübergchen, ohne ihrem S« Hirten «in Zeichen der Verehrung u,׳d Achtung zu ge Vormittags erschien eine Deputation der Verstandes der Sy gogen-Eemrinde bestehend aus den Herren Stadtverordne Liebmcinn. Heinrich Metz und Dr Bier, um Sfcur des Vorstandes und der Gemeinde ihre Wünsche auszude» Man wolle den Tag nicht ohne herzlichen AuSdrmkA Sympathie vorübergehen lassen, bemerkt« der Redner. Liebma!n, wenn mau sich auch die Haupt- und größer:, für den Tag aushebe, an welchem der Jubilar 25; iu hicsizer Gemeinde werde gewirkt haken. Mit war! Wünschen für rin ferneres friedliches Zusam menwirken zwistl Gemeinte und Rabbiner und für daS Wctzl deS Hause« Jubilar«! schloß der Redner seine schöne Ansprache, die Rabbiner dahin beantwortete, daß ihn daS unerwartete! scheinen des Vorstandes umsomehr erfreue als er schristliä und miindlich seinen Wunsch, von jeder Feier ab,־'־ ,׳ " Ausdruck gegeben habe; derselbe dankte für das erf Zeichen der Anerkennung. Außerdem erschienen behufs lation t«r Prädident der Rheinland-Loge eine Drvutatii der Waistnstistung, sowie des isr. FrauenvcreinS u. A. Vir siunigeZrichen der Aufmerksamkeit, Telegramme, Gratulation auch Besuche erfreuten den Jubilar. Nicht unerwähntwvl^n! einen Brief lassen, den derselbe aus der Ferne von dem in allen hiesigen bürgerlichen, staatlichen und n ilitäriichen Kreis? hochgeactpeten General-Major von Mansard erhielt: .,Schloß Obernig bei Laalseld i. Thür., 17. Srpt 1892 Hochzuverrhrrnder Herr! Es U mir bekannt ge. vor den, daß Sie am 19. d. Mts. Ihr Ji läum beg-hen werden Ml, größtem Vergnüge!׳ crgreisr ick, die. Icgenheit, Ihne, ein Zeichen »e ner besonderen Hochachtung und Mer schätzuna zu grben, indem ich Ihnen, mein sehr lonrdiger Heir, und meiner Tochter herzlichen und angelegentlichen Glück» und € , wünsche d-irb ringe und Ihnen mein nuirichiigr« Bedauern darüber'! drücke, daß es nicht möglich ist, ihnen mündlich «eia» AntheUnah an Ihren Ehrenseslr zubezeigen. Genehmigen Sir dl« Versicherung «einer:Verehrung und seien Ei« dankt ariichst gegrüßt non Ihre« ergebene» o. Ronsard, Generatmasor " ' Wi. wünschen dem gcsch. Jubilar Gesu idheit und Rüstig keit zur Fortführung seine« segensreichen Amtes — v'vr- Nßeda, 26. September. (Or>Cor.) 8or uns liegt Proben» nmcr eines neuen jüd. Blattes ton einem Eanto und Religionslehrer in Ostpreußen, der sich schon einmal «T Redacleu e versucht, aber nach einigen Monaten die Hand dav lassen mr ßte. Ein Urtheil über den Werth olier Uawerth du neuen Eischeinung zu sällen, wäre versrühl: warten wir' was un) wie lange die .Männer von ritus und Thatendrang, die theils lehrend, theilS erbauend und erhclxnd: der Sp>k« .... stehen und die das Journal mit geistig Nahrung versehen wollen, un« bringen werde». Wir müsst aber vor: vornherein unser Bedauern darüber auSsprechrn, daß das Blatt mit einem Aussatze de« s)err» B. sich ' ungünstig bei den Lehrern rinführt. Herr 18. tadelt es, in Deutscljland so viele Lehreweveine bestehe a, cg-Zähtt " ein Dutzend auf und will .Sen Naäjw^S versiik*^ ־ eine solche Zersplitterung bei der g«ti«F8>.

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