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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-01 · 40 (1.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
40 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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. fttiStjrfitlr ber Seinester, i 886—1890 $tuabmg oder tiriafc 9rr Ccklmitnhmiorar«: »ater 7983 Evrngrlischen 1736 oder II t.7 X» " 2265 Kothäiken . 698 , i{Oi X, . , 1062 Jaden ... 296 ,!57.« _ 36 ״ Sonstigen . 6 16.7 ״ X. Hiernach erscheinen die Katholiken als die 1S>M,ftigsten, die Juden aber nicht viel weniger bedürftig. Dc ״ndefsen die Ho- ׳ norarstuadnng nicht in allen Facnltätrn g e ich leicht zu er» langen ist und die theologischen Fakultäten in dieser Beziehung »«Hl am liberalsten sind, dagegen die Inder in diesen beiden Facultättn nicht Vorkommen, so besitzen die obmen Procent. >. siltze erst volle Bergleichsfähigkeit, wenn sie für die drei nichttheologischen Faculläten berechnet werden. In derjurististischen, der medicinischen und der philosophischen Facultät Jusammen erhielten Stundung bezw. Erlaß IieSHonomrS im Studienjahr 1889/90: unter 55vl Evangelischen 789 oder 14.3 Proz. 1685 ״ Katholiken . 394 ״ 23.4 ״ * 1035 Juden ... 250 ״ 2:4.2 ״ 32 Sonstigen. . 4 , 12.5 ״ 22.6 5.5 13.7 35.0 8.7 20.4 34.0 116 9.7 und zwar SSS?“! - Juden 'f iE lOO Die Juden erscheinen nur in der philosrphischen Facultät merklich weniger unterstützt und also wohl «r:ch iveniger untersiütznugsbrdürftig, als die Christen, was daniit zusammenhäncgen mag, daß die Juden, welch« bei der philosophischen Fa nltät eingeschrieben finb, sich häufig der Zahnheiltunde. Pharmazie und solchen Fächern zuwenden, in denen die Ho- ' norarstundung wenig üblich ist. In der sucistischen Facultät dag«en. namentlich aber in der medicirischeri, kennzeichnen , sie sich nächst den Katholiken vorzugsweise als die bedürftigeren Studenten. Ma§Dsß»r§ (Or.-Cor.) Der Flügrlodutont des Kaiser», Oberst v Moßner, sowie der Premlerlieutmanl: v. Kap-Herr fühlten sich durch einen in der antisrmitischm ״Neuen Deutschen Zeitung" veröffentlichten Artikel: .Die Berjudung deS Adels m Deutschland" persönlich beleidigt und xittui sowohl gegen den Chefredakteur Dr. Bauer als den!kedaltcur Schroot Etnrsantra׳״ wegen Beleidigung gestellt. Ir der gestern deshalb in Leipzig abgehalteneu Berhandlung traten die Herren Redakteure tapfer den Rückzug an, sie wollten in ihrem für .deutsche Wahrheit' kämpfenden Organ!innen drei Tagen ' freiwillig erklären, daß die Behauptungen de» betr. ArtiklS unwahr gewesen seien. Merkt». Sn einem der letzten Sonntage hatte Prediger Hoßbach, der den Aufruf für Buschhoff mit unterschrie«« hotte, und deshalb von der antisemitischen Presse angegriffen war, in der »Renen Kirche" über da» Evangelium vom .barmherzigen Samariter" gesprochen, •ic führte dabei aus, man solle eigentlich -voranüsetzen, daß auch der einfältigste ׳Mensch diese» klare Sleichniß sofort verstehvr müsse. Dem 'sei jedoch nicht so. Wie die antisemiti'ck«?Bewegung zeige, besännen sich manche Christen auf die Olrundforderungen de» EyristenthomS recht wenig. Neulich hile ihm Jemand in einem Briest einen Borwurf daraus gemacht, daß er seine RamenSunterschrist zu einrm Aufruf hecgegrten habe, welche brWeckte, einec jüdischen Familie, die durch Unverstand der Christen rmnirt worden war, wstder mfzuhelstn. Hieraus könne man ersehen, daß es sogar noch heute christliche Kirchenbrsucher gebe, die dem Samariter von festem Werke abrathen " unter dem Hinweis, daß der unter die Mörder Gefallene ja -ein Jude sti. dem ein Christ nicht helstu dürfe. ' In Folge dessen erfolgten neu« Angchst auf den humanen der sich nun geuüthigt sah, den Wortlaut stinrr stA^EvatM. r!1 im i ■ויי Tiiil 11 *!»!■flfii ■Hiifi 11 rr, -jyjyg Rede von autrstmitkflhee Geste mit Schmähungen überlfäuft und «. A. beschuldigt «erde, er sei von den Jude» best scheu worden. In riner Postkarte mit gebildeter weiblicher Hxmdschrist wurde er sogar gefragt, »te viel Geld er für diese Predigt von den Juden empfangen habe x. Herr Hombach bemerkt hierzu: .Ob solche >u«laffn»ge» u»d verbtchttgnnqe» i« Stand« sind, meine >«»ei»d« «» mir irre zu mache». muh ich dahingestellt sei» lagen. Mich tzar diese Aufnahme, die «eine Sorte in awisemiNsche« »reisen gesunde» haben, nur In der Ueberzeuonng bestärke» tön»«», die ich in «einer Predigt ausgesprochen habe, das, durch dt« antisemitische Bewegung e »: Leide,»schasr de« Hasse« gro«gezogen ist, dt« de» Bo»«a de» Lhristratbum« unter den Fügen verlor.׳» bar uad eine« christlle, sei» wollenden Voile« unwürdig ist; mich lpt fi« nur in der llebeczeilguug befestigt, daß e« nvrhig war, den Finger aus dies« Wunde i» urserr« christlichen Polttlebea zu lege», iu der lleberzeugung, da» e» für eine» evangelischen Geistlichen, der in setuer Gemeinde christliche« Leb,« er» werten und pflegen soll, solchen Krank-« itSerscheiuuuaen grgenüde» nicht blo« sein Kecht, sondern seine gebictertfth« Pflicht ist, seiaer Gen winde zuzurUsen: .Bergeffet nicht, w:lche» Geistr« Kind ihr seid!" Weß Geistes Kir.0er die Antisemiten sind, das eisieht man u. A. au» folgender Stilprobe in der neuesten Nr. der Fritsch'schrn ,Deutsch-social, Bl.": Bevölkerung war vor Freude über du» genannte Lreigniß rein au« dem Häuschen geraiden und di« Häuser halten selbst in den «nsernttftni Gäbchen reichen Flozgeaschmurt angelegt- La dem Zuge der dl« Thora-Rolle» von der alten nach lur neuen Synagoge schaffte, bt» «heiligten sich die Bewein de-Mirglteb-r, Staat»- und Sradtbehlrde». Geistlichkeit, Verein« und di« Fenervehr. Albend» war Konzert ts drei GaftbSfen, woran Bürgermeister, vtakträthe uad die Bürgerschaft aller Konfessionen »heiluahmeu. — Wir mlffen gestehen, daß na« der 8er» stand dabei fttlle steht.—) Sollt« a» Ende di« ganze Bürgerschaft Grotz-Gerau'» hetm'.ich beschaitten sein?" (Was wird der Hm Prediger Hoßbach zu der Siitea» rohrit sagen, die sich m dceser frivolen Sttlprob« der Antisemitenhäuptlinge kundgiebt! löegen zunehmende Rohheit unter der! pommerschen Gyn,lmf1astra hat jüngst der Kultus- Minister in einem besondern (rrlaß sich ausgesprochen. — Die Quelle der überhandnehm, nden Sittenverrohung aber ist der ilntisrMttiSmns! Welcher gesittete Christ kann die obigen .deutsch-socialen" frivolen Seußerungen gut heißen? Rd.) Merkt«, 20. Septbr. Dri׳ zum Lhristenthum übcrgetreten« und nun den Antisem.ten als EtdcShelstr dieumde russische Bochur Paulus Meyer wurde gestern Abend ver- Haftel, als er eine antisemitische Versammlung verließ in welcher er gegen die Juden ans Grund seiner angebliche« großen Talmudkenatnisse ausgetreten war. Gegen chn w-cren schon vor längerer Zeit iu dem .Reichsboten" und andrren Blättern lebhafte Anklagen erhoben worden. Tine Anzahl Geistlich,: beschuldigten ihn, ihre Mildthütigkeit unter unwahren Angaben mißbraucht za haben. M. wurde zwar heute jrüh wieder aus der Hast entlaffen, es ist ihm aber zugleich der Befehl zugegangen, innerhalb 4: Wochen da» deutsche Reichs» gebiet zu verlassen. Die antisemitischen Bereit« haben eS übernommen, währcno dieser /Zeit für der. Lebensunterhalt Meyers Sorge zu tragen. Die ißefahr, daß derselbe wähvmddeffen in Folge seiner Vermögenslosigkeit lästig fallen kö rne, ist also nicht vorhanden: ebensr übernehmen die Vereine die Sorge tasür, daß Herr Meyer nicht mehr in Bersammlun gm üffenüici, austreten wird. Dieser Meyer hat als Missirnär schon in Palästtna(KolonieAnns)ei»eschimpflich«RoUe gespielt. L. ÄilnSe», 27. Seprb. (Dr.׳Coc.) Auf ei« diesseitiges Gesuch an das General-Lommando des VII. Armeekorps, den iSrael. Einjährig-Freiwilligen, die auf dcr: I. Oktober einberufen sind, wegen de» in diesem Jahre auf den 1. Ott rber fallenden höchsten jüdische» Feiertage«. deS BersöhnungSst tr«, den Eintritt am Montag, den 3. Oktober zu gestatten» Hai •) lieber bi« wtr in vor. Nr. an«f4hrliq berichteten. kXrb. b. —- Da« tp-bcch, »»mSglich, Nb» base arift» ja Jtset wm wir «ber statt bePveifttU. At "

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