Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 40 (1.10.1892)
- Date
- 1892-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
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und ihrer Lehrer bnngeo kann." — Bei -,«?!ersuch Unding» geblieben. Wir sind der Meinung, daß die eine segensreich für Hebung dn @4p1le i nd ihre er wirke«. Mit Berqnügen lesen wir t« Lcnferrnzhte dn vnschiedene» Vereine, welche die verschiedensten eoata behandeln und strt» neue Anregungen zum Forteiten auf pädagogischem Gebiete, wie zur .Hebrng de« »dirnste» und der Kollegialität geben. Urd darin sollte idealn Gewinn liegen?! .Um die geringe Mikgliederzahl der Beieine zu heben, pfen die Leiter der jüdischen Lchrervereinr zu sorgendem, “^»n AnSkunftSmittel: Sie stellen den Beruf .Leiseer' so daf>. sie einfach statt .Lehrer' — ReligicnSleheer setzen nun kani. jeder Rabbiner. Cantor, Schächter, ja sogar cSynagogcndicner, der d«S Aleph-Beth lel)ri:, uriter das, jte, schützende Dach solcher ״Lehrervereine schlüpfen.' it Herr B wohl je ein Statut deS »Rheinisch-Westsäl. tzrervereins" gelesen? 8 2 dieses Statut« lautet: ״Bei Erfüllung der statutenmäßigen Bedingung sind zum Lin- 't fämmtliche, vom Staate vorschriftsmäßig geprüfte Elementarlehrer Westfalens und Rheinlands be- Also nur .gtprüfte Elementarlehtei:' sind Miter de« RheinischWeftfül. LehrervcrrinS nn» so wird eS > bei den meisten andern Bereiaen sein. — ,Sttwi« milder Herr B. die Unterstützung-lassen beurteilen; aber er ^richkMncn doch die Lebensfähigkeit ab. indem er bcyViip daß der bestsüadirte Verein mit Ausnahme vielichl der .Achawa' nicht im.Stande sei, den Hinterblieeir seiner Mitglieder eine jährliche, fortlaufende Pension geringem Betrage zahlen zu können. Auch hier, geehrter r 8., urtheilen Sie leichtfertig und bedenken nicht, daß durch Ihr Urtheil vielleicht manchen Ccllegen abhaltcn, einer der bestehenden Untrrstützungskafsen anzr,schließen, h die so gut situirte .Achawa' ist ja bei Ihnen nur ^vielleicht' im,Stande.... Ich kann Ismen und allen 'zweifelnden Gemüthern die beruhigende Versicherung geben, t «aß die Unterstützung-kaffe des Rheivisch-Weiif Lehcervereins lUon über 20 Jahre im Stande ist, den dienstunfähigen chthrei n, deren Wittwe» und Waisen eine recht ansehnliche 1 zu zahlen. Sehen Sie sich doch einmal die Jahreshte an! Ueber den Anschluß an eine länger: Zeit be- »de Kasse ist recht oft diskutirt worden, aber stets ohne folg. Und mit Recht. Möge jeder Lehrer einem Lehrer- ^׳chereine und einer Unterstützungskasse sich anschließen und £ ffit diese nach Kräften wirken. Dir Unteiestützungskassen ' •11 alle recht Erfreuliches; die eine mehr, die andere ger. Lasse sich nur Niemand durch kleinliche Bedenken -halten, sich der Koste seine- Bezirkes and, wen» seine ^Mittel es ihm erlauben, auch mehreren arzvschließen. Die .Wlickste» sind keine drückenden gegenüber d:n Rechten. Herr . B. will uns demnächst über die scheinbaren Hindei niste einer kEentralisirung ausführlicher belehren; aber roir glauben, er Mätr besser, tuest Belehrung für sich zu behalten. Sie wird *ataf unfruchtbaren Boden falle«, wie bei den Rheiiiisch-Westf. ^Kehrern, so gewiß auch bei vielen andern. Eeutralisation " ein schöne«, wohlklingendes Wort, dem wir aus manchem Erbiet« tue Berechtigung nicht absprechen!vollen. Aber eine E-hlthätigkeitSkasst, die ihre Thütigkeit auf eine oder zwei «nzen beschränkt, ist jedenfalls eher ll.Hentisähig. als solche, deren Mitglieder üker ganz C^utfc&Canb zerstreut Wo Tyatsachen sprechen, da bedarf es keines weitere» eist«. Dem neuen Blatte würden wir gern recht viele Abon- und ein recht lange« Leben wünsch:». Aber dann e« nicht Instituten, die bereits ein Bierteljahrhundert darüber s«enöreich wirken, die LebenSsähigkri! abspoxhen :A Die Worte» die daS Blatt an dw Spitze. t׳:ägt: ^Uwoda. SrwilluchEhaßadim' sind recht schön» aber irr Wahrheit» da» 1w*u lehrt uv hineinwirst in Kreise, dir feil Jahren friedlich nebeneinander wirken.' Daß schon die Probennmmer euren Artikel bringt, der geeignet ist, Zwietracht zu säen, i t ries zu beklagen. 21k. Steinweg, Lehrer. OeAvreeich»U»g«r». _ N. Ln» M»-«rn, 21. Septrmlrer. (Or.-Cor.) Von dem GerechtiHeitSsinne, der an allcichüchster Stelle waltet und die RLthe^der Krone beseelt, läßt sich auch bald eine befriedigend« L«ng der Standesamtsstage erwarten. Bei uns zu Lande m»tlich ist der jüdische Geistlich:, gleich den übrigen ConscssilMn, zugleich Inhalier deS Standesamtes - (der Matrikensührung). Nun kommen Fälle vor, in denen der Rabbiner eS nicht mit seinem r:ligiöstn Gewissen ver» einigen kann, eine Eintragung zu bewirken und dennoch gezwungen werden kann, eine solche voizunehmeu. Ein solcher Fall ereignete sich jüngst in Szegedin. mo der Oberrabbiner Dr. L v w sich geweigert hatte, ein Kind standesamtlich einzurragen, an dem die Circnmrision nicht vorgenommen worden wer. Gegen die bchSrdliche Ordre, das Kind injüdische Register einzuschreilien. ergriff nun Dr. LSw den Recurs Hier n>l::e wohl eine vollständige Trennung des kirchlichen dl,nies vom staatlichen am Platze, und ist eine Gesetzgebung betreffend Ehe- und Standesamts-Angelegenheiten für alle Confessionen rin unabweisbares Bedürfniß. — Hoffentlich führt »ns das neue Jahr einem segensreichen Foi!schritt auch auf diesem Gebiete entgegen! Vermischte und neuest»: Nachrichten. Hamburg. Bon ver jüdischen Bevöllerung, die ca 20 OSO Seelen zählt, soll bie Tholera an l&O Oper gefordert haben. «lt««»a» 22. September. Der Minister de« Innern Hai dem Sorstand« der israelllischen Gemeinde üierselbft heule mitgetheii», daß er di« Wahl de- Dr Rolrnleld au« OroShaza (Ungarn) zum Ober- Rabbiner, w:il derselbe Ausländer ist, nicht bestätige. Ne»g, 13. Srprb Polizeilich aufgelöst wurde gestern Rachmittag eine von der .M. Bladdacher antisemitischcn Berelnigunz' ln den Saal de» Herrn Müller einberusrne Versammlung al» nach der Rede de- Herrn Dr. SSnlg (die Juden lr. der Justiz und Berwallung) eia Sozialdemo'ra« da« Wort ergriff und r« zu grobem Tumult kam. Herr Dr. USnig proklamiri« «ine Niaisiyunz in den unteren Räumen, die jedoch von der Polizei, alnicht, angemelXt verboten wurde. jh»«»ke«»ste1« i. Schl. Hier kam e« leider am ersten Reujahr»- abend in der Synagoge zu einem unangenehmen Aufirilte, der da» Einschreiten eine« Polizisten nölhig mache. Die,Stiftung de» Gotte»- bltnftrt' wird ein für die Beiheiligten unangenehmes Nachspiel vor dem Strafrichter haben - viel bevamrdveNder aber ist der Chillul haschem, de» di« ganze Angelegenheit-weder auswirbeln wird. CttltNMtt. (Lber-Tlsaß). Der schrecklich« Maro an dem Drehfuß'schen Ehepaar hält alle Bemütder ir Aufregung Vihcutr ist der wirtliche Mörder noch nicht entdeckt norden. Mehrere de» Morde» verdächtige ehemalige Unecht», die in« UalecjuchungSgeslnaniß gebracht wurden, sind wegen Mangelan Betoeisen wieder auder Haft enllaffen worden. Seiten« der Staatsanwaltschaft au» Eolmar ist aus die Ergreisung de- Mörderrin« Belohnung v,n ÜOM Mart -u-gese-t. Peter-Vwrg. Der berühmte Hein. Dichter Jehuda Löb «iordou, der im vorigen Jahre in Berlin sich einer Operation unterzog, ist vor. Woche nach langwieriger Krankheit (er Hane ei» irrei>4leiden) geft-röen. ‘.ר״׳נ־צ׳ב־ד A»rk. Hier hat sich in jüngster jstit eine kleine Anzahl Juden niedergelassen Diese wendeten sich an den Lhlef Rabbi in London mit der Bitte, ihnen die Abhaltung eine« Lsjenttichen Gotte-dleustean den hohen Feiertage» zu rrleichtern. Herr Dr. Adler schickte ihnen et» Sephrr Thora und .in Schosar. Sv wutd« hier am Reujahr-sest diele« Jahre«, wahtlcheinlich da» erste Mal nach der Au»tr«ibung der gaben im Jahre 1230, wieder öffen>lich:r j übt!!her BotteSdlenst adgehalien. Itttoport, 23. September. Eine furchtbar« Panik ereignete sich heute am 2. Tage Roschaschono in der Synagoge in der Ludlowftraße, wo 1000 Personen zum Botte-dienst anwesend waren. Der Botte«- dienst wurde in verschiedenen Stockwerken de» Be bände» obaehatten. Im drttten Stockwerk fegte eine Kerze ritten Vorhang, der sich über dem Altar befand, in Brand. I« Nu stitnb die ganzeWohnung in Flammen. Augenblicklich trat ein« Paniken Dt« Treppe wurde bald verstopft, währen» drr Rus »Feuer׳ zu den yersirnmlungen auf dem ersten und zweiten Stockwerk dräng. Dieseverorehrte natürtich den Andrang aus der koeppe n»b di« Vnwiryrug.!die le-trr« wurde so gedrängt »oll, daß Riemand sich.rrgen.kmime ÄS soll ein« furchtbar« 1Sam gewesen fein. fMtrait und Jswten gtriethen unter di« Füße, kne ' Poltzlst zrrrtr dir Vuste unien'a» der Treppt Hera«» und ichllffre Lust.! ׳ Vier Hprs»»«» soNea t«. 12 schsn e ver ept sein. . ׳ ׳. >• |;S - . ,׳' D ::י׳׳~ p ■'׳?7^ ' ״