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Israelitische Wochenschrift · 1892-10-01 · 40 (1.10.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
40 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Ter Rabbi»« befindet sich hier, mit in viel«, «nch>«n Dengen. «sehr ttnRo^erLiage, «eiche nicht verbeffert ««den fcnn, solange gerade die Gegner jeder geringsten NeveriinA «ekche seit ca. 2V Jahren seitdem sie da« unglückselige 9» setz, welche« den Austritt ״au» religiösen Bedenken* gestattet, bävirkt haben, auf dem Standpunkt beharren, daß Jedermann berechtigt sei, die Autorität de« Rabbiner« zu perhorrrSzrren. eine Angelegenheit, deren weitere Behandlung un« hi« zu weit sühren würde. Soviel steht aber fest, daß der Rabbi» ner zwischen zwei Stühlen sitzt — entweder ist er ein ״ רב להושיעkW. Raw zum Helfen", zum Erleichtern und Ertauben, oder nur der Exekutor d« Borstandsbeschlüffe. oder aber deren machtloser Gegner. Geschützt ist er nur, wenn « durch den Borstand gedeckt wird; er ist nicht wie der katholisch« Geistliche, da unsere Religion Gott sei Dank eine lmrartlge Organisation nicht zuläßt, -leicht aber auch nicht dem protestantischen Geistlichen, der die Anordnungen einer Vorgesetzten religiösen und zum Theil aus Fachmännern zusammengesetzten Behörde ausführt, welche bejähigt ist, jede Einführung auch vom religiösen Standpunkte aus pro et oontr* zu prüfen. ״Wollte doch nur der Arzt sich erst selber heilen!* Wenn jene Rufer im Stteite vor ihrer eigenen Thüre fegen wollten, sie würden genug Unroch vorfinden. Wenn jüngst — nach Einführung der gesetzlichen Sonntagsruhe — ein an der Spitze d« Hochorthodoxie m-.tmarschirender greiser Rabbin« einen Chillul SchabbeS gleichsam sanktionirt, indem er viele laue Gemeindemitglirder verpflichtete, gewifle Stunden nur am Sabbath vom Geschäftsbetrieb auszuschließen, — ist das nicht schlimm«, als eine Pause am Jom kppur? Und doch hat man die Sache vertuscht — für wieviel Wochen würde ein solches Vorgehen eine» neologen Rabbin«S den orthodexen Blättern Troff zum Schimpfen geboten haben! Und doch handelt« es sich hierbei um eine dauernde Maßregel, deren Ergreifung keinem Vorstand etwas angiug, und einzig dem Ermeffrn des Rabbiners anheimgegekxm war. Mögen knese für die Interessen des orthodoxen JudenchnmS eintretenven Kämpfer — da sie keine Jom kippur-Panse haben — während der Bußtage in sich gehen und darüber Nachdenken; wenn sie zu dem Resultate gelängen, daß diese« Neffen mit zweierlei Gewichten and«s als mit Heuchelei — xefs. um mit dem Bersöhnungstag zu reden: mit fV rmX רכילות — bezeichnet werden kann, dann sind sie mit ihrem Glauben wahrhaft beneidenswerchl Eine energische Thal ist all«ding« ungleich schwer«, als Nörgelei, und was ist e« denn and«« als Nörgelei, wenn bei Besprechung d« Epidemie in dem sq hart bettoffenen Hamburg ein Wort des Brdauern« nur dafür gefunden wird, daß die orthodoxen Inden von dem polizeiluhen B«bot betroffen werden, chre Lei» chen naht auf ihr«, Friedhof in Langenfelde, das auf preußischem Gebiete lwgt, bendigen zu können! Da« ist im höchst«, Grade frivol — und man wendet sich mit Ekel von solchem Treiben weg! Anders liegt die Sache all«dingS, wenn das!Rabbinat einer großen Gemein!« di« Erleichterung de« Fastengebotes für Jom kippur üb« Haupt in den Kreis seiner B«athnngeu zieht — waS wohl — wenn wir nicht irren — eine Nachahmung sein soll d« s. A. stark bemängelten Erlaubniß dv» Oberradbiners in Neapel*) während der dort herrschenden Lholera einen leichttn Theeaufguß am Jom kippur zu nehmen; das ist eben so unstatthaft; wie überflüssig — über» I flösse deshalb; weil, die Religiösen die eveutl. rabbinische Erlaubniß gegen eir heitres GotteSgesetz al« w«thlos «r» werfen, die Anderen ab« sich ins Fäustchen lachen wnden der Herren Rabbin«. welche ihn«» «in«» worüber sie sich längst' sctzn hiMwqWisrtzt W mr ab« an, eine solche ErstuwMli Ännte über d r Naivetät «stachen wollen. worüb ... . haben. Rehmen nur ab« an, eine solche einigen Schwanbmdeu zu gut« kommen, dann ist fte geradezu verderblich. :Läuschen wir uns nicht darüb«, daß Manche mehr aus abergläubisch« Furcht, als aus religiösem Gefühl« am Jom kippur fasten. Me Folgen ein« rabbunschen Erlaubniß können nun zwiefach sein: Entweder passtrt den Leuten im Laufe des Iihres ein Unheil an ihr« Person oder in ihr« Familie, dinn wird alle Schuld — auf dailstchbinat gebürdet, deffen Ansehen beim lieben Gott nicht groß genug war, um sein« folgsame Heerde zu beschützen; oder es tritt d« andere Fall ein, daß sie im folgenden Jahre an Körper. /^ und Besitz keinen Schaden nehmea, dann werden sie weder. daran denken, dem Rabbinat dafür ״danke schön* zu sagen, noch auch die Langmuth Gotte« zu preisen, sondern sie wer» den auch in Zukunft auf die gemachtt Erfahrung poche,«» daß da« Fasten am Jom kippur ein ,überwunden« Stand- Punkt" in heutig« ZeU sei. Was bleibt dann übrg? Jed« nur einigermaßen «ligivs «zogene Israelit weij, daß es Fälle giebt, in denen da» Fasten sich von selbst v«bietet,- Fälle, welche dir gesetzliche Vorschrift ziemlich grüa r präzisirt^ hat, und « w rd bei gewiffenhast« Prüfung schon heran«-''! finden, wie ueit « hierin gehen darf. Wendet sich der^ Eine oder d« Andere in sein« Noch an den Raibiner und " «bittet dessen Rath, dann ist es deffen Pflicht, zu prüfen und zu entscheiden — «ine solche Person wird ob« immer» Z hin von dem Bewußtsein erfüllt sein, daß e« sich nur mn!& eine AuSuahm .׳ handelt. In dem Momentt, in dem wir die« schreiben, liegt das H Resultat d« Berathung deb«r. Rabbmat« noch nichts vor; «S mag ab« selbst «in negativesein, welches m t>«; Sitzung erziäi: wurde, dann bleibt doch schon die Absicht^ welche in groljen Zeitungen weitere V«breitung fand, alS H un« lieb sein kann, sehr vnhängnitzvoll.*) Gebe Gott, daß die Herren Rabbin« und jeder Ein» zelne in JSrcnl das Richtige treffen, was uns, rem Seelewi heil frommt — vor Allem möge uns« Gebet dazu beitragen,^ daß der Allgittigr seine Engel sende, welche — gleich PmehaS s — eine für den Todesengel nicht zu überschreitende Grenze? zwischen den Verstorbenen und Leb >ie Seuc die Seuche bald schwinde! ebenden ausrichten, und —י Berichte «nd Correspo«deu je«. DemüfeHlemG» Magdetnrg, 26. Septtmb«. Ein inteieffante« Feldz für die statiltische Untersuchung bietet eine Be gleichung Benefiziengeiuffes d« Stndirenden aus den preußischen l versitätrn mit dem ReligionSbekenntniffe dersüben, da den augehkrigen Stndirenden üb«i)anpt feftstthendm V«hüttnthzählen scheilien sich je IVO derselben m ungefähr 72 Evangelische, 18 lkatholiken, 9 Juden. Bei sonst gleichen, müßte d« Anthell d« Eonfessionen am Bmesiz dieselben Zihlen aufweisen. Die» trifft indffseu nndt zu; denn au den Stipendien sind die Evangelischen mit 75.96,"j die Juden jedoch nur mit 6.8V jt vetheiigt. Auch 3» der neuest«» Rr. des ״Hameliz" wird unttr Wilna de» NI daß i» mr Eloleraepioemie vor Uv Jahren der itabbtner «. «i Selemur am Jom kttmur vor «ulsaph des »lmemor de» «er eiaenBuhmNituKisonsch ze«ach,, u»d sämmUlehe» ~ . mä Snril MMtze» und ein Vlchchchn, »»! Katholiken stehen um etwa ein Procent hinter d« Normal» zahl zurück. Bei den Freittschen wächst wirk« d« Int‘1‘1“־־ d« Evangelischen. Auch derjenige d« Katholiken erhöht um ein Procent. Me Juden entzieh«! sich — vielleicht äu-A Gründen irligiös« Natur — fast ganz diestc Art d« Ver- 7^ günstigungen. Den rigenttichen Gradmrff« fü» die Bedü ttgkeit d« Stndirenden bitöet aber die Stitn'sun! dn Erlaß der Eollrgiengekder. von diesen Bffwfirien im Verhültniß zu ihr« Gesammtzahl die Az wie die Judtztt«M,tzÜ»fijerGchnmchttl» sß

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