Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 39 (21.9.1892)
- Date
- 1892-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Lieft QÖUBrftifltitfcr Idee im Zudenthnia 'ftk^M" zwei Moineulen uachgewieftn. und zwar iu einer Varichttum ans «er heiligen Sc^ift, und in der Unterlassung einer solchen von den so viel verleumdeten Lehrern der späteren jftst. Ohne die Parallele mit anderen Religionen hirauszufordern, wollen wir uns darauf beschränken, h'nzuweisen, daß unsere Festtage an Thatsachen erinnern, , welche mit Zerstüruug dcS Tempels in Berbindm^ stehen, also religiöser Natur sind Keineswegs aber galt auch nur ein einziger Gedenktag dem Verluste der Selbstständigkeit und der Zerstreuuug unter den Völkern, sonst müßte doch e i n 'lüg im 2ahr auch der Vertreibung des größeren BolkStheiles, des Zehnstäinmereiches durch die Assyrer. gewidmet sein! Aber schon die Anlage unftrer Religion, die Einrichtung unseres religiösen Lebens deutet auf di: Universalität -es Judenthumhin, so z. B das Neujahrsfest, a« welchcmjwir nicht den Geburtstag unserer Religion oder MosiS — welcher überhaupt sehr nebensächlich behandelt wird — sondern den Schöps u ligstag desMenschen frieru, was vou Buddha bis aus Muhomev in der Geschichte der Rtlkgioneu ohne Analogon dastebt. ' Diese Festsetzung ist eine wahrhaft göttliche, den» sie ist den menschlichwissen>ct>qftlicheu Forschungen um viele Jahrtauftude vorausgeeilt. Sie ruft Dir, o Mensch zil,. daß diese Einheitlichkeit in derMenschenschöpstmg der olleinige Vorzug ist. welcher Dich auszeichnet, daß aber alle Sou« derunge 11 und demgkmLße Abstufungen in der Werthschätzqng nach Rossen. Ständen, Stämmen und Religionen dem. Willen Gottes nicht entsprechen. Sie sagt Dir, o Israelit, ganz besonders, daß Du an» gesichts des Dir zugefügtru Unrechts Dich nicht zur Wider- Vergeltung hinreißenlassen darfst, daß bei Dir die Forderung an den Menschen und an den JSraeliteN'zusammeiisallen. Daß Israel dieftm Beruft stets trep war,' bestätigte jüngst der berühmte Max Müller in Oxford in seiner Reh« zur Eröffnung des orieutalisüschen' Kongresses" mit den Worten: יי chSie — dt« Juden -7lprache» VN» Lyrn», der na Srchnz» -l«»bM, als den Sefalbter mW ssirte» de» Herrndm Darin», der sich-leichfall» znr Lehre Zeroafter» bekennt«, betrachteten ß, al» ihren Hchayheer» . ..... tveno mir nn» an di« innige» Repehnagen der Inden mit ihren Nachbarn »nd Lefieger» erinnern, dann können »ir w»!«tcht denken, waa für neylicheveemittler.fi» stet, bei dem Sedenreiuntttensch ber eit« Delt gopefen fein mützen." Das war tapfer geredet; möge es dort sein Echo finden, wo man mit religiöfta und sittlichen Gefühlen, mit wissenschaftliche» ForslAngeN^ und Ergebnissen in frivoler Weise Fangball spielt. ׳u Es n^bt sich jetzt eine große Bewegung unter unftrrn Mitbürger» zur Verbreitung der Egidy'schen Ihren, welche dart^ni. das der Glaub« ei» unanlNstba res Sau« Vergüt des Einzelnen sei, und daß wahres Wissen unter dasVolk gebracht werden müsse. Wir werden diesen Bestrebu»geu mit größtem Interesse folge», aber das Jndenthu« hat sie längst verwirklicht. Es hat jede Glardensrichtung anerkannt und seiner Lehrer and "Lasset Mt» am U kbratichen Bjht » zage». ' *, P der ' vaeschreibt. rechte» V« da« S ührer vornehmste Beschäftigung «vor daraus gerichtet, zu wirk»!, daß das Volk nicht u» Fmsteraiß und Dummheit dahimvaadle, sondern lerne und an dem AnSdan der Lchrr seinen Ancheil habe. (ודי כדך לטת־יי״י) Die Forderung dieser Partei: .Religion nicht mehr neLeo uaserm Lebe», unserLebeu seldstRetigiou!" — welch andern Zielpunkt hätten denn alle wessen Beschränkiingen, die unser tägliche! Lcken ordnen, sonst führe» wolle«? Uaftr Lebe» sei - Religion, unser in allen Beziehungen de« mrafchlichcu Leben», unsere Pflichren gegen alle unsere 2kebenmrnsther^ ohne Rücksicht auf ihre SchÄelsildung und t-ie 'Form chrrr gottesdiensttiche» Audcrung — ist bei »ns ein nchi taNsendhähriges Verlange». m-nt Wetz, «aftre htz denn er widerstrebt issiht uns Gefühlen, r: entspr icht de» Fmderunge» des Zribpistes »nd steht auch auf der- Höhe Moderier Bildung. E, daß Alle, welch« m unserer Mitte Wik fre«che» Sitten und Gebräuche« kokttirea lüch »ur da-für gut halten was von auße» kommt, dessen ian« werde« wollten; sie stände« auf de« Boden der Religion, würden aus«zeich«te ׳ Menschen ft n und unft« Religion zur verdienten Ehr« briagen — das walte Gott im neuen Jahre! D ... ,,s >> , . . B«richte «nd CorrefpO«derrze«. D-utfcdl«^. l M«ßdef«r§. Aus Rußlaad kommt eine erfreuliche ' t, vo r der wir nur wünschen, daß das neue Jahr ihre ichurg brächte.. Sie lautet: Da« Projekt zur Lösung der Jude«frage in Rußland, ד in der H.rdstsessioa des Petersburger Sta ttsrata» z»r Beratung geliiagen soll, enthält n»tter Ander« auch der» Bor» . |dj)fa& einen Theil der Juden aus de« NstdertassunMkbiete in de» wenig -bevölkerte» Gegend» des Zarenreiches anz»> siedeln und sie z»m Ackerbau heranzuziehen. Da di» Frägp? 'über die Fähigkett der rusfichen Inden zum Ackerbau voaS einigen Mltgl>ä>ern der Plehwe'sche« Lamnussioa bestritte« wurde, so be;i«bt sich demnächst der rnssische DvmLaen-Minister Ostrowsk.j nach dem Gouvernement Eherson, um die doitt befindliä^füdsschen Ackertau-lkylomen zu bestchÜM«. Ein hervorrazpuder russischer volttwirtschastlicher Schriftsteller - hat un vorige» Jahre nachgewieft», daß die erwähnw» Kotonte« sich ln blühendem Zustande befinden, so daß Minister Ostrvwskj, dissen human« Gesinnungen in Rußland allgnaei» bekannt find/Gelegenheit habe» wer»/sich vo» der Fayi,Mt der Jude« zum Ackerbau persönlich zu überzeugen. Vstrortsvj ist übrigens ei« Gegner der Verschärfung der Jndengesetze; -er-hat vonsumm berühmten Bruder, dem verstorbenen ras» fische» vramatnrgen Atexnad« OstrowSklj. gelernt, getzeri die tBtrakbmg Im Schwache« zu tämpftn nvd Hmnonust zu . z« üben. Magdebnrg. 18. September. Rach Schluß der dar. Nr. ging uns di ree t »aader Redactvn des ״Berliner Fim»- den dl.", die illr. 214 dtefts couftrvativea Blattes »ür dem bla« ängestrichenea Laitartikel: ÄanservatiSmus »»V ' . Antis« mit ismus' zu. W»r bedauern, daß es uns an ' Raum gebtuht, denselde« vollinhaltlich hier wiedtrzugebe«, den« er euthält nicht nur eine Berurthellung besAnliftMitisttus, soudern eine klär« und ver.,ü«stige Darlegung über die Sttllpag derSouftrvatixnzum Judenthum, unter mehrfacherlobcnder An» «rknuung dek letzteren. Wir müsse» «ns begn-ae»' den GddaakenKillg des Artikels hier' kurz zu skizzinn »» «rt Westnt- - tichsk daraus auszüglich mftzutheilen. Der Artikel geht voa der . in Rr.36 anserer ״Wochenschrift" gebrachten Mittheilung sa»t, Berlin) über.l>ie kaiseelichexuavgebunggegen die antiftmitsslje»^ Wükkreiea, >ie »icht mcht vor den Ofmierrpanlette« sjalt - «achten, aus^> und meint, »daß. wenn der Lasser wirtlich J1sct*, über sein tiefstes Bedauern ausgesprochen hätte, so wü«e er y .damit nur das ausgesproche» habe«, was auf BuIra LiM«. vor Allem in konservativen Lager,, lebt.- Hiera« nun eine schaift Philiopikh «gen de« Aatssemstismugeftckpft^ die mit fotge rden Sätze» schließt: a *) ivie .rves-n.Zcktnn,-' bepnetktt« dt» «chehtt» itmt i> theüuim; ■air h»lm», »ru» «mH mcht de» ttaniati, to M4Mc »«»» «MtbflthaiB, Me «»chek» mtMc«* «ett. jfid. tkttt.i!Ußtpitf‘ brach« hau». »»!recht. Uebrlam» «teb Me m» -s, 4M ia^i 1u SechnnMnnz gttnn-eub« Y»tteu»du»»«kw»e de» kassrnl^kt»»» oberst » «H m niitt■ M Mn »n» r --- ‘ diestn Cunh. künrtzetl ,!.■MfrM. Nmchmmney ch cht »ch» stebän^Mch i »»4 - TbjnMM..