Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 39 (21.9.1892)
- Date
- 1892-09-21
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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iQetten eine Be- Akchtuvaz»eist gegeben. di« stth hn! 4a^efd|(r so auSdrScke» JH »uß recht schlecht werde», d-uoit «» aut w,!rden kan».- Boa diese« Gesichtsprnker begrüße« z. B. huinane Mensche» ich« Brrbessernng d:r Schießwasstu, weil sie entsetzt über da« Sinnlose de« Krieae« darauf die einzige Hoff» rutng setzen: der allzu mürterssche Tharokter der Kriege »erde den Völkern und Fürst«« die Augen offnen und die Aera de« Frieden« herbrtsühreo. Auch die Geschichte lehrt, daß die Erhebung und Verjüngung mancher Nationen gerade dann erfolgt ist, wenn sie am tiefsten in Sittenlosigkeit und Elend verfallen waren.. So meinen jene Talmudlehrer, daß auch di« Menschheit nur durch Schaber klug wird, daß Sünde und Schande erst ihre größten Triuiaphe feiern müssen, bevor der Messia» kommen kann. Die Menschen müssrn erst die Gewalt und di« Gottlosigkeit uiit allen chreu Schrecken erkannt haben, um sich dem Messili« zu beugen und für Frieden und Gerechtigkeit sich recht za begeistern. Das ist zwar eine unerfreuliche, aber keineswegs eine ganz verwerpiche Ansicht. Aber audere Talmudlehre«: wiederum!nejnen. die messianische werde mit helleren Zeichen sich nahen. Einer sagt: ^ver Messias wird kommen, «nenn die unwürdige Herrfchaft über Israel aufhSren wird-; Israel ist gering und wehrlos; wenn man da« Recht-des Wehrlosen ehrt, dann ist der Messias da. Ein anderer Meister sagte: »Die messianische Zeit kommt, «nun die Hochmüthigen au« Israel schwinden werden.- Der Hochmuth ist in der That der eigenllichr Feind de» Menschengeschlecht«, er entsacht zumal die Böller wieder einander unt nationale Eifersucht rst der Engel mit feurigem Schwer!, ler un« den Einzug in da« Reich de« Friedens wehrt. Der Talmud spiegelt nur den Streit loieder, den unser eigene« Nachdenken erzeugt, wenn wir an die Zukunft de« Menschengeschlecht« denken. .Bald hoffen nur, daß in ruhiae». allmähliche« Fortschritt die Menschheit sich dem hohen Ziele nähern wird, bald fürchten wir, e« mrde die Sesammtheit erst in bk Schule der schwersten Leiden gefühtt werden, erst die härtesten Prüfungen erdulden müssen, bevor sie sich aufraffea und dauernd da« Joch der Sünde brechen werde. Bon der Hoffnung aber auf die nrssianische Zeit kann kein Denkender lassen; da» Lebe« wäre auch nicht zu ertragen. wenn wir nicht die Zuversicht hätten, da« gegennärtige Geschlecht arbeitet für die Wohlfahrt der künftige«. Mag auch Einzelnes von dem, was wir bauen, zertrümmert werden, ousere Arbeit ist dennoch unverlorea, nicht alle Bau- Peine »erden verworfen werden, die wir »,rat Dom der Zu- »st trage«. töa» 3*rael von der Zrikmft erwartet, «s eist keiue Herrschaft. Line Macht, sondern die Wahrheit und der Frieden. Wie einst der Schofar im alten Israel je »ach Berlauf von fünfzig Jahren im Jubeljahr durch'« Land ging und Freiheit kündete «nd Jedem seinen «atheil wiedergab a« heimuthlichen Boden, so hoffen wir, wird der Schofar de« Messia« die Gegensätze der Böller, du «Neusätze inner-?halb der Böller, «»«gleiche» und versöhnen. Möge er!echt bald erschalle« «nd den Millionen unserer »rüder, di« noch verloren und verfbchm find; die Freiheit gebe«, daß fick erfülle, was geschrieben steht: »Au diesnn Tage ,vird i» die große Posaun« gestoßen, und «S kommen die Beruwene» und Berstoßenen und beugen sich vor Gott auf dem Helligen Berg« in Jerusalem.- Amen! B. L. DEÄL."«-' al« jeder andere Tag, fordert uv» alljährli ' ‘ zur Rück- und Ernkchr qns. Wese Aus Einzelne« -Weicht» JnOBM j| ErWniffe «ad traurigen geridehkühalb — über unendlich viel mehr Erinnerung«» verfügt, als alle anderen Böller zusammen. Di« Ereigniffe dieser trafen sie mit, sowohl in froher, al« auch besonders in trüber Gestalt, ja sie mußte» häufig als T heil der große« Masß: u t:d in ihrer «sonderen Eigenschast al« Juden ihre Treue an dem angestammten Herrscherhaust büßen; eine bunte Masterkarte von bedrückenden Gesetzen legen hierfür unvergeßliches Zeugniß ab. Fern st, eS von un-, an die Beantwortung dieses aroßen geschichtlichen Fragezeichens unS heranzuwage«, an oas ,warum-, welches vis zum 'heutigen Tage nicht genügend gekennzeichnet ist; mußten sich ja die modernen Gegner d«S Judenthums ia verschiedene Lager spalten, well sie nicht recht wußten, ob sie ihre religiös« ,Liebedem Volke dealten Bundes zu theil werden lassen sollen, oder ob eS rachsamer sei, mit dieser Liebe nicht zuviel Aufhebens zu machen und lieber andere Hebel anzusetzen, um ia den Genuß der alten Erbschtst einzutreten. Antisemitismus oder Antimosa» iSmuS, daist die Frage, unv diese Präzision in der Fragestellung ist der einzige Gewinn, den wir bei: deutschen Grundlichkeit verdanken. Früher war es anders. Für die Kirche und für die Köuige handelte eS sich nur um das willkommene Objekt, an dem man in FriedeoSzriten sein Müthch.n kühle», bei beginnenden Kreuzzügen den Anfang machen und — bei leerer Kasse Luffüüuvg derselbe» herbeiführen konnte. Ging dann der Spektakel seiten» der aufgehetzten Volksmenge unter Anführung von Ktltteuträgern im Panzer loS, dann nannte man die Verfolgung eine religiöse ,zor größeren Berherrlichung Gottes- — nicht immer auch eine ktrchliche, denn da« Oberhaupt der Kirche war öfters gutem Zureden zugäuglich. Die kleinen Bolispriester aber, welche aus der großen Kirckenschüsse: nicht mitnßen, haben gleich dem übri- 8""" ' '"־ r " ־־־"' "־ "x gen. Das anfangs nur schüchtern vorgrhalttne Kreuz, dessen Ergreifung von den Bedrohten den ganzen so schön aogelegten Plan zum scheitern brngen konnte, war nur «n Borwand, von dem man sich keinen Erfolg versprach; »nd al» man sich des Oesteren vavrn überzeugt hatte, bediente man sich dessen um so lirlier und mit viel größerem J Behagen and mehr Sicherheit als zuvor. — •*,$ Die Absichten der Könige und Fürsten bei chrra Er« £׳* Pressung:« und Beschränkungen waren, selbst wenn, wasH.! selten geschah, Heuchelei sie ähchönigen wollten, durchsichtig genug, um einer weiteret, Erläuterung zu bedürft«. Mit ■tt Ausnahme von Ferdinand und Jsabella rann man kühn be- Haupte«, daß d« Herzen der mittelalterlichen Herren an (einem Volksstamm in ihren?)tasten mit solAr Innigkeit und Zähigkeit hingen, wie au!»rn Juden, die sie befähigten, * die unbescheidensten Wünsche zit befriedigen. So hat mau Herrschsucht, Eigennutz» Habsucht und Neid - in alter und »euer Zeit — die thierischen Letdeuschaste» i» Mensche« bleiben sich in allen Jahrhunderten gleich — mit , ,nothwendigev RrgrerungSmaßregeln-, ,sozial-politischen Erfordrmissen- Übersetzt und sie dann zum Üebäjluß mit dem Mantel reljgtöstr Liebe war« ciugehüllt. Schönen Dank für solche Lieb«; da können wir doch mit anderen Lehr,:» und Beisvielen auswarten, und um «n» stet« daran zu erinnern, werdnt wir au unstre« höchst« Feiertagen — Neujahrsuttii Brrsöhnmigstag, wenn bk meifirn Jsmelitt« da- Gotteshaus besuchen — in den Pflich« teu der Nächstenliebe bestärkt durch Verlesung von zwei Erzählttngen au« der heiligen Schrift, der einen, m welcher gaeiat wird, daß Gott» dessen Eigenschaften nachzuahns» wtr bestrebt stiv ßxS«», sich der heidnische» H«tr n^,H '""'י“־1“ י י ggb tz,, anderen, bte ' ־ ־' “?rlttdt Ni»i>