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Israelitische Wochenschrift · 1892-09-21 · 39 (21.9.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
39 (21.9.1892)
Date
1892-09-21
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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aU den ftatnpj bestimmter Jlxen, die, ähnlich »ie in der Natur einzttne Kräfte. mit eir-ander und gegen einander wiri«. Di« einzelnen Personen und Charaktere galten da nicht viel mehr al» die Mark« bei der Waare. »über dann verliert die Geschichte ihren Glanz und ihre Grüße; noch mehr, sie verliert ihre Wahrheit. Richtig ist es, jede» Zeitalter hat Ideen, von denen e» belzerrscht wird; aber daß diese Ideen au» dem Reiche der Schatten und der Wünsch« her» au»treten, daß sie Gestalt und Leben gewinnen, ist da» Wert de» Genick, der großen Persönlichkeit. Und gerade bei der nach mer!schlichem Ermessen größten historischen Thal, sie wir zu erwarten haben, der Niederwerfung der Herrschaft derSenalt und dem Aufbau de» Reiche-de» Frieden», sollte sich Alle» von selbst machen, sollte kein Baumeister nothwent ig sein, der nach einem klaren Plane da» ausführt, was die Anderen dunkel wollen und ersehnen? E» ist so natürlich: die Zwerge sträuben sich gegen die ihrem Selbstgesühl peinliche Anerkennung, daß e» auch Riesen gebe; die AlltagSmmschm möchten die Nothwendigkeit und t-ie Existenz außerordrntlicher Größen gern von der Hond weisen. Aber wer es uoch nicht wußte, den hat die Geschichte der letzten Jahrzehnte darüber belehrt, sie hat gezeigt, daß selbst da» heiße Berlaugen eine» gauzrn großen Volke», sich zu eineu, nicht erftillt werden konnte, ohne daß zur rechten Zeit die rechten Führer erstanden; demnach wer da glaubt au da» Ideal eine» in Frieden geeinten Menschengeschlecht», der kann getrost auch an einen persönlichen Messia» glauben; denn da» Werk wird nicht entstehen ohne den Werkmeister. In diesem Zukunftsreiche verleiht die jüdische Anschauung der Stadt Jerusalem eine hervorragende Stellung und das Herligthum, dain ihm errichtet werden sollte, ist ihr gleichsam da» religiös« Centrum der Welt. Liegt hierin etwas llageheoerliches oder Uebertrirbene»? Schon jetzt ehren M Üionen Menschen diese Stadt al» die Mutterstätte der Religion, und wenn diese Ehrfurcht noch keinen würdige» Auidruck gefunden hat, so ^׳gen die Kämpfe von Jahrhunderben, »aß hieran nur dir Eifersucht zweier mächtigen Bekennlnifle die Schuld trägt. 'Soll in diesem Reiche der Zuknnft db: Pietät keine Stätte finden? soll die Stelle, wo ko viele gute Menschen, so viele Propheten und Weise weilirn, nicht besonders geweiht sein? Heilig ist uns jede Stadt, die Kultur und Sitte gefördert hat, mit ehrfürchtigem Schauer beträte gewiß jeder gebildete Mensch die attische Flur, und J.'rusalem, die klassische Stadt der Religion, soll nicht heut und immerdar al- ,geweihter Boden" gelten? Da» alte Israel hat auch dem Messia» eine bestimmte Gestalt, einen bestimmten Namen verliehen. David wird der Messias sein; nur eine beschränkte Auffassung kann diesen Satz «örtlich nehmen. Erinnern wir un» doch nur an die d:utsche Legende, die sich einen gewaltigen Kaiser der Borzett tti Schlaf versunken denkt, der einst erwachen und die alt« Herrlichkeit wieder herstell׳» wird. So will die jüdische Lsfite, daß David der Erneurer der alten Herrlichkeit Israel» a soll; aber was soll die» ander» bedeute»^ ol» daß der essta» wie David ei» Sänger und ein Held zugleich sei» ' möste. Die alten Weisen, sie haben über das messiauische Zeitalter ernstlich uachaedacht; sie haben «» ausgesprochen, daß e» nicht ohne ernsten Kampf emporsteigm werde; nur ein rastloser Held, wie David, besitzt die THatkraft und den Math; um die Feinde mi-terzuwersm, und wieder nur ei» frommer Sänger, wie David, besitzt die Vorzüge der Seele; deren der Fürst de» Frieden» bedarf. Aeuherst selten «ine» sich diese Gegensätze in einer Persönlichkett; David bot da» ,Bild dieser erstaunliche» Verbindung, darum war David da» Vorbild de» Messia»: RrdbiIehuda lehrte im Name» Rriw'S. ,Dereinst wird Gott ihue» eine» andere« David Pby^ den« so Hecht e» im Propheten J-rmnach und sie d-m vmgm, ihre« Gotte, «ab T rch der«i*st a«seichte* »e Ruch die Rückt, hr J»rael» «ach Paläsii ra den Merkmalen der leesfiauischm Zeit. Allein!schon die! sicht ans die räumliche» Momente genügt mrh diesen Setz' nicht buchstübkch zr, nehmen; die gegenwärtige jüdische Bevüiktrang hätte einfach in de« keinen Judäa keine« Platz. Aber jedem J»raeliie>1, auch dem. der sei« gegen wärtigck Vaterland treu liebt und gern in ihm weilt, ist e» wohl rin heiß erwünschtck Ziel, daß die weithin zerstreute jüdische Bevölkerung sich innig mit einander verbünde» fühlt, daß die in den versrkietenm Landen wohnenden Israelit»« sich gleichsam al» die Glieder eine» und desselben Körpeick betrachten. Wir wellen keinen jüdischen Staat, and nnr n der Kultur znrückgtt>lttt«ne Jude» oder Judenfeinde erörtern ׳ heutzutage solche phtntastischen Pläne. Aber daß da» reiigiöse Lebe« wieder :inen Mtttelpuntt sgcwinne, daß e» einen Ort gebe, auf den alle Juden Hinblicken könnten al» ten Borort unstrer religiösen Interessen, da» wird von Bitte« lebhaft ersehnt. Wir tragen schwer au manche« aa» alter Zett überkommenen Ceremonttll, aber wir Mannt diese» Ballast nicht über Statt) werft«; all« Versuche, die ia nenei« Zeit nach dieser Richtung hin gemacht wurden, sind «iß» lungm und mußter mißlingen; denn die Inten sind zerstreut. Jede Gemeind« könnte nur für sich «mgestalten ind merkt, daß sie damit die weuigen losen Fäden zerschvttd«^ die sie mit der Tesrmmtheit verbinden. Nicht also Rückbchr, sondern Bereinigung der »Verstoßene« und Verlorenen" ist e», was wir begehren. Der Talmud ist solche» Gedailkeu nicht knnd. R Jofth lehrt, «S giebt nnige Punkte, in Bezug auf wttch« d»: Ansicht de« Moseh von spätere» ßtropheten verbeffert worden ist. ES heißt in der Schüft:-^ »Unter den frrmlien Völkern wkd Israel niemals Ruhe / finden." Aber da kam Jeremias und verbeffert«: ,Gott »st.-׳ zu de» J-racliteu in die Verbannung gezogen, um sie zu beruhigen." Mosih kprach: .Ihr geht verloren, wenn Zchr unter den Völkern werlt." Aber Jesaia sprach. .An dufmr Tage wttd in die große Posaune gestoßen, und die Verlöre«.; um kommen wttixr." Die späteren Leisen baden erkannt,^ oaß der gemeinsame Glaube der Bodm sei, auf dem sich di« ׳ Israelitm zusamnmfinteu, auch wenn sie verschtttenm!öüwdem angehörrn; cber sie hegte« Ehrfuvcht vor -dem heiligen Laude und vor tet heiligm Stadt und ersehnte« die Zeit, daß die Verloren«» wiederkehrm, nicht um dort zu bleidm, fondem ״um sich zu bücken vor Gott auf de,» heiligen Beige", oaß die Linhett rm'erer Glaubensgemeinschaft sicherer verbürgt und gestützt werde, als in diesen Tagen der Zrrftrmung. Aber wann wird der Messia» erscheinen? DerTalnuw, hat darüber dtt mannigfachsten Ansicht«. Einer nannte dm > Messia» ר נמלי:^ Sohn de» Umstürze», denn so heißt eS:! ,An diesem Tag: werde ich anfrichlea dir Hütte Davids da derm Einsturz »the ist." R. Jochana« sagte: ,Die Zeit,: ia der der Sohn David'» kommt, da sind dtt SotteSgelehrt» gering an Zahl, und die Augen de» Bolle» vergehe« in Kummer, und vitte Leiten und hatte Verhängnisse komme*,׳, daß der eine» Heimsuchung die andere soAeich auf de«. Fuße folgt." Rab Jehuda meint: ,E» wird eine Zeit sein,^? in der tue Lehrlzünser in Stüttm der Lust nmaemrateU'־ werten, und dtt Männer de» Gesetze» verte« Wanten« On zu Ott und werte« keine Aufnahme und ktt» Erb!» finden, und die Weisheit der GotteSgttehrtm wttd geschätzt, und die Gottesfürchtige« werten verachttt *« und ryuische Sckamlofigkit wird überall herrsch»; dtt >8 hett wttd schwinden, und wer von: Bösen ׳läßt, dm mau für einm Narre» halten." Wa» Haber: nun dtt Lalmndlehver mit dttsm »nt>.k lichm Sätzen tt! Ginne? Wirst doch dtt ausgehende 's vorher ihre Stachle» übr: dtt Landschaft und sokcke nochlWr

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