Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 38 (16.9.1892)
- Date
- 1892-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Ki-VJ ütattriau* sich rrfefct, s» pencrn mri# Stabt »ad Staat ihre 8k b( נון de» Kau. st» mau Pech« au fremde Thür«« und sammelt Spenden: j» e< ki-mml vor, dah «a» de» düse» Ti»a der SRemfdiett meich-r aus Spie, und leichten «eldermerb gerichtet ist. zu Hlls« «ft, u.r. üiels 1» schaffe» für dat Heiliglbum. Ist das »icht «i» Sq>rn, ei» Frovotfühl bei» Abschied, daß »ir «ich« durch Geschenke «icht durch Spiel unterstützt morde» stad, seu» mir die« riosache Hau« mit de» Prachtbau 1er lau scheu? Will« der Untat erbettelt »der durch allerhe ud ltatüstückd aefSrdert «orte», die de« beiltge» Character de« Siebt» de« Widerstreben, so wäre d» Abschied schmerzlicher. Die Opferfrrudigirit alle» »m»glicht Woadel, da« ist «in Zeugath. um auch Ferastehiildea eine« hohe» Begriff von d» seelischen Macht u»serer Nrli-io» zu gebe», am all« mit Achtung vor ei»» Lehre zu erfüllen, di« ideale Gefinnartze» <» uns »LH«. Wie oft bade« ttnsere Vorfahren ihr« Gotteshänser »»lasse« müsse» von d» Sie»«» vertriebe». Dir Zeile» Haber sich geändert: wir derlaffe« die« Hau« ia freier Entschtiehnng. wehmüthlg u»d dennoch 1» ireudrg» Elimmuug. llesere Meise« deute» den Bert der Psalmen: ״sie walle» ko» Sieg zu Sieg, «scheine» vor Grtt im Heiligihu».- auf diejenige», bi« voa ei arm fromme» Werke zu« anderen schreite». Dies» Gottr«die»st ist kein Abschied: die Gitaeinde, da« lebendige Heiliglbum findet sich mit Gotte» Hilfe tm neuen Ha,ff« »eder, ««segne« ist der Ausgang. den» »ir hebe» da« »rar Han« rur gebam, um den Dienst Gölte« würdig» V> gestalten, um ste Graolle, zu lebhafter» Theilnahm« o« «ffentlichen Web» »»zu regen. Et ist dem Sie schlecht d» Sterblichen «icht vergönnt, mühelo« auf dem ihr-ungene» auSzuruhe»; manch« dunkle Wolke droht »ns: manch» erstrebt, un« Jude» zurüiizaschleuder» i» da« Elend verg-ngener Jahrhundert«. Da ist ein RiukVlük «hebend. Wer vor einem Jahrhundnrt, al» dies«» hau« geweiht wurde, de» Zortschritt t«r Zeiura, wie er sich an m>» Inden und vielfach durch un» Jude» veilzoge» hat, »orautgrsogt hätte, « wäre wahrscheinlich verspott» worden. Und doch leuwt«« damal» schon di« MorgenrSth« der neue» Zeit. So lenkt eine gütige Gottheit alle« best», al» wir kurzsichtigen Mensche, e« ahoe». C segne Du, » «ottk uns»«» Auszug: mögen all« di« frommer: Gedanke» und Eatichlüffe, die h>» nn« s» »st erhoben, »ns hinüb» getstte» in da« neu« Haus: möge» alle diheilige» Eriaaerungrn cm schöne, goitersülllc Stunden, di« wir hl» »lebt haben, dauend i» uns»« Seele hasten. Sott hüte Dein Somwe» »ad Dein Gehn vor. uu» an bi» ia Ewigkeit. Amen" Die Einweihung der neuen Synagoge findet am Freitag, den 15. d. Mts., statt. Wesel, 11. Sepi. Eine aus heute anberc umte Antisemtstaversammlung. ruf welcher Herr König cus Witten über ,die Inden in Justiz rnd Verwaltungsprechen wollte, wurde wegen der Lholeragefahr polizeilich verboten. (So vertreibt eine Seuche di« andere. Hätten wir ein Gesetz gegen die Ansteckungsgefahr der Jmmoralität. dann hätten dir Amisemilenvcrsommlungrn längst verboten sein müssen.) — Einen curiosen Berlaüs nahm eine vor einiger Zeit in Bochum ausgeschriebene antisemit. Versammlung. Als Redner sollte ein Herr Dr. jar. Tesdorn (aus Hamburg) auftretrn. Als Thema war angekündigl: ,Ueber die Ursachen de» Antisemitismus.- Um 8 Uhr sollte die Versammlung beginn-m, aber gegen S Uhr waren erst 3st Personen erschienen. Wie half sich da der ob dieser geringen Betheilung der Bevölkerung ärgerliche Redner? Er betrat endlich dir Tribräne und sprach folgende seltsamen Worte: .Mein« Herren I Die heutige Bersantmluug ist voa de» Reform» Verei» Gelsenkirchen eiabernfe». Durch ungenau« (*) Angabe de» Ttem»'« ist di« Meinung entstände», al« handele e« sich um eine Phil »semitisch« Versammlung. Dem Umstand« nun, al« wollt« ich zu Sunstta der Juden rede», ist t* zuzuschreide», daß tut« so wenige Personen anwesend sind. Hätte man gemuht, bah «in« antisemitische Bersammlung stattsindeu sollt«, so wäre gewiß d« Saal «in« halb« Stund« varh:r brechend voll gewesen. Wie ich sehe, sind die meisten Anwese»de» Jude» und Zudenfreuode, «ehr al« dies« paar Menschen weih also btr jüdische Heerbann nicht auszuweise». Da« beweist die Ohnmacht de« Jndenthnm« und di« Macht und de» Fortschritt de» Antisemtti«»!»«. Ich schließe die Versammlung.- Schlesnigst macht sich der Reouer aus dem Saal; die anwesende« Anisemiren schimpften, daß mau sie zu Juden stempelte. Schimpfend, lachend und kopfschüttelnd verließen rte Erschienenen den Saal. (Man sieht, die Bevölkerung fängt au Iieu Antisemitismus abrrvrüßig zu bekommen.) . Klkeiletd, st. Sepvmtder. Ein Nachspiel zum Prozeß ZnjchhtH kam kuttu. vor der Ferieustrafkamma zur kstr- ,Rheinische« Wacht', Gerhard tat Winkel, war aaüDk-t, zwei Artikel«, .Zum!faß Buschhoff-, den Erste» Staattanwalt Baumgard »nd den Laudgerichtürat Brixius in Eleve, sowie die Mitglieder des Landgerichts daselbst beleidigt zu habe«. Der Angeklagte gab an, er Hab: dir Artikel au» Blättern nachgedvpckt oder znsßinmW,gestellt. ließ aber im Uebrigen durch seine» Verteidig« eiue Anzahl von Anträgen {um Beweise der Wohcheit übenricheit. Das Gericht lehnte ie meisten als belanglos ab qnd beschloß nur die zeugeneidliche Vernehmung des Erste« Staatsanwalts Baumgard, de» Latidgerichtsrats brixius aus Eleve und des Gärtners Mülders aus Laute». vl einem neuen Verhandlungstermine. Mölders soll bekunden, ob er bei seinen Vernehmungen durch de« Erste« StaatSan valt Baumgard verwirrt gemacht worden fei. und die beider anderen Zeugen sollen sich zu «*«■ größeren Anzahl von Punkten, wie sie. der antisemitischen Presse vielfach Gelegt nheit zu Angriffe!» gegeben haben, äußern. OeMerÄetGstkümg«»,. Me» Der k streichische Kaiser hat da» in der vorigen Session nach lange,ierigen Beratungen beschloffene Armen» gesetz für da» Land Nstoaösteireich nicht sanktionirt. und zwar aus einem pol.tischen und finanziellen Motive Infolge des Antrages de» aotisemitijcktea Abgeordneten Gregorig wurde nämlich seinerzeit eine Beftimmung in da- Gesetz aufgenommen. wonach den k itholischen Geistlichen «ine Birilstimme in den zu schaffenten Bezirkearmenräten eivgeräumt werde, während alle von liberaler Seite gestellten Anträge, das gleich« Recht auch iien protestantischen und jüdische« Seelsorger« zu erullen, Ne erforderliche! llnterstütznng nicht fanden. Die Regitrung hat nun dies« die staatsarnudge» setzlich gewährleistete Sletchbaechtignng aller Konfessionen verletzende Bestimmung beanstandet und mit Hinweis darauf dem Kaiser die Nichtsenktiouirung de- Gesetz») empfohlen. Ob auch die gleich alls auf Anregung der Antisemiten auf« genommene Bestimnnng,' nur Ehrtsten al« Pflegeväter zu bestellen, dem Wixrstande de- Ministerium« begegnete, tst bi« jetzt nicht bekannt. Der Landes-«usschus, beabsichtigt, da« «rmengesrtz noch ia dieser Session bon Landtage neuerdings vorzulegco, jedoch mit Eliannirung der voa der Regstrung bennstandeten Stellen, — Dstse Saaktiotts- Berweigerung ist ׳:ine NstXrlagc für die Antisemiten. welche jetzt im n stderöstr.'ichischeu Landtag das große Wort führe«. ■ und gerade bei der Armengesctz-Detatte es so voll genommen haben wie nur je (Man sieht, daß die lstegstrungea und ürsten es in der Hand haben, dem Antisemitismus einen mpfer aufzusetzrn, wenn sie nur wollen). £a» M,g«7 .«:׳. Sepstmber.' (Orig-Et».) Der ehemalig als der 4/UIIUU, III OUUIVIH WUV «sch dst isr. Stmeinde daselbst natrr Führung chre« SfyjV biners Dr. Schnilser beglückwünschte den Jubilar» welcher tu seiner Ansprache servorhob, daß da» wechselseitige trieb« liche Einvernehmen der Lonfessionea eine Gru-b-B»-; dinßung der Wohlfahrt d«S Staates ist. - ' — Wie da reformirt« Bischof Szßsr in Krönst»«,: so hat der katholische Bischof Trcchobeczky in Kreqz eine: Deputation da israelitischen Gemeinde empfange». Die»} Glückwünsche derselbe« beantwortete der Bischof sttit Verheißung, für dst Eintracht und den Frieden unter den Tsnfessioueij zu wirken. * ׳ (ImIm. (l Schluß.) Jn gleich geistreicher wie gelehrter vstilr-s wies nun Prof, iiüller dir Gemeinslmttrit i« de». GrundaUs ungen da arischen und semstischeamlllülstr׳ uaö .ging dann aus die entstanbene Treunnsg »ach aE bst i wand ein, bst sich «thürmt. %