Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 38 (16.9.1892)
- Date
- 1892-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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5*3 ^Swierft akn HW jlanbfeinttbm^ftontaHoiicltnöeftrtftwi^tanhn^i nb in den Weg zu wenn «Willi ist." Lnutticher —!t mit Recht di« nattouallioerale »Magd, Zeitung, — bisher nicht einmal die internationalen Sociawemoateu ihre vereitwilli^eit an den Lag ackert, ..berechtigten nrttis«leu Bestrebungen Franke»-»' keinerlei Schavwriy- ^':kfteu^u bereiten, als da» hier von «i«m Organ geschieht, /,ר«» sich mit der Aufschrift.deutsch-social' schmückt. Herr Drumont und sein« Freunde Huben keinen Auger blick darüber ^v^weiseln lassen, daß nicht minder echt wie gegen die Juden r' ihr Hatz gegen die Deutschen ist. und daß mul, sie wie die Revanchepatrioteu zu den berechtigtesten ualio aalen Bestie- Ä Frankreich» die Rückerobernng der,französischen" inde zühlev. Und in solchen Leuten such! der deutsche 'Antisemitismus Bundesgenossen für ihre eigenen verächtlichen Bestrebungen zu gewinnen l Werk», 8. September. Die Antisemiten Heiden beschäs- 1»<נ die Strafkammer unsere» Landgericht» >zar sehr — lern der lorbeeraekrüule Ahl warbt; heute kr Leipziger A Redakteur Erwin Bauer. Die Anklagen laat.ten ziemlich '!Ähnlich: «erjudung der Justiz, ja sogar unserer SteichSkanzlri. 'Wir reserirrn kurz über beide Fälle: »htward, war -naetlag«, d» zq-wM»« pmußsschen B«a»t«fta»d »ud besntder» dt« juristisch«, Beamw, VfstutUch beletligl zu hat«« tu -«l»e» vor einer anttsemtrischen verfammtt«« zu Eff« «halten« vor- _ftag Ster .Unf«R Justiz.' Cr soll dabei behaupt-, h-ben, dast dt« '«*mute« p, «0 X verschuld«, sei«, ua> daß »er atfaant« Btantra- "inb txnnmirt sei. Für di« reiche, Jude« sei ÄrJzstkz «ich» da: «erbreche, tephe«, ohne zur Arrnnvvorlnng gezogen zu » n. Ai« Brlast»»g^«ö« war« der Halizeiem.missar Janck «er O»M»afiallehrer Dr. J«»se» «u» Efsru erschieien. Der «abestriu, di« A«ßeru»g» t» de« Glum geihü» zu Hub«», wie läge behauptete. u»d berief sich -ms «tue »Lahl Am,«, darüber, fei« Behanpttmg bi« richtig sei. ltr stell,« de« «1,t^>g. dt« von führten EnUastung«ze»^n sahen zu lasse». 2« ritaawamool, ן - »,!- •■flnayntiMi -fr» AMraor. Ter Gerichrühas beschl-ß die commtffarischder »«Wfchla^m, Zmch« uud vertag« »«,»halb Mc «er- Ter gen. Stzmnasiallehrer Dr. Jansen, «klärte vor Ge- . .er bekenne sich »war auch zurr Antisemitismus. ab« »nr uukr der BorauSsetzung. daß olle Lhatsochm, die vor- *4ebtad)t und alle Schlüffe, die darau« gezogen nürden, auch Wichtig seien.' Traurig ist «S. daß sich Leute, ii deren Hand ><bk Erziehung kr Jugend liegt, von den H:tzoposteln einj *fangen למש sich mit dem Aist k: verleumkrijchen «gitaflBUL impräantren lassen! DemiLr. Erwin Bauer, kr erst kürzlich ein« zwei-!tätliche Festungshaft wegen MojestätSbeleidigung verbüßt 'י erging e» schlimm«. Er war angekbrgt in einem . worin er di« neuen HanklSverträae besprach, kn er Eaprivi und Fmanzminister Miguel dadurch . ״ zu haben, daß « von ihnen khauptete, di« Herren inist« holten sich in handelspolitischen und finanziellen Rach bei dem de» MeiwidS kzichti,;t>:u Bankier )leich rüder, und die Vaterschaft kr HauklSoerträge sei den semitischen Hintermännern deS Dr. Miqael zu suchen s. v.' — Obwohl kr Angeklagte «klärte, « wollte den daß Dr. Miguel in engft« B«biudung mit de« 1 Großkapital stehe, «bringen, beantragt: kr Staat»- ^-«nvait 3 Monate Sefänaniß. Der Gerichtshof verurtheilte >ß» einem Monat Befäagniß »«gen grübliäier Minist«- »an, 11. September. Im Anschluß an t«n gestrigen zSabbachÄettesdienst fand ein« Schlußftierlichieit in kr fsttten Synagoge statt. H«r Rabbin« Dr. Rippner hielt eine Rek, die wir, da sie geschickt die wichtigsten ge- . lichen Momente kr alt-ehrwürdigen Gem,ä»d« verwebt, - Hfaikch »iedergebeu: Wie «di« Breul, uud rrfehute sie au» lebhaft de» Heim, rief beivegt ist bei» LchO« »uS " 'Sr uM a> ־ Hl akr da« Sichtigstk fchft. eb Mt «e Scheffh bst- >»« «chickfal tammf »nrzeichu« mied Dieser alte Qmi at». der gkeick« ei»«n Blatte, da» ve» vo» uusere« ganze» HBhertbt» Win» «)Mit, da» «vir mit unseren Tdräuen benept habe», «t, Thmv« 10 Freud« ,mb bei Schmerze«; uusere Gemelu«« ist ult: otele Kamktli» warpln mit ihrer »auzeu Beraaugeuhett i» dieser Stadt; viele tstme, »ach \M Stelle bezeichnen, wo der Bater. drr Ah, t» diel«. Haust gebetet heb«,. Hie» kamen de« junge» tttud« i» oeheiumiTdüllen Schauer» dl« erste» Uhuungeu einer hüheren Welt; hier ist der Knabe vor die tzHor» «trete» and hat Gott gepriesen, drr dt« iiehrr »er lSahrhett de», Mensche» spendet. Wen» di« Trauer u» trure Wesen au unseren Heizen nagte, mir sind in dkieS baut «tvmmen und habe», ob auch i!r schwere, innere, tkäwpsen, den Friede» vottrt davooge,ragen Und wie oft sind tvsr hierher gezogen, leuchtend« Freude im Herzen, voll de« Laake» gegen Gott, der un« wo hl ge, Han hat. Li« tlkarkstein« unser«» Lrdenl sind hier aufgerichtet; dir Ereignisse, welch« unserem Dasein Gestalt und Geprüg« gegebe», st« wäre» für die «eiste» ei» Anlaß, in diese« Saust 1» erscheinen. Wer kau» et ermesse», wieviel guie Borsätz«, wieviel fromm« Entschlüsse tu dielen helligrr. Nünmen find gefasst ward«», wieviel an,e Serke, dir Gort uud di» Menschen erfreuen, an dies« Siätt« Krim und Snrzel haben. K»m» ich schweigen von de«, wo» «ela« eigene Seele tu dieser Stund« tief empfindet? Langer al» zwei Jihrzrbn,« durfte ich von dieser Kanzel zu einer Gemeinde reden, dt« mein Wort willig vernahm, willig in sich aufnah«: hier habe Ich gelehrt und gelernr: e» ist «in Abschied wie vom Eltrruhause. Di« Zukunft ist ungewiß, aber die L«rgang>»hrtt, di« haben und halte» wir. Dana» ist e« un» weh, vo» dlrsr« alle« Ha»s« zu lasse», wen» auch da» neu« mlt seiuer Pracht und seiner küastlerischen Weih« uu» leckt. Aber ist bau» «in Hau« der Trüg» uud da» Kleinod de» reliniSsea Leben», ist e» nicht vielmehr die Vemr.nde, welche flch tu ihm erbaut? Wir verlass« die Muuer», aber der Geist, der tu diesen Rauer» geweilt, der fie geweiht hat, er geleitet un». Wir lest» in de» di«»- wilchmtiith« Schrlslwort den Legentspruch, den »Lost au di« Gott«»- sürchstgeu richtet: .Gesrgrel bist du. wenn du kommst, gesegnet bist du, we»n du «iuzlehft -nd au«z>ehst.' Du« gilt auch von «ustrer Gemeind«. Ist da» nicht ein gestgnrter Audzaz,. wen» eine Gemeind«, von religtüsr» Eistr bestüit, mit große» Opstrn ,in neue» würdige» Gott«»hau» ausiichtrt? Ist da» nicht «ln Zeugni», daß hier die rechte Seat autgestreu, ward« ist? ,«Sesegnet war dein Kommen,' heißt «» in unserem Tex,warte: Bor ungestlhr hundert Jahre» ist diese» Hau», au» dem wir jetzt scheid«, vo» opstrft!udig« Münuern, der« Aachkomm« vtelsach »och in unserer Mit« blüh«, vor ungefihr hundert Jahr« Ist diese« »otte»h»u» aufgebaut Word«, und wir bürf« sag«: diese» Jahrhuudeit war für Jude» und JubeMhum et» glückliche», und auch unsrrr Gemeiude, obgleich fie anfang» in schwer« Krie^etten grrße Erschütterung« erfahren, ha» ihr« alt« Sinh» bewahrt uud bewahrt. Diese« Gott-«hau» bestand er» kurze Zeit, da versammelt« sich unsere Borsahrrn i» ihm wie zu «ine« Fest«, den» eiue erleuchtet« Neaierimg hatte den Jude, da» stüdtssih« Bürgerrecht verliehen, eine große Lozahl von Juden wurde zu Stadwerordnet« gewahlt. und seitdem ist s« drr Stolz unserer Gemeiuln. daß st« a, d« Berachuug« für da» Wohl drr Stadt reg« »u«h«il nimmt, daß viele unserer Gl-aden«oenoffen mit dem vertrau« der Bürgerschaft beehrt werde«. Wie hell leuchtete i» diese« Jahrhundert der Ster» unseres vaterlaude», wen» er auch, wie die» tu einem so fo,,|« Zeittnu»« fast uavrrgemüß ist, sich »»weil« vorüber«h«d verdüftirt hat. Dieser »ianz fand seinen Wirderstrahl i» diese« Hause. Der politischen Emaazipartou der Jub» «»sprach bi« Thai der Selbst befreiuug, indem der jüdische »eist sich ldste vo» «ittelalterlicher Feff«,. indem da» wett« »edier de» Aüeuthimi«. sei»« Geschichte und seine t ittemtur wtff«schaftlich durchfurcht uud dura,forscht Mtbc. Uusere Gemeiude hat i» de« Jahrhundert tüchtig« Manne» gestellt für diese Getstedarbeit. Mendel«s»ha hat hier begeistert« Jünger gesund«, dt« Gemeinde Glogau hat den allen *«{, eine führend« tu Jarael zu sei», sich eihaU», indem auügeptchnet«, um da« Judenth»« hochverdient, MLon-c »u« ihr hervor^gaag« find Uud eine große Reihe von mlld« SÜftti ngen giebt davon Kunde, daß drr Sin» für «ohlthütigltit allneü her mächtig pwes«, ist; die Männer, die vinchem in diese« Hauke gebet«» habe», leb« stetfach durch gut« Werke »och beute in unserer Ervmerung: die Vorkehr« Hab« so viel für di« Arm« dieser G-weiad« gethan, daß hier durch ihr« Bermächmkff« besser al» ander wärt» für da» Rochunudtgft« ^som» ist. Zu all dteem Guan und Schänev ist der »nmd gelegt morde» in diese« Haufe. « war ei» geseanete« :fahrhundert, sei «4, daß wir a« den engen Kreil der jüdisch« Sesam« theit, sei e», daß wir an b« eng« Krei« unserer Semrtad« denk», l.nserr Alt» geben dem Lrrs«: ״,»«segnei war )ein Komm«, gesegnet wir bet» Gehen" ein« Deutung auf Mose»; fl« sog«, sei» ganze« Lebe«, von der Geburt bi» ,um Tode sei dazu «.»getha», dl« Fernstehenden zu näher, und zu KriV/n«. Da» dürfen wti auch von diesem Gotteahaus« meiden. Der Getst. der hier gewaltet het, war dazu geriguet, jede«, auch de« weniger Wohl- »al«d» kund pt »hu», daß da» Juden, hu« «in« Lehr« der Lieb: ist, «in« Lehre der LsbenHsreudn die wir gewinn«. w«u wir *Mn» hM hahz^mich «rftmtt, ind-m ich ander, tüm »ich immer famt durch da Herz« ‘farUpUb־ --