Mannheim
Compact Memory

Israelitische Wochenschrift · 1892-09-16 · 38 (16.9.1892) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
38 (16.9.1892)
Date
1892-09-16
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
80% known words query
IRI
…/6492344-5935084-5959813--1255-5375171
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

iUö.HBg di? am 1. Dr» und erhalte« dadurch folgarx Tabelle: Staat, Prrvinz, Gefnmnt» Regirutmgsbizikk x. >ahl. Israeliten. €tabt »nli« .... 1578794 79286 «eg..«», «Mtttabcn. . . 813438 96076 Staat Hamburg .... 612 530 17 877 SacMUk, Mannheim . 4>>1478 19 971 Stsb. Heisen-Nafeu . . 18>»4498 44543 roßherz. Hesse» . . . 999883 96631 «rtm. *rfen. 1751649 44346 »:jo ־«et Unters rauten . 618489 14 644 <?1'afe.20tfringt» . . . . 1606 506 34646 ■rg.-ve». Mittel franlen . 70060« 19994 Mrogheo. «ade» . . . 1657 887 26 786 Pr-2. Sttonint ... 1483 681 91 760 »eo.-Se». Pfalz .... 798339 10998 9901 b«!. 57 9«1 768 «Snigr. Prentzeu . . . 29957367 379996 Deutsches «eil- . . . 49428470 567 884 Pro». Swltfieo .... 4224458 48008 De«,. »heinland . . . 4710891 «7 984 Königr. «aiern ... 5694982 68 885 Schaumbnrg^tptx ... 89168 866 Hohrnzoltern. 06 086 661 LLbeck. 76486 664 ־ tlror. Pommern.... 1620889 12946 trat. Bestpreußeu . . . 1488681 91760 Lippe. 128495 989 «rov. Ostvreutzen . . . 1958463 14411 «^Reistagen .... 923832 1660 Grov. Hannover . . . . 2278861 15119 «nigr. «ärttemberg. 9036699 19639 «*bah. 971968 680 «nta. 180443 1081 , ■09 Braadenbrrg. . . 2 641788 18 776 L^-«ez. Lechzte ... 871139 4 628 «robtzerz Clänüitra . . 364968 1 662 Uraunschweio. 4t« 778 1 686 Hrm>. «achfe» .... 9680010 7949 Schwarhbnrg-Sotidersh. . 76610 998 Prov SebleM-ig-Holstein . 1217 437 8 670 Mnigitid) »ach «» . . 8602684 9 368 tzaLien-Kobmg .... 206 618 649 «cu| j L.. 119811 147 Dens, 4. L. .... 62000 69 Eachsen-Mtenbnrg . . . 170864 46 , Se^-arzbnrg-Nnlwlftabt . 86 863 71 entfiel». «ns 1000 Bewohner. dO^i 30.!» 98.2 98,8 96.7 «.7 95Z 23.« 21.« 17,6 16,1 16^1 16.1 18,1 19.4 MJ6 U,8 10.8 ifl y ».0 7.9 77 7.4 6.9 6,6 «,8 6,8 6.7 6.4 6F 4.4 y 3.1 °׳5 9׳! M 1.2 1.0 0.8 0,8 86868 Wäre dieser Thell der ReichSstattsük schon so weit vor- «schritten, dag er auch bereits alle größer» Städte umratzte, so würde nicht Berlin, sondern Frankfurt a-M. an scr Spitze dieser Tabelle sichen. Rach der Zählung de« Jahres 1880 nämlich, der letzten deren Zahlen bekannt Wetrden, war ine Reihatfolge der größeren Orte nach dem '׳Promillesatz ihrer jüdischen Bevölkerung folgende: Posen ‘7,0, Fürch 107,2, Frankfurt 101,2, Mannheim 75,6, lau 64,3, Berlin 48,1, Hamburg 44,5, Würzburg 44,6, »brrg 42,9. IkvnigSberg 36,1, Mühlhausen 34,3, LarlS- 33,8, Straßburg 33,7, Köln 31,2, Darmstadt 30,9, iberg 30,6 u. s. w. Dentlicher als in dieser Reihenfolge der Städte kommt Thatsache. daß die jüdische Bevölkruag am dichteste» , ht im Nordosten, sondern im Südwestea und Süden fitzt» unserer Tabelle, und zwar zunächst in der Reihenfolge ־ Provinzen und Regierungsbezirke zum Ausdruck. Me cksie israelitische Beimischung haben hiernach die südlichen , und südwestlichen Bezirke Wiesbaden, Mannheim, Hessen- ^Raiiau, Pfalz, Unter-und Mittel franken; die Provinz Posen ist S׳c einzige Provinz des Rordostrn, die sich diesen BrlMrtes mit dichtster jüdischer Bevölkerung zugeseüt. P Nicht andntS verhält eS sich mit der Reihenfolge der Auch hier zeigt sich der Südwesteu, voran das . Vrotzherzogcham Hessen, daun Elsatz-Lothriag» und da« -׳ P^pderzogthum Baden, am stärksten von jüdischen Llenten- " : Merchsetzt. Preuße» und Baiern, die dann folgen, mtn£ sich nui: wenig vom R.'ichödurchschnitt. Weiter hiiiter Mück stektt schon daS jk-imgreich Württemberg, am wei- «vigmich «ochse». Me ftaaten endlich, st» der sich namentlich Wald Lippe und Mrininsst» durch einen ziemlich hohen satz von Israeliten hervorthae«, wolle man au« der loschen. o Bo» hervorratstndem Interesse ist die Frage, wir lang ungefähr die jüdische BevüUmnug gebrancist hat, u« t Deutschland ihre j!pge Zahl zu ervnchen. Leider fehlt ««> hierüber an verlä zlichen und erschöpfender, Zahlen; »>M einige Ziffern der slchstschen Statistik mögen von dieser merkwütmgm Entwickelung ein Bild geben. Dü! Zahl der jüdischeu Einwohner betrug: im gehr«: Sgr. Sechsen. Leipzig. Drüben. «hetmettz. 1870 1885 1890 3346 771-5 931-8 1793 8664 4225 1319 2353 2619 Die jüdische SXvülke rung wuchs also sta Königreich fest 20 Jahren um 168 pEt. In den Städten aber stieg st« i» diesen 20 Jahren vkgendermaßen: in Leipzig um 138, in Dresden um 100 und in Chemnitz um 903 pTt. Roch immer hat Sachsen, wie unsere erste Tabelle ergiebt, unter den gioberen deutschen Staaten die schwächste Beimischung jüdqtser Elemente. Dasselbe wird von den sächsischen Srotzstäkte» zu gelten haben. In der ras«»de» Eile aber, mit der hier die jüdische Bevölkerung gewachsen ist» stehen unsere sächsischen Städte in Deutschland wohl einzig da. Nur darin ist daher wohl auch der Bnmd fte die anf'S erste überraschende Erscheinung zu suchen, daß der Antisemitismus in den letzten Jahren nirgend« so schnelle Fortschritt« gemacht hat, al« in Sachsen, dem Staate, der relativ auch jetzt «ich die wenigsten Juden zählt. Die Er» scheimma der jüd. ^Zuwaaderer und ihr ganze« Verhalte» ist un» noch zu neu, p fremd, während sw anderwärt» gar nicht mehr auffällh und unwillkürlich fragt sich der geäagsttgD Bürger, wo das hinan« will. Wo« ihm die andere» Pa» leie» bieten können, ist ihm nicht« Neue« mehr; drt Anti» semitiSmu« dagegen erscheint ihn neu, well die Sache »r» ist, der Sr gilt. Durau« erklärt sich der anßerordeaSiche Erfolg, den die Predigw gegen da« Jndeuthum fetzt hier ernten. Soweit dir »Leipzig« Zeitnug." lvenn «in llneinamoeibter diese UUttb«lnuftn ü>!ft «rag er wirklich erstem nt sein Über d» horrend« tbodptipun der jiid. BevSSeenna besonder» in Sachsen, wenn . ilM nicht gesagt wird, »atz während dieser Zeit so ■«b so viel» FamiLen dorthin gezogen «nd an anderen Drtrn wenigergeworben sind, tvarnm »äst die ,Lehgig«" nicht lieber nach, wimo di« Inden cf seit itretn erste» Anstreten »I» er»« Gesamtheit von 70 persei»en, im Lauf» von ca. S6o« Jahren iticht a»«tter gebracht haben al» bi» ans «tiva «s—7 Millionen Seeleul Uebrigen:. kann st» sich über da» wach»- tt«« der M^Sevslkernug bernhtgen, denn nach der letzten vollvzichlnng i». Deutschland wird amt ich si ßgestelt, datz der prezenäml« Znwach» der Joden aerad« der aeringstgiäst» von allen ist, «ch ,war folgend,ematz,-,! 1886: «og. 9S^6L847, l at 16/786,784, and. Lhr.!96,678, Ind. 6ö»17Ü. 1891: «vg. 91,096^810. «M. 17.647,891, and. Lhr. 146,540, Jod. 567,884. ,-Vi Berichte rmd Lorrespo«de«ze«. D«4tschl»DP. Magdetnrg, 8. September. Der AutisemitiSmn» treibt immer seltsamere Blüten, er wird geradezu deutsch-feindlich und verbindet sich mtt den Feinden Deustchland«. Inden,Deutschsccialen Blättern* wird die antisrmittsche Bewegung m Frankreich besprach,» und dabei dem Bedauem Andruck gegeben, datz deren Führer Drumout Deuiscl>land gegenüb« eine so feindliche Haltung eionehme. Zur Erttschuldtgung wird hiazugefügt, ditz Drumoot wohl in Mutschland nur da« Ursprungsland Rothschild« und da« gestrige Werkzeug der ״Altlnnoa i«r1411taerblicke. Wollte Drnmont sich einmal den wahren Stand der Dinge in Deutschliind ans so würde er finden, .tatz nur das mtertatch»aletj die chauoimsaschenDz' daS germanisch« (u

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.