Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 37 (9.9.1892)
- Date
- 1892-09-09
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Das sind dem« Helden, » Antisemitismus! Maulhel. di: sich g,!gcr.ieitig beschi!npsen und einander da« liebe nicht gönnen! Nicht« als Neid und Toucurrenzl Mo» Kheinknnd. 2. September. »In der Nacht dom zum Montag haben.- ko berichtet die .Köln, .ruchlose Hönde »ersucht, die Synagoge in eeveübroich in die Luft zu sprengen. Am Montag fand man in derselben eiu kurze« Pumpenrohr, mit lver gefüllt, vor. Au letzterem befand sich am Ende ein nitt, tDoranf noch ei» Theil eine« verbrannten Stück« imm lag. Glücklicherweise ist durch di« ungeschickte »g de« Rohre« kerne Explosion entstanden und so» weite,!« Uaglück verhütet worden. Auch hat man in!den Nacht einem jüdischen Einwohner einen schwere» stein in da« Schlafzimmer geschleudert, jedoch ohne «rrn Schade» anzurichten. In Gimdorf brach wiederum zwei Stellen Feuer au«. Dem israelitische« Handels- Stern, dem vor acht Tage» Scheune und Stallung »nnren, zerstörte eine Feuersbrunst da« Wohnhaus, brach in der Scheune des israelitischen Handels- Aaufmann, dem vor acht Togen das Wohnhaus »nute, Fe-wr au», welches die Scheune und Stallung in 1 legte. Auch in diesen Fällen wird Brandstiftung Urmuthet." Da« sind ine handgreiflichen Erfolge de« praktische» /Antisemitismus, zu denen die Hetzredner Anfangs oersttckt und andeutungsweise, jetzt aber ziemlich offen auffordern. Muh wirklich erst eine Synagoge abbrennen, ehe diesem Trüben ein eaergische« Halt! zugerufru wird. Giebt'S kein; Maßregeln gegen diese Sruchel (Der Landrach von Brüning hat in Folge dieser?lusschreiwngru eine öffentliche Bekanntmachung erlassen, worin er die Exredenten auf die schweren Strafen hinweist, die da- Strafgesetzbuch auf solche rohe Gewaltthätigkeiten und Schödqungen fremden EigenthmnS rc. setzt. Er werde gegen diese« ,verbrecherffche Treiben," die Thäter und Theiluchmer, Jpie ganze Schärfe des Gesetz«- in Anwendung bringen lassen). Mteaßade», v. September. Die Reihe der religionSphilosophischen Borträge beschloß Herr Dr. Grün am letzten v SomStag im Saale der .Stadt Frankfurt" vor einem sehr zahlreichen zumeist au« Richtisraeliten bestehenden Auditorium, da« seinen Ausführungen »ach der Schluß-Apostrophe zur Bildung eines Friedensbundes lebhaften Beifall zollte. Redner S daS Facst seiner Borträge in folgenden Punkten: Ref orm Gottesdienstes durch Elimiuirung der auf Rückkehr nach Palästina und Wiedereinführung de« OpfercultuS Bezug;־ habenden Gebete. Ferner: Einführung einer Sonntagsandacht mit Predigt, Gesang, Gebet in der Synagoge zur Zeit de» all^meioeu Kircheubesuches (für diejenigen, die am Sonnabeud ׳ >etz«drrt sind, das Gotteshaus zu besuchen); durch da» Stesetz Sonntagsruhe würde dies« Einrichtung sich ermögliche» Lffen und segensreich wirken. Die« gelte besonderr für grk^re Städte. — An weiterer Lmrag bezweck die Gründung ,-ines intrrconfessionellea Friedensduade«, welcher die Differenzen ter verschiedenen Bekeantoiffe auf gAlichem Wege ebnen und eine freundschaftliche, sich gegenseitig fördernde Lnnähcuug herL,führen solle, und habe bereits zur Realisirung tiieser schönen Idee Gutsbesitzer Gerbet in der Schweiz sich Kreit erklärt, «inen Bau für Conserrnzen uns ähnliche Bersamm» lungsn zu s>tdmrn. Ebenso wurde di« ausgiebigere Unterswtzung der hief. unbemittelten Kurgäste augeregt durch Beiträge wohltz« bender und ivohlthätiger Kurgäste. Nach Schluß de« Vorträge» meldete sich eia Herr Kahn. Sohn de« biestgea orthodoxen Rabbiner-, ziiw Worte, da« chm bereitwilligst rrrheilt wurte, doch hat dttjelde von dieser Luenz «ine» fast allzuweit geltenden Gebrauch gemacht, so daß sich die Debatte l^mahe bi« Mitternacht erstreckte. Opponent gerirte fick, al« Betrete!: det .Mainzer Itraetit' und zugleich als Anwalt des orthod. LuhkNtham», wetch^AK duöch diese BoiNäge bedroht sieht: doch kennte er gegen die dialchtische best de« Vorredner« nicht auflommen. — ES verdient aber vemerkt zu werden, l«ß Herr Kuhn da« Zugesiändniß «achte, die Theilung der hies. Israeliten und anderwärts in >»>!( Parteien beruhe aus sehr minimalen Differenzen und künnte ev. sehr leicht behoben werden, wa« augenblicklich allerdiug« - nur ein frommer Wunsch bleiben dürste. Wmnns, den 4~ September. (Or^Torr.) Die Feier des SV jährigen AmtSjntiläum« unsere« verehrten Rabbiners, Herrn Dr. Stein, nahm einen glänzenden verlaus. Es waren erhebend« Stunden, di« wir im Hause de« Jubilarsim allehrwürdige» ülotteShause, sowie beim zwanglosen, gemüthlichen Zusammensein mit der um ihren Eeeleuhirüm gescharten Gemeiude am gestrigen E onnabend verlebt. Ein au« dem Gemeindevorstand und den Bertreteru der hiesigen i»raelitischeu Wohlthätiikeitsvereine bestcheude« Festkomitee bekundet,! bei seinen Borvereitungen ebenso viel Tact und Geschmack wie aufrichtige Liebe und Treue zum Jubllar. Au der Feier war eben nicht« Unnatürlich«« und nichts Gekünstelte», sie.war der ungrheuchelte Ausdruck der Dankbarkeit und?!erehrung. di« eine bedeutend« jüdische Gemeinde ihrem relgtösen Führer für seine treue 2Ljährige Wirtsamkest in der Form eine» Feste» entgegenbracht«, das durchaus den Lharcster de» herzlrchen an sich trug. Schon am Fretag Abend brachte der von dem Jubilar bald nach seinem Amtsantritte in'« Leben gerufene Thorverein seinem Begründer «in solenne« Ständchen, worauf der BerrinSPräsident. Herr Lehrer Rothschild, in treffender Rede die Verdienste Dr. Stein'» um die Hebung und Bet» edluug des GotteSd enste feierte. Am Sonnabend Morgen nach dem Gottesdienste wurde dem Jubilar vom Sorsitzädeu der Thebrah Kadtscha «uler herzlichen DaakeSwrrten für seine Verdienste um den Berria — Dr. Stein hielt in demselben allsabbatlich einen »Lern- Bortrag' — eine geschmackvoll auSgestattete At resse und ein Ehreugescheuk überreicht. Unter Führung de» Borsitzende« der Wormser Gemeinde, Herrn MarcuS Levy, erschien so» dann der Gemeinde!»orstand und da« Festkomitee. Herr Levy von Erfolg gekrümen Bemühungen um die Erhaltung der Einheit in der Gemeinde uud versichert« den Jubilar zu« Schluffe der Dankbarkeit und der Liede aller Gemeiudemit» S" ... gebracht. Es foigtm die Brrtreter der Landgemeinden. die ,Adreffe und Geschenk überreichten und Deputationen der zahlreichen hiesigen jüd. Woblthätigkest«vereine.. De» Glanzpur tt der F«er bildete der um 10 Uhr Bormittag« in der nizend geschmückte» Synagoge abgehalte« Festgottesdienst. 32«» ^SotteShau« war bi« auf den letzten Platz besetzt. Unter de» Ehrengästen bemerkten vir Heer» Probst Fehr, Hnm, Landtagitabgeoidneten Reinhardt. Herrn Gymnasialdirector Mangold u. A. m. Der Mrbilar wurde vom Borstrnde nach de« Gotte-Hause geleitet und nahm daselbst vor »em Altar« ans ei«m prächtig hergeftrllleu Ehrensitze Platz,!stach einem einleitenden Gisauge betrat Herr Rabbiner Di: Salfnld au« Mainz, der einer Wnladung de« Gemrindevorftaude« zur Abhaltung der Festpredigt bereitwilligst gesolgst war, die Kanzel und beleuchtet^ ״ater Zugrundelegung de« Texte« (Jesajas 54,10) die ,F große historisch«. iSergangeuheit der jüd. Gemeind« Wor»«. Als den neueste» Ring j» der lang«, Kette von bedeuten. M de« Männern, welche w der Wormser Gemeiude gelebt uud W gewirkt, bezeichnete der Redner de» Jubilar uud feierte dessen |g|a Leistungen in der Gemeinde, aus der Kanzel, in der Schulr^M seinen Wohlthlstigkeitssinu, seine Bescheidenheit: Uneunu»^ nützigkest, Friedeysliebu sei» ganze« pfluhtbewuß ' haste« Leben und Streben. Dieser schön a, folgte eia-Schy« wvnmf der Mchtl« -