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Israelitische Wochenschrift · 1892-09-09 · 37 (9.9.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
37 (9.9.1892)
Date
1892-09-09
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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NöckbNck auf ftine bisherig» Thätigkrtt Irntu Dank aal• sprach fit all« Lieb« und «lles WohtaoOeu. die th,u von der Gemeinde wie immer, so auch heute entg«engcbracht wurden. Nach dem Gebete ftir Kaiser »nd LändeSfürst bildete «in Ehorgesang de» Schl uh der erhebende« Feier. Im Hanse de« Jubilars waren inzvischen unzählige Depeschen und Glückwunschschreiben von Freunden, Eollegen und ehemaligen Schülern, sowie von mannigfacher Eorporationen ringetroffen ES aratulirten: die Stadtgemeinde im Namen de» Wormser Schulvorstandes, der Groghersoglich« Kreisrach. die Lehrer-Eollegien verschiedener Schulen, von auswärts der deutsch-israelitische Smneindebund, der deutsche Rabbinerverband, die Alliance Jsvrelite. der Verein Lingath-Ehen in Breslau, di« Rabbiner Heffens, welche zugleich einen Pokal widmeten, rc. Zahllos waren auch die Blumenspenden und sonstigr sinnige Ges,henke von Freunden und Verehrern, zahllos auch die Gratulanten, di« den ganzen Tag über in's Stein'sche Haus strömten. Ten Schluß des Festes bildete ei» Festbanket, an 'welchem sich mehr denn 100 Personen l-etheilrgten. Ernste und heitere Reden wechselten mit den fröhlichen Weisen der Musik und hielten di« Theilnehmer in aaiinirter Stimmung dis lange nach Mitternacht zusammen. Alle Theilnehmer «ahmen das befriedigend« Bewußtsein vom Feste heim, einen verdienten Mann in würdiger Weise gefeiert zu haben. Möge es dem Jubilar ״och recht lange vergönnt sein, in derselben Weise und mit demjrlbcn Erfolge, wie bisher, in seinem Berufe zu wirken zum Segen seiner Gemeinde, »nd zu seiner eigenen Befriedigung! Aus Ungar». 31. August (Or^Corr.). Zur Hebung des Interesses für die Religion hat der Vorstand der Wiener Großgemeinde auf deu 6. Septtmber eine!Lcrsammlung von Großgemeinden nach der Metropole Oesterreich« berufen. ES se, mir aus diesem gewiß sehr erstenlichen Anlasse gestattet, für die Hebung der Religion ״bci den Gebildeten unter ihren Verächtern" und bei den Utttichtern unter den Richtgeoildetea einige der Erfahrung abgeriwgene Vorschläge zu machen. Zuvörderst ist eS nülhig, daß nicht nur im Religion«- unterricht, sondern auch im Gesammtuntcrricht an den ver- י Sieden«n Lehranstalten die Lehre und Geschichte unseres uubeuvertheidigt und verherrlicht werde. Der allge- 'meine BildungSgcsichtSpnnkt ist der Bel-:buag des religiösen , JnterrffeS günstiger, als der eine« beslioruten Faches, einer jjrT bestimmten Glaubensgemeinschaft, Schule, iöartei oder Richtung *£'־ Zu diesem Zwecke thurn auch wissenschaftliche Vorträge noth, welche die Erlösung vw GlaubenSaogehörigen von der Abhängigkeit von materiellen Verhältnissen ' und Einflüssen erzielen sollen und eine Verherrlichung des Idealen, dessen göttlicher Inbegriff die dteiigion ist. Di« Predigt werde allenthalben zum Mittelpunkte de- Gottesdienste» erhoben und diene der Hebung de« ethis chen Bewußtsein« der Religionsbekenner, liur die Religion, welch« die sittliche Wahrheit Md wahre tSittlichkeit vom Gent::. K fichtspunkte d«S Göttlichen zu ihrem Inhalt« hat, vermag K' das Ansehen der Religion »nd ihrer Angehörigen zu heben, zu schützen und zu stützen.?u diesem Zwecke ist jt auch noLpvendig, Gemeindetot' Bibliotheken ui begrün!»», die GeistcSschätze der NeligionSbekenaer in Werken und periodisch,» Schriften bekannt und zugänglich zü machen; damit der er!öse«de GotteSgebanke im Menschenthume in seinem geschichtliche« Ausbau, in seiner wiffenschastliche» Entwickelung ׳mannt werde und versittlichend wirke in Staat, Gemeinde und Gesellschaft. Man gebe der Gotteslehce und de» ZottrSlehrern, ohne Unterschied der Parteien, die gebührende Achtung betracht«, wie in früheren, bessere» Zeiten, die Lenotniß und Erkennt- »iß der Religion als höchste AnSznch»ur«g i» Synagoge Gesellschaft, schütze und stütze jede I^^Gotwslchwweihte Kraft nüd/Meskrestichh.' Man sei selbstlos im Dienste der relizibsen Heist Ithümer rivd «rgeffe nicht, a»s alle« Meinung-ver ftbftdenhimen Herr«« die ^rmeinschastliche Lebensaufgabe der gesainmtrnGemenide, das «in i ge» de »nd verbindende stets z» brtom«. — Ferner ist <üi von Wicht»» feit, daß in Angclegrnbeit«,: von großer Lrogweita für «e Gemeinde, beispielsweise dii Rabtincrwahlrii. Swtagog»- bauten, die Sesammthiit der Gemeind« in öffentlicher General Versammlung - zur Verathmia heran,zezoge« wcrse. Das erhöht da« Interesse am religiösen Leben der Genmnde und die Freudigkeit an der Verwaltung. Gtsßdritnms«. London, 5. September Der IX. Kongreß der One»- talistea wurde heute früh um 11 Uhr im Theater der Londoner Univerntät eröffnet. Der zum erfte« Präsidevse« rinsttmmig gewählte Profejsoc Max Müller, hielt eine glänzende gevonkenreiche EiöffnungSrede Er berührte zuerst kurz den eingettettnen Zwiespalt im Lager der Orien« talisten und erklärte, daß numcntlich die von den Franzose» eingenommene Haltung die Tren nung unabvrendbar gemacht habe. Er sage mit Abraham^ Laßt uns keinen Streit Habens Trennen wir uns in Frieder! Der Vortragende wieSnr n auf die Scheidewand hin. die den Orient vom Occident ttenat. und die schon d«S alte Griechenland auf den Osten wie auf etwa« »Fremdes״ sehen und hernbsehen ließ, obwohl damals die sogen. ״Barbaren" ent» schieden höher in-kultureller und resigiüser Byiehung standen, als die homerischen Griechen. Rom wurde der Erbe Griechenlands und Europa trat die geistige Erbschaft an und über» nahm damit auch diese« Gefühl der Feindschaft gegenüber dem Orient, das den Arier vom Semiten trennt — ei» Gefühl, das nie hätte ersteh«! sollen und das Jeden schändet, der eS beherbergt. Es ist t-as alte, verderbliche Vorurthei! (dtmaasi baredit»•) welches hinwegzuräumen, oder wenigstens zu lindern, da- Studium der orientalischen Sprachen in hervorragender Weis« berufer sei. Denn das Hauptverdienst diese« Stud um« und der Orientalisten sei. daß sie dargerhan, daß. di« «Scheidewand zwischen dem Osts» und Westen nicht immer bestanden; daß Arier und Semiten einmal eine einzige groß« Familie gebiUet, daßPhönizer, Hebräer, Araber, Perstr, Assyrier, Indier, Griechen, Römer, Selten, Germanen, Slaven, Brüder eine!;!Stamme« sind; daß unter den verschiedenen Völkern wicdrr ein« Brüderschaft bestehen sollte, wie st: zwischen ihren stüheren Ahtt-n bestanden hat. _ (Schluß folgt.) Vermischte «nd neueste Rachrichte». Masvebxrg, s. September. Aus Marse!»!« wird beute tele» graphin: Da« pariser t»ra»li»is>h« Vutomtetungltomii« benachrich» tigtr da« marseiller Uomitd, e« ft! bi« aus Seiler«« wegeu der ithoter» ,.fab» uauuigUch, russi^he L»«»-an!>erer auszunehmeu Der Sesund» heilSrath ersuchte den PiSferlea, ju veraulaffr«, big die Regierung di» sranzSfischeu Eonsut» im Schwarz m Meere aawrtsr, di« Dampfngeses» schasiea davon zu oeuach-tchtiaeo, unnit keine lSroe Äsche» Auswanderer au« Rußland fernnhtn tu Marsitäe »»»geschifft «erde». as»tgsd«es l. Pr.. 6. < September. Die Zahl der rassisch» jüdischen Suvwauderer, :oelchr von Hl,«bürg zurülttrhren, nimmt täglich zu. Di« Leute reise» Eber Eydtttchae» »ach ptußlaud zurülk, »achde« sie hier Srzuich untersucht woree« sind. M»Sl»»ttz» S. September Eia« soeben publtzinr erariche Ber«rd«u»g demgt, »ah sämmtlich!» »«»«anderer,, ohne RLIflcht e«f ihr« Rationalität, da« Ueberschretu» der hiesigen Greuz« untersagt ist. >s»r«O, 31 August. Dat Fest »er diamantenen Hochzeit de ging der Herr Mose« Schwarz mit seiner Ehefrau ged. Michel A» M vj Feier detheiligte» sich ihre ^««tltchen Kinder, Enkel «ad Urenkel, joah!" ' et» zahtmicher KreundeSttet» an» »Sc» Ständea der Stadt. Deel- Md. Hier starb hachsetagl der emertl. Lanwr. Lehrer, Herr B. Jsaaesoh». Derselbe war et» ps!׳ llglisiervramter «r» wir «.«Süsir» vorRIJtchwi, st?((!11 - Der Krieg»« tutst« hat kür dt» f^aneNS« ' " Lrmcheu «ia,

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