Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 37 (9.9.1892)
- Date
- 1892-09-09
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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״Herr Landrabbiner in längerer Auspracst,! der Bedeutung de» Tage» volle Würdigung zu Theil werden ließ. »Dt« lstbllch« gestr de» tenneen Lage» mürbe, so führst der De»»er u. ann», «och besonder» dadurch gehet«,, d«d die Brh»kden fomst nnch dt« vllcgerschnft ihre Unterstützung zu TheU «erd« liehe» «d durch ihn Anmeftnhüt!זו Berich»«« na M gtftt» MMtgcn. Btt» de» Gefühl de» Dante« gegen de» allgmige» Go«, dah er de« «rsrhnst» Dag »ec Grundsteinlegung habe heraus!,«!««» taffen, hege » dst Hoffnung, daß der »llgütig« de« Ban defhlrme» werde», »er ei» Denkmal sein werde der «dien Begeisterung u»b Anfapsernngßfähtakrtt d« hiesigen Gemeind«. All«, welche sich an den« gottgefällige» Liede»- merke betheiiix' ha den waren beseel» von dem gottgetragene» Geist«, durch welchen der Grundstein!u de« neuen id,Nie»heule za Tag« gefdrdert ist. So sei denn durch die Liebe»! hätlgkett ei» großer Berg überwunden worden; ab« ein ander« war noe» 1» überwinden, der dnri» bestand, daß r» für di« läraelttlsche Genleinde nicht leicht war, sich hl« anzudeuen; aber di« Stadtverwaltung und die Bürgerschaft Hab« di«'Gemeind« in sa hervorragend« Weise unlerftützt, daß auch ,euer »weite Berg überwunden werde» konnte, vkit dem Hin «et» auf die prophetischem *80m: ,.Schauel hin auf den Gottesaltar, den die Bästr erbauet" sprach d« Redner die Hoffnung au», der Bau wolle sich «» «den 01» «in leuchtende» Denkmal der Einheit nnd Einigkeit der Eonsione» in unserer Stadt und al» ein Mahnzeichen, diese Einigkeit nicht 1« lockru. Dir Urkunde, welche in den Grundstein gelegt werde, gebe späteren Gejchlechtrrn Zengniß von de« edlen Geiste, d« di« Behördm, der dt« Gemetndemltglieder und die Bewohner beseelt habe. Zur Ekre de» Lllmilchtigen, »u seinem Lob und Prei« sei d« Grundstein &dem Serk gelegt, da» Allen, «elche durch ihr« ebst Herzen »reg unrund rgebung da» Zustandekommen gefördert haben, in srtner ganzen Soll» anbuug zu schonen vergönnt sein möge." Nunmehr spielte die Capelle, allerding» unter leichtem Regen, der inzwischen eingesetzt hatte, da« .Geber״ au« .Mose» in Aegypten", während dessen der Borsitzende der Gynagogengemeinde. Herr Banquier M. Heinemann, da» Podium bestieg und nach dem Berklingen der Musikaccorde folgende Urkunde verla»: »IM Ranci Sgttdl Km 8. «Jul de» Jahre» 5663 seit Erschaffung d« Wett, am 1. keptember ISS» nnL i« 4. Jahre d« glorreichen Regstrnn» Sr. Mo» jestöt de» Kntfer» und König» Wilhelm II. ist zur Ehre und B«h«r» lichuog Gotte» d« Grun.'ftrtn zu diese« Tempel gelegt werde«. Die hiesig« Lyaagogengrmrlnd« har sich, nachdem dt« »tter« im Zähre 1B&0 der »u«drnch »er Pest vernichte« «»:de», im Jahr« 1680 wieder r» bilde» angesauge» und ist seitdem stetig, besonder» erheblich in »er letzte» Halft« diese« Jahrhundert« gemnchsen. Seit nun über »weihnnden Jahren war die Gemeind« gnr Muaiidnng de» gemein sa men Gattrtzdienste« aus di« Beautzu»g gemietheter L««ale augewiese« und obwohl diese sett langer Zeit keinen «»»retchenden Rau« für dte Mtt» glieter «ehr boten, mußte dt« Errichtung «ine» eigene» Gotte»hau>e» ■V« der fehlende» Boumltlel unterbleiben. «» ». Jaauar 1888 «tote» sich dann, bet >»»ese»hrtt de» Laadrabbi» er» Dr Grone man», der sich lebhaft für de» >80» inttresfirst, sech» Gemetn»emirgli«d«.*j -n de« Zweck di« Summ« von «vttöo Mk. herzugestn. und mit diesen» Angebot« war di« Möglichkeit geschaffen, den Bau in «griff zu nehmen, teffe» Entführung sich tndeß «och vielfache Scheckrigkeiw» entgegenftchlr», di« erst uderwunöo, werde» muhten. Unterstützt »nrd« da» Borhab«« dnrch da» brrettwtlltg« Entgegeukomaun der Mdtischr» Be- Hörden, dt« der Gemeind« denschön gelegen«» Bauplatz für «ine gertnge Snmme»') überließe«. Der Bauplan ist vom zetitge» Stadlbanmeistcr Dich. Kampf enrworfr«, die Enösithrung urner deffr» Aufsicht de« Drsige» Maurermeister Iah. PSpp « r übenregen Di« ktastea de« Baue» mit der inuerr» Etartthmng find aus «OVOO Mk. veranschlagt. >m 3. Mai. d. I. wurde der erst« Spaten stutz geihaa, am 1. Juli der Ban begonnen. Heule am 1. September ist dieftr Grundstein in Gegenwart de» Landmddtner» Dr. Gronemann, samt« der Spitze» der Königlichen und Städtischen Behörden 0» di« Stell« niedergeieal, wo di« heilig« Lad« ihre Stätte finde» wir» Wir erbt ne» von Dir Allvater Deinen Schutz über die» di« 0» diese« Deinem Haus« arbeite», daß kein Unfall ihnen begegne, n»d «stehen von Dir, daß Dein >nge mache üb« dr» vollendest» Tempel, in taffe» gemetbten Raume» Jeder Trost nnd Er!z«b»ng finde» möge, der sich im Gebet zu Dir «endet und « bona fort und fort Dein heUigr» Gebot gelehrt werde: .Lstbe dein« R,affen wie dich selbst." Nachdem die zur Aufnahme der vom. den Honoratioren unterschriebenen Urkunde und einiger antierer Gegenstände bereit gehaltene Blechkapsel verlöthet war, erfolgt« die Einsenknng und Vermauerung derselben. Q* folgten die üblichen merschläge unter üblicher Rrdebeglkitung. Alfidann *) Herr State«• Hetnemau» 16,000, sei« zwei Brüder je ÜOOO, und noch st Mitglieder »er Kami!st tivOS. - —)-I» Anerkennung, daß da» Strebe» einer RtUgimGgenoffmschast, «in würdige« Sottelhan» g» »mmn, all« llnstrsühnng verdiene." exvmtirt« ׳ ßie^NnM taK'' ^HÄKlnjah" an« Häudrl» Om» 'torinm .Messia»", nuncanf der Geh.!lleg..Rath Oberblrgermeister Lauenftcin, folgende Worte an die Bersammlustg richtete: .Hochmehrst Bcrsammlckgl Dachtan di« Urkunden vrrsenft und di« üblichen Hammerschläge «ihn» find, «öchst auch ich der Frnnta Anödrock gebe» »aß di« verH'rmhmäßtg Ntta« löraeltktsL» Sawetata hstiseldst sich ei» würdige« Gtiwödan» rrrbhwt. »roß« «ühea nnd Anstrengungen w-re» «nordrrl lch. «chwtertgieist» nnd Hindernisse aller Art »u überwinde», bevor dm Bau gesichert war; aber dst nnerm übliche Tha mast nnd Energst tarseuike». wrlche sich für »-« Erbnnnnsl ein«* neue» Synnaegr instrefsirie», 'ührst »nm Sieg« Rühmend ist anzaerkenne», daß sich di« kleine üiemetata für diese» religiösen stoeck so «rhebltch« fim»»stlst vps-r auferlegt, daß auch dst wohlheben»!» Ga», «eindemiiglieder, n« den Bau ,» ermöglich«,, freiwillig f» Bedeutende» geleistet Hoden «istwlß, di« Wrmliltsch« Geoutata ehrt fich selbst durch diese» Werk, welche« auch von der verwallnng nnd Bertrettrag btt Stadt »ach Kritist« gesö-dert ist Möge nm, I«r Ban mtter der lstitung - geschlcker Meister und den fleisligea Hände« der «rdelstr rasch empoo-^ «ochse» zu!einer Bolle!,düng! möge auch der Allmächtig« Ule, WK bei diese« Bau be^häfttzt «eiben, vor Unzlückäfälle» schirmen nnd׳ bewe hren I Venn der Tempel, welcher errxtztet wird zu Ehre» de». Gotte», welche» wir All« aabckn, Vollender daflehen wtrd in Ist« an» lpretbendr» archttrftonische» Formen, «elche der Geist und dst P stnAfi« de« Künstler« für ihn «rfonne« hak, sa wstd er sein ei» immer» mährende« Denkmal opserfreudlger Religiosität und eia« Zstkd« der Stnlit, «eiche auch die Mitglstter der i»ra«1ittsihen Gemeinde ze ihren gstlch» und vollberechtigte» Bürger» zählt. Zum Schluff« mtlchst ich . muer Hinweisung «rf dst Ware de» Herrn Landrabbtner« de» Wunsch auäforrchen, dah derKri« de »wiche» de» veisrhstoenea Eonfesfimie^ nnd RelizionägeseU schasst», dessen •Mt didher erste« hade», unsere^- «min immerdar erhalten bleiben mögel" Hierauf sprach Herr!!ehrer Philip, ein Gebe!:;, au» schließend au Psalm 150: -! ,Einst wird dem Herr» «in Teinpel sei» der wette Erdenrund, ,? , Statt schließt dst ganz« Menschlnit eine» Brirberbnnd, Und «otterkmuttnii bedeii, dann ick Erde, »st LSaffer den Mrecr»;r>mb V, Mit dem Dank dr» Vorsteher» Herrn M. Hein« mann . an die in Wind und Regen LuSharreitden schloß di« schöne Feier, die gewiß auf Ale, die ihr beigewohnt, einen erhebenden Emdruck machte. An» K»Ae« wird der «Franks. Ztg." geschrieb«,: Dem Bückel'schen Hansen scheint r» nicht sonderlich zu geizen; er ist sichilich schlechtec Laune und die Objekte, an denen er sie auüläßt, sind nicht ettva dir Juden, sondern die — antis«. mitische« Konkurrenten, die Ahlwardt und Genossen, bei denen offenbar da» Geld bester in den «osten sprirgt, und die Konservativen, die sich xkaimtlich auch rüsten, eine antisemitische Filiale zu gründen. In der neuesten Nivnmer de» .Skichsherold" häßt e» wörtlich: .Man läuft allen müg» lichen Irrlichtern nach, and deren sind und «arm viele: Stöcker, Ahlwardt. Groussiliier», Pinlert, Ruppel, Hmrici, B. Förster re. Äa» sind!md waren sie ander» al» Irrlichter, die unsere BewMNg in den Sumpf geführt baden? Aber gerade dies« Len« halieu viele, viele Freund« gesunden und Millionen sind für sie geflosten — für nicht» und wieder nicht», während die ehrlichen (?) Be», fechter der Sache darickn md ardeittcka. Wenn »a» nicht bald andevö wird, ist alle» rerkoren. E» kann so nicht werter gehen. Am unreäiten Orte wirft «au da» (Selb mit Händen hinan» und am relhten Orte fehlt e»." D«u bevorstehenden konservativen Parteitag bez<nchuet da» Blatt al» eine .Somüdic": ,schofler" il» die konstrvatloe Partei schon jetzt sei, könne sie nnhr werlren, ihre Ästest« habe ein Talent, : langweilig zu sein, da» geradezu vernichtend wirke, u. s. w. Aehnliche Klagen stößt der antisemitische Allgeordnete Werner in Kassel av». In dem Briefiasten seim» Blatte» schreibt er: .Der Adaecrdnet:Bebel quittirt für dm Monat Juli über L7 783 Mark sistiwilliger Beiträge zur sozialdemttkratischcn Parteikastr. Was bekommen die antrsemitische« Agitatoren??säst nicht!»! Man üxrläßt fi^.,\ ihrem Schicksal und begnügt sich danlit, sie viel^icht -voir^ Zeit z» Zeü einmal »egen ihrer AusDauer zu b«i»d« in ihrer Abwesenheit ans sie zu schimfffeu.. —-׳ einmal ander» «erb«!? G» ist "