Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 37 (9.9.1892)
- Date
- 1892-09-09
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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ftöntg!* — Diese Erwägung wird sich' nn« euch . ig erwiese«, wem» wir di«!3edeutll«g tat Wortfvr» attmlisch «äher ta^k Auge faste«. Ilie hevräisthr Sprache da« bratsche Wart .erheben* auf zwiefack* Art aus.! einfach «usativ« Bedeutung lietztinocrhäufig verkommenden?Hhchil-Form דדים, während me vorliegende ijiolel-Form eine bestimmte Tendenz, eine bewußte Absicht de« idelnden verbindet. So darf man ohne Zweifel in der welcher sich der Psalmist zum Ausdruck tet Sötte«- ung bedient, zugleich auch da« Bewußtsein 'de« Lottesr« von der Urberlegenheit de« angebetrten Wesen» sehen, er hier auch »mein allmächtiger König* nennt. Mit der fortschreitenden Entwickelung der richtigen Selbst- »ntniß gelangt der Mensch begreiflichrrweiß: auch auf Häher« Stufe der Anerkennung seine« Schöpfer» und itrrt mit feiner gereinigten Bezrifföbilduiig auch seinen dienst. .War mther nur die Furcht vor dem überlegenen, tbeherrschenden Schöpfer bestimmend gewesen, so beherzigt!Mensch weiterhin mehr das für ein Lesammttesen überau« ־ ige Wort de« Weisen: »Erkenn« Dich selbs:l*. lernt sich st prüfen und seine Ohnmacht fühlen. Merkt er schon, feine -örperkraft derjenigen der wilden Tb« re de« Felde« des Walde« nicht gieichwwmt, um wie tick schwächer rd er sich dem gesetzmäßigen, scheu Eigenwille!» zerstärenden »nge der Natur und ihrem Schäpfer gegenüber fühlen und diesem Bewußtsein seinen Loit verehren l Sticht ist jener »stand, in dem wir uns befind»«, wen» wir miter dem alle« Ibstbewußtfein hemmenden Eindrücke eine« übermächtigen sen« stehen, mit demjenigen z« vergleichen, in dem wir ' des Höheren Urberlegenheit füllen, zugleich aber auch XT Beruvust die Fähigkeit der Selbstprüf,1!,g erhalten, werden dann nicht mehr llinden und willenllisni Gehorsam sien. sondern im Bewu^snn unsrer Ohnmacht de» Wesen und Preis darbrtngeo. vor dem wir in tiefer Demuth Kmee beugen. Diese Verehrung bringt auch König zum Ausdruck, wenn er an zweiter Stelle seine» Lobi' liede« das Wort ברך gebraucht, dessen Stmnnbuchstaben Sau dieselben sind, wie bei« Zeitworte »da« Iknie beugen*. d nicht wird das göttliche Wesen gepriesen, insofern es .tat Besitze der Macht ist, sonder» e» wird veirksrt, weil, von ... Um» ausgehend, der Mensch die Schbstschüzüng an sich vollzieht. La« besagt auch da« Wort שם (Name) nach seiner - ^»alogischen Bedeutung, nach der e« »Wesen* bedeutet). Nrcht also au« Furcht, sondern ans dem Bewußtsein eigener ^Ohnmacht entspringender Anerkennung beugen wir vor de» erhabenen Wesen Lotte« die «nie«, i Da« eben geschilderte Gefühl der eigenen ^Schwäche wird den Menschen kau» verlassen. Wenn auch sein forschender Geist den ganzen Weltenrau« durchdränge, wenn sich auch ' vor seinem geistigen Luge klar und deutlich du: Wunder der Schöpfung, des ewigen Werdens «ad Brraeheritl ausbrrittten, wenn auch sein Seherblick die schleierverhüllte Zukunft durchschaute, wir zweifeln nicht, daß er sich seiner Ohnmacht immer »ehr bewußt würde. — Aber je mehr er die Wunder der Schöpfung begreift, je vertraulicher er die Geheimnisse der Natur belauscht, desto mehr wird er von >na erhabenen Eindrücke überwältigt werden, den da» Anstairaen der gättlichen Wunderwerke in ihm erregt. Das bezeichnet der Snialiche Dichter, der urgewaltig« Meister der überaus taholtsreichen Sprache, als den höchsten Lrad göttlicher Berehruag. Und indem ich dieft Zeilen niedersckhceibe und mir von Neuem de» werthvolleu, philosophisch!« Sehalt der 7 hebräischen Sprache im Dichtrrmunde vergVemoSrtige, überwmmt «ich wahrlich .in Gefühl bitterer Webmuth darüber, daß «an in Uakenntniß diese» Werth es, obgleich sie leicht zu beseitigen wäre, de« Gebrauch der ' nebrtische« Sprache immer mehr aus dem Le- ^»etbuche und de« Gottesdienste auilzuscheidea fnchtl Wefth'ei» Uarechtk Welch' eine lkt,»kehrcheft! >. Dach kchrr» wir zu unsrer Betrachtung zurückl Uatersuchen wir Mr welches uns der tßfempsindende Philösch-H uK Psalmist die höchste Stase LottrsDerrftrung veranschaulicht. Ts ist da« bekannte Wärtchen י״לד, da» ,preisen, loben, hikdigen* bedeutet. Wir glauben aber nicht sellzugehen. wenn wir es in etymologisch- Berbindung mit dem in Jesojah. Anp. 14» Bers 12, vorkaramrnden דזידר bringen, da« den ^«׳lanzslern* bezeichnet und dsrch Jjob 2V,3 selbst -näher erkl-'n wird. Dadurch verlieich unser *?הר die übliche. Sott und unserer Dasemsbestimniung gegenüber wenig inhaltsvolle Bedeutung de« Loben» und Preisen« und weckt in un« durch sein richtige» Berständuiß ein überau» schätzenSwerthe« Streben. Meichwie jener ד-ילל Monzstern) den dämmernden Morgen sonnmklar erhellt, so bezeichnet auch die durch da« Zeitwint auSgedrücktt Huldigung da« Streben bezw. die Fähigkeit de« richtigen Erkennen« der göttlichen Majestät. Und fürwahr nicht die Furcht vor der allmächtigen Sotthnt, nicht die zur eignen Demüthigung führende Selosterkenntuiß läßt un« zur wahren LolteSvrreyrung gelangen, wohl aller da« richtige Begreifen der göttlichen Wesenheit! Da« ist ein wenn auch noch weit rutftrntr« Ziel der Menschheit, aber eine Ansgabe, deren annähernd« Lösung nur gottähnlichen Wesen, den Menschen, »erstattet ist. — Wie rem wird «inst die Bekehrung sein, welche wir dem richtig erkannten Allwesen zollen, -ollen au« freiester, innerster, vollster Empfindung! Beieichte und Eor respoude»zer>. M«§dss»r§. Die antisemitischea Blätter suchen selbst nach dem AuSgange de« Laatenei Prozesse« — ja nun erst recht, um dir erlittene Nievnlage zu verdeckm — Ijen Glauden an den riruellen BlutmordderIuden im Volke wachzuhalten. Die« taun ihnen natürlich nur durch Verbreitung lügenhafter Berichte, Legentan und Sagen, die sich nicht kontrolliren lassen, gelinge»; aber sie stöben! auch in alte« Archiven (*nun und suchen scheinbare Beweise au« Alten, Aussagen und sogen. Geständnissen von angeklagtrnJuden beizubrinsien. Daß derarttge Grständaiffe von solchen auf falsche Beschuldigun- —-׳ ״״־ " "8 , schichtSkundizen nurattjubrfannt. DaS wird aber von de» Hetzblättern chren Lesern verschwiegen, oder eS wird geradezu da« Segeutheil behauptet, ödere« w> rd in die Protokoll* hinein ge - fälscht, daß da- Seständniß rin freie« ,gütliche«* gewesen sei. Da ist e« nun dringlich geboten, den Fälschern, genau auf die Finger zu sehen, damit die Lügeaberuhtc nicht uw widersprochen weiter verbreitet Vierden. Go losen wir jüngst in der ,deutsch-sozialen Blättern* vom 21. August er. einen solchen, der ,Arruzzeitung* vom 7.Lug«st er. entnommenen »Beinag zur jüd. Blunuord-grag«,* der wie folgt lautet: »Im ftcptraita: de» Jahre» 1*188 bmt za Stickhet«, halb- «ege» zmtschea Volfrsbüttei an» Bri.aaschwetg, eia kleieel Kiad »geprtck»', d. h. za« Zwecke de« vlnt-> taube«, und web« tütlich, »och ,*« SOtanri•* mit Stichen vrrwuutet. Ob bl« Lchall«i-e» aas haab» Hafter Thal »bgefaht, »brr wie sie «dm saast «rmirtett waren. sagt die »uszeichnung »ich-, bir diesen 8«Ü ilberliesttt. Serag, der Rath vaa Vrauaschweh; lieh zwei Jaden eiaztel««, deren einer!kamen« Schmal, wie r» schein^ scho-r at» Hanptfthnldiger erkannt war, el» am 18. September sei» Genoffr Judemanv zn»>lchst gütlich ans ber Nechlküche i» Hage», dem gewdhMtch«, versa» »mlnng»srte de« dortlge» Rath«», verhütt »nbe. Sesra^p, »b er Schmu» bet b« Uathat gehalst« Hab«, sagt« tt folgende« «18: Sr sei mit Schmnl imf tesstn Vitt« nach Wolstadüwt gerittea, «»> al« dieser »ns de» titckwege in Stdthei« riuzrtthtt, habe et, Ar.bemavn, ch, ftfMft «!8 er da wall»? So zur Antman gegeben: er «Er ein Kind bot» ätwll.MG.!tz»_«v» iät 1Etat lifftn. Hab«