Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 36 (2.9.1892)
- Date
- 1892-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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Ml 1t tzottsthe Rpfi uOStgHKC |n _ » ton JMeo weist; Sachs» bk relativ höchste fsahl von Zkoskvrse» auf nb ri»e beunruhigende Zunahme derHwengtwersteigrrungm. inn eine drastischere Widerlegung der instm«, antisemitischen rläomduog, die Juden sei«, im Handel und Wandel «n- &*! und ruünrtrn wirthschaftlich ihre Umgebung, g«da>cht merdeu, als jene trockenen Zahlen der amtlichen Statistik jt'fk bietenl Zu» Kchteßle«, 28. Lug. (Or.-Eorr.) Weichen Führlichkeitrn beut zu Tage ei» Jode auch bei uns zu Land« e-auagesetzt ist, davon wag solaend« Geschiäste Zeugniß geben. ^Lin jüdischer :ltausmann, dessen WohIthäbgketSsinn in seiner ^Heimat notorisch ist, hatte das Pech «ine größere Labung seinem Schiffer anzuvertraueu, deffrn Lohn iintergiag. Der lAaufmann kam um seine Waarr, der Schiff« u m seinen Lahn: k^bieser Lahn war de» Armen ganzer Besitz: der Jude Ijotf ^.bnn Manne, aber er konnte ihm nicht den ganzen Verlust Zersetzen. Da kam dem Juden, nennen u>ir ihn Abraham,!..btt Gedanke durch die Zeitung ein« Somnilung für den ";Schiffer zu vrranftalten. Der Redakteur einer dortigen tung, dem dieser Plan vorgetragen Kurt*, meinte, die Leitu Sam :׳ Sammlung wäre erfolgreicher, wenn die Liste sogleich mit .. einigen in der Stabt bekannten und geachteten Herren erüffnet '׳ würde. Flugs brachte der Lousmann den Sachverhalt zu -Papier und setzte zum Zwecke einer Lollette einige wenige Herren auf den Bogen, u. L. auch den des Sierra Landrath, «wes Mannes von hohem und altem Abel. Als nun diese« •Gesuch dem Herrn Landroch vor Augen kc m, war da« erste, daß er den Bogen bei sich behielt, den Z-ude» wegen unerlaubten LollektirenS bei der Polizei anzeigt«, sodann aber, ml« die Sammlung durch die Zeitung stattfand, eingehende : ^Untersuchungen veranlatzte, ob nicht der Jude dabei riaen ,Rewach* habe, ob er nicht einen stattlich» Antheil von den für den Schiffer eingehenden Geldern in seine Tasche stecken wolle. Inzwischen hatte der He« Landrach eine Sitzung für Zwecke d«r Armeuunterstützung, die Lasse war leer; da meinte der Herr Landrach: machet, wir «S doch wie der Herr Abraham u. s. w. und veranstalten eine Kollekte, t und nun erzählte er in behaglicher rascher Breite der Ar- .Mrckommission den Vorfall mit dem Schiffer, wobei der ^׳Eigennutz des Jude», der nur die Maske ta) WohlthLterS J'ttaa‘, gehüng beleuchtet wurde! Kommissionsmitglieder sind -nuht immer verschwiegen, sollen es auch wohl mcht immer? fein: genug die Sache drang in die Oeffenmchkeit. Das «mme dem Juden, auch wenn er Abraham hieß, nicht gleich- ^gültig sein, die Sammlung war auch ohne den Herrn Land» rach durch die Zeitung in's Werk gesetzt worden , hatte ein gutes Resultat ergeben, und nun wurde die!eine Absicht von maßgebender Seite verdächtigt, das chm: weh. Der Landrach stcht auf seinem alten Stammbaume zu hoch, eine j. Fühlung mit der Bürgerschaft!» haben, sonst wärets ihmein Leich, trs gewesen zu erfahre«, daß ver betr. jüdisch« Kausinanu öfter« solche anständige Auwandstmgeu habe. Der Jude war in verlegenheit, es widerstrebt« ihm, vor irgend Jemand den Beweis auzutrrten, daß er kein Schwindler sei; anderrrseitS war auch da- Schweige» gefährlich. Da lamm ihm christliche, gute Freunde zu Hilfe, die dem Herrn Lnndrath ein Licht aussteckten über den ganzen, Ebarakter des unschuldig verdächtigten Manne« und über die durchaus silostlose Handlungsweise desselben in dem speziellen Fallit Nun freilich wurde die Sittration für den Landrach bedenklich; man zwei- ^rlte nicht, daß der Landrath einzig von dem Bestreben ge- ,leitet winde, ein Unrecht wieder gut zu »mck!ea; er lenkte : Schritte in die Wohnung bei Juden, erHchuldigte sich rrMrte sevaen Leidacht dadurch, ^daß es statistisch sch- 1-1--— ״־- י- BrüLger in li )atschland seie» N»d MnustnaM giwichtet, t» ve« er zeaücknimmt nutz es versp.-ichh an derselben Stell«, au' cher er den Verbäckst ausoesprochen, den wirtlichen Srchverhalt anzugeben. De» jiüchhen Lausuranne ist damit volle Genngtliuag geworden, aber man steht aus eine» solchen Vorfall, welche Irrlichter aas dem Sumpfe de» Borurtheils auffteigm. Wwsla». 28. Sqgrmber (Or.-Torr.) Das religiüfe Gepräge hat sich in letzter Zeit gewaltig verändert. Graetz ■־* Josl, Deutsch sind dahin, und wir treten Niemand zu nahe, n’v Ui. wenn wir sagen, daß die Lücke« nicht ausgefüllt worden sind. P" Auch der ausgezeichnete lonojährige Leiter der (Bcincbtbc, Hr. Rechtsanwalt und Stadtrath Milch, hat sein Amt niederder Pension für die - MtNoe Deutsch'», der ein halbes Jahrhundert in hohen Ehren und zur vollen Zufriedenheit das Breslaw.r Lantorat:xrwaltet hat, ist ein Lergerniß entstanden, da« unter allen Umständen hätte vermieden werdrn müssen. Hätte Josl noch gelebt» und Milch verwaltet, es wäre nicht entsiondea. Die Wittwe!Deutsch hat nämlich die Pension, die ihr der Borstand bewilligt ha«; zurückgewiesen, weil ihr die Pension zu niedrig bemessen erscheint; es liegt uns fern zu entscheiden, wer in diesem Streit« Recht hat. Aber ein solcher peinlicher Eklat lstltte in Breslau nicht Vorkommen , dürfen. Auch da« Bewahren gegen Rabbiner Dr. Lnoller.der fast zwei Jahre zur Zufrietenhcit der Gemeinde all« rabbinischeu Funktionen vollzogen hat und der jetzt weder in der Synagoge predigen, noch eine Trauung vollziehen, »och eine ’ Leichenrede halten darf, wi!:d nur in bestimmten Konvrutikln gebilligt. Mit allen diesen Dissonanzen soll Lerini, der neue Kantor, versöhnen. (rS war übrigen« interessant; zu sehen, wie die Konservativen für die Wahl des berühmten Opernsängers zum Kantor mit Begeisterung eingetretrn sind; man glaubt in Ceriiri ein zuteS Zugmittel für den Synagogenksnch erworben zu hoben P.jlttsf««, LS. August (Or.-Lorr.) Sonntag, de» 28. d. M. 10 Uhr Vorm, fand auf dem hiesigen jüdischen Friedhofe die feierliche Enthüllung des von den Hinterblirbeoeu gestiftete« Denkmals für Prof. Dr. H. Graetz s. A. statt. Es waren anwesend das Lehrerkollegium unv die Hörer des jüd. cheol. Seminars, (soweit sie hier anwesend sind) das Kuratorium der Fränkel'scheir Stiftung, Vertreter der hiesige« iSr. Gemeinde und neben den direkten Leidtragender, eine sthr große Anzahl von Fieuaden und Verehrern bei Verstorbenen. Die Feier wurde eingeleitet durch Rrritation der übliche» Gebete und durch einen mehrstimmigen Gesang des Gesangvereins jüdischer Theologen. Die Rotation und die Solopartien der ausgeführtru Besänge übernahm in entgegenkomm« Uder, freundlicher Weise der neugewählte Oberkantor der hiesigen Gemeinde, Herr Eerrni; die Leitung führte der Dirigent des genannten Vereines, Herr Kapellmeister Pulvermacher Hieraufergriffen die Herren Slabbinei: Rosenthal und Guttmann das Wort, um einen derBelieutung des Augenblick» und der Würdigung de« unver^ßlichen Gelehrten angemeffeuenAusdruck zu verleihen. Mit emem Schlußgesang wurde die erhebende Feier beeudigr. 9«qpp1ih*»cUcr. (Obec^klsaß) 21. August. (Or.-Lorr.) Auf der Heu« unter dein Vorsitze des Präsidenten Herrn Trimbach ausReicheumeier ibgehal tenen Versa« mlung des laadwirthschaftlichen Kreisoerein» im lstestgen Theatersaal«, welche von über fünfzig Mitgliedern besucht, worunter auch der Oderroßarzt des 1v. Dragouerregimevt aus Colmar, Herr Bella zugegen war, hielt Herr Knisthierarzt E. Schild einen mit׳, allgemeinen Verfall aifgerwmmeam Borttag über das in Zeit vielbesprochene« Thema: ,Sollen unsere Schlag geschachtet oder darch Scsilagen auf den Kops b und daun geschlachtet weroer,? Vom phys. logische« Wfr ■nif*r*w sftandpuo!