Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 36 (2.9.1892)
- Date
- 1892-09-02
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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SRrfmnt zieht da» vom jüdischen Rita« Mrgcjctyriefaic Schacht« de«.Schlage» der Thftre vor uod mar ou* foU genden Stünden: To» Schachten ijt keine Thicrquälerei: beim Schachten tritt sogleich LahimnW de» Gehirps und in Folge dessen Bewvßtlostglert ein: da» Thier empfindet also keine Schmerzen. Der Tod de» Thiere» ist ein viel!schnellerer und sicheret׳: da» Schachten wird von ein«« theoretisch gelehrten und prall sch geübten SchLchtcr vollzogen, wogegen beim Schlagen manch« Mißgriffe Vorkommen. Außerdem bietet da» Schäckteu den Vorteil, daß durch da» ga».;liche Verblute» da» Fleisch viel schöner weiß und auch haltbarer wird, da e» durch den Mangel an Blüts»offen. vor FLulniß betoahrt bleibt. Referent führte auch an. daß da» Schachten von tat meisten tierärztlichen Autoritättn empfohlen werde. Dieser gediegene, von einer öffentlichenVeneralversammluag de» landwinhsibastlicheu Arcievernein» deö Ober-Elsaß mit allgemeiner Anerkennung ausgenommene Vortrag bildet eine« rrohlthuenlen Contra st zu der, vor einige« Tagen von Seittn de» CentrolcommitreS de» Schweizerische« Thierschutzverein» gebrachten Miltheilung, da» bereits 65,000 Unterschriften für ei» zu erlassende» Verbot de» Schachten» gesammelt seien und daß man mit Gewißheit erwartet, daß die ׳Zahl der Unterschriften 100,000 übersteige» werde, wodurch die vielerörterte Schüchterftage einer eidgcnüssischen Volksabstimmung unterbrettet werden wird. Wie wir hören, wird der lehrreiche Bortrag de» Herrn Schild nächsten» im Drude erscheinen H rr Schild hat übrigens fd)0n sehr viele gcdiegene Arbeiten auf diesem Gebiete geliefert. — ES wäre zu wünschen, daß von diesem Borttage eine Mafienaufiage veranstaltet und von Rabbinern u«d Vorstehern besonders in der Schweiz und im Königreich Sachsen für die weitestt Verbreitung desselben gesorgt würde. Leipzig. Mit rdezug auf die Verordnung unsere» Ministerium», wonach vom 1. Oktober cr. ab jede» Thier, welche» «schlachtet werden soll, zuvor durch einen Schlag auf den Kops belaubt werden muß. nmdjüdischerseit» folgenderBorschlag gewacht: Man solle die Betäubung de» Thiere» aus eine wlltar Wnse. alt durch einen da- Gehirn verletzenden Schlag bew-'rken. Wie man. um schmerzlos Zähne auszuziehen, den Pattem« vorher etwa» Slidstoff-Oxydul rinathmen laffe, wodurch ein leichter Rausch resp. Betäubung verursacht werde, so solle wen auch das Vieh, welche« geschachtet weichen solle, von diesem Gase rinathmen lassen, wodurch dem neuen Gesetze vollständige Genüge geleistet werde und anderentheil» dem Bersahrrn von isiarlitischer religiöser Seite nicht» entgegenstthe(?). Aus diese Weise könne man die fatale Angelegenheit, welche für die J»raelittn von den allerschlimmsten Folgen sei, zur beiderseitigen Zufriedenheit erledigen. Lin Nochtheil für das Fleisch sei durch da» Linathmen von Stickstoff-Oxydul nicht zu befürchte»; ev. ließe sich die» durch eine» unter Leitung eines Veterinär» gemachten Versuch leicht feststen«. Selbst da» orthodoxe Mainzer Blatt scheint dteser Lösung nicht abgeneigt, e» wöre nur, metnt daSstlbe, noch sestzustellm, ob .-.:cht durch eine derartige Beraubung da» Autsttömen de» Blute» beeinttächtigt werde. Itziestzad«, 19. August. ,lieber die Möglichkeit einer religiöse« Vereinigung der Christen und Juden und die Gründring eine» allgemeinen Glaubens-, Frieden»- und Freundscho'tsbundeSsprach Herr Dr. Phil. S. Grün in seinem gestern Al»vb 8'/, Uhr im Rümersaal gehaltenen Schlußvortrage. Roch enter turzen Chorakterisiruog der orthodoxen und der Reform-Juden wandte sich der Redner der jüdischen Mittelpartti zu, mtt der man sich am ehesten befreund« könne, und welch« zur Herbeiführung einer Lersichuung mit dem Christenthume am meionetsten fei. Nach einem Hinweise darauf, daß da» Christeuthum au» dem Schooße k«s Judenthums hervorgegange» sei, worauf daletztere stolz sein könne, verbreitett sich der Vortragende eingehender über das religiöse jüdische Geseschuch, den Talmud, der eine äußerst ttl ■■!tt Tendenz hcrb^ and m wetchM anch-ma« de» äe- : . ׳- s n ■־־■• komitrn.jüdischer VlntmSrchen. da» in tem Vuschboff'scham.^ Mordpr^effe leider wieder «in« so große Rolle gespielt halte, i durchs «,»icb t J zu finden sei.!Kenn Redner nnn wüusckn, daß da» ^Jpdentlpim wit dem Lhnstrnthuine sich auSsöhn« ׳ und vereinigen inüge, so sei dio» nicht do.hin zn verstehe«, daß die Jpden zur ossmiellen christlich« Kirche übergehtm und in die eive oder andere chrittliche Kcmftffion eintrrtea, sonder« daß Huiren- und Christ«׳ chum stth vereinigen «öch- ' ten zu einer nnlchtbaren Kirche, zu einem großen Gotte», reiche. Dazu sei s» allerding» nothwendig, daß da» lthristeachum, wenn es seine Mission im Sinne de» Evangelmnt» erfüll« wolle, et« solche» 'universelle» Reich, in welchem alle Mensch« sich alSKinder eine» GotteS-in Liebe di» Handreiche», endlich pröklainibe und tonstimtre, und daß da» ׳ Jutatthnm manche» Ueberledtt nnd Veraltete aufgäbe. Die politische Möchtt. ttotzdem ihre speziell« Interessen sehr verschieden sei«, sich vereinigen können, so titaM dir» auch auf , religiösem Gebieir geschehen. Dic» fti um so mehr avchiz, j da ver mrnschliöf« Gesellschaft ein rnnrrin: Feind erstanden sei, tan zu wit«rstehen sich di« Mächtigen der Erde, die Besser« und Einsichtsvolleren der verschiedensten Konftsstaneu und Reltgicaen zu einem allgemein« Glaub«»., Frieden»- und FreuttdschaftSbnude zusimmeasihlteß« müßt«. (Pramscheu Erfolg iverden diese Bortt:Sge in jetziger Zest wohl schwerlich haben; di« von deu Prophet« verheißene messianische Zeit ist jetzt in weitere Fern,׳ gerückt, tat» ft.)- IrMfRidt. 9<uri*' üwummont ruft die Leistungsfähigkeit sein» ׳ Getreu« an. Durch seinen Prozeß mit Baron von Rottfschild sei er zu ttreimonatlicher Gesängnißfttaft und 100000- Frank« Buße t ad. Kosten verurcheilt. Um auch weiter in dem Strome tat Raffmkampse» — den er Heuchlerisch dm Kamps , na timte ler Unabhängigkeit' nenn — thätig sein zu können» beda .'s er weiterer Mittet. Auch bietet er uo v Autheilschein« zr 2000 Franken da» Stück au, da sein Blatt bekanntlich auf Aktien gegründet ist. Z^aris, 2t. August. Einige Blätter beunruhig« sich über die Ankunft zahlreicher russischer Juden, die au» ihrer Heimoth auSgeniesm, im elendest« Zustand, in Lampe» ge», hüllt und halb verhungert hier eintteff«. Jeden Tag bringt . ein Zug der Lyoner Bahn mehrere Hundert dieser Emiaratt, ttn. von welchen einige zweimal 24 Stund« in einem Bahn- '׳ hofSschnppen lagert«, da mau sie nicht ander» unterzubringen wußte. E« ist in Pari» kein« Beschäftigung für die׳. Ankömmlinge zu finde.״., da keiner von ihn« ent Wort frart» zösisch versteht, und man hat nicht die Mittel, sie etwa nach Amerika zu schrien. Mehrere Hundert soll« jedoch in «t» riger Woche ans kosten des Baron» Hirsch dorthin eingescWt " worden sei». (Da» Schlimmste ist, daß sie au» einer »on der Cholera heiiagesnchten Gegend wmmen sollen und man - daher befürchtet, sie künnttn leicht in ihre« Lumven die Seuche eiuschlepften.) Ihrem Aufeuthattt in der Rue de Lyon hat «blich täe Polizeipräftkttur ein Ende gemacht, indem sie von de« israelitisch« Hilftvereia ihre Unterbringtlttg in ein« t «dritten Raum erheischte. Wie c» heißt sind die -; Mittel sür ihre Ueberfahrt nach Amerika beschafft, und Ende der Woche soll«, sie dorthin eiageschifft toerdrn. rLekct. lH Aernsalt«, tat 29. August. (O»Lorr.) Die hier erscheinende hebiäische Zeitung!,Hadazeleth' t&tilt mit, das» der Sultan bezüglich der Einwattderntm russischer Juden in Jaffa Erleichterung« hat «intretea laff«. Einzelnen Person« ist «» gestattet, ohne Hintamiß die Stadt und - da» Land bettebn zu dürft», wäyrmd nach wie vor }de Masse neinwanternng ausgeschlossen bleibtl Leider 'aber stellte sich bald heran», baß unter der Zahl derer, die stft JSrctelttt» nenn,«, eine. Art von MLtlern befindet, die 1 "־־ die Jobber allersthtimmster Art gehöre«. " '' " al» Vermittler ay die Schiffe «ch S—10 Zfchm bt! 'i i