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Israelitische Wochenschrift · 1892-08-26 · 35 (26.8.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
35 (26.8.1892)
Date
1892-08-26
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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**ד cab m&toüjc^n Beziehung bäum knüpfte» zugleich dem Te> imern über die Trennurg des jüdischen Lol«» in religii'se Pnrthcicn, die sich über da« Grab hman« anfcinde». Au«- druck gebend. Zum rigentlichen Thema übergehend, hält der Bortragend« die Gebete um die Rückkehr nach Palästina und Wiederherstellung de« Opftrkult» nicht mehr am Platze — daher auch die Trauer um den Berlust de« Tempel« zu Jerusalem in nationaler SZeziehung seit der Eleichberechtigung in bürger'icher Hinsicht und gleichzeitigem Aufhören de« mittelalterlichen Druck« für unbegründet, dieSfall« eine rationelle, radikale Reform vorschlagend mit der Begründung, das, dos GotteSreick universell aufznfasien sei. Diese« zu realisire?1, fti die Ausgabe der messionischen Zeit. Der Bortrog fand verdiente Anerkennung." Merziß «. Saar. Hier starb im 64. Jahre vor 14 Tagen der durch seine jüdische Gelehrsamkeit, Frömmigkeit und musikalische Leistung ausgezeichnete Obercantor Godchaux Schn erb. Eine ungeheuere Menge Israeliten auch aus drr Umgegend sowie viele Lhris'en betheil gtcn sich an dem LriMnbezLngnisie. Am Grabe sprachen die Rabbiner Dr. Bahfreund aus Trier und Dr Blumen stein aus Luxembürg sowie drr Lehrer Michel Levy. Ter Verstorbene war aus Toul in Frankreich geboren und kam als Knabe hierher auf die Taimodschule seinespäter» Schwiegervaters Rabbi Moses Mertzig der die französischer Jünglinge für die Talmudschul« in Metz vorbereitete. Schneid war ein tüchtiger Talinudist von streng orthodoxer Richtung, dabei aber tolerant. und von Juden und Ehristen seine, Stadt und Umgegend seiner Menschensreundlichkei: wegen hochgeschätzt. Er gehörte einige Zeit dem Stadtrath« an. Er ruhe in Frieden! F. K. Miirzßnrg. Hier tag« jüngst unter dem Bor- Htze de« Seonnarlehrers Schlenker der .Israelitische Lrhrerverein für Bayern." Nach dem Kassenoerichl (6854 Mk. Einnahmen, darunter 1218 Mart Spenden und Gaben; 5208 Mk. Ausgaben, darunter 1020 Mk. auf Unterstützungen) ergiebt sich ein Uebcrschntz von 952 Mk. pro 1891 und . ein BermögcnSbestand von 22 558 Mt. Die Neuwahl des 'Ausschusses ergab folgende Zusammensetzung: Vorsitzender Goldstein.Maßbach, Schriftführer Mandelbaum- Würzburg, jlassircr Dr. Hraunschweiger-Würzburg. Lrischrr Aränkel-Bamberg, Ehrenreich-Höchberg, Frank-Rödelsee und Neumana-Oberaltrrtbeim. Namens einer vorbereitenden Kommission referirte k)ppenheimer -Leutershausen über die hcrbeizusühreride Besserstellung der israelitischen Religionslrhrrr Rach lün- ' gerer Debatte wurde folgend« Anträge der Kommission an- Sommen: 1. Die größeren KultuSgemeindeg sind zur Unterzung der kleineren hrranzuziehen; 2. in einer Denkschrift au die königl. Regierung ist die ungünstige Lage der israetftischr« Reltgionslrhrer darzulegcn: 3. smlen behufs Besser- Dküuna dersrlben im Alttr die BereinSbeiträge erhöht »verden. Einen weiteren Gegenstand der Berathung bildete die Frstsiellung eines Lehrplanes. Eine diesbezügliche In- Muirron Tr. Braunschweiger's wird vervielfältigt und an dir Lehrer zur Prüsnng versandt werde». Awßntmrg. Bor einiger Zett har« sich hier ein Komitee don^Damrv gebildet zur Gewinnung von Beiträgen für die Wssi sitze» Jaden durch Scmmlung von Antographea. DemsM»Lß ergingen an berühmte Männer Schreiben entsprechen- M» Inhalts. Ein solches Schreiben gelangte auch an den Schriftsteller (und katholische« Pfarrer) Dr HanSjakob in Frriburg i. Br. Der setzte sich hin und schrieb der Dame, dir das versifizirle Bittschinden unterzeichnet hatte, folgenden Br«f: .Lerrhrte Same! Ich k-mme erst heute dazu, Ihre «erst vom dd M». p, beaalmorten. Ich bin aufizesprochener Lmistmit »nb btt »erficht. Sa| unsere Alben, die Gelin Hülle nnd Fülle habe», Me ruffijche, «rüber selbst uniertzLtze» sollen. Zubern dekäme» Sie M eine ediübftschrtft von mir »ich» so otel, «» einem russische» Sütelttnbe jWjcher Ablunft auch nur ei» Mach Mürh la«fcn zu lSnne». Uebrimuh ^aui» f« gar,—_ —r.—_so übertrieben MUst«wwol sind^ um ßk rasstfch» stmnmln. wähnärd «« daywifäe Christen «m« giM, die itte» *Waier «6er Hrmner leiden. Ihre Judeugesihichte bat offenbar ni de» Zweck, zu metser Selbstschrtst z» temmrn, and Irte soll Ihnen werden, wett «e Ihr» Kam» unter die Serie gesetzt, nub «ich». <»>« st Vtest Ihre» Geschlechtes schon, «1om»m an mlch gejchrtebe» Höhe» Ihre «erstkunst bewundere ich kaue sie Ihne» aber nur verpihen,. wen» Sie in der Sochknust ebeuso ers.ihre» und gewandt find. ES eefchetut dieser Lage eine neue Schrift von mir: ,Schneebaien" Ich HM eben nach keine Excarplore zur Haub, sonst würde ich Ihnen eine« für Ihr firäuzchen bälege».׳ Mich Ihn m und den übrig»« weiblichen EI>e»btIder» Sötte« empfehlend, Ihr ergebenster HanSjatob, Pfarrer" Dieser Brie erregte lebhafte Debatten im Dameukomitre zu Augsburg; der Ausgang war. daß ein Früulein B. solgende Verse nach Freiburg schickte: HonSjoloi. ich berge st bang meinSieficht: Ich setz' 5Seine christliche Lieb« nicht, Die «»ifttiche Liebe, die Ur st preist — Du schrei ch, daß e» mir da« Herz zerreißt l Kennst Da es denn nicht.!«4 Herrn ßübat: Erbarmen für jede« dkächstm Aarh? So diest st grob, so erschütternd ist. Die kannst Du »roch fragen, ab Jab' oder Christ? Hansjakoli, da bi» ich viel höher aefian: Und war doch ein jüdische» Wickelkind; r " Deine Selbsrschrist. sie ist i n» dennoch werth, Der EelnnheU tzolber wird sie begehn? Du kommst in unsere Sammlung hinein, Und soll t 01« Unrijemite jein! HanSjaklst , Du magst ruhig sein. Ich verstehe auch etwa» die Kochkunst sein: Sie wer»»'« Dir sage», »tan« und Lind, Die liebe» Gäste, da» Haultzefrad. Aus diese pletische Epistel ging von Frriourg folgender Brief rin: .«erehne Fra»! Ich habe voi alle» Leun« Respekt, die mbr tüchtig die Meinung sagen, und da« «Mn Sie e»mso scharf wie geistreich besorgt. Senn Sie aber bederte», daß e3t iüStsiher «aitiev d la -iotWHUH in Sie», Pari« und London allein im Stande wäre, den armen russische» Jude» zu Helsen, so dürsten Sie kegreisen, warum ich e« nicht für »Stllg halte, d>:ß wir ormr« Lh-iste» e« tha». Sen» übrigens alle ehemalig«« jüdischen B'.Lltiiider st geijireich wäre» wie Sie, st gäbe e» keine Antisemiten,?!der da« würschr ich nicht, daß. alle weibliche» Weser st geistreich wän» wie Sie. stnst müßte» wir Schriftsteller betteln geh«. In aufrichtigem Rcspttt Dr. Han«- jakob, Pfarrer". Auf diesen Ziricf ging wird:r eine poetische Epistel nackz Frriburg, die rrcht versöhnlich klang und mit folgender Strophe endete: Zum Ltbewoht der letzten Zeile, Kür «!hr «chrich^ch mir an Ruh und Zeit, Uad willst Du wissen, narum ich eil«: Sir haben eine Riesenwlsche hem'l . Kurz darauf erhielt die Drme da« ongekündigtt Werk׳ Dr. Hansjakob's, mit folgender Widmung: .Der schneidigen Dame, die die be'ten Verse mackst, die ich je von eine» «eiblichen Wesen geksea, und dabei noch die Wäsche besorgt. Mit Hochachtung HanSjakob, Pjnrnr." Den Dank dafür erstattete die 2)ame mit einer 1 bermaligeri poetischen Epistel. 3raa£rei4)• Jfttii. Der TassatwnShof htt d« Sppelation Drumout's in seiner letzten Instanz verwnrftn und da« Urtheil der Assifea bestätigt, nach welche»,;!)rumont rxgen Beleid ignag Bordeau'S zu drei Moua« Gestingnig, 1000 Franke« Buhe und zur Urcheilsierkündigung io 80 ftanzösische« Ztitintgeu oeruriheilt wutde. Da« Unheil ist jetzt rechtskräftig. — Ja der ,B*>vae de d»ax moncle•* veröffentlicht der Graf von Haussoaville einen gröberen ANikel über »n* Arbett der Frauen". Au« drrselbe» entnehmen wir du: un« iuteressirendi: Thatsache, drß unter 16,713 «erbliche amerikanische Arbeiter, die diesochrlb gefrcigt wurde«, SSS israelische die Stmagoge besuche», «ine uaoerhältnißmähige gröhe« Zahl alt bzz den NichtiSraeiiten. Der Erzbischgf. oo« Eanterburh hat eiuc Lnhsrsiichu«^ üba'He.T' י' י

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