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Israelitische Wochenschrift · 1892-08-26 · 35 (26.8.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
35 (26.8.1892)
Date
1892-08-26
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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fct Vsesitzeadv׳ des deutsche« Mn- -^.^itenbnnde», Fri Sitte, mit der Aufforderung gewendet ei» Gutachten Hier Werth und Unnerttz der hebräische« Kenntniffe des Herr« Proftsior Strack adz«geben, und dir ^, »Staatsdärger-Ztg.^ veröffentlicht die Antwort Meyer» als ki;jrinen Beitrag zur Fra« der jüdische« Blutmorde. In der L. 'Dhat. ein würdiger Aicarbeirer der Antisemiten! Herr £P Meyer erzählt, er habe im Jahre 1890/91 al» Gehilfe lk- ^x» Prediger» Biding auf de« Barrar der .Gesellschaft z»t '״ iSefdrderung des Ehristenthums* Herr« Professor Strack ׳ Hennen gelernt und rmcn mißlungenen Versuch gemacht, sich mit demselben in hebrä'scher Sprache (Jargon!) zu «ater» halten. Daran» schließt er, daß Herr Strack kein Talmud« tenner seil — (Bor Jahren besuchten junge Armenier, die r' stadienhalber nach Europa ,׳,ekommen waren, den inzwischen r erstorbenen Prof. Petermrinn. der an b.1 Berliner Universität i. Armenisch docirte, und waren sehr überrascht, daß sie da» Armemsche de» Herrn Prvjessor» nicht verstauben und ebenso der Herr Professor sie nicht verstand. Aber über da» Wissen - des Professor», der ein armemsche- Wörterbuch, u. s. w. v herarXqegeben. abzusprechen, haben si׳: sich wohl gehütet. *■ tgeim Hebräischen kommt »och die Berschiedenheit der Au»» £ spräche und Dialekte hinzu, d». «henralige russisch; Jude i, ״illkeyer hat da» Hebräische je>׳nfall» im polnisthen Dialekt -aosgesptoche«, während Prof. Strack nur die portugiesisch« (i!»«»spräche kennt. Jtcin Wunder, daß sie einander nicht j, rxrstandrw) 20. August. Die hiesige Israelitische Waisen-!׳ knaben-Anstalt versendet den VS. Bericht über den Stand -und di« Berwaltuug der Stiftung Im Jahr« 18S0 wurden 23 im Jahr« 1891 19 Zöglinge beherbergt. Außerdem fub» oeutionirte dir Anstalt eme Anzahl von Lehrlingen und au» der Lehre entlaffenen jungen jüdischen Leuten. Ferner be« ׳/ , sieht ein Prämienfonds, au» dem alljährlich die tüchtigsten -!der Zöglinge Bücher. Taschengeld und kleine Geschenke er- Slten. Im Jahre 1890 betrugen die Einnahmen der Anlt 20 828,63 Mk. Die Lusgaben 18 840,9« Mt, so daß ei« Baarüberschuß von 178 ,04MI. znm Fond» de» Jahre» überging: dieser mit den laufenden Einnahmen gab «inen Lassen bestand von 3« 888,-11 Mk, welcher die Ausgaben de« Jahre« 1891 deckte. Dem Bericht ist beigefügt die Liste der 488 deitragrnden Mitglieder, ebenso eia Berzeichniß der Personen, für di« in der Synagoge de« Stift» Aihrzeitseiern alljährlich abgehalten werden. Der Anstalt, die auch chrerfeit» von dem regen Wohlthätigkittsinn unserer Stammes- -zenosiea ein beredte» Zeugniß avlegt, wünschen wir im. Iniierrsie der armen Waisen eine segensreiche Zukunft. ׳-. Ammki. Dem sehr verspätet uit» zugegangenen Pro- .wkolr der am v. u. 6. Juni er. hier obgehaltenen Bersammlung de» Vereins jüdischer Lehrer der Provinz entnehmen wir nur da» Wesentlichste. E» waren 89 Mitglieder anwesend, den Vorsitz führte Lehrer Blumenfeld -Adelebsen. Zu Schriftführern wurde» die Herren Weinberg -Boden« jetde und Speyer-Hannover ernannt. Bach-Mündea hielt einen Vortrag über: .Der Geschichtsunterricht in der jüdischen Bolk«schule-, der zu einer längeren Debatte Beranlassuag gab Schließlüh nahm di« Versammlung folgende Lheft an: £. »Lee jüdisch« Leherr hat in der Volttschnl« de» zu behandelnd« «ich» «Stoff in der Gehe daeznftell«, daß dadurch unter fte>er mg aus da» Galt» der gdttlich« Vorsehämg Gotiessnecht und Mienphenlirb«, insbesondere vulerlantsUeb«, krrue und Hingebung zu *'׳"׳ dem anaestatnmt« Herrscherhansr in d» Her»« der Linder gepflqt nah befestigt »erd«.- Herr Laudrabbiner 'vr. Grone mann machte Mit- .ti theilungen von einiget! iSersügaugen der Sünigltchen Re- ,gxrung, z. B. von der Anerkennung I>r» Minister» für die WiShenahme bei der Bolkihzähtung seilenS der Lehrrr, von Om Turulehrertursu» in Berlin im Qktobrr diese» Jahre», und «wähnt dann dir in der Wachütyvth'jchen Buchhandlung W LißchaunnKchtl!»» u.wzk. 8» fttlgt alltzm» »«Bortrag de» Herrn Dr. Ja kob- Göttinge« über »Awrekr «ad Lehrziele d» jüdischen Reiigimwnnterricht»". Al» Zweige de» Religio,»unterrichte« bezrichnet der Rrftrent: Hebräisch Lesen (nicht Grammatik), Uebersetzen der Gebetbücher und k«» Pentateuch (nicht der Bibel), llnterrickt der religiös«!» Psiichthandlungen, Liturgie, Gemetndegesana und eigner (Jogend-)Gotte»die«st. Redner stellt schließlich für dieft Zweig« de» Rrligionsunterricht» ein Minimum und Maximum für die verschiedene» Schulen auf. Rach bernd-atem Bortrage sprach der Borsitzende dem Rrpner den Dank drr Brrsammlung cm». Bei der stattaehabten längeren, zum Theil sehr lebhaft ten Debatte ersithren viele Ausführungen des Referenten Widerspruch iLeminardirekror Dr. Lroner meint, da» Hebräische fei nicht bloß zum Zweck de» Lnltu» zu lehren. Da« Bersiändniß d׳r jüdischen Lehre mache in noch höherem Grade die Lenntniß der hebräischen Sprache nothwendig, mindesten« aber sehr wünschenSw, rth. Fauerbach -Hilde»- heim kann auf ixn Unterricht in hebräischer Grammatik nicht verzichten: nicht einmal dürft dieftlbe so nebenher gelehrt werden, sondern e» müsse, wenn die Unterweisung in den Quellen smttfittden solle, auch eine besondere Unterrichtszeit für die hebräische Grammatik angesetzt werden. (Da» scheint un» nicht nur überflüssig, sondern auch da» Int asie de» Linde» nichts weniger al» anregend; da» Ävchwendiqe von der hebräischen Grammatik ist mit de« Uebersetzen -« verbinden und praktisch an den UebersetzmrgSbeispielen einzaüben. Red.) Levy-Rorden legt aetndr Hauptgewicht ans eine Stufe» augabe de» zu ertheuer den Unterricht». Weiter berherligea sich an der Debatte Stern -Hilde»- heim, L-lll. Dr. Gronemaun und Dr. David, welche mehr oder weniger den AuSführnagen und der Ansicht de» Reftreaten widersprechen. ׳ Nachdem letztrver seinen Bortrao vertheioigt und manche» Misiverständaisiea, die sein« Su»führongen erfahren, entgegenglckreten, werden dft von ihm ausgestellten Tdesen zur Beratung gebracht, von denen folgende zwei nach ernft gen «rfatjrenen redakironrllen Aender! ingen durch Mehrheit angenommen werde«: 1. D«r Zweck kt Mschen jRellgimUntettUt» ist: Zn ein« auf jüdischer v!iu»sch«mng unn Lebensauf affnng bernh-nb« Leben»- führung zn erziehen. _ fl ritser Zioeck wird erreicht durch Inn Unterricht in to V■ schichte de» Judentbun»» mit nelgiichster Anlehnnng an die hedesischen Quell« und an da» Gebetbnch. Weg,:» vorgerückter Zeit mußt« l>ie Weiterberachung der Thefta ül»er dft spezftllen Lehrziele t«r uächstea Bersammlung, dft auz LS. u. 24. Mm 1898!n Hannover stattfuideir soll, Vorbehalten werden. Auch da» auf der Tagesordnung sehende Referat des Herrn Bachenkieimer-UeUert konnte nicht mehr zum Vortrag kommen. In de« »freien Besprrchvngen" wurde «in Anschluß an den preußischen LandeSlehorw verein und dft Bereinigung aller jüdischen Lehrrrverrcoe^ Deutschlands resp. Preußen» zu ei!»:m allgemeinen Leyver-^? Kunde anger-gt. Der Vorstand wurde beauftragt, dftWch-rr ftittnden Schritte iu dieftr Bezfthon; zu veranlassen/ ׳ MieL-adee, 21. August. Herr Prediger Dr. S. Grütz'- kündigte hftr folgende 3 »reltaionsphllujophische Borträae^ mz: z 1. Ist die Lvtncr des iar Volkes um dft ZerstSrnna des reripew ' zu Zerusax!« am itnd« des IS. JahcdundeN» noch derechtigtt ü. Ist dft Vereinigung uit» Brrsdhnueg dee jüdischen und christlich« L»de»san!cha>tung möglich und zn «eftreden? 3. Virtraa zurGeündnng eine» allgraein« Glaubens-, $ritf«n0*7! und Feeundschasisbendes. , Ueber de» «sftu dieser im Römersaale am 16. d. gehaltenen Verträge refertrl da» »W c»b. Tagebl." wie »Dü: Reihe der «ligiösev Borträze begann Herr ' Grün mit einer stimmungsvollen Eitileituag vor eia wählten Auditoiüum, darnat-r «eh»re geistliche chriftlichn Bekenntmsf«, indem Red«» zmtächst «ae/1 Anstäuiw.

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