Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 35 (26.8.1892)
- Date
- 1892-08-26
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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bis Thorah zu ermüzlicheu, bas hebräische Alphabet in De- ■Sfcr!־־ “־ — " * “ wshulich« Recheufolge. Als Jener am folgenden Tage zu» Unterrichte zurückkrhrst, brachte Hittel die eiuzckuen Buchstabe« des Alphabets in umgekehrt« Folge vor. Der Proselyt sträubte sich: »Schriest Du es mich gestan nicht in auderrr Form?" — »Recht fäj&n," entgegnest Hittel, »ich sehe, daß Du bas Pensum, daß ich Dir gestern vortrug, avsgeuommen und «einen Dorten trautest. Trau' ihnen also auch, wenn sie Dir die mündliche Lehr« übermitteln!" (Trart. Sabbath 31».) — (Fortsetzung folgt.) Berichte mrd Eorrefp»»de»z««. ®Mtfitoab. Ln dem in voriger Rümmer veräsfent» lichten Briest aus Buenos LyreS schreibt bas »Jewish Ehrouicle": »Die Mitthellung aus Argentinien ist von außerge» wühulichem Juterefst mcht nur für diejenigen, welche «st de« Plane des Baron Hirsch übereinstimmen und dem Oberst Golbsmid für sein Werl die wohlverdiente Lieb« und Br- Wanderung zollen, sondern auch für alle Staatsmänner und Denker, welch« sich praktisch oder theoretisch n»it Eolonisatioas- Problemen beschäftigen. DieBerpfwozung menschlicherGemeinschaften auf ftemden Boden ist eine politstche Operation der bedenklichsten Art. Denn da derMensch das complizirststrWese» in der Schöpfung ist. so ist er am all.-rwenigstrn dazu «eignet, mit ihm Experimente anzustrllen. Die bloße Verpflanzung einer Sinderschaar ausS Land zum Zweck eines 14tägigen FerieniustnthaltS ist schon ein Unternehmen, mst welchem die grüßt« verantworrluhkeit verbunden ist. Brüher aber als du Schwierigkeit, eine Gemeinschaft zu verpflanzen, ist di«, eine solche aufs «erathewohl aufzubauen; noch größer aber, als tuest beiden, ist jedenfalls die, «ine solche umzugestalten. lAeun nun, wie dieses bei dem TolouisationSwerke des Baron Hirsch in Argentinien der Fall ist, die Umgestaltung n»2 zu der Verpflanzung hinzukommt, so gestaltet sich hart Problem zu einem solchen, vor welchem auch das vollkommenste OrganisationStaleM zurückschrecken dürste. Wir werden daher erst dann den Much de» Oberst Goldsmid in seinem Ringen mst dieser kolossalen Arbeit uns lebhaft vorstellen können, wenn wir bedenke», daß die Mißgriffe seiner Borammer ihm die Arbett noch bedeutend erschwert haben. Auhndem ist die Umgestaltung, welche er vorzunehmen hat, eine solche, die bei der Wurzel angefanaen werden muß; aus Handelsleuten und Hausirera soll er. Ackersleute machen. Mau kann sich unmöglich schärfere Gegensätze, als sie in diesen Typen hervorirrten, vorstellen. Die lebhafte Thätigkest des Handelsmannes soll in die ge» duldme Ausdauer des Sandmannes umgewandelt werden. Deujenigru nun, welche« es bei Erwägung aller dieser Umstände »och in den Sinn kommen sollt^ ungünstige Erfolge zu prognosticirrn, soll hierdurch bloß gezeigt werden, daß sogar eia Mißlingen als dst Saat späterer Erfolge an» gesehen werden muß; denn wean auch die Regeneration der Väter sich als unthunlich erweisen sollte, so werden doch die Linder in einer Umgebung von Ackersleuten und in einer Stmosphüre der Freiheit aufwachsen und sich später au den Früchten laben, welche die Zeü siir sie reif« lassen wird." Inzwischen fährt da» hebe. Blatt .Hameliz" fort Lügen- und VeüäumdungSdriest russischer Emigranten abzudruckru, Verlästerungen de» Oberst Goldsmid, gegen den berestL russ. Einwauderer gewalttqättg vorgegaogen seien, mst Seitenhiebet auf Baron Hirsch, der lieber seine Millionen zur Eolouisstung Paläst-aa's und Syriens hätte hergeb«» sollen. statt sie in den argcruiui alle» das wa 1 aractuiuischen Morast einznsargen u. s.w. Wenn hr sei» sollst, was diese undankbaren russische» Bttlä»»tzer io da,! hebe. Blatte strichst», ' geeiauv , all« Sympathie» für diest kippelt — worukifth i physisch — Berstmmene» zu ersticke! und die Sa«! ־ von v>stetigen für sie etnzustellen. Merkt». 21. August. Ei» Borsviel zum Rachspiel de»! Buschh off»Proz«sseS fand gestern i» rmer Auk n den BrrlagSbüchhäabler Heinrich Oberwiutrr 4. Strafkammer des Landgericht» I statt. Der A» klagst i't HevauSgeber der Broschüre: »Der Fall B« von einem Eingeweihten," worin dal« gerichtlich« i» Xanten« Lnabeumorde scharf Irtttsirt wirb. ES stlstt bildet nicht an Beleidigungen gegen den Ersten Staatsanwalt. Baumgart und den LandgerichtSratl; Brixin» zu Eleve, so: wst gegm die Mitglied« der dortige« Strafkammer. A»»^ geklagte! «klärte, das Material sei aus Manuskripte», von ein« amtlichen Persönlichkeit, die in alle Phase«! d«S Bu chhoffprozesses eingcweiht sei, herrühren, zesammew^ gestellt. Der Präsident, Lantsichstr Lurtiu», hält de« A! geklagter die wkrimiuirstu Sstlle» einzeln vor. Die «st wirst der Herr,׳.» Baumgart und BrhciuS vor, daß «S ihnen/ nicht da m« zu chun gewesen sei, daS Dunkel p lichte«^ Erst sechs Wochen »ach b« That habe b« Erst«, eine Bit-/ lohnung auf bk Ermittelung bei iNürbers ausgeschrkü«» Ein zweste inkriminirst Sstlle wirst dem StaatSanwalstj Baumgait und dem Landgericht»!»» Brixius vor, bah im Falle Buschhoff unstr Außerachttossung d« elene krimmalistischen Pflichten vorgegange!, seien Erst h nach der Mordthat sei b« Staatsamoalt auf bn Bilbflö erschienen D« Präsident stellt z» biefem Punkst au* Akstn fes, daß die That am 29. Juni 1890 geschlhen ua bereits am solgenden Tage dk gerichtliche Obduktion erfolg! fei, zu Mr der StaatSanwatt einen Bsttestr abgeschickt hatte. - Dk Beleidigung d« Mitglkder lxr Sttaficmm« wstd darin gefunden, daß ihnen in d« Brosyür« vorgeworfe».^ wstd, sie hätten in einem Fall«, in «xlchem eS sich um Be^:H leidigung eines Juden handelst, »ii: drakonisch« St verimheu , während sü in d« Bnha adtung gegen Bus, von. Liebe uswürdigkkit triefst». Der Augettagst stellst nnrtK; umfangreichen Beweisontra^ um dk Wabrhett der von aufgrskllten Behauptungen beweisen;u können. D« Gerichtshof beschloß noch lt oger« B«athmug üb die Bewe Santräae: ES sollen vor Gericht vnnommen we den: 1. >«r Ersst SraatSanwalt Baumgart; 2. der 8atWj gnichttra h BrixiuS; 3. der Kaplan Brrfser; 4. d« GärM ncr MülterS; v. d« Bürgerckeisstr Schieß; tt. der Haus^ eigenthüw« Lüpp«»; 7. d« LriminalkommiffartuS BaA E>onk in Errstld; 8. d« Sriminalkounnissariu« Wolff.? « slllen die Buschhoff'sche« Alten eingeholt werde». , Bertheidig« RechtSamvalt Dr. Schwiadt wünscht Buschhofsrrozeßaften aus 8 Tage, und als dk» abzelehut^ wurde, « den nächsten Tennin nicht ms 29. September anzusetzeu. Mer!!». Der ehemals Stöckers che ,Reichsbote" öffeuttichti! am 16. August folgettde» .Steckbrief": 'Lest raum« Zeü und erst jüngst wkder habe ein evangei Russe Ro uens Paulus Meyer, allem pawly, all», Lremeä^ kitzk, imnn wied« versucht, dk Mildthätigkest christlicher/ Kreise in Anspruch zu nehmen. Jede solche Unterstütz»! sei an eilen Unwürdige« verschwendet. Der Genauust I ein arbritscheu« Mensch, der bummelnd und bettelnd dir WAt, durchziehe, um auf Losten Ander« zu leben. Bon Jerusalems bi» London und Paris habe n wohl alk christlichen Missiw» stationen and eine Reihe von Pfarrhänsern gebrandschaG Er Hab« sich überall unmöglich gemocht. Neuerdings hä « in Ssttttu als ein um srtnes Glaut>ens willen «rtnebeu« Christ dk lpilse evangelisch« Geistlichen in Anspruch genomnil! zugleich iuich Mitglied« der jüdischen Gemewdr aagebetteß, vorgebend, daß «ein ausRuhlaud aHsaeWeseu« Rabbin» sei. Auch I« neueste Rmmuer derl" v«üffe«tti1hie eine Mo