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Israelitische Wochenschrift · 1892-08-19 · 34 (19.8.1892) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
34 (19.8.1892)
Date
1892-08-19
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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felpit «id gekannt? Vielleicht zwanzig, »n> deinwch nrcheüt man böer zwanzig Millionenl »Ich hat« viel» Ivöe« gekannt, 'hin ja in vcsian geboren, viele meiner besten Freond« waren Jaden. Nnn giebt e» ja auch schwarze Schafe unter den Jude«, aber nach ihnen da» ganze V»S zu beurtheile» und zu oeruriheilen, da» geht doch gegen alle Regeln der induktiven Logik I Ich habe seit laug« jedem Deutsche« in Lnglaad gepredigt, daß er al» Einzelner für den guten Name» de» deutschen Volke» in England verantwortlich ist. Dasselbe möchte ich jedem Jude« predigen können. Jeder einzelre« Jude ißt für de« gute» 9t«««« der Jude« verantwortlich, wenn jeder einzeln« Jode.das fühlt«, oder wenn dir Gemeinde ihn da» fühlen ließe» so würde e» keinen Antisemitiemu» geben. Da» in Bausch und Bogen Aburtheilen ist der Ruin aller Wissenschaft; wa» für Unheil e» in der Gesellschaft und im Staat« anrichten kann, sehen wir in den Erzelsen der Antisemiten. Ich b!n Anti-Antisemit und werde e» tlerben.^ Wir glauben, daß es keinen jüdischen Prediger giebt, der nicht seit Beginn der antisemitischen Bewegung ganz in diesem Sinne seine Stimme auf der Kanzel wiederholt und eindringlich erhöbet: hat. Die .JSr. Wochenschrift" hat diese Wahrheit stets betont und darin die beste Abwehr des AntisemitiSmus erblickt. Der echtjütische Gedanke von der gegen» fettigen Verantwortlichkeit, den der Talmud schon in den Worten כל ישראל ערבים זד, בודי als ethisches Grundgesetz ausgestellt, kann nicht oft genug unfern Glaubensgenossen wiederholt werden. Möge er auch an den bevorstehenden Tagen der Buße und Reue den Besuchern der Gotteshäuser aufs Eindringlichste ans Herz gelegt und von diesen beherzigt werden. Statte, 15. August. Das hiesige Komitee für die Buschhoff-Sammlungen hat heute eine Sitzung im Rathhause abgehalten. Al«. Dr. Barth reftrirte über die bisherigen Ergrbnisie der Sammlung. Danach sind bei dem Berliner» Komitee ca. 46,833 Mark eingegangen, während die von den anderen Komitees, namentlich in Frankfurt a. M. und Köln, gesammelten Beiträge sich auf etwa 30,000 Mark belaufen, sodaß im Ganzem ca. 76,000 Mark zusammengebracht sind. Einem Kuratorium, welches sich in Köln gebildet hat, hat Duschhoff, der vollständig gebrochen und keiner Arbeft und Anstrengung mehr fähig ist, die vollständige Berwoltung dw für ihn zusammengekommenen Gelder überlaffen. — Das j -berliner Komitee hat nach eingehender Debatte den Beschluß! gefaßt, die Sammlungen zu schließen, von der Summe von > 48,833 Mark zunächst 15,000 Mark für die übrigen in; Tonten und Umgegend in Mitleidenschaft gezogenen jüdischen i Familren zu verwenten, wobei Ober-Rabbiner Dr.Horowitz»!' Crrsrld, der seit Beginn der Lanteaer Affaire au der Spitze j eines Komitees stand, das sich die Fürsorge für die io Tante» j und Umgegend geschädigten Familien recht angelegen sein ließ,! die Pertheilung übernehmen wird, und die dann noch oerbleibenden ca. 32,000 Mark, sowie die etwa jetzt noch einlaufenden Gelder dem Kölner Koratorium zur Verwaltung! resp. weiteren Verwendung zu überweisen. — Von der Aus» schreibung einer Prämie zur Entdeckung des Mörders ist aus chier nicht »a^ulegntdeu taktische» Gründen Abstand genommen worden. (Die hiesige Sammlung in Höhe von 800 Mt. ist an den Borsitzenden des Kölner Komitee» gesandt worden. Red.) B. Berti*. 16. August. (Or.-Eor.) Die Skandal« auf der Hauptstraße Berlins hören nicht aus Man kann di« Frirdnchstraße nicht passiren, ohne schamroch zu werden.— Auf jeden Schritt wird man von den elenden ColporteurS antisemitischer Schriften attaquirt. Heute wurden große Schilder auSgetrageu mit der Auffchrift.Neueste Enthüllungen von den internationalen jüdischen Gaunerbanden". Ein Oesterreich«, dem es vor die Nase gehalten winde, rief eut» rf.ftet: ,Lm Oesterreich würde ich, sowie jeder Wiener Birg«, Sie hierfür zermalmen". ES kam zu eiuem Tumulte und man ging zur Polizei, wo festgestellt wurde, daß auf da» Schilde obscöne Bilder figunrteu und denPolzeivorschriften nicht ״sollkommrn" entspräche« sei. DaS Schild wurde provisorisch" verboten, dagegen die bichermen Broschü ״Jnden-Brrdell«" .,Judevflöhe" — ״JudenÜnse im christ, lichen Pelze" und ähnliches eblhaste Zeug ungestört ouSgeboten. Die Indolenz der hiesige, Jude» ist zu wundern. — Sie lachen darüb.-r, alt ginge es sie gar nidjtf an. (Das ist wohl daS Beste, was sie thun können. Ar hier gilt da» gefiügeltt: Mensch ärgcre dich nicht') ZN» Hterschlesie». (Or.-Eor.) Der oberschlesische ׳ meindebun) hat dem in der Generalversammlung vom 12. Juniz er. gefaßte!, Beschlüsse, noch in diesem Jahre a«׳de» Bau? des israelitischen Waisenhauses heranzutreten, schnell Folgen geleistet. Die Waiscnhaus-Coimnission hat in Ryboik dre ersorderlickenLocalbesichtigunger vorgenonmirn. Derneuerdings - genehmigte Kostenanschlag dürfe — wie wir hören — den Betrag von 30,000 Mark nicht wesentlich überschreiten. _ Wege der öffentlichen Submission wurden vor 2—3 Äochen^ die Liefern ngsofferten entgegen genommen und so wird woh noch vor Üblauf der BavperioX mit d«m Bau drS Wassenü Hause» begonnen. Für den Ar fang ist die Aufnahme von' 20 islamitischen Waisenkindern in Aussicht genommen. Mau zählt z. Z. ungefähr 20,000 jüdische Seelen in Oberschlesien mid rechnet eia Aufnal>mebetürfn1ß von 1 für 1000^ heraus. DaS Gebäude selbst, welches ai arößers ErweirerungH-Z bauten zulüßt, soll jedoch jetzt schon 3V frei« Plätze ensthalttu.7 Bor 6 Wochen halt der!Zerband der Rabbiner Ober«', schlesienS seine constftuirende Bersamoüung in Gleiwitz ab Die Verein tsatzungeu wurden enlrgilttg ftstgesttllt. Die Bc* des Borsitzmden fiel auf Hern, Rabbiner Dr. Lohn. Kattowitz. Im Sommer und im Winterhalbjahre soll ein« Versammlung einberuftn iverdeu. Die Berrio im kommenx» Winttrhalbjahre soll in Beutheo O/S. tagen.' DaS rrit dem 1. Juli rr. in Kraft getretene Gesetz von der ' Neuregelorg und Verschärfung der tzbountagSruhe hat auch^ in den jüdischen Kreisen Oberschlesiens Bewegung, Beuaruhiguag. und Beängstigung hervorgeruftn. ES ist gerade kein erhebärdesr Anblick un) gerächt vem Ludnthume durchaus nicht. zur! Ehre und Auszeichnung, wenn sich Israeliten frank und freit über das Gebot der Sabbathruhe öffentlich hinwegsetzeu, während da« Staatsgesetz in ZSürdigun,; der Sabbathruh nach ihrer ethischen und praktischen Seite hin die gewerbliche' und geschäftliche Thätiakeit aui Ruhetage unserer ander».1 glaubnidrn Brüder erhebuch beschcäult. Einzelne oberschlesischs^ «einstädtt wollten für den gesihästtichea Ausfall an Sour.» tage in einem zweitem Wochrauiarkttage sich Ersatz schaffen.^ Der Fall gehörte leider nicht zil den ׳Seltenheiten, daß ob« ׳ schlesische?luden mit dem Sabbithe. al» dem evt. zweiten i WochenmcirktStage sich grundsäs lich «invwstanden erklärten.^ ohne dabei rgeud welche Scrupel zu haben. Glücklicher Wesse! hat die königliche Regierung zu Oppe>" s^ür di« Kleinstädte^ daS Bedürsniß zur Einsetzung ime» zweiten WocheamarkwA tage» nicht anerkannt. .s' Bsse», 12. August. Die »Pos. Zestuag" erinnert ge»:, legenttich einer Besprechung »ei zu ergieisenden Vorsichtt» ' . maßregeln liegen die Eholera an ne ftüheren hiesigen Cholera-s Epidemien und ihre Lehren. €׳ie erinnert an die dieSbezüglichen Erlaffe de» damalige Oberpräsident«« Flottwell, der unablässig in seine« Bäanntmackmngen die Ewwohner zu eiuem vernünftige«, diätischer Berhaltei» und zur sttenaen - Beobachtung der Lntlichen Anord aungeit ei mahnte, vor Alk« aber vor der Trunksucht warnte. Al» -sewriS, daß da« Jnnehaften eineit Regiments da» best« Schutzmittel sei, giebt er a« 5. Septtmter 1831 bekannt, diS die Juden» obschoa sie den 5. Tbril der BeoStkerung ailSmachtea, nur 24 Personen durch die Cholera verloren hatten» wähcea» die Gesammtzahl^ der bis zum genanalen Tage in der E statt Gestorbenen 416; betrug. Ei betont, daß die gxrn« Sterbeziffer unter dea i Juden nur!«durch erreicht worbe» sei, laß selbst die Dermf die diättschen Borschristen genau beodachttn^daß ^$,-1 »Laüqend >ljt Nahrung»- MitrLiümittlt

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