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Israelitische Wochenschrift · 1892-08-12 · 33 (12.8.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
33 (12.8.1892)
Date
1892-08-12
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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ObttM•. Wj *•WM», «aaW ׳Sott, tan Q«S19«k ■n> nün^lfttgcn, Mtwvrfnigi, (0 (tfUhrt ich chieemlt vor aller Veit, daß je« UltefftfeM« »in llta^aMrf inftinaUr *19# iß?' Angesicht• ter UnmZgltchkeit, an• den schiiftlichen Denkmälern Aengnisf» für den rlwelleu Mord, da» Menschenopfer, zp gewinnen, tzlähe» manch« Jndensetute sich auf ein« angebliche mündliche lieber- Üefernng über denselben zurück.!den Bewel• dafür bleibt man jedoch schulte,- Den Segenbewet» gtebt n. 0. »ine i. I. iev> von Dr. Alexander M'Lanl, dem Verfasser der ״Livtgrn Hfade", verSsfentücht«, von SO Judenchristen »uterschricbene Aondgernug de• Inhalt», daß chieselb-n von einem nnter den Inden besteherd«n Brauch, Lhrtsten zu täten oder Lhrtstenblnt z» bermtzen, nie etwa• erfahren hätten, obwohl sie im Glauben and Rite, de» Indent» in« anfgetvachsen seien. Zelt der Regier»ngezeit von Philipp ll. August vou Frankreich llti»0---tr2»), der die Inden anch!»«•halb an• seinem *and« verbrannt«, ,»eil sie jährlich in der Aarmoih« einen Ldristen ermordeten' , hat blinder Haß wieder »nd wieder, bi• in di« neeest» Zeit, dieselbe Beschuldig»ug gegen di« Inden vorgebracht, vie Lhripen de» 2. »nd 5. Jahrhundert» wnrden von ihren heidnischen ,Zeitgenossen angeklagt, daß st« Linder schlachteten und äßen, vi« Jicheu de» »2. und der zeigenden Jahrhundert« »»״den von Ll>risten, lü« doch da• Alt« Testament zu ihren eigene» heiligen Schriften zählten, de»seld«n Frevel» /sst' fähig gehalten. Und noch iinmer ist bei »ielen di» Verblendung V groß, daß alle Hinweis« auf die olttrstauientliche» verbot« de» ritkenschenopfer•, de» Blutgennffe», der Berührung von Toten, ebensonig fruchten wie di« Nachweis« dafür, daß de» nachbiblisch« Judenu diesen Boden nicht »«rlaßen hat. Theologisch« Fakultäten und einzeln« Gelehrte in veutschland und andern Ländern haben dies» Fbäg« «rschäpfend beantwortet, »nd doch ist fe «och nicht abgethan. tvrr der lvahrheit di« Ehre geben will, darf daher nicht müde werden, Immer wieder sein« Stimm« -egen jene Anklage zu erheben. Mägen viel Inden im Mittelalter ihr« eigenen Linder getätet haben, um st» vor der Z»xn,g»ta»f« z» bewahren: «in dmch Religionogesetz« geheiligte» Menschenopfer, «inen rituellen Mord, kennt die Geschichte Joroel» nicht.» (Wenn wir voa unserem Standprnkte aus auch mit dem sonstigen Inhalt der Missionsschrift nicht einverstanden .sind, diese Worte aber sind Diwre •mea ״Worte der Wahrheit.« Red.) Werkt», 31. Juli. (O.-E) Wie in dem spezifisch jüdischen «b gährt es auch in dem großen Freimaurerorden. Der Geist : Zeit sucht die alten Formen und veralteten Formeln und Beschrünknngen zu sprengen und da« Mysteriöse zur Klarheitzu dringen. De« hochseligen Kaiser Friedrich« maurerische Retzrnigedankn sollen zur Geltung kommen. Geh. Regierung«- Rath Dr. Sette gast halte seinerzeit das Großmeisteramt von Royal-Nork uiedergclegt, weil sich nnch hier der AntiiemitiSmu» breit zu machen begann. Der Versuch der Gründ««g einer Tochterloge von Hamburg sck»eiterte an dem ab- /lehnenden Bescheid« de« Mintster« de« Innern, welcher sich aus die jüngst anch in diesem Blatte (Nr. 28) veröffentlichte KabinetSvrdre von 17V8 stützte. Geheimrath Settegast ist trotzdem vorgegangen, da seine Sache dye angedrohte Stellung -unter da« BereinSgeftll nicht zu fürchten hat. In einem warmherzigen Zirkular fordert der 74jährige Herr zur Gründuvg einer ,Großen Freimaurerloge voa Preußen, genannt Kaiser Friedrich zur BundeStreueans. Die .!önigliche tust* wie sie un« au« England überkommen, solle hier in Reinheit gepflegt werden. Dir preußikchen, durch Pri- Elegien geschützten Großlogen, leisteten in chren Hochgraden n Mystizismus, in ihrer Abweisung d«r Juden dem AntiemitiSmuS Borschub. Der neue Bereit,, soll eine Brüder- 'ist zur sittlichen Veredelung seiner Mitglieder und zur rbrrttung menschlicher Glücheligknt überhaupt bilden. Beerheiten derBolSart, de-Stande«, des Religionsbekennt- ^Me«. der politische» Richtung Hube» aus sie Ausnahme keinen Die Brüderschaft stellt sich auf de» Boden der .«n Freinliurerei.. Die Bewegrmg ^chrcht L Wellen schlag» .Pt wolle» uud dürfte zur Verschm'elzuug der »ach Rrligwnea gesonderten Logen führen. (Wir »erden dieser BeweMg unser« volle Aufmerksamkeit schenken und darüber bald?iähere« berichten.) V. Aottzerg. 1. Anaust. (Vr>Eor.) Wie alljährlich, so wurde auch in diesem Jahre da« übliche Stiftungsfest deS jüdischen SurhospitalS am 24. Juli feierlich begangen. Mit innerer Genugthuung darf di- Verwaltung des KurhoäpitalS und vor allem Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt, welcher der treue Vater desselben genannt werden kann, aus da« vergangene Jahr zurückblicken. Troll der schweren wirthschaftlichen Perhältniffe unsere« Vaterlandes, unter denen auch unsere Glaubensgrnosien zu leiden hatten, ttoll de« großen, russischen HilsSwerkrS, durch welches die Wohlthätigkeit unstrer Brüder in Anspruch genommen war, ist e» durch guten Willen und opserskrudige Thatkrast doch möglich geworden, auch unter diesen mißlichen Verhältnissen die herrliche Anstatt auf ihrer gewohnten Höhe zu erhalten. Ueber 130 -kranke finden im laufenden BerwaltungSjahre unentgeltliche Aufnahm«; mit treuester Sorgfalt werden sie gepflegt und gehütet, viele verlasien geheilt, dankerfüllt gegen die Vorsehung und di« guten Menschen diest Stätte, die da« jüdische Herz geschaffen hat. — Da« Stiftungsfest legte Zeugniß ab von der Anerkennung, deren sich da« KurhoSpital in allen Krri, sei, der Stadt Rvlbcrg erfreut. Die Synagoge desselben war bi« auf den letzten Platz gefüllt; der Bürgermeister, andere hohe Beamte. Gemeindemitglieder und eine große Anzahl angesehener Badegäste wohnten der religiösen Feier bei. Nach einem einleitenden Psalmgesang bestieg Herr Rabbiner Dr. Goldschmidt die Kanzel, und anknüpftnd au 3. Mos. lv, 18 sprach er über die Bedeutung der Nächstenliebe im Lichte de« Judenthum«. Mit gewohnter Meisterschaft zeigte er, wie Judenthum und Menschenliebe mit einander eng verknüpft Zuhörer waren umsomehr ergriffen von den herrlichen Feste-« warten, als sie wußten, da spricht ein Mann, der nicht btaS da« zündende Wort kündet» sondern auch durch sein Leben und Wirken gezeigt hat, daß er dem Worte ha« Werk folgen läßt. Für den. der da weiß, wie er von Stadt zu Stadt eilt, um für die armen Kranken Hilft zu schaffen, wird da« Wort eines solchen Manne« über Menschenliebe voa dauernde« Eindruck sei». — Mit Psalmengesang uud einer Seelengrdächtnißftier für die verewigten Wohtthäter der Anstalt schloß die sttmmungSvolle Feier. Wir können de« Bericht über da- Stiftunaäftst nicht schließen, ohne ilnserrn Glaubensgenossen di« Fürsorge für die heilthätige Anstalt warm an« Herz zu legen. Möge ein Jeder nach Kräften dazu beitragen, daß diese Stätte immer mehr und mek Freunde gewinne; möge der Sott, der Krankn heilt, die Anstalt für alle Zeiten in seinen Schutz nehmen > Ans Weßprentze«. Ueber folgenden Borfall wird dem ״Graudenzer Geselligen* au« Tuche! berichtet: G-ge» End« Lprk d. I. besucht« der katholisch« Legiernnaci- und Sch>rl«tt P. »»« Akarienwrrter mit de« evangelisch« Kret«- schAltaspeetor Dr. K. von hier di« Schul« t» G. Lei »er Revision wurde in kacholtscher Religio» durch den Hauptlehrer 9L geprüft; da» erst« Gedor Sötte« wurde tehantelt. Lus die Kraget »Wie versüudlgt man sich «gen de» •laafesi?* lautet im *oiechiHam« Mt Lut»««: ״durch 8esm»g ketzerischer uud gottloser Bücher-. vet dieser Stelle fragte der Herr Regterungtrat selbst: .Kinder, wisset ihr auch ,00» Ketzer find und wo« ketzerisch bedeutet?' Ll» di« Ktuter Me« «ich» wußte», stellte er de» katholisch« *taten» Mt mitanneunten evengelische« uud jüdische« uud den KreiSschnlinspertor vor and׳ sagt«: ״Seht, lieb« Kinder, dlese uud diese und der Herr Krrtäschulii spöctvr, di» habe» nicht-den rech««» Glauben, de«« Büch« dürft nicht lest«'. Wie der ,Reichsbote* hört, ist da« Konsistorium^ reitS mit der Sache befaßt*. (Natürlich nur fcer gelische» wegen, de» jüdischen Schalen, allein dftse Berfttzerung schon gewinnt.)

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