Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 32 (5.8.1892)
- Date
- 1892-08-05
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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V B. zu Traktat Pea von Rabe, Avoda zara Vau Ewald ü. s. w.f) Der Herr Profeffor wird wohl davon nicht viel »gelesen" haben. Bezüglich seiner Angaben über Blutverbot ist zu bv> merken, daß in den Blutverboten der Bibel Mens«Heu- und Fischblut nicht erwähnt ist, daß ferner nach Matmonides Menschenblut nur rabbinisch verboten, daher sein Genuß nicht mit ,Ausrottung", sondern nur mit Schlägen bedroht wird. Im Uebrigen ist daran festzuhalten, daß von jeher die Ansicht vorhanden gewesen ist, nicht in den «ffiziell« jüdischen Schriften, auch nicht an allen Orten, s:i«n die Keime eines sogenannten .Blutrituals״ vorhanden, sondern es haben sich vielmehr noch aus der Zeit der (von Doumer und Guillany behandelten) Menschenopfer der Hebräer hcrsff) eine abergläubische Geheimlehre mündlich vererbh in welcher sich auch dieser Rest altsemitischer Opfrrgränel erhalten habe. Die Ansicht wird bestätigt durch jüdische AuS» sagen in Prozessen, durch Berichte von Conoertitensff^ sowie endlich durch die noch heute von der jüdiichen Orthodoxie festgehaltene Tradition, daß ,seit der Gesetzgebung auf dem S inai (also seit der Verwerfung der alten Opfrraräuel) eia mündliches, durch Tradition sortgepflaaztes Gesetz nach dem geschriebenen, im Pentateuch uiedergrlegten, vorhanden gewesen sec." Diesetraditionelle Gesetz aufzuschreibeu war verboten*׳!׳). (Traotat Tamara 14 b, Sophnrn XVI s; Gittin 16 b.} — Jedenfalls kann dergleichen aber nur eine Geheim» lehre sein, die nur einzelnen ,Wissenden" bekannt ist — daß der Herr Profeffor der orientalischen Sprachen davon nichtweih, sei ihm ob seiner sonstigen unsterblichen Verdienste in Gnaden verziehen." ' Dr. Bischofs. 31. Juli. (Or.-Tor.) Dir gestern hier zur Ausgabe gelangte neueste Nr. der ,Deutsch soz. Blätter" bringt an ihrer Spitz« einen Brief von Rohling an den Redakteur Th. Fritsch, in welchem er seine alten Blutlügen wiederholt. sich wiedrraufDr.Bietor, Bickell und Dr. Ecker beruft und schließlich noch — dorri׳ ile diotu! - «inen deutschen ,Obrrrabbiner" mit in da» Lügen grnvebr hineiuzieht. Er schreibt nämlich: ,wen, ich also, di« erfamt*« Wahrheit nach dem Beispiel großer Männer yt verbreiten suchte, so «erden mir einsichtige Leut» bei rnhiger Ueberlezuug keine strafwürdige Agitation vorwerf«». At» ich vor ro Jahren de« »Talmud-Juden" schrieb, ließ mich der Dber- Rabbiner Uroner in Münster durch Aollega Bickell «fachen, die Sach« »nt« den Tisch za bringen wobei « (Aron«), irrelevante Vtt■ sehen natürlich abrechnend, bemerkt«. «» sei ja freilich alle» wahr, ab« es sei doch nicht schön, so nackt den leaten das mitzacheilenll Ich Hab« schon ir. d« 2. Auslage des Büchleins auf dieses rabbi- Nische «Sesiändniß, das denselben Rabbi, als ich für ihn nicht zu haben war, nicht hindert«, alsbald ungentrt gegen mich Broschüren zu schreiben. — hingeroiese«; ab« damals Hab« ich kein« Namen genannt, «eil ich dem Aollega «r Münster versprechen mußte, zu schweigen." Damit diese offenbare Lüge sich nicht wie eine Sceschlänge durch olle AntiseinitrnblLtter hiudurchzieh« und am Ende gar von Herrn Wackerbarth in der Kammer wiederholt werde," thu: eine sofortige drrbe Abfertigung seitendeso schwer vrrleumdeienTr.T-Kroner — der übrigen« in Münster nicht Oberradbincr sondern Seminardirektor war — schleunigst nmh.*) f) Da -älte doch jede- LonvrrsatiouSlexilou den Hrn Dr. B'chosf eine« -vefferer belehren können: es find ja alle Traktate de» Talmud schon übersetzt. O, •1 tacaUse* ... S. tt) «a» faselt der Herr? t++) «dt triftige Zeuge»! Zoll« und meineidige Lonverrüeut »f) Selche funkelnagelneue SeiSheit kramt der Herr Doktor da!c au»? Äeiß et nicht einmal, daß diese« durch Tradiümr fortwiedec aevflaezre «,setz spät« liedergeschriebe» wurde und daß die« eben d« Talmud ist. ßl. *.1 dn linu Lnuurkuua zu jenem Briese bemerkt die Sie», der Deursch-soz. Bl . daß die Behauptung, Slohling und Bieter seien »in Hache». Z« hieHg« kacholistsj«׳ Arbeiterverein hiett der Kaplan Rrixartz eine» Bortrag über die Steinig de» katholischen Klents zu« JndnMhAm. dt führte »ater leb» hasten Beifall der Zuhüeerschast a. U auS: ,84 sei Unrecht, daß man den Juden alle müglicha, Verbreche« anhänqea wolle. So sei er auch fest davon ül «zeugt. daß der vor» wurf de-Ritual!,orde» die Indem nicht treffe» daß derselbe durch eiue Glaute»Vorschrift der Juden nicht graten sei, vielmehr derBlutgeausr de«Juden streng untersagt. Wie daher der hl. Vater sLiegenIllch dir Judenverfolgung in Lorsu die Kacholiien außzesordert Hab«, derselben sich zu eut» halten, so ermaime er auch die Arlreiter, die Jude« schon um der christlichen Nääiftxaliebe will» nicht zu veffolaen. insbesondere duräs die Lehr« der sogenaunte« Antisemit« Z sich nicht zum Religion-- und Klaffen laß verleiten zu laffen und mit diese» AuSnahulcgrsetze gegen di« Juden verlangen zu wollen. Er schließe mit dem Sitze: »Kein gläubiger M Jude kann «in Bedrücker der Ehristen. kein wirtlich gläubiger 4׳| Katholik ein Auti euüt stia. ׳ Z«s Lade«, 25. Juli. (Or^Eor.) Bor einiger Zeit ' schrieb ich Ihnen, Lahr scheine zum Vorort des badischen AntistmitimuS wkrden zu wollen. Lc ider Hab« ich richtig - vorau-gesrheu: Seit meljreren Wochen ist da- Parteiorgan der badischen Antisemiten der ,Bad. Solksbote", sowie die« Z Geschäftsstelle de- ,B,td SZauernbuude«' in die Tichorirnstadt verlegt. — Sonntag, den 17. d. MtS. laßt( (a noa iooendo) £ ebendort der (schwcich von auSwärtS beschickte) Parteitag der'H badischen Autijudeir. Eigmthümlich beiAbrt der einstimmig'^» duichgegangene Beschloß, ,von der Behraolung der ritarlleaM Morde als solchen abzusrhen". Oho! wird- Ihne« schwül/^ meine Herren Parteitäglrr? Beschlosen wurde auch, di« Parteipreff« sollet >»ie bisher, selbst de» gemeinsten Lagriffrn ^י■ gegenüber maßvoll bleiben, nie persüuliih werden. Ach! wie rührend! DaS trieft von Skächstrnl«bei Dirk! armen deutschsociale» Blätter! Täglich den Aagriffea der verlogene«' Judeu-Zeitungen arSgesetzi und erwidei n doch nur sachlichk^ nie perstnlich werden, an» . . nein — ,wirtlich, es ist fo£ man hat mer's geschrieben." — Sonnt rg, de» 24. machst unser HerrLiebermaa» v. Sonnenberg al! bewährter Gommla £ voyagenr der Firma Fritsch etc. Leipziz sein« Offerte« sür^l die Spätjahrsaison. Aber Herr »Abgeordneter »um Reichstag."^ Sie haben ja wieder ganz dieselben alb» »Witze" gebracht,^! wir letzten Winter. Man will doch auch ein paar neue Ist»- s lauer für sein gute» Geld (Der Sammrlteller ging in der Versammlung um). Auf den LinttittSbirten stand: ,Jude» haben keinen Zutritt." Da« ist ,sachlich," nicht .׳Persönlich."^ .DieJuden sind eben ein« schlimm« Sache, folglich keine Per-;׳.*■ sonen," würde unse!: Herr Reisender mit seiner schaeidlmm Logik sagen. — Gestützt wird di« deutschchristlichstückerischen Pastoren. Eimer. sociale Beweauag durch unsere pieti! unter ihnen hat eS besonder« auf die Äkwnmuag der Gym-.' »asiasten abgesehen, besucht die hoffnungsvollen .Herren i» j Knriplokal und sucht sie au« dem Bann des .Lesstng'sche« - r-L HumanitätSdoselS" zu befreien. Welch« Heldenchat, durch!gl Spekulation aus die lbitelkeit unreifer Jung» eine» Abonnenten mehr zu erhalttn! — Ich darf nicht übergeh«, daß die ' L große Mehrheit der hiesigen nationall1I«aleu Bürgerschaft der Bewegung noch ablehnend gegenübei steht. Auch der AmtSrerküadiger, d« ,Layr-Zeitung," ur ter der bewährt«' Leitung de« (auch als Lyrikei: geschätzt«) Hcrru Adolf Bartels ttitt mit Entschiederiheü für de» liberal!« Gedaukn arg« di« ,RückwärtSler" in di« Schrank«. L. F. Krck»k«tch. ßk«ri», 1». Juli. Eine Liste der Juden, welche bei Gelegenhest de« NationalststeS zu Mitglieder« der Ehre» - ׳׳■..־ B uad btetelie Person, «iejt »ahr sei. Warum wltertm» di«» nicht selbst art ««läßt e» dem Herrn Fritsch? didarch t' ־־" mahrlich »ich« ,laabh«la? Saram׳ mtfe ick aätzeoepfeadmchamn Dr. Btctor «ch»^N«nM>r? «Shit»