Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 32 (5.8.1892)
- Date
- 1892-08-05
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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»np ich ■apu s°L »Selcher *tt dieft sek, ■*4ןא*», tarn der anfecfosgnc Leser nach de» hl» vemrekleu sich leicht Kvokftele» Da» ich «ttf rin krautig vorteiisch j»fi»*cHgrir|te«Schied«, richte ekoseginm «iih »Ichl riniofie, Ist selbstveestöadiich. Damit aber der Ostervotor« LaUalte» nicht «ist »ach«» Wune, Prof, Strock fürchte " ' sich, «M Ich hier oiuheilen, daß im August rine Neubearbeitung meiner H 1« vorigen Jahre erschien«»«» Schrift über den vlutabrrglanbe» znm Druck gelaugt. Ei« wird den Tiiei führen: .Der Blutaberglaube in der »Menschheit, Blutmorde nnd Blutritns." (München E- H. veckz I» dieser Schrift «rde Ich auch auf di« ,Beweise' de« Ofservaterr Lattoliro eingehen. Ja ihr wird auch klar gemacht werden, «t» .Binlmarde' sind. Z Der Ostemator« Sattolie» lag seine 10,000 Lire (wenn er über- Haupt über eine» s-lchen Betrag uersügen kann) für sich behftten. Ich »erd« ihm meinerseits ein« angemeffen« Belohnung zahlen, «an er drei an Universträbm des deutschen Reiches wirkende Belehrte findet, welche seine Darlegungen für beweisend rrNSren. Brost-Lichterfeldr bei Berlin. Dr. thcoL Hermann L. Strack, austerord. Prof d. Theol- Hßsrti», 30. Juli. Di« ״Nordd. Allg. Ztg." liest den konservativen t«r Stöcker'sckjen Couleur, die die Judenfrage in ihr Programm aufnehmen wollen, wieder einmal ordentlich den **jt; sie schreibt heute: »Die bisherig« persönliche Bektmpfnng de« Indenchums hat in -einer Reih« von Achten, wie für Jedermann klar vor Augen liegt, gar nichts zu Tege aesördert, als rin ödes Schreien und Schimpfen, '»eiche» durch den Rückschlag, den «in so widerwärtige« »«bahren bei } Menschen von maa!!valler und anstindiger Denkungsart Hervorbringen »nstte, den -«»eia und brntal Angegriffenen Sympathie«» zu- , ' führte, die «senUich t« Gerechtigkeitsgefühl nn) in der Achtung vor ■׳J den Bestimmungen unseres Staats-ruadgesttzeS ihre» »rund und ihre «nrmtu hotten. I» den Bersnomlungeu einer «r!,itzt«n nnd urtheilslosen Menge tmwrr, ans» Rene rnd in immer »eitet gehendem Maaste Forderungen «nsznstrllen, welche eine Beseitigung grundlegender Bersaflungtgesetze kn sich schließen, olme »och den Ikuth zn haben, mit einem Lntnm ans ich«« »nfhebmig dieser Gesche offen hervorzntreten, ist verwerft Ach« Hemag oate, ist ui«dl blos mit konservativer Prinziptentreue, loa- , dem mit staatserheltender »efinvung nnverrintar De» niedrigen?Sinn« des Nmvdytlinm» ist »erechtigiril rin unoerstöndltcher Begriff. ׳ »So daher di« Org«ne des Staate», di« Diener und Bollstrecker de« Meriglichen WMen», nach Pflicht und Sewiffrn ihres Amtes walten, «rsrecht sich der bithört« Sahnwitz, dieJstriegriiöt dnrObrigkeit in ^z»eisel »o ziehen. ׳': Hieran dürsten die Herren Hammerstein, Stöcker und Konsorten wohl vorläufig genug habe». I(tl» Der ״Lleve'sche BolkSfteund" (Nr. 87) bringt scmem ersten Blatte dafolgend« .Eingesandt*: .wissenschaftlichen" iVntachten im t» Die ifchoff M ivürl des alSTÄehrten hochgeschätzte« ,Unter den ״Wunderlichkeiten" de» gegenwärtig zu Cleve verhandelten Ritualmord-ProsesseS verdiene n nicht zum wenigsten di« ״wisst!,schaftlrchen Gutachten' hervorgehoben zu werlnn. Bestatten Sie mir zunächst über die ärztlichen «in paar Worte. Während der Sachverständige KreiSphysiku« Dr. Bauer einfach erklärte, der Schnitt am Halse bei Jeauchen Hegemann sei kei n iSchächisthnitt (wenigstens kein den rituellen Anforderungen entsprechender), haben dann (nach den in den «eiste» liberalen Zeitungen abgedruckten!berichten) Medizi- »alrathDr.Kirihgässer und ebenso die GerichtSS.rzt« übereinstimmend erklärt, daß absolut kein« Anhalts- ^Punkte für das Liorhaudensri» eines Ritnalmorde» vorlveaen. l^-^ Würr ich ei» Mnau pm» gleicher Unkenntmß (?) und lieberwie der Gtraßtn^rr Prof. N8 (decke, so würde ich von ״frivol" und dergleichen reden. Im Bewußtsein «einer Inferiorität aber frage ich nur ganz bescheiden: Wenn die ärztlvhen Herren Sachverständige« so sicher die Annahme eine- Ritualmordes verwerfen, so haben sie wohl schon viele solcher Ritunlmordfällt unter den Hände» gehabt?? — Ich kann mir wohl denken, daß der Ayt begutachten kann: da« ist rin Schußkanal, das ist eia« Hieb-, daS eine Schnittwunde rc. — nicht aber: das ist kein Nitualmord. Dazu gehört entweder, daß dieselben schon öfter daS Opfer eines konstatirten RitualmordeS selbst gesehen haben, oder in der Ritualmordlitteratur so bewandert stad, daß sie aus derselben die Aennzeichrn eines solchen Mordes ganz unfehlbar bestimmen können. Da« ist nun aber keineswegs der Fall. Die. ganze Ansicht der Aerzte gründet sich auf den nicht, lezwn nicht richtig auSgeführtea Schächtschnitt. In der ganzer Ritualmocdliteratur vom Jahre 419(?) bis 1892 ist aber an, in sehr wenigen Fällen von einem HalSschnitte die Pedr der dem schächtschnitt entspricht. Ueberall kommt eS nur darauf an daß dir Schlagadern angeschlagen und so daS Blut entzogen wird. Al» Instrumente wurden nicht nur Messer, sondern auch lange spitze Nadeln (nonn » prowenloUo kol. 12» in den Akten deS Trienter Prozesses >, Zangen (ebenda fol. 12t», 17», 230»«.) und andere» benutzt. Die Wunden wurden keineswegs ausschließlich am Halse beigebracht, sondern überall da, wo man bequem zu den Schlagadern gelangen und die Blutentleerung beschl«- migen konnte, falls sich nicht noch außerdem an einem Kürpertheile (z. B. die Schamtheile, vergl. Trient 1748, BreSlau 1888 — Berasteiul) «in besonderes Interesse knüpfte. Unterzeichneter darf behaupten, die Akten aller gegen die Juden seit 419 n. Lhr. erhobenen Blutbescholdigungen zu kennen—). hatte auch in den letzten Wochen da- Glück, die Akttn bei Trirnrer Prozesse» 1475 הסס auszufinden und tbeilweise zu kopiren; als charakteristisch kstr die Beschuldigung emeS .Ritualmordes״ erweisen sich nach diesem Material hauptsächlich folgend« Merkmale: Zeit: hauptsächlich um Ostern herum oder in der Nähe eines jüdischen Festtage»: Verwundungen: versuchte oder vollendete Bluteutziehung durch Anschlägen von Hauptadern; Opfer: ״jungfräuliche" Personen d. h. Kml«r (meist Knaben), Jungfrauen, Priester. ES giebt ja eine Anzahl von Schriften über diese Frage.! h all! «ine noch offene bezeichne: hätten die Herren Sachverständigen wenigstens in eine derselben gesehär, so; würoen fii: wenigstens gewußt hoben, waS man im All meinen nute: ,Ritualmord". ju verstehen hat! Ei« merkwürdiger Sachverständiger ist der fefsor der orientalischen Sprach«" Nüldecke. Derselbe' spricht über den Talmud ein Gutachten aus, trotzdem er muß, daß er denselbcu nur ,zum Theil" gelesen, r glauten daS sehr gern: DaS Hebräische der Mi sch na (1. Theil de- Talmud, Traditio») ist so schwer nicht zu übe»- jetzev, besonders da es davon zwei vorzügliche Uebersktzvngea giebt: «i»! lateinisch« von SureuhnsiuS (1698—1793) und eine deutsähe von Rabe—*) (1760—63). Bon der Gemara (2. Theil de- Talmud - Lommentar), die in westbez«. oftaramäische: Sprache geschrieben ist, und an» der die von Eisenmeag!r und Anderen voraebrachten schlimmsten Talmud- Titate stammen, rxistiren nur sehr wenig« übersetz« Abschnitte, die **) De» so> kein« lleberhebnng sein, aber es ist rin« llnwahrheil, denn die erst« Bl«beschälkianng gegen die Inden daürt nicht vom Iah« 419, sondern erst ans dem Jayee INS (in Fnld»F. Bis dahin teschnidigie «au die Theisten des Gebeanchs von ui rilnellen Zwecken, »i« die» ja denk« noch in ii: möchten de« Herrn Dr. Sqchaff ralhen, «in C s«r de: evang.TH«»t«aieHa»nack in Berlin zu "' in solchen Dteze» oöispmht und seine Untennwist Schan ' '