Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 29 (15.7.1892)
- Date
- 1892-07-15
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
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«fet •tki״ , -; , , , —י ־.י. ■ Die Znten sind für an« Juden in Deanschläod sehr . nn^_«workfa. .$־»'■ ftklt an# nicht an Freunden, ^die SwPtmng, Mc offiziell« Pmvnkichteir«!lad bestrebt, ^gewht AH«! an» za sein. Lach der Kmi de», Bolle» weih nicht» vor, Judenhgß; der Arbeiter, der Bürgei-, der Bauer stad na», nicht bös gesinnt, vorausgesetzt. daß sie nicht aas- ' cU weichen, daß nicht wortgewandte Leute die leicht za fahrende Menge wider Na» aafreget, und den unter tan- » Sorgen Leidenden eiareden, an allem Urkel seien die ^7Jaden schuld. ' , Trotzdem ist der Horizont trübe. Es kann kein Zweisei sein, daß Menschen, wie Lhkwardt. irgendwo einen mächligen Rückhalt hab«;es würde sich lohnen, festzustellen, wer . ״ die >8ersamv1lmtg« diese» edlen Germanen brkrcht. »er die Lorterrlronen wendet and Überreicht; e» würdm danndie senderbarsten Ueberraschungen ^ich Herausstellen. man würde . die Brvehrer dieses Ehrmmanues in Kreisen staden, in denn! »an sie nicht such« sollte. Unsere Richter, unsere Berwaltuugsbmmtvr haben ge- ^wiß dm redlichsten Willen, unpartheiisch zu fein, aber die Ziagen Herrro, die jetzt die Aemter inne Hab«, sind vielfach -I»d erst ^deutscher Stddentmgewesen. Zweistllo» hat die gereifte rbcssersahning mitJngmdthorheitm der stu dm tisch« " »Häher bei dep Meisten aufgerSumt, aber bei Manchen eim wohl diese'Angrndeiudrücst, alle die läri»erlichen und Borurthesle gegen die Inden, stärker haften. Bei . koastrwrtivm Gesinnung unserer höheren Beamten dirft dm Juden »eist uubesangener, als der jünbt deuten wir manche Boroänge falsrh, aber thatscht m dm best« Kreise» der verltuer Juden eine rderarschlaaeohcit, «!» sei da» Schlimmste zu befürchten. Wwü-läßt sich dagegen ״sererseit» thun? Die Antwort t furchtbar rürsach: einfach Rieht». Daß jeder einzeln« küM sich bemüh« soll, ei« braver Mensch zu sein, ist ,«Midlich; da» ist keine Bekämpfung dv» AntisemitiS- . denn gerade bi« Brav« unter un» sind diefer Sippe n «eisten zuwider; so recht ein Dom in ihn» Auge. Der jüdische Trödler ist iham bei weitem nicht so ver- /»ßt, wie der jüdische Professor. Die Hr»«u Sacker- »arth Ahlwardt und wie alle die Edelst« der Ration heiße», .zu widerlegen; wenn sie auf diese» Zuaeständniß » stolz sind, wir könnm es nicht zurlickhalten. gebp» stinen .berechtigt« Kern" der mktisemitischeu .4 zu und wir schm in allen dm Leudn, die un» ä in» Gewissen «den. daß wir un» bessert»; nur Heuchdie dmch,solche süß« Red« die uichnüdische Brvölke-?rang am so sicherer in» antisemitische Netz «afaigm wollm. i: La hat sich nun jüngst eia Herr Eäsar Lstfalck!inükklo erhoben, km Namen de» Mittelstandes und de» Klein- ^geweroe», and redet eia Lange» and Breite» von Geschäft»-!ijadeathn«, nennt unser tbierfrrundlichetz ,Schlicht«- eine Herausforderung der Deutsch« und möchte «och obmdrein, j daß wir Juden ihm, als unserem best« Freunix, um dm - Hals fall« sollen.»- Wir bedank« uns für diese Freundschaft. Der Herr soll einmal nach dem Königreich Sachsen gehen, wo 2» auf Zk zehntaustsd gewüthliche Sachs« vierundzwanzig Judm aiebt k5and Mfehen, ob sich naht auch in ganz christlrchen Städten da» fntbet, was er ,GeschästSjndeocham' um nt. Die Noch de» LrittelstandeS. de» Slei»bü«!rs. der dem ' nicht «wachs« ist, wird Niemand kaanm; weiß 1 JRoa&ateln, um diestr Noch abuchckst», so soll ' 1 Regierung und Reichst» werden. Als Juden. » güchästliches Qfcfafcmt zu kennend»--,,, ut e«K> Hk« 1« SdKnchaSe» den Lnsdruck .Gesthäftchuveatham" wätzU^dm vag« ww an, daß er au» böse« Herz« redet and «oll« von seiner Freundschaft ein für allemal nicht» wisse»; ja wir «rum vor ihm. daß Nie- «and unter na« ferne« schön« Worim traue. Wir wollm nicht untersuchen, ob wir Juden nicht vielfach besser find, als manche recht vornehme Schicht« der Bevölkerung unsere» Vaterlandes; jedenfalls wollen wir mit gleiche« Maaße wie di« anderen Bürger gemessen werd«. Dir Verbrecher unter un» soll« ihre Straf« erhalten: aber die Revlichen soll« unangetastet bleiben. E» ist eine Frechheit, irgend «ine verbrecherische Neigung oder That mit de>n Beiwort ,jüdisch' zu bezeichnen, Herr Asrsalck, der vom Geschästsjudentham redet, soll vor seiner und seinesgleichen TlM kehr«: seine'Schrift nennt sich eia« Beitrag zur ,Lösung' der Judeafrag«, sie ist aber nur ein Beitrag za- ,Berioirrung" dieser Frage, die eigentlich gar keine Frage ist. 8. 8. Berichte mrd Correfporrdem-e«. aw n» ihren Studienjahren Mitglieder t«S ,Vereins Demrfldtmm». M«d«ü»r»» den 13. Juli. Die Brrhandtuagen in dem Prozesse Buschhoff dauerten bis heute noch fort, wir Wimm , dieselben onmöglÄH m unserem Blatte bring«, sie würd« mehrere Bogen füll«.*) selbst ein« AaSzuq des Wesentlichen; könnm wir nicht bring«, d«» waS ist in diesem Prozeste wesentlich und was unwesentlich? Manches unwesentlich^^ Schein«de kann später von Bedeutnug sein Es wird einer Gründlichkeit verhandelt, die unserer Justiz »ad sondere de« Präsident«. Herrn LandSgerichtSdirector'KluW^W zur höchst« Ehre gereicht; wir können nicht umhin Img herrlich« Worte zu Beginn der Nachmittagsitzung de» v. haudlungstage» hier wiederzuxebeu: J ,Ich «halt« täglich eine» Stoß non anonpmtn Briefen, die alstrlel Skathschlüg« bezäzltch der Prozebverhandlnng« Aben. taffe sie alle nnberSs-chtigt mu> Hab« keine veranlaffnng sie hi« mit-, jNtheUen. »Lein tn einem derselben wirb gesagt r »an mdge doch-L. «iwaS schneller «rhanbela, und den Buschhoff nicht s» lt«b 1 v behandeln. Sem, ein Barwues -egen die Leitung b« Berhandl «hob« wird, st trifft derselbe ,nntlchst den «,rfitzeuben. ich habe halb einige «orte zn br»rrten, die an alle im Sonst «nwesenden, anch an da» Publttnm geetchtee sin». Ich bemerk nun. das» ich, so lange ich di, Ehre hebe. Barst»«»der »u sein, jeden SngeNaArn genau «bensa behandelt Hab«, wie den Bnschhoff. G» dLrfte mir die« von Allen, die «ich kenne». beftiUigt werde» Ich sehr edegin jede» »ngetlagten de, «ensche», derAnsprnch dar hat, nl« »ensch behandelt z» werde». Ich stihst «ich wrnnlnbt, de» Bnjchhoff zezrnstder ein« «nSnahm, »u Sri M «erlangen anlangt, schneller zn verhondeln, st mag 0 sein, daß ein aingehend«», kmgsanwH ««haadetn dt« K»g!erd« nicht ׳''ü׳ befriedigt. Allein »te sind nicht da,u da, um bl« gierd« ju befriedig»», sondern «4 ist ankere AnlaahnE^ zumal in einer so hochwichtigen Sach« wie der »»elteg«^ den, dnrch «lngehenbß, sorgfältige Lerhandlnng bla : Wahrheit zn ermitteln zn suchen. ~ Wir kdnnrn nach de« Srnndstg, der in Lesfing« »Aaihan' zum Auiidrmk getankt: »That niww^drr Jade wstd verbrannt,- nicht / verfahren. Ich wieherhost alst, wir werden firerosachlich und sorgfältig verhanbün, »st »« unser Aller Pflicht ist, da» ist »ein erste» and letzte» W«t ln diestr Bezsthtsng.' Das sind goldene Worte, die besonder» die Hern» der antisemitisch« Presse behr»ig« und sie veranlassen^ ihre Hetzartckü wra^Da» so lange die Berhandlutigen "lspruch noch nicht gefällt ist.