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Israelitische Wochenschrift · 1892-06-24 · 26 (24.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
26 (24.6.1892)
Date
1892-06-24
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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0 Räume derReligiowrschUe; da find noch aäc r^iPHe Inden in den Prinzipien und Grundlehrra unserer Religion einig. Mau vergleiche dort, die vorhandenen meist benutzte» Rel!« gionsbücher untereinander, gleichviel welche RiciMug deren Verfasser angehörten, und man wird über ihre Aehnlichkeit tauneu. Es läßt sich thatsächlich mit den Religionsdüchern von Herxheimer, Philippson, Stein rc., gerade so gut Schüler orthodoxer als mit denen vrm Auerbach, Schwarz, Stern rc. Schüler freisinniger Eltern unterrichten. Das D'eiste kommt auf den Takt des Lehrers an, und geschulte Pädagogen wer» den stets zu individualisirrn und daS Rechte zu finden wisirn. — Den orthodoxen.Heißspornen möchte ich noch zu bedenken geben, daß jetzt Tausende von jüd. Hindern ohne Rrligionsunterricht auswachsen und dadurch dem Judem'thume vollends entfremdet werden Wir stehen arso vor der Frage: sollen, dürfen wir ob der — oft sogar unbegründeten — BefurchtunK es könnte diese Maßregel Manchen zur Uebertretuag irgend einer rabbinischen Beiordnung führen. Tausende von Juden dem Unglauben und dem Abfall überlaffeu? Ich glaube die Antwort darauf kann uns nicht schwer fallen; wir brauchen nicht frömmer zu sein als der Prophet Eliah (vgl. Berachot 63,). Liefe Ausführungen machen auch einen anderen Einwand hinfällig, nämlich den Hinweis aus freisinnige Andersgläubige, welche die Trennung der Religion von der Schule verlangen; aber warum? Etwa deshalb, weil sic glauben, >aß die zwanglose Rcligionsschule besier und jcgendringender fei? Mit Nichten! Sie thun es, weil sie mit den Grundsätzen und Principicn der von Staalswegra gelehrten Religion nicht einverstanden sind und darum verlangen sie volle Gewissensfreiheit Ist das aber auch bei uns der Fall? Nicht die Gewisiensfreiheit wird durch den obligatorischen Religionsunterricht beeinträchtigt, vielmehr soll dadurch nur verhütet werden, daß das Judenthum in Preußen der Lauheit und dem Jndifferentismus zum Opfer falle. Wir haben bereits dargethan, daß alle rrligisen Juden in den sittlichen Principien und Grundsätzen unserer Religion übereinslimmen. Wünscht jemand dennoch, daß sein Kind sich nicht an dem Religionsunterricht in der Schule beiheilige, so bleibt es ihm ja unbenommen, cs davon dispensiren zu lassen, möge er nur den Nachweis führen, daß es anderweitig einen guten Religionsunterricht erhält. Hauptsache bleibt, daß die große Masse der Säumigen und Indifferenten zur religiösen Unter- Weisung ihrer Kinder angehalten werden. DaS ist der höchste Gewinn bei der Sache. Jacob Bähr. Peiß«. H.-S. (Orig.-Corr.) In der Nr. 133 der.-Wirkenden Eenttat-Armen-Ve.bandes in Bochum eine zweite .Neisi.Ztg." wird bitter darüber geklagt, daß .jüdische Blätter die katholische Religion mit «Schmähung, Hohn und Spott überschütten, besonders sei es die von Dr. Bloch in Wien :,erausgegebene österreichische Wochenschrift, der dieses unqualifizirbare Verfahren an einigen Arttkeln nachgewiesen wird. Der Abdruck des in Wien koufiszirten Artikels: ״Der katholische Talmud" in jüdischen Blättern Deutschlands und in den .Mittheilungen zur Abwehr des Antisemitismus" hat besonders viel böses Blut gemacht. Am meisten aber wird die Schuld für die judcnfcindliche Sttömung in den!acholischen Kreisen dem Gebühren des ,Berliner Tageblatts" zugejchrirben, das «ns als .Rrformjudenblatt" an die Rockschötzegeheftet wird, weil ״der Verleger ein Jude, die meisten Miwrbeiter und Abonnenten Juden und der Chefredakteur rin Jude sei", und das ״wo immer zwischen den Protestanten und Katholiken ein Stint entsteht, die Musik dazu macht". .Seither — so heißt e» »»» weiter in dem hiesige» Bl. — hat man vergebe»« daraus giwartet, daß di« Ber fttlndtg« » uudBe- , oa » « » e « «»rer de» Juden sich offeuüich u»d vor aller Seit arge» jeve Leut« «uSgejproche», ihr Treibe» mißbilligt »ad auf dir ,folge» hlugemese» hätdr»״ . . .׳SeLhald warne» denn die «t»fl»hreichen Ränner im Judeachum uicht vor solche» leformjüdische» Bültter»? -s»i toot conMBtir• ▼idacar, «er schweigt, stimmt Wir muffen gestehen, daß in dem was hier gegen das ״Bcrl. Tagbl." gesagt ish viel Wahres enthalten ist, adcr N i׳. wir müssen dagegen .Judenblatt" ÄflStt, sein JnHK stÄt haste« Gebühren ist so u «j ü d i s ch als nur irgend möglichso daß man in jüdischen Hänsirn, in denen man ans mtte Sittk.. . rmd'Reliaii'sität hält, schon l lugst diese« auch daS 1 ü diche A religiöse Bewußtsein oft verl, tzende Blatt den Eingang wel^t^Ai der Ehefredacreur derselben i't übrigens ein getaufter Jude und daS Judenthnm kann koch nicht verantwortlich gemacht;ל werden für das, was in uicht-j ldischen Blättern über Religionen geschrieben wird. Die ,söge rannten" Juden-Blätter schaden uns sehr, las sei hiermit konstatjrt. Piekeket», 26. Juni. Gestern fand im Saale der ״Eintracht' hier der ״zwei :e ordentliche G«me,adetag deswe st fälischen Gen, rinde Verbandes" statt Die Versammlung, welche von SV Delegirten aus 19 Ber« baudsgemeinden besucht war, nahm «inen in jeder Beziehung befriedigenteo Verlauf. Ge eitet wurde dieselbe von dem ersten Vorsitzenden, Hrn. M. Katzen stein-Bielefeld, welcher um 9', Uhr Morgent die Verhandlungen mit Herzlichen BraiüßungSworten tut die Erschienenen erüffnete. — Zu Puntt 1 der Tagesordnung, Berichterstattung über die snthenge Thätigkeit, lag ein gedruckter Bericht des Bor« sitzenden vcr, aus dem wir Folgendes entnehmen: Der 8ierband besteht eist seit einem Jahre; nichtSdestoweniger ha>1rn sich ihm bereits 3V Gemeinden angeschlofseu, unter ihnen die sämmtlichen großen und die meisten mittleren Gemeinden unserer Provinz. Als eine seiner weseutlichsten Aufgaben betrachte! der Verband die Einrichtung einesgeorduetenRellgionsunterrichtesin armen, unbemittelt.« Gemeinden — und es giebt ihrer eine ganze Anzahl in Westfalen — durch Gewährung pekuniärer Unterstützung un) Zuweisung geeis.netcr Lehrkräfte. Wie au« dem Berichte heiworgeht, ist die Thätigkeit des Verbände« gerade ans diesem Gebiete eine ersprießliche und erfolgreiche gewesen, so daß ihm der deutsch-lSraclitische Gemeindebund in Berlin seine besontere Anerkennung dafür ausgesprochen hat. Als rin weiteres Mittel zur geistigen -Hebung und Föt» derung der klonen, leistung« unfähigen Gemeinden bewachtet der Verband die Bertheilung von geeigneten g:druckten Predigten, sowie das Abhallen deutscherigotterdieustlicher Borträge in deuselbcu. Auch außdiesem Gebiete ist die Thätigkeit des Berbandes laut Bericht eine befriedigende und erfolgreiche gewesen. Um die lästige Wandei bettelet in geordnete Bahnen zu lenken, biltete der Verband ferner während des lausenden Geschäftsjahres nach demMuster des überaus segensreich i ähnliche Veceinigung mit dem Vororte Bielefeld. Derselben find bereits 7 Rachbargemei aden als Mitglieder beigetretrn; hoffentlich gelingt es enrrgischer Agitation, auch die bisher noch indiffe^uten Gemeinden der guten Sache zu gewinnen. Zur thatträftigen Unterstützung der unter dem Drucke der Verhältnisse schwer leidender russischen Juden' bildete der VerbandS-AuSschuß im Anschluß an das deutsche Central Komitee in Berlin ein Pr ivinzial-Komitee für' Westfalen,- welches seitl!er eine rege THUigkcit entfaltet hat. Von t«1 übrigen Punkten der Tagesordnung hebe« wir als besrndcs wichtig zunächst .die Vorlage des neue«-;, Normal-Lehrplan-EntwurfeS für den jüdischen Reli<' ׳ giousunterricht an Volk!;- und höheren Ö&nkn bi« zu Ober-Tertia einschließlich hei vor. Der Entwurf wurde einstimmig angenommen, mit t>x Maaßgabe, daß noch etwaige ( Verbesserung-Vorschläge spätesten» bis zum lö. Juli don;? Ausschuß jir: Berücksichtigung eiazureichen seien. Auch wurde : l beschlossen, unter Zugrundeligung des genehmigte« Normalplan« nunmehr Spezial-Pläne für die verschiedenen»- Unterrichts« astalten auszuar! «eiten. Dieser einstimmig ge- -- faßte Brschl iß ist mit besondrer Genntzchuoag auzuertemlen,.» weil dadurch voraussichtlich der auf dem Gebiete des Reli- ' giooSunternchtes in Bezug ans die Stoffvertheilimg Here-!cheudeu Unsteichhctt und Arrfahreaheit ein Ziägefegt

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