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Israelitische Wochenschrift · 1892-06-24 · 26 (24.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Israelitische Wochenschrift
Volume
23 (1892)
Issue
26 (24.6.1892)
Date
1892-06-24
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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׳ dir so wänschen-werlhr Einhett wenigste!,« für Westfalen ' «erricht wird. Eis MeicheS gilt von dem weiteren Punkte der TcmcSorbnun& welcher die Aa-arbeitang eine« einheitlichen Gebetbuchezum Gegenstand hatte. ES wurde unter Gentlmiguna der seitherigen Kommissionsarbeit beschlossen, den Tutwmf eineneuen Gebetbuches nach den von der Kultus- C Kommission aufgestellten Grundsätzen durch Hervorrufen de Fachgelehrte ausarbeiten zu lasten und alsdann dem hierzu ׳ «nzuvomfeuden Gemrindetage zur Prüfung und eventuellen Genehmigung vorzulegen. Rach der einmüthigen Stimmung der Versammlung dütfte auch auf diesem Gebiete die er» wünschte Einheit und Gleichmäßigkeit nicht allzu lange mehr aut sich warten lasten. — Bon besonderem Interesse auch für ״. wertere Kreise dürfte Punkt 7 der Tagesordnung sein, welcher einen Antrag der Gemeinde Herford auf Annahme einer Refulotion behufs Beseitigung der sogenannten zwei« len Feiertage an dem Pasiahl und Laubhkttenfest« zum Gegenstand« hatte. Trosdem der Referent, Hr. Dr. Hulrsch- Herford, in vorzüglicher, formvollendeter Rede für die Annehme d«S Antrages rintrat, sprach sich doch die Berfa mmlung mit überwiegender Mehrheit gegen denselben auS, so daß die Gemeil.de Herford ihren Antrag noch vor der Abstimmung zurückzog. Bei voller Würdigung der von $ernt ' Dr. Hulisch vorgebrachten Gründe ist doch das Votum der Versammlung schon um deffentwillen begreiflich zu finden, weil man sich eben von alten liebgewordenen Gewohnheiten nicht gerne trennt. Um 3'/, Uhr Nachmittags schloß der erste Vorsitzende, nachdem ihm vorher der Dank der Versammlung für die vorzügliche Leitung der Geschäfte ausgesprochen nmr. den Zetten ordeatticheo Gemeindetag. — Ein sich anschließendes " Festmahl, bei welchem Herr L. Junker mann-Bielefeld in zündenden Worten ein Hoch aus den K a i s e r auSbrachre, in das alle begeistert einstimmten, beschloß die ernste Arbeit des Tages. Der nächstjährige Gemeindetag finde! auf Beschluß der Versammlung mDortmund statt. Nach der vorzüglichen bttmmoug der Theilnrhmer an den diesjährigen Verbandlungen, so wie nach dem überaus befrir!>׳genden Ergedmß der letzteren ist sicher zu erwarten, daß der Verband immer neue Mitglieder werbe und so im Lauft der Zeit eine Zen- - tralstelle werde nicht allein für die 30 LierbandSgemeinden, sondern für sämmtliche Gemeinden Westfalen-. fpalS-twa. Zu» Keßro« wird uns berichtet, daß die demschen Kolonien immer kleiner werden. Bon 80 Familien, die sich . dort angesirdelt hatten sind nur noch gegen 40 übriz ge» bliebe«. (Biele von ihnen ließen sich in Jaffa nieder.) Es ist leicht begreiflich, daß die Uebrigen so blutarm sind, daß sie ihren bisherigen Wohnsitz nicht verlassen können, weil - .chnen die uöthigen Mittel dazu fehlen. Doch lcide!a die Armeü der klein«» Stadt Hebron nicht solch große Roth und Mangel, als die Bedürftigen in bedeutenden Orten; denn hier stad die Au-gaben sehr gering und die sogen. Chaluka reicht vollkommm au» für ihren kümmerlichen Lebensunterhalt, d, h. um ihr Dasein zu fristen. Obwohl die Quellen der ,Thaluka" eigentlich versiegt sind, so sind demwch 'neue Einrichtungen getroffen, di!: den Armen zum Bortheil gereichen. Denn anstatt daß die Lhaluka bisher an den ׳ Vorfkcher gesandt wurde, gelaugt sie fttzt direct ir, die י der Nothleidendeu und bqw. nur gegen eigen- « Quittung der Empfänger, um so vor ftdem Betrug zu sein. (Auch aus Hebron wird uns mitgetheilt, xi» Verbot betr. Einwanderung and Riedertajlung rust. Juden nicht aufgehoben und alle gegentheiligen Be- Hauptungen erfunden sind und auf Lug und Trug beruhen.) Inzwischen rriftn viele Familien nach Amerika und Bra- Mn: »sitz eine Woche vergehr, ohne dciß einige Fawllir» sranzSsischen Kiffen «mH Marseille »uh,von bovt nach 8s.) Ber«ischte »ud «eueste Nachrichten. v»n dri! drtaaliche» ersucht lese n« Berti». Der Stadtverordnete Dr. Frftdemana hat folueaden, SS Mitgliedern dec StadtverordartowBrrsammiung uuftrftütztea liche» Auitag eingcbracht: .vir Stadwerordxeten-Bersam «luag de« Magistrat, mit de« königlichen P^tzeipräsidium iir Ber» biadunz zu trilrn, um der Belästigung de» Publikum» durä> Brrbreftuag Schau, verletzender Schrift-, auf den Straben der Stadt zu steuern. Berli». Ahlwardi hat unmittelbar nach ftkter Entlassuns sein« verläumdekitche Thätizkelt mir frisher »kraft wieder ausge»om«ea Ei«m Berichteistarter gegenüber äußerte er sich, da» Laudgrricht Hab« di« Berhaktuug abgelehnt, aber da« Sammer«rtcht, imter dessen Midgliedern eia Jude sei, habe sie beschlossen. Liiterhin erzählt« er, daß all« ihn betresftudea Alien bei der Staatsanwaltschaft ׳d«n jüdische» gegen ihn zurückgezogen Hab«. Ahiward: glaubt seine sssmaitliche» Beharptunaea »,» wahr erwsisea zu können und den Nach»!«!« zu führe», dag der Talmud solch« Dinge gestrrtet, und daß sei»,»» der Zeutmlleitung (?) der Judenschaft staatlgesährlich« Beschlüsse gefaßt seien. DoeSda». Der antisemitisch« Parteitag erklärte, .»aß der .deatsche Lntiftmitenb u n d ' nicht «ehr zur antisemitischen BollSpartei gehört, zu betrachten sei Ja Leidig fand am 19 d. M. ein« Seneralversammliing de» nationalliberalcn Peretn» für da» Königreich Lachsen statt, tlllerhaud Organisaüou»ftra«n wurde« b-sorochcn. Eine Resolution gegen die anusemitische Bgitatic., fand einstimmige Annahme. U»«»ke»l׳erg (Sachs«»). Der hiesige beliebte Arzt Dr. R. Ln ud« » ha' für sein« zu« SelmrtStsg de» lk-nlg» Albe» verfaßten löedicht« l.-atrrlaud» und .Sachsenb inner'> huldvolle« Dank empfang!!». Solfemäitttei. Der Samson schul«, einer mit euier Erzirhungöanftal» verbundenen Real,ch»le (ohne Latein) ist unter »er treffliche» Leitung ihre» gegenwärtige» Direktor« Dr. Lachau vom Rrichtkaazierawle d,e Berechtigung«rchellt worden, Befähig,,» g » - zrugutsse sür den einjährig-freiwillige» Mtli» iärdtenst antjustellea. El«»«, 20. Juni. I» Sachen de« L a n t e n r r - Knabeumorde» sind die Ärimarinalkommtssarr Wolfs-Berlin, BerhülSdouk» Lreftld, di« Aerste Dr Bauer» MSr», De. Steinert» Laute», sowie einige Gachverftladige au» Sob.euz, de» Landrichter» 91l(tul»U] und «»HeereLabdiner geladen worden, v»schoss bestreitet Schuld. DerBertzandlung wird cinDelegirtrr de» Justiz«intfter»b«t Whe» «. »hei«» 90. Juni. Drr verantwortlich« Siedakteur de» hie.- «rschetaende» Wochenblatt«» .Rlederrhetnischer Bolkdbote», Hr. H. Resiing,, wurde wegen Abdruck» eine» Artikel» ,Zante» dim % März' aa< de, zu Leipzig erscheinen den »Reu« deutsche Zeit»»-' (vgl. de» Artikel Llive in «ft. 10 — < -- -**-־׳-- au» $ 18t> de» Reich»-Etra! zu DuUbarg Vom LO. Mal uad zur llndraachbsnnachung der de« berrefienoen Artikel ent! allen den Exemplare, soivte der »u ihrer Herstellung bestimmte» Platte« und Forme» und Beröffentlichung de» Unheil» t« »Niederrheinlschen Ball»» boten' für seine -osten vernrtheilt. Wie verlautet, soll nehrrren seiner Brruf»ge«ossen dir Luft zu« Abdruck au» drr »Rem! deutsche gettuag aus ähnlich« Weise verleidet worden fei». ^eUvranm» 18 Juni. Eine große Anzahl der Mitglieder der hiesigen t«ra>!litischen Neue« in de, zu denen sich «ah solche der R»gbarge»,eind« Sontheim gesellt hatte», vereinigte» sich am Donmwtag a!«»d i» Saal« zum Württrmb. Hof, u» n»h einige Stunden i« traulichen Beisammensein mit de« nach L auphet« al« RabbinaiS-Berioeser abziehende» Herr» in. B. Einstein zu verleben. Al» Zeichen b«!- Bekehrung und Dankbarkeit wurde ihm eine werth» »oll« goldene Lhr mit entsprechender Wldwang überrruht. Tee -um hiesige« Bmirwrabbtner befördert« Herr Rabbiner - a h r au» Lachcheim traf hier bereit» ein, er wurde am vahnhas» von sännaUiche» Mitgliedern de»isr.-,rchenv«rsteHeramte», dem Iä»herig«» Amllverweser, sotoi« de« Kantor resp. Lehrer der hiesigen Aemetude erwartet, begrüA und mit freundlichen Wünschen willkoun»«» geheißen. L»«d»N> Die Antwort de« Lhief Rabbi ans dl« il!» »»1erbreiteten Borscksstze zur Abänderung de» Shnagogeuritual» «ftp den Borstebern o«> Geistlichen der verschiede«» Ststmgoae« an, nächsten Freitag zugeben »<« «erden wir dann hoffentlich im Staad« sein, dieselben ln extenso mitzutheileu. E» hat »» Einschüchterung toersmhe» aus de» Ehief Rabbi seiten» orthvdoxer Blätter (in Deutschland) nicht gefehlt, ja man drohte sogar mit Berufung eine» orthodox,» Äegea. Rabbiner», (Di . E. an» der Schmelz), fall» der Herr Oborradiiner jeftte Zustimmung zn Lvlwdresorme» enheile» würde. Maitanv. Der hervorragend» Diplomat, Herr Btaeom» Mal»«»» Eaneraldintwr der aussärti«» Uagelegeuheid», Wvcha mit der höchste» Auszeichnung, dem Großlordo» der tlalienflche» Krone betörtrt. Herr Romani» J»c»r, Mitglied der llieputtrftUi» kammer, wurde zu« Offizier desselben Crbenl ernannt. Amrill^.Drrr Ur-ftssor Eesare Lambros» iS zum «ize- Präs,»e«W«M'her hiesige» Königlichen Akademie der. Mrdizi, g« «äbU «ä»8!!E .1 ׳

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