Israelitische Wochenschrift
- Journal
- Israelitische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1892)
- Issue
- 25 (17.6.1892)
- Date
- 1892-06-17
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
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"ז UKttitgR ftmtge BeodachtuniM* Savbathü. Denn wbwohl Au. KulttGminister von R rumer im!Z. 1«59 d» jüdischra Schülern der hü deren Vitftafan den Sabtach sreigob, wurde nur in den allerfeltratrn Fälle« w» dieser 'Begünstigung Gebrauch gemacht. Die Ueberfchätzung der orllarmeiuen Kulturbildung führte zur Unterschätzung der «kgiäsen Interesse« und zur Zurücksetzung de« Jutenthum« i« eigenen Herzen. Da» Radikalmitiel gegen diese Uebelstände sei tue Wiedererobening der jütüschen Schule. Leider sei da» nur ein via» cksmckorium. — Wie ist aber zu helfen? Ein namhafter Gelehrter habe jüngst vorgeschlagen nur an solche Studenten Stipendien zu verabfolgen, die sich durch tüchtige hebräische Kenntniß empfehlen könnten. Redner erklärt sich entschieden gegen ein solches Heilmittel und schlägt 'dafür d«e Einführung der Jugendgottesdienste vor, bei welchen dir Knaben znr selbstständigen Abhaltung de» Gotti^dienstes Herangebildet werden. Hierdurch hofft Red!.»: eine günstige Rückwirkung auch auf dw Erwachsenen zu erwuaen. Alsdann verliest Dr. Neustadt S Thesen und giebt kurze Erläuterungen dazu. Dr. Brann beantragt diese Leitsätze drucken zu lassen, damit sie in der kommenden Versammlung den Gegenstand der Diskussion bilde» Dieselben lauten: 1. Al» Grundlage eine« jüdischen Jngendgottesbienste» gilt dir Erpehnng der Jugend für Verrichtung de« täglichen Gebet«; daß die» mit der Gemrtnd« geschehe, ist seine Ausgabe. 2. Di« Vereinigung der Jagend zu einem besonderen Gottesdienst ^Ingendgotte»dirnst) ist besonder« geeignet da» Verstlndni» für den stidtschm KuItnT »ad dl« Lhetlnahme am Gotte»dir»st der üie»«iul>« zu ■ftrtm, bei de» Knaben »arnehmlich durch Hemnziehung znr selbst» ständigen An»übung der Funktionen 8. I, »besondere find die Schulferien für eine» gemeinsamen Gotte»- Gienst uud für Förderung einer «erständritvolen vetheiligung an demselben nu»z»«uDe». 4. I» jede« Fall« ist dt« Jngrnd am «Sabbat und Feiertagen z» Gemeinsamen Gott«»bte«st zu versammeln, zur Belehrung und Erbauung unter Vermerthung der i« ivöchentliche» Vell-zionlunterrichi gewonnene» Iiesullate »nd unter fHinmri» auf di« kultnüle» Vorgänge der Woche. 8, Zur Erhöhung der Sabbalfeier «nd znr Erbauung einer möglichte allgemeinen Vetheiligung der Jugend am »ottetdienst dien», bah stladbtner und Lehrer in geeigneter Sets« di« Mitglieder der Gemeinde «nch über dir staatlichen Loncesfione» bezüglich de» Saida!» und der . Feiertage unterrichten. E» «npfiehlt sich et«. Bervielfülttgung lind Berdreineng der bet reffe» den Verfügnngen innerhalb ber Gemeinde. ». >» ist bet de» Schulbehörde» darnn« hinznwirke», daß jüdische ' Kinder «ms Sun sch Ihrer Eltern an de« Hanptseiertagen vom Schul- ^besuch bez. aüe» Handarbeiten befreit «erben. Al» Hanptfeiertug« gelte«: Arnjnhr . . . Versöhnung»«»- Laubhütte» sest . «chl»«est . - «nss-hftst . - Wochenfest 2 Tag« r . 2 . * . 4 . (1. 2. 7. 8.) 2 . Summ« 11 Tage ist dabei hervorznhrbr». das, ein grofer Lheil dieser Tage nach s stlnttmt» de« Kniender« -hnedie» in dt« SöMserie» sllll. s 7. Zur «nstlürnng der Elter» >»d ytt Hebung de« religiösen «,ne» in der Gemeind« find derartige Kurmulare von ««suchen an dt« Schulbehörde »,»,fertige» und dm Eltrr» nnentgeltliö, zur ver. füznng z, stellm. 8. Die Zelt dr» «oiteödimste« ist »Mer vmstchfichtigung der stMgogalm Zeit der Schulzeit der Kinder möglichst anzmiajsr«. Znr Erreich, ug «wer für alle Kinder pchsend« f jeU am Sabbat ist ei« Linvernetz»«» «t» dm Schnltehördm zu «mpfetzle». S. Tl» Ort slr dm Jugmdgotteöhietst empfiehlt sich, an« rrli- Grünte« dt« SheMgoge. «Hörste» stad für Einrichtung eine» JitDmdgoNrö. Geldmittel in dm Etat »er Gemeind« zNstnGtNWt. - . Der früher von Herbst sch« Mter gemachte Bncsihkcr^ den Berathungel, ein gemeiafamrs We» foka» zu Wen, fand diesmal fruchtbaren Boden, da sich aus Aitvch«- de» Dr. L Neustadt ei« Somit« bilde« wird, um für die nächste Versammlung die Sech« in die Hand z» nehmen. Line Anzahl neu rrfchienener Bücher war auf dem Tische der Versammlung ausgclegt und de« Mitgliedern gratis zur Beifügung gestellt worden. Herbst, Schriftführer. Berichte und Csrresvo«be«ze». 3»«tf1bUab. . Unsere frühere Mittheiluug über di« vo» rufs. Miulsteriam genehmigte Auswanderung der Juden nach dem Plane de§ Barons Hirsch künnca wir ergänzen. Es werden in diestm Jahre zunächst 25000 Juden auswandern. Im weiteren Verlauf soll dann jährlich die Anzahl der Aus- Wanderer gestrigert werden; in Summa sollen 3'), Millionen Juden auSwandrrn. In Peter»burg übernimmt eia »o«« Baron Hirsch zu ernennender Zenrralausschuß die Hauptlcitung, in ewigen andern russischen Städte» tverden Lokalkomiteeo errichtet. Die auswundernden Juden treten vollkommen aus dem russischen Unterthaneuvncband aus, erhalten, wie früher berrtts gemeldet, unentgeltlich die nüchigen Papiere und sind von der Wehrpflicht entbunden, ohne daß die zurück!!leibenden Glaubensgenossen zur Zahlung »au Strafgeldern für sie verpflichtet sind. Um der Rückkehr der Ausgewanderten vorzubeugeu «ad zur Deckung von Unkosten muß die Affoziation 100 000 Rubel bei der Regierung hinterlegen, die stets wieder voll zu ergänzen sind, sobald sie bis auf 25 000 verausgabt worden. DaS Ministerium deS Innern übernimmt die Ueberwachuag der gesummten Ln- Gelegenheit. (Wer aber übernimmt die Ueberwachuag des Ministeriums?) M«ßd»ü«rß. Ans Aolaß de» Falles Grüner, jene» wegen Befuge« vorbestrafter. Hochstapler», der eS bis zum Vorsitzenden de» antisemitisH«« Bereut» in Köln gebracht batte, und nunmehr auf Requisition ter hiesigen Staatsanwaltschaft — verhaftet wurde, hat ein Antisemitenverein es für rathsam gehalten, der in Leipzig domizilirten Zentralstelle für die organisirte Judenhrtze folgende Erk!" zu laffen: .Di« AentraU.Itnng »oll« Mittel erwäge», die deutfchs«ji-le» «r-eine vor dem Einbringen “ ׳ -״ - ־״ ־ ״ - - ...» «efinnuug gehören, ,wrifeihaf« Personen ober t« eigenst» «er«»»- intereAr der Pocket in derselde» nicht zu dulde» sind." Wenn dir leipziger Zentralstelle diese Erklärung nicht blo« als («ert Redensart ansehe«, sondern im Siune derselben praktisch vorgehe» will, wo bleiben dann die.Zierde«- des Antisemitismus? Wo bleibt dann die Judeuhetze über» Haupt? Denn mit einer ״lauteren Gesinnungverträgt sich das wüste und schmachvolle Treiben der Elements welche, die Hetze gegen eine bestimmte Klasse von Mitbürger« " ein System gebracht haben und danach fortgesttzt Hand schlechterdings nicht. Merk!«. Die edle .Krruzzeitungjammert dar—, daß sich die »reinen- Antisemiten mit ihren unterschiedticheipE Parteitagen eine so ««germanische Konkurrenz machen. schreiben die Berliner Anriftmltcn einen Parteitag i-i.UMW Reichshauptstadt aus den 26. Juni aus, während die ,dsBoML-'r soziale'Antisemitengruppe sich schon am 19. u. 20. iaDre^ ztqammentljun will. Die .antisemitische BolkSparteiaber von keiner der «nannten Vereinigungen etwas und Mts eigene Gefahr einen Parteitag abh׳""^ ^Kmrzztg." ist in itzce« Rechte, wenn sie aus , fülle der aeplimtrv Parteitage auf d« .UofrrMtzAtzteit*, Tnrnt j?) ^latistmitismuS schließt. Sie vermWt ttt a&st ~ rklärung zukommra